Wie in Übermatzhofen Tradition lebendig bleibt
Damit die traditionelle Kunst des Küchlebackens nicht verloren geht, hat die Dorfgemeinschaft Übermatzhofen das Projekt „Regionales Backen von fränkischen, ausgezogenen Küchle“ umgesetzt. Ziel ist es, das über Generationen weitergegebene Wissen zu bewahren und für die Zukunft festzuhalten.
Am 12. Juni wurde im alten Schulhaus erstmals das dazu entstandene Rezeptheft vorgestellt.
In seinem Grußwort würdigte Bürgermeister Florian Gallus die Bedeutung des Projekts für das Miteinander im Ort. „Dieses Projekt bringt Alt und Jung zusammen. Es zeigt, wie wertvoll unsere Dorfgemeinschaft ist“, betonte er.
Das Handbuch dokumentiert die wichtigsten Schritte des traditionellen Küchlebackens und wurde mit 2.500 Euro aus dem LEADER Kleinprojektefonds „Unterstützung Bürgerengagement“ der Lokalen Aktionsgruppe Monheimer Alb AltmühlJura gefördert. Durch diese Unterstützung konnte das Wissen erfahrener Bäckerinnen gesammelt, aufbereitet und dauerhaft festgehalten werden.
LEADER Koordinator Erich Herreiner vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Nördlingen Wertingen hob die Bedeutung solcher Projekte hervor. „Mit Mitteln des Freistaates Bayern können wir bürgerschaftliches Engagement unterstützen und Traditionen lebendig halten“, sagte er.
Bereits die Vorbereitungen zeigten, wie viel Engagement hinter der Idee steckt. Für das alte Schulhaus wurden geeignete Geräte angeschafft, damit dort künftig gemeinsam Küchle gebacken werden können. In einem Workshop gaben erfahrene Dorfbewohnerinnen ihr Wissen an jüngere Teilnehmerinnen und Teilnehmer weiter. Dabei ging es um die richtige Teigzubereitung, das charakteristische Ausziehen der Küchle und die Feinheiten beim Ausbacken.
Für Melanie Pruis Obel, Geschäftsführerin der LAG Monheimer Alb AltmühlJura, steht dabei auch die regionale Identität im Mittelpunkt. „Fränkische Küchle sind ein Stück regionaler Identität. Das kann nicht jeder und genau deshalb ist man stolz darauf“, erklärte sie.
Festgehalten wurde das Wissen im neuen Rezeptheft, das von Susanne Weizinger und Miriam Fister erstellt wurde. Ergänzt wird es durch Videoanleitungen, die über QR Codes abgerufen werden können. Initiator und Ortssprecher Jürgen Weizinger zeigte sich erfreut über die Resonanz. „Das hätte ich nie gedacht, dass daran so viel Interesse besteht“, sagte er.
Das Rezeptheft ist in der Tourist Information erhältlich, an der Tankstelle Linner in Langenaltheim sowie digital über die Internetseite der LAG Monheimer Alb AltmühlJura unter www.wirgestaltenheimat.de.
Mit dem Projekt ist in Übermatzhofen ein gelungenes Beispiel entstanden, wie traditionelles Wissen bewahrt und gleichzeitig an die nächste Generation weitergegeben werden kann. Die fränkischen Küchle bleiben damit nicht nur ein besonderes Gebäck, sondern auch ein lebendiger Teil regionaler Kultur.
Titelfoto: Dorfgemeinschaft Übermatzhofen