Beschwingter Sommerabend in Pappenheim

Einen ebenso beschwingten wie abwechslungsreichen Konzertabend kündigt der Kunst- und Kulturverein Pappenheim für Samstag, 15. August 2026, an. Ab 19 Uhr ist das Trio Divertido im Haus der Bürger K14 zu Gast und möchte mit seinem vielseitigen musikalischen Repertoire für sommerliche Stimmung an der Altmühl sorgen.

Der passende Rahmen dafür ist die offene Remise des Hauses der Bürger in der Klosterstraße 14. Sie liegt direkt an der Altmühl und bietet für einen Sommerabend durchaus reizvolle Voraussetzungen. Sollte das Wetter nicht ganz nach Wunsch mitspielen, ist ebenfalls vorgesorgt, denn die Remise ist überdacht und damit regensicher. Und bei sommerlicher Abendwärme sorgt die Lage am Fluss erfahrungsgemäß für ein angenehmes Lüftchen.

Für die musikalische Unterhaltung sorgen Peter Gschwandtner, Trixi Weiss und Peter Satzger. Die drei Musiker haben sich mit ihrer selbst arrangierten Salonmusik einer bemerkenswert großen musikalischen Bandbreite verschrieben. Ihr Programm reicht von Klassik bis Jazz, vom Sommerschlager bis zum Oldie sowie vom Tango bis zur Folklore.

Dabei soll es keineswegs bei einem Konzert zum stillen Zuhören bleiben. Das Trio Divertido versteht sein Programm unterhaltsam und stimmungsvoll und durchaus auch als Einladung zum Mitsingen und Mitschwingen. So dürfte sich die offene Remise für einige Stunden in einen kleinen sommerlichen Musiksalon verwandeln.

Für kühle Getränke und kleine Snacks gegen den Hunger ist ebenfalls gesorgt.

Der Konzertabend mit dem Trio Divertido beginnt am Samstag, 15. August 2026, um 19 Uhr im Haus der Bürger K14, Klosterstraße 14 in Pappenheim. Der Eintritt ist frei. Der Kunst- und Kulturverein freut sich über Spenden zur Unterstützung seiner Kulturarbeit.

 




Militärgeschichte paddelt in Pappenheim bis heute mit

Das Pappenheimer Backtrogrennen gehört längst zu den Veranstaltungen, auf die sich die Pappenheimer Jahr für Jahr freuen. Zur Abrundung des Festnachmittag zum 170-jährigen Gründungsfestes des Militärvereins und Reservistenkameradschaft 1856 Pappenheim (MRK) spannte die beliebte Veranstaltung diesmal einen unterhaltsamen Bogen von der bedingungslosen militärischen Stadtverteidigung aus dem Jahre 1633 in die heutige Zeit. Freiwilligen Feuerwehr, Maibaumverein und Theatergruppe Pappenheim huldigten mit der fast zweistündigen Veranstaltung auf der Altmühl der lange Militärgeschichte der Stadt die so alt ist wie die Stadt selbst.

Die Wurzeln des Backtrogrennens reichen zurück in das Jubiläumsjahr 2002. Damals feierte Pappenheim die erste urkundliche Erwähnung der Stadt aus dem Jahr 802 mit einem großen Festjahr. Im Rahmen des Volksfestes organisierte die damalige Werbegemeinschaft erstmals ein historisch angelehntes Backtrogrennen auf der Altmühl zwischen dem Evangelischen Bildungszentrum und der Stadtparkbrücke.

Dabei griff man eine Begebenheit der Pappenheimer Stadtgeschichte auf. Im Jahr 1633, ein Jahr nach dem Überfall der Schweden auf Stadt und Burg Pappenheim, war das Bürgermilitär besonders wachsam. Jederzeit musste mit einem weiteren Angriff gerechnet werden. Als sich eines Nachts auf der Altmühl ein dunkles Wasserfahrzeug der Stadt näherte, wurde Alarm geschlagen. Die Bürger griffen entschlossen zu den Waffen und versenkten das vermeintliche Feindesboot mit einer Vielzahl von Schüssen noch bevor es Pappenheim erreichen konnte.

Am nächsten Morgen stellte sich jedoch heraus, dass der vermeintliche Feind lediglich ein leerer Backtrog gewesen war. Die Kinder des Grafenmüllers hatten damit zuvor auf der Altmühl das Kahnfahren geübt und das Gefährt anschließend nicht ausreichend am Ufer befestigt. So machte sich der Backtrog selbstständig und trieb flussabwärts Richtung Pappenheim.
Die mutigen Verteidiger hatten also nicht den Feind, sondern einen herrenlosen Backtrog besiegt.

Diese humorvolle Geschichte griff der Lehrer und spätere Rektor der Volksschule Pappenheim, August Bergauer, in einem Theaterstück auf, das bei so manchen Schulschlussfeiern aufgeführt wurde. Seine bislang letzte Aufführung erlebte das Stück während der 1200-Jahr-Feier im Jahr 2002 an der Stadtmauer im Feuerwehrhof.

An diese Geschichte knüpften die Freiwillige Feuerwehr, der Maibaumverein und die Theatergruppe Pappenheim nun erneut an. Im Rahmen des Jubiläums des MRK wurde das Backtrogrennen zum 25. Mal veranstaltet. Da die Veranstaltung während der Corona-Jahre von 2020 bis 2022 pausieren musste, handelte es sich tatsächlich um die 22. Austragung.

