SRK Bieswang feierte 125-jähriges Jubiläum mit Fahnenweihe
Mit einem zweitägigen Fest feierte die Soldaten- und Reservistenkameradschaft 1899 Bieswang e.V. (SRK) ihr 125-jähriges Bestehen, verbunden mit der Weihe einer neuen Fahne. In einer feierlichen Zeremonie am Ehrenmal und im Festzelt neben dem SRK-Heim beging der Verein das Jubiläum zusammen mit Vertretern örtlicher Vereine und befreundeter Reservistenkameradschaften. Auch Ehrengäste aus Politik und Militär nahmen an den Feierlichkeiten teil und unterstrichen so die Bedeutung des Vereins für die Region. Verdiente Mitglieder wurden geehrt und ausgezeichnet.
Angeführt von der Feuerwehrkapelle Langenaltheim setzte sich der festliche Zug der Fahnenabordnungen in Bewegung. Die „alte“ Fahne der SRK Bieswang, gemeinsam mit jenen der Reservistenkameradschaften aus Wettstetten, Schönfeld, Dollnstein, Ettenstatt-Kaltenbuch, Nennslingen und Osterdorf, sowie die Fahnen des Vereins Frohsinn und der Freiwilligen Feuerwehr Bieswang-Ochsenhart, zogen vom Dorfplatz zum Ehrenmal an der Martinskirche. Hinter ihnen reihten sich die Ehrengäste und die Abordnungen Vereine ein, um gemeinsam diesen feierlichen Festauftakt zu begehen.
Andacht am Ehrenmal
Die Feierlichkeiten zum 125-jährigen Jubiläum der SRK Bieswang wurden mit einer feierlichen Andacht am Ehrenmal für gefallene Soldaten eröffnet. Pfarrer Günter Gastner erinnerte eindrucksvoll an das Leid, das mit dem Ehrenmal verbunden ist, und betonte die Wichtigkeit, das Andenken an die gefallenen Soldaten auch in der heutigen Zeit wachzuhalten. Besonders hob er hervor, dass seit der Gründung der Bundeswehr im Jahr 1955 über 3.300 Bundeswehrangehörige im Dienst ums Leben gekommen sind. Davon ereigneten sich 119 Todesfälle bei Auslandseinsätzen oder in anerkannten Missionen, was die Gefahren und Opferbereitschaft der Soldaten bis in die Gegenwart verdeutlicht.
In seiner bewegenden Ansprache am Ehrenmal erinnerte Reinhard Schwenk, der Vorsitzende der SRK Bieswang, an die gefallenen, vermissten und in Gefangenschaft verstorbenen Kameraden sowie an all jene, die in der langen Vereinsgeschichte verstorben sind. Er betonte, dass die Erinnerung an die Schrecken der Kriege mit der Zeit verblasst, doch die Anerkennung der Opfer, die um ihre Jugend gebracht wurden, bestehen bleibt. Besonders hob er hervor, dass die wahren Verlierer von Kriegen die Zivilbevölkerung und die Soldaten seien. Frieden sei ein schwer erreichbares, aber wichtiges Ziel, das weiterverfolgt werden müsse.
Schwenk dankte den Soldaten und Reservisten für ihren Beitrag zur inneren und äußeren Sicherheit, sowohl in der Vergangenheit als auch heute, und rief dazu auf, die Verbindung zwischen Bevölkerung und Soldaten aufrechtzuerhalten. Abschließend legte er einen Kranz am Ehrenmal nieder, mit den Worten: „Nur wer vergessen ist, ist tot. Ohne Erinnerung keine Zukunft.“
Der Chor des Vereins Frohsinn und die Feuerwehrkapelle Langenaltheim gaben der Gedenkfeier einen besonders würdigen und festlichen Rahmen
Begrüßung im Festzelt
In seiner Begrüßungsansprache im Festzelt dankte Reinhard Schwenk zunächst allen Gästen und Mitwirkenden für ihr Kommen, um das 125-jährige Jubiläum des Vereins und die Weihe der neuen Fahne gemeinsam zu feiern. Besonders begrüßte er Landrat Manuel Westphal, Pappenheims stellvertretenden Bürgermeister Walter Otters sowie die Stadträte Friedrich Hönig und Roland Kiermeyer.
Ebenfalls begrüßte er die Vertreter der Reservisten, darunter Major d. R. Rainer Breit, dem Vorsitzenden der Kreisgruppe Mittelfranken-Süd, Christian Schöppl, Kreisvorsitzender des BSB-Kreisverbandes Weißenburg und Ralf Olmesdahl, den stellvertretenden Präsidenten des Bayerischen Soldatenverbunds.
