Stadt Pappenheim fordert weitere Verkleinerung des Windkraftgebiets bei Bieswang
Das geplante Windkraftgebiet östlich von Bieswang ist bereits deutlich kleiner geworden. Der Stadt Pappenheim reicht das nicht. Sie sieht weiterhin Konflikte mit Wald- und Landschaftsschutz, einer Tiefflugzone und der möglichen Umzingelung Bieswangs.
Der Stadtrat hat sich am 24. September erneut mit der Windkraftplanung östlich von Bieswang beschäftigt. Hintergrund ist die Änderung des Regionalplans der Region Ingolstadt. Darin wird festgelegt, welche Flächen künftig vorrangig für Windenergie vorgesehen werden sollen.
Der Regionale Planungsverband Ingolstadt hat seine Windkraftplanung überarbeitet. Davon betroffen ist auch das Gebiet östlich von Bieswang auf Schernfelder Gemeindegebiet. Die ursprünglich vorgesehenen 1.114 Hektar wurden auf 386 Hektar reduziert.
Pappenheim hält die verbliebene Fläche dennoch für zu groß. Ein Grund ist der Wald: 99,6 Prozent des Gebietes sind bewaldet, die gesamte Fläche liegt im Landschaftsschutzgebiet. Zudem wird dem Wald eine hohe Bedeutung für die Erholung zugeschrieben. Für die Stadt passt das nicht zu dem Ziel der Regionalplanung, Rodungen für Windkraftanlagen möglichst gering zu halten.
Hinzu kommt eine militärische Tiefflugzone, in der das geplante Windkraftgebiet vollständig liegt. Dort können strahlgetriebene Kampfflugzeuge bis auf 76,2 Meter heruntergehen. Moderne Windräder erreichen dagegen Gesamthöhen von etwa 200 bis 300 Metern. Die Stadt sieht darin einen möglichen Konflikt, der in der Regionalplanung bislang nicht berücksichtigt worden sei.
Ein weiterer Einwand betrifft Bieswang selbst. Neben dem geplanten Windkraftgebiet im Osten gibt es bereits ausgewiesene Windkraftflächen westlich und nördlich des Ortes. Werden alle Flächen gemeinsam betrachtet, sieht die Stadt die Vorgaben gegen eine zu starke Umzingelung eines Ortes durch Windkraftgebiete überschritten. Nach ihren Berechnungen werden die vorgesehenen freien Bereiche zwischen den Windkraftflächen nicht überall eingehalten. Von zwei untersuchten Punkten am Ortsrand ergibt sich sogar eine Umfassung von mehr als 180 Grad.
Ganz verhindern lässt sich die Windkraftplanung östlich von Bieswang allerdings nicht mehr. Im südlichen Teil hat die Gemeinde Schernfeld bereits rechtskräftig ein Sondergebiet für Windenergie ausgewiesen. Eine Verkleinerung der Regionalplanfläche würde dort deshalb an der bestehenden Planung nichts ändern.
Pappenheim fordert daher, nur diese bereits von Schernfeld ausgewiesene Fläche in den Regionalplan zu übernehmen. Der übrige Teil des geplanten Windkraftgebietes soll entfallen. Damit sollen insbesondere zusätzliche Waldflächen und das Landschaftsschutzgebiet geschont und die mögliche Umzingelungswirkung für Bieswang verringert werden.
Der Stadtrat beschloss die entsprechende Stellungnahme einstimmig. Darin fordert die Stadt, das Windkraftgebiet östlich von Bieswang auf das bereits rechtskräftige Sondergebiet der Gemeinde Schernfeld zu beschränken. Als Gründe nennt sie insbesondere den Wald- und Landschaftsschutz, die Umzingelungswirkung für Bieswang und die bislang nicht berücksichtigte Tiefflugzone.