Zwölf Mannschaften wagten sich auf die rund 200 Meter lange Strecke von der Altmühlbrücke, in Pappenheim auch als auch „Golden Gate“ bekannt, flussabwärts. Dabei ging es keineswegs nur um Schnelligkeit. Mindestens ebenso wichtig waren Teamgeist, Gleichgewicht und eine Portion Humor. Denn nicht jeder Backtrog blieb auf Kurs. Mehrfach landeten Besatzungen unfreiwillig im Wasser und mussten die letzten Meter zu Fuß durchs kühle Nass zurücklegen. Das Publikum am Ufer hatte dabei sichtlich seinen Spaß.

Für die passende Stimmung sorgte Anette Pappler, die das Geschehen mit viel Charme, Witz und zahlreichen spontanen Kommentaren begleitete. So wurde jede Kenterung ebenso gefeiert wie jede gelungene Fahrt ins Ziel.

Am Ende durfte sich die TSG Pappenheim mit dem Boot „High Voltage“ über den Sieg freuen. Tim Meister und Edin Cemal paddelten in der Rekordzeit von 1:50 Minuten ins Ziel.

Die Backtröge und Platzierungen

Platz 1
TSG Pappenheim
Startname „High Voltage“
Tim Meister und Edin Cemal
Rekordzeit 1:50 Minuten

Platz 2
Startname „Dichter & Denker“
Darian Leykamm und Paul Lange

Platz 3
Startname „Backtrogschützen“, Anida Chemal und Barbara Mürl

Weitere Platzierungen

Pappenheimer Maibaum e.V.
Simon Schleußinger und Martin Pokorny

Feuerwehrverein
Startname „Feierwehr“
Florian Zanetti und Leon Herzner

Clubritter
Chris Träger und Sebastian Städler

Rockfasching
Dominik Wurm und Marcus Wurm

TSG Pappenheim Abteilung Kinder
Startname „Baywatch“
Leeven van der Gang und Leo Huber

Startname „Goasn Gang“
Felix Herzner und Janis Bittl

Turnverein Pappenheim Dart-Abteilung
Startname „B 17“
Luca Mürl und Fabian Zanetti

Theatergruppe Abteilung Kinder
Startname „Altmühlrocker“
Mira Hassan und Jonas Dieing

PSG 1494 Pappenheim
Startname „Royal Unicorn“
Sandra Schütz und David Schütz

Bei der Siegerehrung freuten sich alle Teilnehmer über attraktive Preise, die von zahlreichen Pappenheimer Geschäften gespendet worden waren. Dafür bedankten sich die Veranstalter ebenso herzlich wie die glücklichen Gewinner.

Ein herzliches Dankeschön gilt

Schloß Apotheke, Schreibwaren Windisch, Päckert’s Trachten und Landhausmoden, Gasthaus „Zum Lindenwirt“, Zweirad Schleußinger, Bräustüberl-Pizzaschmide, Stephan Lauterbach, EDEK-Pfaller, Hecht Bräu, Lehner Bäck




Pappenheim erlebt Hubert Aiwanger mit Botschaften die ankommen

Ohne Manuskript, frei von der Leber weg und mit der ihm eigenen Mischung aus Zuspitzung, Humor und klaren Botschaften hatte Bayerns Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident Hubert Aiwanger bei seiner Festrede zum 170jährigen Jubiläum des Militär- und Reservistenkameradschaftsvereins 1856 Pappenheim (MRK) genau jene Themen aufgegriffen, die viele Menschen derzeit bewegen. Immer wieder quittierten die Zuhörer seine Ausführungen mit lang anhaltendem Applaus und zustimmenden Rufen.

Den roten Faden seiner Rede bildete die Frage, was in einer zunehmend unsicheren Welt auf Deutschland zukomme. Aiwanger spannte dabei den Bogen von der Gründungszeit der Militär- und Reservistenkameradschaft im Jahr 1856 bis in die Gegenwart. Damals wie heute lebten die Menschen in einer Zeit, in der niemand mit Gewissheit sagen könne, was die Zukunft bringe.

Vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine habe Verteidigung eine völlig neue Bedeutung erhalten. Der „schöne Traum vom Frieden“ sei ausgeträumt, sagte Aiwanger. Täglich gebe es Tote und Verletzte. Gleichzeitig stellte er die Frage, ob sich diese Entwicklung nicht hätte verhindern lassen. Nach seiner Auffassung sei dies auch das Ergebnis einer über Jahre verfehlten Verteidigungspolitik. Verteidigung sei eine Lebensversicherung.

Kritisch äußerte sich der stellvertretende Ministerpräsident über diejenigen, die seiner Ansicht nach davon ausgingen, andere müssten im Ernstfall die Verantwortung übernehmen. Der Krieg in der Ukraine zeige vielmehr, dass moderne Konflikte mit hochentwickelten Waffen geführt würden und sich über lange Zeit festfahren könnten.

Mit einem Augenzwinkern bemerkte Aiwanger, selbst bei den Grünen scheine inzwischen ein Umdenken einzusetzen. Er verwies auf Äußerungen von Robert Habeck, der heute den Wehrdienst nach eigenen Worten wohl nicht mehr verweigern würde.

Bayern habe die Bedeutung der Verteidigungsbereitschaft nach seinen Worten schon immer erkannt. Das zeige sich auch an Unternehmen im Freistaat, die Technik und Ausrüstung für diesen Bereich entwickelten und produzierten.