Sein besonderer Gruß galt der Fahnenmutter Claudia Schmidtner mit den Fahnenbegleiterinnen Dana Schwenk und Maja Krause. Der Verein Frohsinn 1904 Bieswang wurde für die musikalische Umrahmung der Feierlichkeiten gewürdigt, und Pfarrer Günter Gastner Dankte Schwenk für die Übernahme der Fahnenweihe, in Vertretung von Pfarrer Gerd Schamberger.
Gottesdienst und Fahnenweihe
Fortgesetzt wurden die Feierlichkeiten mit einem Gottesdienst im Festzelt mit Pfarrer Günter Gastner. Die musikalische Gestaltung übernahm Organistin Heike Mühling.
In seiner Predigt thematisierte Gastner die Wunden, die durch die Zerstörung von Lebensgrundlagen entstehen, und rief dazu auf, die Hoffnung auf Frieden in einer Welt wachzuhalten, die weit vom wahren Frieden entfernt sei. Frieden, so betonte er, sei ein Zeichen der Stärke. Jeder Einzelne könne durch Friedensstiftung und Hilfe im Alltag dazu beitragen, diesen Gedanken in die Tat umzusetzen.
Die Fahnenweihe war ein besonders emotionaler Moment der Jubiläumsfeierlichkeiten. Mit den Worten „Ich übergebe die Fahne – haltet sie hoch, haltet sie fest, dass keiner sich findet, der die Fahne verlässt“, übergab die Fahnenmutter Claudia Schmidtner die geweihte Fahne an den Fahnenträger Rene Purwin. Die Fahnenmutter brachte auch das erste Fahnenband an und richtete in einem feierlichen Spruch ihre Worte an die neue Fahne. Sie sprach davon, dass die Fahne ein festes Symbol und Halt für die Gemeinschaft sein solle. Der Vorstand fügte hinzu, dass die Fahne mehr sei als nur ein Tuch – sie stehe als Banner, das durch Glück und Unglück vorausweht und den Verein zusammenhält.
„Den Toten zu Ehren, den Lebenden zur Mahnung“, soll das zweite Fahnenband dienen, das der Vorstand Reinhrd Schwenk anbrachte. Ein weiteres Fahnenband hatte Ralf Olmesdahl im Auftrag des BSB mitgebracht, das nun die neue Fahne der SRK Bieswang ziert.
Grußworte
In seinem Grußwort übermittelte Pappenheims zweiter Bürgermeister Walter Otters die Glückwünsche der Stadt Pappenheim. In seiner Ansprache würdigte er nicht nur die traditionsreiche Geschichte der SRK, sondern hob auch die Bedeutung von Ehrenamt und Zusammenhalt hervor. Die Fahnenweihe, so Otters, sei ein Symbol für die gemeinsamen Werte und die Stärke der Gemeinschaft – besonders in herausfordernden Zeiten.
Otters betonte zudem, dass das Gemeinwohl nicht wie ein Online-Kaufhaus funktionieren dürfe, in dem man nur bestellt oder reklamiert. Vielmehr sei es eine Tauschbörse, bei der alle einen Beitrag leisten müssen, um gemeinsam davon zu profitieren. Abschließend überreichte er im Namen der Sparkasse Mittelfranken-Süd einen Scheck über 500 Euro als Unterstützung für den Verein.
Landrat Manuel Westphal betonte seine persönliche Bindung zu den Reservistenkameradschaften. Deren Ursprung liege in den Schrecken der Kriege, um die Gedanken an die Gefallenen am Leben zu erhalten. Die Erinnerung an gefallene Kameraden sei damals wie heute gleichermaßen wichtig. „Man muss sich auch wehren können“, meinte der Landrat zur aktuellen Kriegslage in Europa. Die Landesverteidigung habe wieder eine besondere Bedeutung erlangt, weshalb es wichtig sei, die Bundeswehr angemessen auszurüsten. Auch er hatte für den Jubelverein eine Geldspende mitgebracht.
Gruß- und Dankesworte kamen auch von Major der Reserve Rainer Breit, dem Kreisvorsitzenden der Kreisgruppe Mittelfranken-Süd im Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr, und Oberleutnant der Reserve Ralf Olmesdahl, dem stellvertretenden Präsidenten des Bayerischen Soldatenbundes (BSB) und Bezirksvorsitzenden für Mittelfranken.
