Bei der Bürgerversammlung 2026 hat Bürgermeister Florian Gallus im Bürgersaal des Hauses des Gastes auch einen umfassenden Überblick über laufende und geplante Projekte in Pappenheim und seinen Ortsteilen gegeben. Dabei reichte die Themenpalette von den Schulen über die Stadtentwicklung und Straßensanierungen bis hin zu den Feuerwehren, dem städtischen Friedhof und der Abwasserbeseitigung. Neben bereits abgeschlossenen Maßnahmen stellte Gallus auch Vorhaben vor, die die Stadt in den kommenden Jahren beschäftigen werden.
Schulprojekte und Kinderbetreuung
Ein großes Gemeinschaftsprojekt ist der Neubau der Senefelder-Schule in Treuchtlingen. Für die Stadt Pappenheim stehen bis zum Jahr 2029 noch Verbandsumlagen von insgesamt 595.000 Euro an. Danach soll das Projekt finanziell abgeschlossen sein.
Die Grundschule Pappenheim-Solnhofen besuchen im Schuljahr 2026/2027 insgesamt 245 Kinder. Davon entfallen 121 Schülerinnen und Schüler in sechs Klassen auf Pappenheim und 124 Kinder, ebenfalls in sechs Klassen, auf Solnhofen.
Auch den neuen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung sprach Gallus an. Dieser gilt ab dem Schuljahr 2026/2027 zunächst für Kinder der ersten Jahrgangsstufe. Die Stadt hatte dazu den Bedarf bei den Eltern abgefragt und eine Mittagsbetreuung bis 14 Uhr in den Räumen der Grundschule vorgesehen. Obwohl zunächst reges Interesse bestand, gingen letztlich nur vier verbindliche Anmeldungen ein. Erforderlich gewesen wären mindestens zwölf. Deshalb muss die geplante Betreuungsgruppe im Pappenheimer Grundschulhaus nicht eingerichtet werden. Letzteres kommt dem Turnverein zugute, der wegen seiner Turnhallensanierung weiterhin den Gymnastikraum im Grundschulhaus nutzen kann.
Stadtentwicklung und neue Baugebiete
Für das geplante Wohnquartier Pappenheim Nord soll, wie berichtet, ein städtebauliches Konzept entwickelt werden. Dabei setzt die Stadt auf eine sogenannte Mehrfachbeauftragung, bei der mehrere Planungsbüros unterschiedliche Entwürfe erarbeiten. Aus diesen können anschließend geeignete Lösungen ausgewählt und miteinander kombiniert werden. Für dieses Verfahren ist eine staatliche Förderung von 60 Prozent, möglicherweise sogar 70 Prozent, vorgesehen.
Auch die Bauleitplanung für die Erweiterung des Campingplatzes wird weitergeführt. Das Verfahren umfasst insgesamt 13 Schritte, wobei derzeit der Vorentwurf im Entstehen ist, der nach Fertigstellung frühzeitig der Öffentlichkeit und den beteiligten Behörden vorgestellt werden soll.
In Geislohe konnte die Änderung des Bebauungsplans „Gründlein“ inzwischen abgeschlossen werden. Außerdem stehen weiterhin Baugrundstücke zur Verfügung. In Neudorf werden Bauplätze für 41 Euro je Quadratmeter zuzüglich Erschließungskosten angeboten. Dabei gilt eine Bauverpflichtung innerhalb von drei Jahren. In Zimmern steht ein Grundstück mit 975 Quadratmetern für 87.750 Euro zum Verkauf.
Weitere Planungsverfahren betreffen die vorgesehenen Solarparks bei Bieswang und Ochsenhart sowie die damit verbundene Änderung des Flächennutzungsplans. (Siehe den Artikel der Pappenheimer Skribenten vom 16.10.2026)
Straßensanierungen und kommunale Wärmeplanung
Der städtische Straßensanierungsplan für die kommenden fünf Jahre wird derzeit überarbeitet. Als Gründe nannte Gallus unter anderem die zeitweise unbesetzte Stelle im Bauamt, noch ausstehende
Maßnahmen aus den Vorjahren und den Glasfaserausbau. Auch geplante Arbeiten an Wasser- und Stromleitungen müssen bei der Reihenfolge der Straßensanierungen berücksichtigt werden.
Bei der kommunalen Wärmeplanung arbeitet Pappenheim mit der Gemeinde Langenaltheim zusammen. Den Auftrag erhielt das Institut für Energietechnik, das im zweiten Quartal 2026 mit den Arbeiten begonnen hat. Untersucht werden der bestehende Wärmebedarf, mögliche erneuerbare Energiequellen und die künftige Wärmeversorgung. Der Freistaat Bayern stellt für den finanziellen Aufwand eine Pauschale von 41.000 Euro zur Verfügung. „Wir sind schon gespannt darauf, ob wir das Ergebnis nutzen können“, erklärte Bürgermeister Gallus den Zuhörern.
Friedhof soll grüner werden
Ausführlich ging Bürgermeister Gallus auf die geplante Neugestaltung des städtischen Friedhofs an der Galluskirche ein. Dort soll der vorhandene Bestand von 17 Bäumen um weitere 15 ergänzt werden. Hinzu kommen verschiedene Sträucher und Hecken.
Im Bereich des neuen Urnenhains im nordöstlichen Teil des Friedhofs soll die bereits vorhandene Gestaltung mit Hainbuchenhecken und Trauerhainbuchen fortgeführt werden. Am Friedhofseingang ist vorgesehen, eine von Schädlingen befallene Weide durch eine Linde zu ersetzen. Auch der Bereich um das Kriegerdenkmal ist neu gestaltet worden.