Seine Vorstellung fasste Aiwanger in einem einfachen Bild zusammen. Deutschland müsse wie ein Igel sein, der sich bei Gefahr einrolle und seine Stacheln aufstelle. „Da holt sich jeder Angreifer eine blutige Schnauze“, sagte er. Frieden lasse sich nur sichern, wenn ein Land verteidigungsbereit sei. Sein Leitgedanke lautete deshalb „kämpfen können aber nicht kämpfen müssen“. Friedenspolitik sei immer auch eine Politik des Bereitseins.

Mit Blick auf die vergangenen Jahre sprach Aiwanger davon, dass die Menschen von der Naivität überrollt und von der Realität eingeholt worden seien. Für diese Aussage erhielt er deutlichen Beifall.

Ebenso viel Zustimmung fand seine Kritik am Umgang mit Veteranen, die verwundet oder traumatisiert aus dem Afghanistan-Einsatz zurückgekehrt waren. Er bemängelte den teilweise mangelnden Respekt gegenüber diesen Menschen und würdigte deren Einsatz für das Land.

Anschließend schlug Aiwanger den Bogen zurück zur Geschichte. Die Gründung der Soldaten- und Kriegervereine sei nach den Befreiungskriegen gegen Napoleon erfolgt, um Kameradschaft zu pflegen und sich gegenseitig zu unterstützen. In diesem Zusammenhang erinnerte er auch an das berühmte Pappenheimer Regiment aus Schillers „Wallensteins Tod“. Der Satz „Daran erkenn ich meine Pappenheimer“ werde heute oft anders eingesetzt und verstanden. Ursprünglich habe er jedoch bedeutet, dass auf die Pappenheimer Verlass sei. „Ihr könnt stolz sein auf diesen Spruch“, rief Aiwanger den Zuhörern zu und löste damit großen Jubel aus.

Von den historischen Wurzeln führte seine Rede unmittelbar zur aktuellen Politik. Aiwanger forderte eine Rückbesinnung auf die Werte Eigentum und Leistung. Kritisch äußerte er sich über Eingriffe bei Minijobs, während beim Bürgergeld nach seiner Auffassung zu wenig kontrolliert werde. Dies fördere Schwarzarbeit.

Nicht ohne Seitenhieb auf die Berliner Politik sprach Aiwanger auch einen „Tipp an den Kanzler“ für die Besetzung von Ministerämtern aus. Er hielt einen Wechsel an der Spitze des  Arbeitsministeriums für angebracht und bezog sich dabei auf die Kampfansage der Amtsinhaberin an die Arbeitgeber.

„Leistungsloses Leben ist ein schöner Traum“, sagte Aiwanger. Aufgabe der Politik sei es, wieder deutlich zu machen, dass sich Leistung lohnen müsse.

Im weiteren Verlauf seiner Rede streifte der Minister zahlreiche weitere Themen, die aus seiner Sicht viele Bürger unmittelbar beträfen. Er sprach über die Situation der Landwirtschaft, des Handwerks und des Ehrenamts. Vereine seien das Fundament des gesellschaftlichen Lebens in den Gemeinden und dürften deshalb nicht durch zusätzliche Belastungen geschwächt werden.

Auch Bürokratie, Haftungsfragen und Regressforderungen gegenüber Ehrenamtlichen kritisierte Aiwanger scharf. Solche Entwicklungen würden das Land Stück für Stück zurückbauen. Ebenso deutlich wurde er bei Angriffen auf Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr. Wer Einsatzkräfte oder deren Ausrüstung angreife, müsse konsequent bestraft werden.

Beim Thema Gendersprache fand der Freie-Wähler-Politiker ebenfalls klare Worte. Das Gendern bezeichnete er als „Gipfel der Dummheit“. Es könne nicht Aufgabe der Politik sein, den Menschen vorzuschreiben, wie sie zu sprechen oder zu denken hätten.

Mit deutlichen Worten kritisierte Aiwanger auch die zunehmende Bürokratie sowie Haftungs- und Regressrisiken, die nach seiner Auffassung immer mehr Menschen davon abhielten, Verantwortung zu übernehmen. Ob im Vereinsleben, im Ehrenamt oder in der Wirtschaft – wer sich engagiere, sehe sich immer häufiger mit Vorschriften und rechtlichen Hürden konfrontiert. Dadurch würden bewährte Strukturen geschwächt und Eigeninitiative ausgebremst. Seine Einschätzung brachte der stellvertretende Ministerpräsident mit dem markanten Satz auf den Punkt: „So wickelt man ein Land rückab.“ Für diese Aussage erhielt er aus den Reihen der Zuhörer zustimmenden Applaus.

Zum Abschluss kehrte Aiwanger noch einmal zum Jubiläum der Militär- und Reservistenkameradschaft Pappenheim zurück. Er würdigte die Grundwerte des Soldatentums als „aller Ehren wert“ und gratulierte dem Verein zu seinem 170-jährigen Bestehen. Ein solcher Zeitraum zeige, dass der Verein über Generationen hinweg Bestand gehabt habe und seine Aufgaben erfülle. Mit den besten Wünschen für viele weitere erfolgreiche Jahre und Gottes Segen beendete der stellvertretende Ministerpräsident seine Rede.

Für die zahlreichen Besucher war es ein Auftritt, der genau die Erwartungen erfüllte, die sie mit Hubert Aiwanger verbunden hatten. Ohne langes Ablesen, dafür mit klaren Positionen, historischen Bezügen und einer Sprache, die viele im Festzelt als bodenständig empfanden, sprach er Themen an, die aus seiner Sicht den Alltag und die Sorgen vieler Bürger prägten. Seine Aussagen blieben dabei erkennbar seine politischen Positionen – und genau dafür erhielt er in Pappenheim immer wieder viel Applaus.

