Vielfalt in Pappenheim

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Seit mehr als drei Jahren steht am Dr.-Wilhelm-Kraft-Weg in Pappenheim eine Stützwand aus großformatigen Betonsteinen, die nach dem Prinzip von Legosteinen aufeinandergesetzt sind. Mit der Zeit hatten Schmutz und Moos deutliche Spuren hinterlassen. Der Kunst- und Kulturverein Pappenheim griff deshalb die Idee auf, die zunehmend unansehnlich gewordene Mauer nicht nur zu reinigen, sondern sie zum Träger eines Kunstwerks zu machen.

Entstanden ist dort jetzt „THE WALL 2.0“ – ein großflächiges Graffiti, dessen zentrale Botschaft schon von weitem ins Auge fällt: „VIELFALT“.

Der stark stilisierte Schriftzug zieht sich in Weiß- und hellen Grautönen über einen großen Teil der Mauer. In der Graffiti-Sprache wird eine solche aufwendige Buchstabengestaltung als „Piece“ bezeichnet. Dunkle Konturen heben die Buchstaben von einem farbintensiven Hintergrund ab, in dem Grün, Gelb, Rot, Pink, Blau und Violett ineinander übergehen. Geschwungene und spiralförmige Elemente ergänzen die Gestaltung.

Im oberen rechten Bereich findet sich in schwarzer Schrift der Projektname „THE WALL 2.0“, am rechten Ende die Jahreszahl 2026. Auch ein kleines Logo des Kunst- und Kulturvereins Pappenheim wurde in die Gestaltung aufgenommen.

An dem Werk beteiligten sich acht Graffiti-Künstler aus Pappenheim, Solnhofen und Eichstätt. Die künstlerische Betreuung des Projekts übernahmen Christoph Ottinger und Patrick Hitschfel aus Solnhfoen . Mit Wladimir Barantschikov wirkte zudem ein in Gunzenhausen lebender Künstler mit, der seine jahrzehntelange Erfahrung als Maler und seine Ausbildung im Bereich der dekorativen Monumentalmalerei einbrachte.

Bevor die Sprühdosen zum Einsatz kommen konnten, war allerdings einige Vorarbeit notwendig. Albrecht Bedal und Helmut Seuberth reinigten die Betonsteinwand in der vergangenen Woche gründlich und versahen sie mit einer Grundierung. Damit schufen sie die Voraussetzung für die anschließende künstlerische Gestaltung.

Initiiert und begleitet wurde die Aktion vom Kunst- und Kulturverein Pappenheim e.V. Der Verein kümmerte sich während der Arbeiten auch um die Verpflegung der beteiligten Künstler mit Brotzeit und Getränken sowie einem gemeinsamen Mittagessen im K14.

Eine bemerkenswerte Begleiterscheinung gab es bereits vor der Genehmigung der Kunstaktion. Dabei musste zunächst geklärt werden, dass der für das Werk vorgesehene Begriff „VIELFALT“ in Pappenheim nicht als politische Botschaft zu verstehen ist. Erst nachdem diese Bedenken ausgeräumt waren, stand der Umsetzung nichts mehr im Wege. An der Mauer ist „VIELFALT“ nun das, was die Künstler daraus gemacht haben. Das zentrale Thema eines gemeinschaftlich geschaffenen Kunstwerks.