Pappenheim nimmt Abschied von Pfarrer Robert

image_print

Sechs Jahre lang prägte Pfarrvikar Dr. Robert Rapljenovic das kirchliche Leben in der Pfarreiengemeinschaft Treuchtlingen-Pappenheim. In Pappenheim allerdings war er für die meisten schlicht „Pfarrer Robert“. Nicht zuletzt deshalb, weil sein Nachname für viele eine kleine sprachliche Herausforderung war. Vor allem aber, weil seine herzliche und unkomplizierte Art schnell dafür sorgte, dass aus dem Geistlichen ein vertrauter Ansprechpartner wurde.

Mit einem festlichen Sonntagsgottesdienst verabschiedete die Pfarreiengemeinschaft nun am Sonntag, 19.07.2026  den langjährigen Pfarrvikar und seine Familie. Künftig wird Dr. Robert Rapljenovic als Vizerektor und Leitender Repetitor am ostkirchlichen Priesterseminar Collegium Orientale in Eichstätt tätig sein.

In einem bewegenden Abschiedsgruß blickt Pfarrer Robert dankbar auf seine Zeit in der Region zurück. Vier Jahre lang trug er gemeinsam mit Pfarrer Härteis die besondere Verantwortung für die Pfarrei Pappenheim und die Kuratie Solnhofen. Die Jahre seien reich gewesen an Begegnungen, gemeinsamen Erfahrungen und vielen schönen Momenten des Glaubens.

Besonders am Herzen lagen ihm die Ministrantinnen und Ministranten. Die vielen festlichen Gottesdienste, die sie gemeinsam gefeiert hätten, würden ihm ebenso in Erinnerung bleiben wie deren Einsatzbereitschaft, Verlässlichkeit und Freude am Dienst.

Sein Dank gilt darüber hinaus den vielen Menschen, die ihn auf seinem Weg begleitet haben. Aus einer Gemeinde sei für ihn eine Familie geworden, schreibt er. Er bedankt sich bei seinen Mitbrüdern im pastoralen Dienst, den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den Pfarrgemeinderäten, Kirchenverwaltungen, Lektorinnen und Lektoren, Organistinnen und Organisten sowie den Mesnerinnen und Mesnern. Auch jene, die inzwischen verstorben sind und das Gemeindeleben mitgeprägt haben, schließt er ausdrücklich in seinen Dank ein.

Der Wechsel nach Eichstätt bedeutet für ihn eine neue und verantwortungsvolle Aufgabe, auf die er mit Freude und Neugier zugehe. Gleichzeitig falle der Abschied schwer. Das gelte nicht nur für ihn selbst, sondern ebenso für seine Frau Ivana sowie die beiden Söhne Konstantin und Emilian, die als Mesnerin, Lektorin beziehungsweise Ministranten ebenfalls fest in das Gemeindeleben eingebunden waren. Die Familie habe sich in Pappenheim zuhause gefühlt und viele wertvolle Freundschaften geschlossen.

Zum Abschied erinnert Pfarrer Robert an die Worte des Apostels Paulus: „Ich trage euch in meinem Herzen.“ Diese Verbundenheit bleibe auch über die räumliche Entfernung hinaus bestehen. Zugleich lädt er die Menschen aus der Pfarreiengemeinschaft ein, ihn am Collegium Orientale in Eichstätt zu besuchen. Die Türen stünden jederzeit offen.

Wer Pfarrer Robert erlebt hat, wird ihn nicht nur als engagierten Seelsorger in Erinnerung behalten. Viele verbinden mit ihm seine offene Art, seinen Humor und seine Bereitschaft, jedem Menschen unvoreingenommen zu begegnen. Eigenschaften, die ihn in Pappenheim schnell bekannt und beliebt gemacht haben und die nun vielen fehlen werden. Sein Abschiedsgruß endet schlicht und herzlich mit einem Wort, das gut zu ihm passt: „Ade!“

Wie ich Pfarrer Robert kennenlernte
Manche Begegnungen bleiben im Gedächtnis, obwohl sie ganz unspektakulär beginnen. So war es bei mir mit Pfarrer Robert.
Es war während der Coronazeit. An einem winterlichen Abend befand ich mich auf dem Heimweg. Es war bereits dunkel, doch die Pappenheimer Nichtlichtzeit hatte sich noch nicht über die Stadt gelegt. Schon von Weitem fiel mir in der Bahnhofstraße eine Person auf, die neben einem Fahrrad auf der Fahrbahn lag. Mein erster Gedanke war, möglichst schnell dorthin zu kommen, um zu helfen und den Gestürzten aus dem Gefahrenbereich zu bringen.
In diesem Moment näherte sich von stadtauswärts ein Fahrzeug. Kaum hatte es angehalten, sprang ein wendiger Mann mit großem Bart heraus. Ohne zu zögern kümmerte er sich um den Radfahrer, dem deutlich anzumerken war, dass er dem Alkohol reichlich zugesprochen hatte.
Als der bärtige Helfer den Gestürzten aufrichten wollte, musterte dieser ihn zunächst misstrauisch und fragte im Pappenheimer Dialekt: „Wer bischt na du überhabts?“ Die Antwort kam ruhig und freundlich: „Ich bin der neue katholische Pfarrer Robert.“
„Aha“, erwiderte der Mann und ließ sich aufhelfen. Dann fügte er mit ernster Miene hinzu: „Ich bin aber evangelisch.“
Pfarrer Robert lächelte und antwortete in seiner ihm eigenen herzlichen Art: „Das spielt doch keine Rolle. Wir sind doch alle Brüder, wenn wir anderen helfen können.“

Genau in diesem Augenblick wusste ich, wen ich da gerade kennengelernt hatte. Nicht zuerst den neuen katholischen Pfarrer von Pappenheim, sondern einen Menschen, für den Mitmenschlichkeit wichtiger ist als Konfessionen. Eine kurze Begegnung am Straßenrand, die mir bis heute in Erinnerung geblieben ist.