Besser hätte der Termin kaum gewählt werden können. Ausgerechnet am Wochenende, an dem das Pappenheimer Volksfest ausgefallen ist, sorgte die Theatergruppe Pappenheim mit zwei Aufführungen in der Remise des K 14 für beste Unterhaltung. Das unter der Regie von Anette Pappler einstudierte Stück schenkte den Besucherinnen und Besuchern einen Abend, der noch lange in Erinnerung bleiben dürfte.
Von Anfang an wurden die Gäste zu Fluggästen einer ganz besonderen Flugreise. Von Nürnberg sollte es mit der französischen Fluglinie „Jet-Baguette“ nach Paris gehen. Doch bereits die ersten Durchsagen machten deutlich, dass dieser Flug alles andere als gewöhnlich verlaufen würde. „Diese Flugzeug ist absolut sischer. Solange es nischt geht in die Luft“, beruhigte die Crew ihr Publikum – und hatte die Lacher von Beginn an auf ihrer Seite.
Die beiden französischen Flugbegleiterinnen Babette (Barbara Mürl), Jeanette (Verena Wenzel) und ihre Flubi-Azubi Colette (Anette Pappler) führten mit viel Charme, Witz und perfektem Timing durch einen Flug, bei dem wirklich alles schiefging, was nur schiefgehen konnte. Der betrunkene Kapitän Jean-Pierre Sarkozy (Holger Wenzel) verlor die Orientierung, das Bordessen wurde knapp, Fallschirme sorgten ebenso für Verwirrung wie ein plötzlich auftauchender Schwangerschaftstest, und auch das marode Flugzeug – eine uralte Tupolew – machte ihrem Ruf alle Ehre.
Mit schlagfertigen Dialogen, feinem schwarzen Humor und einer beeindruckenden Spielfreude meisterten die Darstellerinnen jede noch so absurde Situation. Ein Malheur folgte auf das nächste, doch Babette, Jeanette und Colette hatten für jede Panne eine ebenso originelle wie musikalische Lösung parat. Ihr „Unter’altungsprograaam“ lenkte immer wieder gekonnt von den Turbulenzen ab und sorgte dafür, dass die Zeit tatsächlich wie im Flug verging.
Einen besonderen Reiz erhielt die Inszenierung durch die zahlreichen live gesungenen Musikstücke. Bekannte Titel unter anderem von den Beatles, Reinhard Mey, Gitte Hænning, Daliah Lavi und Tracy Chapman fügten sich harmonisch in die Handlung ein und machten den Theaterabend zu einer unterhaltsamen Mischung aus Schauspiel, Musik und Gesang. Musikalisch begleitet wurde die Aufführung vom Trio unter der Leitung von Annika Eggert von Musikunterricht Eggert, gemeinsam mit Linus Lauterbach und Holger Wenzel.
Immer wieder wechselten sich pointierte Dialoge, überraschende Wendungen und musikalische Einlagen in rasantem Tempo ab. Selbst als Triebwerkausfall, Notwasserung und Absturzgefahr im Raum standen, blieb die Stimmung an Bord bestens. Kurz vor der drohenden Notwasserung sorgte Babette mit der Ankündigung „Ihr Leben wird vergehen wie im Flug“ noch einmal für einen jener Momente, in denen sich schwarzer Humor und Situationskomik auf besondere Weise verbanden. Zwischen all dem Humor fanden am Ende sogar nachdenkliche und lebensbejahende Botschaften ihren Platz – ein gelungener Abschluss eines außergewöhnlichen Theaterstücks.
Das Publikum dankte es den Mitwirkenden mit herzlichem Applaus, begeistertem Mitklatschen bei vielen Liedern und stehenden Ovationen zum Schluss. Wer an Bord dieses ungewöhnlichen Fluges war, dürfte zwar keine Flugangst, dafür aber ordentlich beanspruchte Lachmuskeln mit nach Hause genommen haben.
Zum Abschluss bedankte sich die Vorsitzende der Theatergruppe Pappenheim e. V., Barbara Mürl, herzlich bei allen, die hinter den Kulissen zum Gelingen der Aufführungen beigetragen hatten. Ihr Dank galt Lili Mürl für die Maske, Jörg Gerber für die Beleuchtung, Pia Brunnenmeier als Souffleuse und für die Tontechnik sowie Marianne Pappler als gute Seele im Backstage-Bereich. Ebenso dankte sie Annika Eggert für die musikalische Vorbereitung sowie dem Kunst- und Kulturverein für die Bewirtung und die Bereitstellung der Remise im K 14.
Mit diesen beiden Vorstellungen hat die Theatergruppe Pappenheim erneut eindrucksvoll bewiesen, wie lebendig und vielseitig das kulturelle Leben in der Stadt sein kann. Der geschickt gewählte Termin am Wochenende des ausgefallenen Volksfestes erwies sich dabei als echter Glücksgriff und bot vielen Menschen einen wunderbaren Ersatz. Die Begeisterung im Publikum machte deutlich, dass dieser Theaterabend weit mehr war als eine gelungene Aufführung – er war ein echtes Gemeinschaftserlebnis, das Lust auf die nächste Vorstellung der Theatergruppe im Herbst dieses Jahres macht.