Und auch die Reihe derer, die sich mit Hubert Aiwanger fotografieren lassen wollten schien nicht abzureißen. Dazu stand er offensichtlich gerne zur Verfügung.




Kanonendonner und Pappenheimer Marsch für Hubert Aiwanger

Als Festredner zum 170-jährigen Jubiläum des Militärvereins und Reservistenkameradschaft 1856 Pappenheim (MRK) war der Stellvertretende Bayerische Ministerpräsident Hubert Aiwanger Am Samstagnachmittag nach Pappenheim gekommen. Bereits seine Ankunft wurde zu einem feierlichen Ereignis.

Mit sportlicher Leichtigkeit und gewohnt eloquent entstieg er seiner elektrisch angetriebenen Staatskarosse und wurde von Christian Schöppl, Schirmherrn Dr. Albrecht Graf von und zu Egloffstein, Bürgermeister Florian Gallus sowie Landtagsabgeordnetem Wolfgang Hauber herzlich empfangen. Noch vor dem Festzelt erwartete den Ehrengast ein besonderer Empfang. Die Ehrenformation der Militärischen Ferialverbindung Albertina zu Dresden stand Spalier und die Vereinskanonierin Carola Lämmerer feuerte drei Salutschüssen aus der vereinseigenen Böllerkanone zu Ehren des Stellvertretenden Ministerpräsident ab. Sichtlich begeistert und spendete er der Böllerschützin anerkennenden Applaus.

Der anschließende Einzug ins Festzelt erfolgte – wie bereits am Vortag beim Besuch von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann – zu den Klängen des traditionsreichen Pappenheimer Marsches. Nach der offiziellen Begrüßung durch den Vorsitzenden des MRK Pappenheim stand die Festrede des Stellvertretenden Ministerpräsidenten im Mittelpunkt des Nachmittags. Über deren Inhalte wird in einem gesonderten Artikel berichtet.

Im Anschluss an seine Rede überreichte Christian Schöppl dem Ehrengast die von Philipp Engeler verfasste Vereinschronik des MRK Pappenheim, versehen mit einer persönlichen Widmung. Hubert Aiwanger revanchierte sich mit einem prunkvoll gestalteten Fahnenband für die Vereinsfahne des Jubelvereins.

Auch Bürgermeister Florian Gallus hatte eine besondere Aufgabe übernommen. Er brachte das Goldene Buch der Stadt Pappenheim mit ins Festzelt, in das sich Hubert Aiwanger mit einem Dank für den herzlichen Empfang eintrug. Als Erinnerung an seinen Besuch erhielt der Stellvertretende Ministerpräsident außerdem den neu aufgelegten Pappenheimer Regenschirm als Geschenk der Stadt.

Da Hubert Aiwanger zugleich Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie ist, nutzte er die Gelegenheit auch zum Austausch mit den Pappenheimer Unternehmen, die das Jubiläumsfest und den Kühlanhänger als Sponsoren unterstützt haben. Gerne nahm sich der Minister Zeit für Gespräche und stellte sich gemeinsam mit den Vertreterinnen und Vertretern der Firmen zu einem Gruppenfoto.

Zu den Werbepartnern des MRK Pappenheim zählen:
Hotel-Gasthof zur Sonne, Hofmann Naturstein, Felsner Haustechnik GmbH & Co. KG, F. Hüttinger GmbH & Co. Bau KG, Päckert’s Trachten- und Landhausmoden, Taxi Popp, Otto Sippekamp Tabakwaren, Metall- und Gartenmanufaktur Schindler, Zimmerei und Holzbau Wolf, Schmidtkonz Industrieller Tiefbau – Landschaftsbau, Lebensmittelmarkt Thoma, Bernecker OHG Allianz Generalagentur, Schwill Metall-Technik, KRAUSE Präzisions-Kokillenguss GmbH, Meisterbetrieb Christian Riedel Heizung – Sanitär – Solar, Metall-Bau-Schott, Henle & Rau Steuerungstechnik GmbH, Restaurant Wallmüllerstuben Las Tapas Markus Menk, Alexius Lämmerer Versicherungen und Immobilien e.K. sowie Lutz Heizung Sanitär Klima GmbH & Co. KG.




Zwischen Marschmusik und Henkelmesse beim MRK Pappenheim

Der zweite Festtag des 170-jährigen Jubiläums des Militärvereins und der Reservistenkameradschaft 1856 Pappenheim bot schon am Morgen zahlreiche besondere Eindrücke. Vom feierlichen Marsch durch die Altstadt über musikalischen Dank für Sponsoren bis hin zu einer in der Region wohl einmaligen Henkelmesse wurde Geschichte, Brauchtum und Gemeinschaft auf besondere Weise miteinander verbunden.

Bereits am Vormittag wurde Schirmherr Dr. Albrecht Graf von und zu Egloffstein am Schloss in der Graf-Carl-Straße feierlich abgeholt. Begleitet wurde der Zug vom Marschmusikensemble unter der Leitung von Alfred Maderer, einer Abordnung des MRK 1856 Pappenheim sowie den Offizieren der Militärischen-Ferialverbindung Albertina zu Dresden.

Die Offiziersverbindung war auf Einladung von Graf Egloffstein vom 31. Juli bis 2. August zu ihrer 22. Militärkneipe auf der Burg Pappenheim zu Gast. Die „Militärische-Ferialverbindung Albertina zu Dresden“ wurde 2014 an der Militärakademie Dresden gegründet. Voraussetzung für eine Mitgliedschaft ist der Offiziersrang sowie gleichzeitig die Zugehörigkeit zu einer Studentenverbindung. Die Nationalität spielt dabei keine Rolle. „Wir haben Mitglieder aus Österreich, Frankreich und der Schweiz“, erklärte ein Teilnehmer der Verbindung.