Ehrungen und Auszeichnungen
In diesem festlichen Rahmen ehrte die SRK 1899 Bieswang mehrere verdiente Mitglieder für ihre langjährigen Verdienste. Zusammen mit Oberstleutnant der Reserve Martin Hajek überreichten der Vorsitzende Reinhard Schwenk und Ralf Olmesdahl Urkunden und Ehrenzeichen.
Mit dem Verdienstkreuz II. Klasse ausgezeichnet wurden Reinhard Durst, Erich Satzinger und Anton Strunz.
Das Verdienstkreuz I. Klasse erhielten Friedrich Luff und Karl Schwegler. Diese Kameraden haben sich über Jahrzehnte hinweg für die Belange des Vereins eingesetzt.
Das Fahnenträgerabzeichen in Bronze ging an Rene Purwin. Besonders hervorgehoben wurde Walter Loy, der seit 1991 die vereinseigene Kanone bedient und dafür das Böllerabzeichen in Gold erhielt. Wie Martin Hajek bekannt gab, erhielt Loy das bayernweit 108. Böllerabzeichen des BSB.
Oberstleutnant der Reserve Martin Hajek erhielt als besondere Auszeichnung das Reservistenverdienstkreuz in Bronze.
Als besonderen Ehrenbeweis erhielt der 1. Vorsitzende der SRK Bieswang, Reinhard Schwenk, das Große Verdienstkreuz am Bande des BSB verliehen. Verlesen und überreicht hat die Urkunde Martin Hajek, der die besonderen Verdienste Reinhard Schwenks zu würdigen wusste. 30 Jahre lang führt Reinhard Schwenk die SRK Bieswang und habe diese auch in schweren Zeiten zusammengehalten, als es im Verein Leute gab, „die die Fahne des Vereins verlassen haben“.
Bevor es zum gemütlichen Teil mit der Feuerwehrkapelle Langenaltheim überging, überreichte Reinhard Schwenk noch ein Präsent in Form eines wunderschönen Blumenstraußes an Luise Schwegler, die sich als Reinigungskraft bei der SRK Bieswang verdient gemacht hat.
Die „Heimatministerin“ von Antenne Bayern, Marion Schieder, alias die „Schiederin“, war live vor Ort, um von diesem besonderen Ereignis zu berichten. Zunächst sammelte sie Eindrücke und Stimmen auf dem Festplatz, bevor sie von Bürgermeister Florian Gallus ein Lebkuchenherz überreicht bekam. Dieses Herz, kunstvoll in der Genusswerkstatt von Dimitra Demir hergestellt, soll die herzliche Atmosphäre des Pappenheimer Volksfestes symbolisieren.
In diesem Jahr wurde die entscheidende Fahne zur Ermittlung der Geinnerin oder des Gewinners von Bürgermeister Gallus persönlich geschwenkt. Rund 100 Teilnehmer begaben sich, begleitet von den Akkordeonklängen von Adamina Mulder, auf den Rundkurs über den Festplatz. Als hinter dem Bierzelt der Böllerschuss fiel, war es Walter Kattinger, vor dem Bürgermeister Gallus die Fahne senkte.
Während bei den Herren spannende Duelle stattfanden, war die Entscheidung bei den Damen schnell klar: Die Mannschaft der Freiwilligen Feuerwehr Zimmern setzte sich in zwei Wettkampfzügen souverän gegen die Damen des Pappenheimer Maibaum e.V. durch. Mit diesem Sieg gelang es den Zimmerner Damen, den Pokal zum dritten Mal zu gewinnen und ihn somit dauerhaft in ihren Besitz zu nehmen. Zusätzlich durften sie sich über 50 Liter Bier freuen, die wie gewohnt bei einem besonderen Fest bestimmungsgemäß verwertet werden.
Platzkonzert auf dem Marktplatz vor dem Umzug nicht statt. Direkt nach dem Festzug wurde die Freiwillige Feuerwehr Pappenheim durch eine Sirene zu einem Einsatz gerufen.
Im weiteren Verlauf zogen zahlreiche Vereine aus Pappenheim und den Ortsteilen durch die Stadt, die mit ihren bunten Fahrzeugen, Formationen und teils sehr innovativen Auftritten die fröhliche Stimmung in Richtung Festzelt trugen.
Insgesamt hatte der Festzug mehr als 500 Teilnehmer, wobei die Feuerwehrkapelle Langenaltheim in bewährter Weise mit Marschmusik für den richtigen Tritt sorgte. Für die Sicherheit des Festzuges waren die Kräfte der BRK-Bereitschaft vor Ort, und die Freiwillige Feuerwehr Neudorf leistete Nachbarschaftshilfe, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.
– Sportverein Osterdorf
– Kunst- und Kulturverein