Mit einer Ausstellung in der Arkade an der Stadtvogteigasse würdigt der Heimat- und Geschichtsverein Pappenheim und Ortsteile e.V. den 100. Geburtstag von Ursula Gräfin zu Pappenheim. Die Präsentation wurde am Donnerstag, 9. April, eröffnet und ist bis Mitte Juni täglich rund um die Uhr zugänglich.
Den Auftakt bildete eine kleine Gedenkfeier in der St.-Gallus-Kirche. Die Erste Vorsitzende des Vereins, Renate Prusakow, zeichnete dabei ein einfühlsames Bild vom Wirken der Gräfin, die das öffentliche Leben Pappenheims über viele Jahrzehnte hinweg in besonderer Weise mitprägte. Nach ihrer landwirtschaftlichen Ausbildung und einem entsprechenden Studium übernahm Ursula Gräfin zu Pappenheim zunächst Verantwortung für das Gut Altheimersberg und später für die gesamten land- und forstwirtschaftlichen Betriebe der Familie. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Gert Graf von der Recke-Volmerstein entwickelte sie diese erfolgreich weiter.
Ihr Engagement reichte jedoch weit über die unternehmerische Tätigkeit hinaus. Sie brachte sich über viele Jahre im Bayerischen Roten Kreuz ein, war Mitglied des Pappenheimer Stadtrates und engagierte sich mehr als zwei Jahrzehnte im evangelischen Kirchenvorstand. Ihr Wirken stand dabei stets im Zeichen des Gemeinwohls und blieb oft bewusst im Hintergrund.
Auch für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt setzte sie wichtige Impulse, etwa durch die Bereitstellung von Flächen für Unternehmen und Wohnbauprojekte. In der Erinnerung vieler Menschen ist sie bis heute als bodenständige und den Menschen zugewandte Persönlichkeit präsent.
Im Rahmen der Gedenkfeier an der auch Raily Gräfin von der Recke, die Tochter Gräfin Ursulas teilnahm, wurde mit dem Kreuz der Verbundenheit, das die Beziehungen zahlreicher Orte der einstigen Herrschaft Pappenheim symbolisiert, sowie einem Lichterherz an die Verstorbene erinnert. Im kleinen Kreis hielt man im stillen Gedenken Inne. Begleitet von Diakon Lothar Michel an der Gitarre erklang das Lieblingslied der Gräfin „Geh aus mein Herz und suche Freud“. Nach dem Segen führte der Weg in die Stadtvogteigasse, wo die Ausstellung in der Arkade eröffnet wurde.
Die Gestaltung der Präsentation lag in den bewährten Händen der Pappenheimer Künstlerin Birgit van der Gang. Fotos und Texte wurden aus der Sammlung von Peter Prusakow zusammengestellt und lassen die Bedeutung von Ursula Gräfin zu Pappenheim für die Stadt und ihre Menschen lebendig werden.
Die Ausstellung ist bis Mitte Juni zu sehen. Im Anschluss ist an gleicher Stelle eine Präsentation zu Pappenheimer Werbeartikeln in Planung.