Gemeinsam zog der Festzug vom Schloss durch die Pappenheimer Altstadt. Dabei wurde an drei Stationen Halt gemacht, um sich bei Sponsoren des Jubiläumsfestes auf musikalische Weise zu bedanken. Vor den Geschäften von Tabak und Spirituosen Sippekamp, Päckert’s Trachtenmoden sowie der Firma Metallbau Schindler spielte das Marschmusikensemble jeweils ein Ständchen, das von den Geschäftsinhabern und zahlreichen Zuschauern mit Applaus aufgenommen wurde.

Mit im Festzug befand sich auch Militärpfarrer Gunther Wiendl von der Evangelischen Militärseelsorge am Bundeswehrstandort Neuburg. Gemeinsam mit der Marschformation holte er in der Schützenstraße seinen katholischen Kollegen, Pfarrer Robert Rapljenovic, ab. Von dort aus marschierten beide Geistliche gemeinsam mit den Teilnehmern zum Festzelt.

Dort gab es einen Gottesdienst der besonderen Art. Mit einer in der Region wohl erstmalig gefeierten Henkelmesse beschritten die beiden Pfarrer neue Wege, um Menschen auf ungezwungene Weise für den Glauben zu begeistern. Pfarrer Robert Rapljenovic führte in seinen einleitenden Worten humorvoll an das außergewöhnliche Konzept heran und erntete dafür viel Applaus. Für Heiterkeit sorgte seine augenzwinkernde Bemerkung: „Da kann man sich die Frauen und vielleicht auch die Predigt schön saufen.“

Doch trotz des Ausschanks und der lockeren Atmosphäre blieb der Gottesdienst von Beginn an würdevoll. Andacht, Gebet und geistliche Impulse standen im Mittelpunkt. Viele Besucher zeigten sich im Anschluss angetan von dieser besonderen Form des Gottesdienstes. Neben den „geistigen Getränken“, wie es augenzwinkernd hieß, habe man vor allem geistige Inspiration und Denkanstöße für den Alltag mit nach Hause genommen.

So zeigte auch der zweite Festtag des Jubiläums, wie sich Tradition, Kameradschaft und neue Ideen zu einem stimmungsvollen und zugleich nachdenklichen Festprogramm verbinden lassen.




Holm und Band am Samstagabend beim MRK in Pappenheim

Holm und Band spielen am Samstagabend im Festzelt. Dem Militärverein und Reservistenkameradschaft 1856 Pappenheim (MRK) ist es kurzfristig gelungen, die Band nach der witterungsbedingten Absage des Open Airs mit den Dorfrockern zu verpflichten. Damit bleibt den Besucherinnen und Besuchern auch am Samstagabend ein attraktives Liveprogramm erhalten.

Ab etwa 20.30 Uhr sorgt die Band im Festzelt mit einem abwechslungsreichen Programm für beste Unterhaltung. Das musikalische Spektrum reicht von Acoustic Rock und Pop bis hin zu mitreißenden Party-Hits und verspricht beste Stimmung.

Der Eintritt ist frei. Damit sind alle Besucherinnen und Besucher eingeladen, den Samstagabend gemeinsam im Festzelt des MRK zu verbringen und das Fest in geselliger Atmosphäre zu genießen.

Mit der kurzfristigen Verpflichtung von Holm und Band ist es dem MRK gelungen, auf die wetterbedingte Absage schnell zu reagieren und den Gästen dennoch einen stimmungsvollen Festabend zu bieten. Die Verantwortlichen freuen sich darauf, zahlreiche Besucherinnen und Besucher im Festzelt begrüßen zu dürfen.

Titelbild : holm-music.de




Drei Tage Festprogramm zum 170-jährigen Jubiläum des MRK in Pappenheim

10:Der Militärverein und die Reservistenkameradschaft 1856 Pappenheim (MRK) feiern von Freitag, 31. Juli, bis Sonntag, 2. August 2026, ihr 170-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass erwartet die Besucher auf dem Festplatz „Auf der Lach“ ein abwechslungsreiches Programm mit offiziellen Feierlichkeiten, musikalischen Highlights, einem Gottesdienst, einem Bauernmarkt sowie weiteren Veranstaltungen für die gesamte Bevölkerung. Das Jubiläum steht zugleich im Zeichen des Bezirksreservistentages Mittelfranken.

Der MRK blickt auf eine 170-jährige Geschichte zurück. Gegründet wurde er am 22. September 1856 als Veteranen- und Kriegerverein. Heute versteht sich die Gemeinschaft als moderner Verein, der Traditionspflege, Kameradschaft und gesellschaftliches Engagement miteinander verbindet. Neben dem Schießsport und der Pflege und Wartung zweier Salutkanonen beteiligt sich der Verein regelmäßig am öffentlichen Leben in Pappenheim und wirkt seit Jahren bei zahlreichen Veranstaltungen mit.

Feierlicher Auftakt am Freitag
Den Auftakt bildet am Freitagabend ein Festabend der Vereine. Erwartet werden zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung, Militär und Gesellschaft. Unter anderem haben Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, der Schirmherr des Jubiläums Dr. Albrecht Graf von und zu Egloffstein, Landrat Markus Gläser, Prinz Stanislaus von Bayern als Vertreter des Hauses Wittelsbach sowie Generalmajor a.D. Norbert Wagner ihr Kommen angekündigt.

