Übermatzhofen feiert seine Feuerwehr
Die Freiwillige Feuerwehr Übermatzhofen hat am Samstagabend ihr 125-jähriges Bestehen mit einem würdigen Festabend gefeiert. Auf dem Dorfplatz vor der Kirche hatte die Jubelwehr ein Festzelt aufgebaut und die Feuerwehren des Brandkreises 8 eingeladen. Eingeladen waren die neun Feuerwehren der Stadt Pappenheim sowie drei Wehren aus dem Gemeindebereich Langenaltheim und zwei aus dem Gemeindebereich Solnhofen.
Zu Beginn des Festabends begrüßte der Erste Vorsitzende der Freiwilligen Feuerwehr Übermatzhofen, Werner Schramm, die Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden aus dem Brandkreis und dankte ihnen im Namen der Jubelwehr für ihr Kommen. Sein besonderer Gruß galt den Ehrengästen, darunter Landratsstellvertreter Hubert Stanka sowie Pappenheims Erster Bürgermeister Florian Gallus und Zweiter Bürgermeister Walter Otters, die gemeinsam mit mehreren Stadträtinnen und Stadträten nach Übermatzhofen gekommen waren. Ebenso begrüßte Schramm Kreisbrandrat Volker Satzinger und Kreisbrandmeister Matthias Geck und Gerhard Fister den Ehrenkommandant der Übermatzhofener Feuerwehr. Ein herzlicher Gruß galt auch den beiden Vereinsvorsitzenden Peter Straßner vom Sportverein Übermatzhofen und Dieter König vom Liederkranz Übermatzhofen.
Anschließend ließ Erster Kommandant Thomas Stiegler einige markante Meilensteine der vergangenen 25 Jahre Revue passieren. Dabei hob er insbesondere die Sanierung des Feuerwehrhauses und die Anschaffung eines Feuerwehrfahrzeugs LF 8 hervor. Sein Dank galt allen, die dazu beigetragen haben, diese beiden wichtigen Vorhaben für die Übermatzhofener Wehr zu verwirklichen.
Bürgermeister Florian Gallus stellte in seinem Grußwort vor allem die Menschen in den Mittelpunkt, die seit nunmehr 125 Jahren bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und anderen zu helfen. Eine Feuerwehr lebe nicht allein von Fahrzeugen, Geräten und Ausbildung, sondern von Kameradschaft, gegenseitigem Vertrauen und der Gewissheit, sich im entscheidenden Augenblick aufeinander verlassen zu können. Gallus würdigte dabei besonders das Engagement von Kommandant Thomas Stiegler und dessen Stellvertreter Michael Schramm, die 2022 Verantwortung für die Wehr übernommen hatten. Auch Ehrenkommandant Gerhard Fister bezog er ausdrücklich in seinen Dank ein und erinnerte an dessen langjährige Arbeit für Feuerwehr und Kameradschaft.
Anerkennung sprach der Bürgermeister ebenso allen aktiven Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmännern aus, die Freizeit für Übungen und Lehrgänge aufbringen und im Einsatz vieles stehen und liegen lassen, um anderen zu helfen. Dabei dürften, so Gallus, auch die Familien nicht vergessen werden. Sie seien es, die mittragen, wenn ein gemeinsames Essen durch einen Alarm unterbrochen werde, ein Wochenende anders verlaufe als geplant oder nachts der Einsatzruf komme. Ohne diesen Rückhalt sei ein solches Ehrenamt kaum möglich.
Als ausgesprochen unkompliziert und konstruktiv bezeichnete Gallus das Verhältnis zwischen der Feuerwehr Übermatzhofen, dem Feuerwehrverein und der Stadt Pappenheim. Auch bei unterschiedlichen Meinungen könne miteinander gesprochen werden, wobei am Ende das gemeinsame Ziel einer starken Feuerwehr im Vordergrund stehe. Die Stadt Pappenheim wisse sehr genau, was sie an ihren Feuerwehren habe. Für die Zukunft wünschte Gallus der Übermatzhofener Wehr eine starke Kameradschaft und vor allem, dass alle Einsatzkräfte stets gesund von ihren Einsätzen zurückkehren.
Landratsstellvertreter Hubert Stanka rückte in seinem Grußwort neben dem ehrenamtlichen Einsatz besonders die Bedeutung der Feuerwehr für das dörfliche Leben in den Blick. „Ihr bringt Leben ins Dorf, ihr seid Teil des Dorflebens. Super, was ihr alles macht“, brachte Stanka seine Anerkennung zum Ausdruck. Dabei streifte er auch die Entwicklung des Feuerwehrwesens und verwies darauf, wie sehr sich etwa die Kommunikation vom Signalhorn früherer Zeiten bis hin zur heutigen WhatsApp-Gruppe verändert habe. Erfahrungen und Entwicklungen seien über Generationen weitergegeben worden. Unverändert geblieben sei dabei die eigentliche Zielrichtung, nämlich die ehrenamtliche Bereitschaft, Menschen in Not zu helfen.
Diesen Gedanken griff auch Kreisbrandrat Volker Satzinger auf. Er erinnerte daran, dass sich in Übermatzhofen bereits vor 125 Jahren Freiwillige dazu bereit erklärt hatten, in den Dienst am Nächsten zu treten. Der traditionelle Feuerwehrleitspruch „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ habe deshalb auch in der Gegenwart nichts von seiner Bedeutung verloren. Gerade die Bereitschaft, einem anderen Menschen in einer Notlage zu helfen, müsse weiterhin einen festen Platz in der Gesellschaft haben.
Dabei machte Satzinger auch deutlich, wie sehr sich die Aufgaben der Feuerwehren in diesen 125 Jahren verändert haben. Längst gehe es nicht mehr allein um die Brandbekämpfung. Verkehrsunfälle, vollgelaufene Keller oder umgestürzte Bäume gehörten ebenso zum Einsatzspektrum. Im Landkreis seien rund 5.600 Bürgerinnen und Bürger Mitglied einer Feuerwehr und leisteten damit ihren Beitrag zu Brandschutz und technischer Hilfeleistung. Trotz aller Veränderungen sei der Grundsatz über die Jahrzehnte derselbe geblieben, nämlich einem Menschen zu helfen, der in Not geraten ist.
Für dieses Engagement dankte der Kreisbrandrat der Feuerwehr Übermatzhofen und verband damit seine Glückwünsche zum 125-jährigen Bestehen. Die Bereitschaft, sich ehrenamtlich einzubringen, bezeichnete Satzinger als einen Eckpfeiler des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Den Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden wünschte er weiterhin Kraft, Mut und Zuversicht für ihre Aufgaben.
Mit den Grußworten war zugleich der Rahmen für einen Jubiläumsabend gesetzt, bei dem die Feuerwehr Übermatzhofen und ihr ehrenamtlicher Dienst für die Allgemeinheit im Mittelpunkt standen. Über die Aufbereitung der 125-jährige Geschichte der Wehr sowie die im Verlauf des Festabends vorgenommenen Ehrungen wird in einem gesonderten Beitrag berichtet.
