Mit einem ersten Baugespräch ist die Sanierung des einsturzgefährdeten Daches der vereinseigenen Turnhalle des Turnvereins Pappenheim nun konkret auf den Weg gebracht worden. Vor Ort kamen Adolf Kett von der gleichnamigen Gerüstbaufirma aus Böhmfeld, Peter Riedl von der Zimmerei in Übermatzhofen, Bauleiter Markus Hemmeter vom Architekturbüro Frosch sowie Architekt Clemens Frosch zusammen, um den Ablauf für den Baubeginn abzustimmen. Von Vereinsseite waren Carlo Enser und Regine Halbmeyer vertreten. Marcus Wurm begleitete das Treffen als Beauftragter der Stadt Pappenheim in beratender Funktion für den Turnverein und verschaffte sich dabei einen Überblick über das weitere Vorgehen.
Die Situation ist seit längerem bekannt. Die im Jahr 1907 errichtete Turnhalle ist seit gut zwei Jahren für den Sportbetrieb gesperrt, nachdem sich die Einsturzgefahr des Daches abgezeichnet hatte. Umso größer ist die Erleichterung, dass nun konkrete Schritte folgen können. Maßgeblichen Anteil daran hat Kassenwartin Regine Halbmeyer, die mit großem Engagement und trotz mancher Hürden und Rückschläge die Finanzierung der Baumaßnahme kontinuierlich und unbeirrt vorangetrieben hat. Aktuell wird von Baukosten in Höhe von rund 740.000 Euro ausgegangen.
Bereits im Vorfeld wurden Untersuchungen am Gebäude vorgenommen. So ist das Fundament der Turnhalle punktuell freigelegt worden, um die Standfestigkeit zu überprüfen. Das Ergebnis fällt positiv aus. Die Fundamente zeigen sich ausreichend tragfähig und vor allem trocken, wie Architekt Clemens Frosch erläutert. Keine Selbstverständlichkeit, wenn man die Geschichte des Standorts kennt. In unmittelbarer Nähe befand sich bis etwa 1820 die sogenannte Egelgrube, ein Weiher, in dem einst Holz für die Wasserleitungen der Stadt feucht gehalten wurde.
Bevor die eigentlichen Zimmererarbeiten beginnen können, stehen nun zunächst umfangreiche Gerüstarbeiten an. Die Firma Kett wird zwei Gerüstkomplexe errichten. Während das Außengerüst aufgrund vorspringender Bauteile eine genaue Abstimmung erfordert, stellt vor allem das Innengerüst eine besondere Herausforderung dar. Es soll nicht nur abschließende statische Untersuchungen der Dachkonstruktion ermöglichen, sondern auch die Last des bestehenden Dachstuhls vollständig aufnehmen.
Dabei rückt auch der Hallenboden in den Fokus. Noch ist zu klären, ob der vorhandene Parkett-Schwingboden den anfallenden Belastungen standhält. Unabhängig davon will der Turnverein bereits im Vorfeld selbst aktiv werden. Geplant ist, den gesamten Boden zunächst mit einem Vlies abzudecken und anschließend mit OSB Platten zu belegen. Die Lieferung der benötigten Materialien ist organisiert. Carlo Enser, 2. Vorstand des Turnvereins hofft, dass diese Vorarbeiten in der kommenden 20. Kalenderwoche mit Unterstützung zahlreicher Helfer umgesetzt werden können.
Zusätzlich müssen verschiedene Einbauten in der Turnhalle entfernt werden. Dazu zählen unter anderem die an den Wänden befestigten Haltevorrichtungen mit den Basketballkörben, die Vitrine mit der Vereinsfahne sowie weitere fest installierte Elemente. Erst wenn diese Arbeiten abgeschlossen sind und der Boden entsprechend geschützt ist, kann das Innengerüst errichtet und damit der eigentliche Start der Sanierung eingeläutet werden.
Der Turnverein Pappenheim will rechtzeitig über die anstehenden Arbeitseinsätze informieren und setzt dabei einmal mehr auf die Unterstützung aus den eigenen Reihen. So entsteht aus dem Baugespräch nun Schritt für Schritt konkrete Bewegung auf dem Weg zur Sanierung des Turnhallendaches.