Neben Ehrungen und Grußworten steht auch die Verleihung von Fahnenbändern auf dem Programm. Musikalisch eingerahmt wird der Abend von der Reservisten Big Band Baden-Württemberg.

Musikalischer Spaziergang und Festgottesdienst am Samstag
Der Samstag beginnt mit einem musikalischen Spaziergang durch die Pappenheimer Altstadt. Begleitet wird dieser von der Feuerwehrkapelle Langenaltheim. Startpunkt ist das Denkmal von Gottfried Heinrich in der Graf-Carl-Straße. Auf dem Weg zum Festzelt sind mehrere musikalische Stationen vorgesehen.

Anschließend folgt ein Festgottesdienst mit dem Pappenheimer Pfarrer Robert Rapljenovic sowie Pfarrer Wiendl von der Evangelischen Militärseelsorge am Bundeswehrstandort Neuburg. Dabei wird eine sogenannte Henkelmesse gefeiert, eine in der Region eher seltene Form des Gottesdienstes.

Festrede von Staatsminister Hubert Aiwanger
Ein weiterer Höhepunkt des Jubiläumswochenendes ist am Samstagnachmittag die Festrede des Bayerischen Wirtschaftsministers und stellvertretenden Ministerpräsidenten Hubert Aiwanger. In diesem Rahmen soll dem Verein das Fahnenband des Freistaates Bayern überreicht werden.
In seinem Grußwort in der Vereinschronik würdigt Aiwanger die über viele Generationen gewachsene Vereinsgeschichte und das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder. Der Verein habe sich über Jahrzehnte hinweg weiterentwickelt und zugleich seine Wurzeln bewahrt.

Am Abend wird es mit einem Open Air Auftritt der Dorfrocker einen weiteren Höhepunkt des Festwochenendes geben.

Holm und Band spielen am Samstagabend Ab 20:30 Uhr im Festzelt. Dem Militärverein und Reservistenkameradschaft 1856 Pappenheim (MRK) ist es kurzfristig gelungen, die Band nach der witterungsbedingten Absage des Open Airs mit den Dorfrockern zu verpflichten. Damit bleibt den Besucherinnen und Besuchern auch am Samstagabend ein attraktives Liveprogramm erhalten.

Der MRK 1856 Pappenheim hat mitgeteilt, dass das geplante Open Air der Dorfrocker witterungsbedingt abgesagt werden musste. Besucherinnen und Besucher, die bereits Eintrittskarten im Vorverkauf erworben haben, erhalten den Ticketpreis gegen Vorlage ihrer Eintrittskarte an der jeweiligen Vorverkaufsstelle zurück.

Schafkopfturnier und Seniorennachmittag am Sonntag
Am Sonntag startet das Programm mit einem Schafkopfturnier. Danach stehen ein Mittagstisch sowie musikalische Unterhaltung mit der Schützenkapelle Meinheim auf dem Programm.

Ab 14 Uhr lädt der Verein außerdem zu einem Seniorennachmittag ins Festzelt ein. Die Veranstaltung wird vom Jubelverein in Eigenregie organisiert und soll älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern Gelegenheit zu einem geselligen Nachmittag bei Blasmusik bieten.

Der ursprünglich beantragte Zuschuss der Stadt für den Seniorennachmittag wurde nach Angaben des Vereins nicht bewilligt. Der Militärverein führt dies Veranstaltung für Seniorinnen und Senoren dennoch in eigener Regie durch. Aufgrund der finanziellen Rahmenbedingungen kann das Angebot mit freiem Bustransfer, Freibier und einer Mahlzeit jedoch nicht im bisherigen Umfang erfolgen. Eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen werden für 2,50 Euro angeboten

Einladung an Alle
Mit dem Jubiläumswochenende möchte der Militärverein und die Reservistenkameradschaft 1856 Pappenheim nicht nur auf seine lange Geschichte zurückblicken, sondern auch die Verbundenheit mit der Stadt und ihren Bürgerinnen und Bürgern sichtbar machen. Das Programm bietet zahlreiche Möglichkeiten, die Feierlichkeiten mitzuerleben, historische Traditionen kennenzulernen und gemeinsam einige gesellige Stunden auf dem Festplatz zu verbringen.

Die Veranstaltungen sind öffentlich. Besucher aus Pappenheim und der gesamten Region sind eingeladen, am Festwochenende teilzunehmen und das 170-jährige Bestehen des traditionsreichen Vereins mitzufeiern. Für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt.

Titelbild: Plakatausschnitt MRK Pappenheim

Das Festprogramm im Überblick

Veranstaltungsort: Auf der Lach in Pappenheim

Freitag, 31. Juli 2026 ab 19:oo Uhr

        • Ab 19:00 Abend der Vereine und der Bevölkerung
        • Grußwort von Staatsminister Joachim Herrmann und weiterer Ehrengäste
        • Unterhaltung mit der Reservisten Bigband Baden-Württemberg

Samstag, 1. August 2026

        • 09:00 Uhr Musikalischer Spaziergang durch die Altstadt
        • 10:30 Uhr: Gottesdienst als Henkelmesse (mit Ausschank) im Festzelt
        • 13:00 Uhr: Festrede von Staatsminister Hubert Aiwanger
        • Bauernmarktmeile zum Schlemmen und Einkaufen
        • 20:30 Uhr: Open-Air10:-Konzert mit den Dorfrockern, Einlass 18:30 Uhr

Sonntag, 2. August 2026

        • 10:00 Uhr: Großes Schafkopfturnier im Festzelt
          1.
          Preis: 600 Euro
          2.
          Preis: 400 Euro
          Startgeld: 15 Euro
        • anschließend Mittagstisch
        • ab 13:00 Uhr: Zünftige Unterhaltung mit der Schützenkapelle Meinheim

 




Absage für Dorfrocker Open Air und Bauernmarktmeile in Pappenheim

Der MRK 1856 Pappenheim hat mitgeteilt, dass das für Samstagabend, 1. August 2026, geplante Open Air der Dorfrocker witterungsbedingt abgesagt werden musste.

