Mit einer kleinen, aber feinen Ausstellung im Arkadenfenster an der Stadtvogteigasse hat der Heimat- und Geschichtsverein Pappenheim und Ortsteile e.V. (HGV) am Freitag, 09. Januar 2026, das neue Jahr eingeläutet. Im Mittelpunkt der Präsentation steht die traditionsreiche „Krone von Pappenheim“ – ein Haus, das über Jahrhunderte hinweg zum Schauplatz bürgerlicher Feste, kultureller Höhepunkte und gesellschaftlicher Begegnung wurde.
Zur feierlichen Eröffnung der Ausstellung fanden sich zahlreiche Gäste ein, denen Renate Prusakow, die Vorsitzende des HGV, in ihrer Begrüßungsrede die Bedeutung der „Krone“ in der Geschichte Pappenheims näherbrachte. Dabei spannte sie einen weiten Bogen von der historischen Rolle des Gasthauses bis hin zur aktuellen Nutzung des Kronensaals. Prusakow erinnerte daran, dass die „Krone“ über Jahrzehnte hinweg vieles war: Gasthof und Poststation, Hotel, Metzgerei mit weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannter Stadtwurst, ein beliebtes Hochzeitslokal und nicht zuletzt Treffpunkt für Empfänge, Vereinsjubiläen, Faschingsbälle und Theateraufführungen. „Die Krone war stets die gute Stube der Stadt“, so Prusakow mit sichtlicher Begeisterung.
In der liebevoll gestalteten Ausstellung finden sich neben einer kompakten Textübersicht vor allem zahlreiche Fotografien, die an vergangene Zeiten und große Ereignisse im Kronensaal erinnern. Verantwortlich für die Gestaltung im Arkadenfenster zeichnet die Pappenheimer Künstlerin Brigit van der Gang, der die HGV-Vorsitzende für ihr Engagement herzlich dankte – ein Blumenstrauß war Zeichen dieses besonderen Dankes.
Ein freudiges Wiedersehen gab es auch mit Andrea und Albert Linke, die seit einigen Jahren mit viel Herzblut daran arbeiten, dem traditionsreichen Gebäude neues Leben einzuhauchen. Insbesondere der Kronensaal wurde von ihnen nach umfassenden Renovierungsmaßnahmen wieder in Betrieb genommen – ein Gewinn für die Stadt und ihre Festkultur. So finden dort inzwischen wieder Hochzeitsfeiern, Theateraufführungen, Jubiläen und andere Veranstaltungen statt. Auch die Gesellschaft Allniederlandts nutzt die Räumlichkeiten für ihre festlichen Abende im Rahmen der jährlichen Grosz-Weltumsegelung.
Ein besonderes Echo in der Erinnerung der Gäste rief auch der Rückblick auf die traditionellen Faschingsbälle hervor. Diese wurden im vergangenen Jahr vom CSU-Ortsverband Pappenheim wieder aufgenommen – und finden auch in diesem Jahr am 14. Februar mit dem Rockfasching ihre Fortsetzung.
Unerwartet große Aufmerksamkeit bei der Ausstellungseröffnung erregt das Verlesen einer historischen Speisekarte aus früheren Tagen, was bei den Anwesenden für Erstaunen und Schmunzeln zugleich sorgte. Hier stand zum Beispiel geschrieben, dass eine „Grießklößchensuppe „ 40 Pfennig und eine „Kalbsschulter mit Semmelkloß und Salat“ 3,80 DM gekostet haben – ein kleines Detail mit großer Wirkung.
Die Ausstellung im Arkadenfenster lässt erahnen, wie tief die „Krone“ im kollektiven Gedächtnis der Pappenheimerinnen und Pappenheimer verwurzelt ist. Sie ist ein Ort gelebter Geschichte – und Dank Andrea und Albert Linke auch weiterhin ein lebendiger Teil der Gegenwart.
Titelfoto: Marcus Wurm

