Zwischen Marschmusik und Henkelmesse beim MRK Pappenheim
Der zweite Festtag des 170-jährigen Jubiläums des Militärvereins und der Reservistenkameradschaft 1856 Pappenheim bot schon am Morgen zahlreiche besondere Eindrücke. Vom feierlichen Marsch durch die Altstadt über musikalischen Dank für Sponsoren bis hin zu einer in der Region wohl einmaligen Henkelmesse wurde Geschichte, Brauchtum und Gemeinschaft auf besondere Weise miteinander verbunden.
Bereits am Vormittag wurde Schirmherr Dr. Albrecht Graf von und zu Egloffstein am Schloss in der Graf-Carl-Straße feierlich abgeholt. Begleitet wurde der Zug vom Marschmusikensemble unter der Leitung von Alfred Maderer, einer Abordnung des MRK 1856 Pappenheim sowie den Offizieren der Militärischen-Ferialverbindung Albertina zu Dresden.
Die Offiziersverbindung war auf Einladung von Graf Egloffstein vom 31. Juli bis 2. August zu ihrer 22. Militärkneipe auf der Burg Pappenheim zu Gast. Die „Militärische-Ferialverbindung Albertina zu Dresden“ wurde 2014 an der Militärakademie Dresden gegründet. Voraussetzung für eine Mitgliedschaft ist der Offiziersrang sowie gleichzeitig die Zugehörigkeit zu einer Studentenverbindung. Die Nationalität spielt dabei keine Rolle. „Wir haben Mitglieder aus Österreich, Frankreich und der Schweiz“, erklärte ein Teilnehmer der Verbindung.
Gemeinsam zog der Festzug vom Schloss durch die Pappenheimer Altstadt. Dabei wurde an drei Stationen Halt gemacht, um sich bei Sponsoren des Jubiläumsfestes auf musikalische Weise zu bedanken. Vor den Geschäften von Tabak und Spirituosen Sippekamp, Päckert’s Trachtenmoden sowie der Firma Metallbau Schindler spielte das Marschmusikensemble jeweils ein Ständchen, das von den Geschäftsinhabern und zahlreichen Zuschauern mit Applaus aufgenommen wurde.
Mit im Festzug befand sich auch Militärpfarrer Gunther Wiendl von der Evangelischen Militärseelsorge am Bundeswehrstandort Neuburg. Gemeinsam mit der Marschformation holte er in der Schützenstraße seinen katholischen Kollegen, Pfarrer Robert Rapljenovic, ab. Von dort aus marschierten beide Geistliche gemeinsam mit den Teilnehmern zum Festzelt.
Dort gab es einen Gottesdienst der besonderen Art. Mit einer in der Region wohl erstmalig gefeierten Henkelmesse beschritten die beiden Pfarrer neue Wege, um Menschen auf ungezwungene Weise für den Glauben zu begeistern. Pfarrer Robert Rapljenovic führte in seinen einleitenden Worten humorvoll an das außergewöhnliche Konzept heran und erntete dafür viel Applaus. Für Heiterkeit sorgte seine augenzwinkernde Bemerkung: „Da kann man sich die Frauen und vielleicht auch die Predigt schön saufen.“
Doch trotz des Ausschanks und der lockeren Atmosphäre blieb der Gottesdienst von Beginn an würdevoll. Andacht, Gebet und geistliche Impulse standen im Mittelpunkt. Viele Besucher zeigten sich im Anschluss angetan von dieser besonderen Form des Gottesdienstes. Neben den „geistigen Getränken“, wie es augenzwinkernd hieß, habe man vor allem geistige Inspiration und Denkanstöße für den Alltag mit nach Hause genommen.
So zeigte auch der zweite Festtag des Jubiläums, wie sich Tradition, Kameradschaft und neue Ideen zu einem stimmungsvollen und zugleich nachdenklichen Festprogramm verbinden lassen.