Besucherinnen und Besucher, die bereits Eintrittskarten im Vorverkauf erworben haben, erhalten den Ticketpreis gegen Vorlage ihrer Eintrittskarte an der jeweiligen Vorverkaufsstelle zurück.

Darüber hinaus informiert der MRK 1856 Pappenheim, dass auch die für Samstagnachmittag vorgesehene Bauernmarktmeile nicht stattfinden kann.

Alle anderen Programmpunkte finden wie geplant statt

 




Sommerfest auf dem Campingplatz in Pappenheim

Musik, gutes Essen und gesellige Stunden unter freiem Himmel verspricht das Sommerfest auf dem Campingplatz Pappenheim. Gefeiert wird am Freitag, 24. Juli, auf der Zeltinsel im Badweg. Eingeladen sind nicht nur Campinggäste, sondern alle, die einen stimmungsvollen Sommerabend in besonderer Atmosphäre verbringen möchten.

Los geht es bereits um 15 Uhr mit kühlen Getränken. Ab 17 Uhr übernimmt Andy Wolf vom Berghof Oberweiler den Grill und serviert fränkische Grillspezialitäten sowie Kartoffelecken mit Kräuterquark.

Für den musikalischen Höhepunkt sorgt ab 18.30 Uhr die Band Oil & Gasoline, die bis 21.30 Uhr mit Classic Rock und Blues für beste Stimmung auf der Zeltinsel sorgen wird.

Die Veranstalter freuen sich auf viele Besucher und einen entspannten Sommerabend mit guter Musik, leckerem Essen und angenehmer Atmosphäre. Das Sommerfest endet gegen 22 Uhr.

Titelbild: Plakatausschnitt Campingplatz




Strahlende Gesichter bei der Zirkuswoche in Pappenheim

„Manege frei!“ hieß es Anfang Juli an der Grundschule Pappenheim-Solnhofen. Eine Woche lang war der deutsch-tschechische Schulzirkus „Happy Kids“ zu Gast und verwandelte den Schulalltag in Pappenheim in eine bunte Zirkuswelt. Mit viel Begeisterung und großem Einsatz bereiteten sich die Schülerinnen und Schüler auf ihren großen Auftritt vor.

Tagelang wurde geübt, ausprobiert und perfektioniert. Ob als Zauberer, Fakire, Jongleure, Drahtseilartisten oder im Schwarzlichttheater – jedes Kind brachte sich mit seinen Fähigkeiten ein. Auch die Clowns sorgten mit ihren Sketchen für viele fröhliche Momente.

Den Höhepunkt der Projektwoche bildeten die ausverkauften Abschlussvorstellungen vor Eltern, Geschwistern und weiteren Gästen. Das Publikum zeigte sich beeindruckt von den akrobatischen Darbietungen am Boden und am Trapez sowie von den abwechslungsreichen Vorführungen aller Gruppen. Tosender Applaus belohnte die jungen Artistinnen und Artisten und sorgte für viele strahlende Gesichter.

Zum Abschluss dankte Schulleiterin und Zirkusdirektorin Eva Pols dem gesamten Kollegium für die intensive Vorbereitung des Projekts. Ihr Dank galt außerdem den zahlreichen Eltern, die beim Auf- und Abbau des großen Zirkuszelts tatkräftig mit angepackt hatten, sowie der Stadt Pappenheim für die gute Zusammenarbeit.

Ermöglicht wurde die Zirkuswoche unter anderem durch Spendengelder aus dem alljährlichen Benefizlauf. Dadurch mussten die Familien lediglich einen kleinen Teilnehmerbeitrag leisten. Für die Schülerinnen und Schüler sowie ihre Eltern dürfte diese außergewöhnliche Schulwoche noch lange in bester Erinnerung bleiben.

Titelfoto: Grundschule Pappenheim




Die Taufe des Mohren Jamaika in Pappenheim

Einen eindrucksvollen Beitrag zum Kirchweihfest anlässlich des 550-jährigen Jubiläums der Stadtkirche leistete die Theatergruppe Pappenheim e.V. Mit der szenischen Darstellung der Taufe des Mohren Jamaika griff sie ein außergewöhnliches Kapitel der Pappenheimer Stadtgeschichte auf. Die Aufführung fand an dem Ort statt, an dem sich das historische Ereignis vor fast 300 Jahren tatsächlich abgespielt hatte.

Grundlage der Inszenierung waren die Aufzeichnungen des damaligen Mesners Martin Zuttel (dargestellt von Thomas Henle). In seiner Chronik schildert er die Taufe eines jungen Mannes afrikanischer Herkunft, der als Kriegsgefangener in die Hände eines Kammerdieners des Pappenheimer Grafenhauses gelangt war. Dieser brachte ihn von einer Reise aus der „Neuen Welt“ nach Pappenheim mit, wo er ihn der Gräfin Anna Maria Louise zum Geschenk machte. Um ein Teil der damaligen Gesellschaft werden zu können musste der Mohr nach vorheriger Unterrichtung getauft werden.

