Pappenheim stellt Weichen für die Zukunft der Kläranlagen

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Auf die Stadt Pappenheim kommt in den nächsten Jahren eine der größten Investitionen ihrer Geschichte zu. Dabei geht es um ein Thema, das im Alltag kaum sichtbar ist, aber alle Bürger finanziell direkt betrifft. Die Rede ist wieder einmal von der Abwasserreinigung. Für die Kläranlagen in Pappenheim, Bieswang und Zimmern muss grundsätzlich geklärt werden, ob die bestehenden Anlagen technisch aufgerüstet oder durch eine neue Kläranlage ersetzt werden sollen.

Die derzeitigen Betriebserlaubnisse für die drei Kläranlagen laufen zum 31. Dezember 2035 aus. Das Wasserwirtschaftsamt Ansbach erwartet, dass die Abwasserbehandlung bis dahin auf den dann erforderlichen technischen Stand gebracht wird. Bereits bis Ende 2027 muss die Stadt deshalb eine Studie vorlegen, in der die verschiedenen Möglichkeiten untersucht und auch deren Kosten miteinander verglichen werden. Ohne diese Untersuchung würden für die drei Anlagen keine neuen Erlaubnisse erteilt.

Dabei geht es zunächst um eine grundsätzliche Frage ob es um eine Ertüchtigung oder einen Neubau gehen soll. Eine Ertüchtigung würde bedeuten, die vorhandenen Kläranlagen an ihren bisherigen Standorten zu erhalten und technisch so zu modernisieren, dass sie künftig wieder den gesetzlichen und technischen Anforderungen entsprechen.

Als Alternative soll untersucht werden, ob ein Neubau wirtschaftlicher und langfristig sinnvoller wäre. Denkbar wäre beispielsweise eine neue größere Kläranlage in Pappenheim, sofern dort ausreichend Platz vorhanden ist. Auch Zimmern kommt als möglicher Standort in Betracht. Eine solche zentrale Anlage könnte möglicherweise die Abwässer aus Pappenheim, Bieswang und Zimmern gemeinsam aufnehmen.

Ebenso sind Zwischenlösungen denkbar. So könnten einzelne bestehende Anlagen erhalten und modernisiert werden, während andere Standorte zusammengelegt werden. Erst die jetzt beauftragte Studie soll zeigen, welche Variante technisch machbar und unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sinnvoll ist.

Der Stadtrat hat dafür das Planungsbüro VNI aus Pleinfeld beauftragt. Von fünf angefragten Büros hatten drei ein Angebot abgegeben. VNI legte mit pauschal 23.800 Euro brutto das wirtschaftlichste Angebot vor. Die Kosten der Studie werden aus den Haushalten 2026 und 2027 getragen; eine Förderung dafür ist nach Angaben der Verwaltung nicht möglich.

Noch nicht unmittelbar Bestandteil dieser Untersuchung ist die Kläranlage Osterdorf. Sollte sich jedoch eine zentrale Lösung für die drei anderen Anlagen als sinnvoll herausstellen, dürfte sich anschließend auch die Frage stellen, ob Osterdorf dauerhaft als letzte eigenständige Kläranlage weiterbetrieben oder ebenfalls an eine größere Anlage angeschlossen werden soll.

Welche Lösung am Ende umgesetzt wird, ist derzeit völlig offen. Klar ist allerdings schon jetzt, dass unabhängig von der gewählten Variante Investitionen in Millionenhöhe zu erwarten sind. Damit könnte die Neuordnung der Abwasserbeseitigung zu einem der finanziell größten Projekte werden, die die Stadt Pappenheim bislang zu bewältigen hatte.

Die finanziellen Folgen einer solchen Millioneninvestition werden letztlich auch die angeschlossenen Grundstückseigentümer und Gebührenzahler betreffen. Denn die Kosten der öffentlichen Abwasserbeseitigung werden über Beiträge und Gebühren finanziert. Bei größeren Investitionen für die Erneuerung oder Verbesserung der Abwasseranlagen können deshalb zusätzliche Beiträge erhoben werden. In welcher Höhe die Bürger tatsächlich belastet werden, lässt sich allerdings erst beurteilen, wenn feststeht, welche Lösung umgesetzt wird und welche Kosten dafür entstehen.