Bei der Auswahl der Baumarten wurden neben dem Erscheinungsbild auch der ökologische Wert, die Klimaverträglichkeit und der spätere Pflegeaufwand berücksichtigt. Die Pflanzarbeiten sollen im Herbst erfolgen.
Wohnungsbau und Straßensanierung in Bieswang
Ein weiteres Thema war die Entwicklung der ehemaligen städtischen Anwesen in der Neusiedlerstraße 12 und 14 in Bieswang. Die Stadt hatte die Grundstücke im April 2025 für 250.000 Euro verkauft. Dort sind nun sechs Wohnungen mit Größen zwischen 56 und 70 Quadratmetern entstanden. Nach den Angaben bei der Bürgerversammlung war zuletzt noch eine Wohnung frei.
Für die Charlotte-Nestler-Straße wurde ebenfalls über den Stand der Sanierungsplanung informiert. Vorgesehen ist eine Fahrbahnbreite von 4,25 Metern mit bergseitigen Längsparkplätzen. Der talseitige Gehweg soll 1,30 Meter und der bergseitige Gehstreifen einen Meter breit werden. Das Planungsbüro wurde mit der weiteren Ausarbeitung dieser Variante beauftragt. Für die Zeitplanung konnte der Bürgermeister den anwesenden Anwohnern der Charlotte-Nestler-Straße wenig Erfreuliches berichten. Verbunden mit der Straßensanierung sei die Sanierung des Kanals, sowie die Erneuerung der Wasser- und Stromleitungen, weshalb man über den Baubeginn derzeit nur spekulieren könne.
Georg-Nestler-Haus und Marktplatz im Blickpunkt
Zu den großen Zukunftsthemen Pappenheims gehört weiterhin das seit mehreren Jahren leerstehende Georg-Nestler-Haus. Bürgermeister Gallus verwies hierzu auf die Perspektiven für eine künftige Nutzung durch die LandLiving Gmbh. (Der Pappenheimer Skribent hat mehrfach berichtet). Die Stadt habe für den ins Auge gefassten Verkauf ein Wertgutachten in Auftrag gegeben, das aber derzeit noch nicht vorliege.
Auch die Neugestaltung des Pappenheimer Marktplatzes bleibt ein spannendes Vorhaben. Für die geplante Sanierung steht eine Förderung von bis zu 90 Prozent aus dem Städtebauförderprogramm „Klima wandelt Innenstadt“ in Aussicht. (Der Pappenheimer Skribent hat berichtet).
Zu den Anforderungen gehören eine Verringerung der versiegelten Flächen, zusätzliche Bäume, eine barrierefreie Gestaltung und ein Wasserelement beziehungsweise Trinkwasserbrunnen. Auch die Versickerung von Oberflächenwasser soll berücksichtigt werden. Gleichzeitig sollen Veranstaltungen wie das Maibaumfest, der Pelzmärtelmarkt und der Wochenmarkt weiterhin auf dem Marktplatz stattfinden können.
Feuerwehr, Turnhalle und Bauhof
Auch die bauliche Zukunft des Feuerwehrhauses in Pappenheim wurde angesprochen. Bisher ist noch nicht entschieden, ob das bestehende Feuerwehrhaus in der vormaligen jüdischen Synagoge den Vorschriften entsprechend saniert werden kann oder ob ein Neubau ins Auge gefasst werden muss. Daneben berichtete Gallus über den Sachstand bei der Dachsanierung der Pappenheimer Turnhalle, die nach längerem Stillstand wieder angelaufen war und jetzt wieder stillsteht, weil Planungsunterlagen noch nicht fertiggestellt sind.
Ein weiteres – kommunales – Bauprojekt ist die neue Bauhofhalle, deren Baufortschritt bei der Bürgerversammlung vorgestellt wurde.
Kunst und Naturprojekte
Neben den größeren Bauvorhaben stellte der Bürgermeister auch kleinere Projekte vor. Dazu gehört die Kunstaktion „THE WALL 2.0“ am Dr.-Wilhelm-Kraft-Weg. Der Kunst- und Kulturverein Pappenheim hat die Gestaltung der Stützmauer gemeinsam mit Künstlern aus Pappenheim, Solnhofen und Eichstätt organisiert. (Der Pappenheimer Skribent hat berichtet).
Zu dieser künstlerischen Gestaltung gibt es in Pappenheim ganz kontroverse Meinungen wusste auch der Bürgermeister zu berichten. „Aber das ist halt so bei der Kunst. Die einen finden es schön und die anderen nicht“, sagte Gallus.
Auch die Neuanpflanzungen an der Kneippanlage wurden vorgestellt. Für diese Maßnahme stellte die gemeinnützige Sparkassenstiftung Weißenburg 3.330 Euro zur Verfügung.
Abwasserbeseitigung bleibt eine große Aufgabe
Ein besonders umfangreiches Thema ist die zukünftige Abwasserbeseitigung. In Bieswang steht die Mischwasserbehandlung im Mittelpunkt. Darüber hinaus müssen die Kläranlagen der Stadt langfristig auf die technischen und gesetzlichen Anforderungen ausgerichtet werden.
Der Stadtrat hat deshalb am 24. September 2026 eine Studie zur künftigen Abwasserbehandlung in Auftrag gegeben. Sie kostet rund 39.000 Euro und wird nicht gefördert. Bis Ende 2027 sollen verschiedene Möglichkeiten untersucht und deren Kosten miteinander verglichen werden. Die Ergebnisse sollen als Grundlage für die weitere Entwicklung der Abwasserbeseitigung bis zum Jahr 2035 dienen. (Der Pappenheimer Skribent hat berichtet).