Von der Erzählerin Anette Pappler wurde die einleitende Geschichte eindrucksvoll berichtet.

Nach einem längeren Unterricht im christlichen Glauben beim Herrn Dechanten (Holger Wenzel) wurde der etwa 23-jährige Mann am 8. Juni 1733 in der Stadtkirche zu Pappenheim getauft. Zuttel beschreibt die Zeremonie bis ins Detail.

Bereits am frühen Morgen wurden die Glocken geläutet. Zahlreiche Vertreter des gräflichen Hauses, darunter Graf Friedrich Ferdinand (Peter Salisch), Gräfin Pappenheim, seine Frau (Marianne Pappler), Gräfin Anna Louisa von Leiningen-Dachsburg (Barbara Mürl), Frau Apothekerin Feuerlein (Irmgard Meyndt) und Frau Verwalterin Kern (Irene Salisch) mit ihrer Tochter (Mira Hassan).

Auch Geistliche, wie etwa der Bergpfarrer (Günther Kleber), Beamte und weitere Ehrengäste nahmen an der Feier teil. Der Täufling (Jenny Ottmann) legte nach den Aufzeichnungen des Mesners und auch bei der aktuellen Inszenierung ein sicheres Glaubensbekenntnis ab.

Bei der Taufe erhielt er den Namen Friedrich Ludwig Jamaica.

Die feierliche Zeremonie wurde damals von Gesängen, Gebeten und einer ausführlichen Predigt über Herkunft und Bekehrung der Heiden begleitet. Martin Zuttel selbst berichtet, dass er dem Täufling das weiße Taufgewand anzog, bei der Taufe das Wasser übergoss und anschließend die weiteren Aufgaben rund um die Feier übernahm.

Die Theatergruppe Pappenheim verstand es, diese historische Begebenheit mit viel Gespür und Respekt am Taufstein in der Stadtkirche darzustellen. Gerade weil die Aufführung am authentischen Ort stattfand, gewann sie eine besondere Wirkung. Die Besucher erhielten einen lebendigen Einblick in ein außergewöhnliches Ereignis aus der Pappenheimer Geschichte und in die religiösen und gesellschaftlichen Vorstellungen des 18. Jahrhunderts.

Die Zuttelchronik und auch die Erzählerin Anette Pappler berichtete auch vom weiteren Leben Friedrich Ludwig Jamaicas. Er heiratete am 3. September 1738 Johanna Deffner, die Tochter des Pappenheimer Scharfrichters. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. Bereits am 10. November 1739 starb Friedrich Ludwig Jamaica im Alter von nur 29 Jahren an einem Blutsturz und wurde in Pappenheim beigesetzt.

Mit ihrer eindrucksvollen Darstellung machte die Theatergruppe Pappenheim die Geschichte wieder einmal auf besondere Weise erlebbar und setzte einen Höhepunkt des Kirchweihfestes zum 550-jährigen Jubiläum der Stadtkirche.




Kirchweih in Pappenheim – 550 Jahre Stadtkirche

Ein besonderes Jubiläum steht der evangelischen Kirchengemeinde Pappenheim bevor. Am 18. und 19. Juli 2026 wird Kirchweih gefeiert und zugleich an die Fertigstellung der heutigen Stadtkirche im Jahr 1476 erinnert. Damit blickt eines der markantesten Bauwerke der Stadt auf 550 Jahre Geschichte zurück.

Die spätgotische Marienkirche entstand zwischen 1452 und 1476 auf den Fundamenten einer älteren Kapelle, deren Ursprünge vermutlich bis ins 12. Jahrhundert reichen. Mit der Einführung der Reformation um 1539 beziehungsweise 1540 wurde sie zur evangelischen Pfarr- und Stadtkirche. Im Laufe der Jahrhunderte prägten zahlreiche Veränderungen das Erscheinungsbild des Gotteshauses. Dazu gehören die Emporen und Patronatslogen der Grafen von Pappenheim, der barocke Altar und die Kanzel sowie der bis heute weithin sichtbare Turm mit seinen grün glasierten Dachziegeln. Im Inneren erinnern kunsthistorisch bedeutende Grabplatten und Epitaphien der Reichserbmarschälle von Pappenheim an die wechselvolle Geschichte des Ortes. Eine Besonderheit ist zudem der mittelalterliche Wehrgang unter dem Chor, der einst Teil der Stadtbefestigung war.

Das Jubiläumswochenende verbindet Geschichte, Glaube und Begegnung. Den Auftakt bildet am Samstagabend ein abwechslungsreiches Programm mit historischen Erzählungen, einer szenischen Lesung des Theatervereins, musikalischer Begleitung der Sunnasänger sowie einer Taschenlampenführung durch die Stadtkirche. Am Sonntag stehen der Festgottesdienst, zahlreiche Führungen, Musik, Angebote für Kinder, Ausstellungen und gemeinsames Feiern rund um die Stadtkirche im Mittelpunkt. Die Kirchengemeinde lädt die Bevölkerung herzlich ein, dieses besondere Jubiläum gemeinsam zu feiern.

Titelbild: Plakatauschnitt evang. Kirchengemeinde Pappenheim

Festprogramm

Samstag, 18. Juli 2026

Kirchweihauftakt im Kircheninnenhof (bei schlechtem Wetter im Gemeindezentrum)

Ab 19.00 Uhr
Schmankerl aus der Zuttelchronik mit Oskar Leykamm
Szenische Lesung „Die Mohrentaufe“ mit dem Theaterverein Pappenheim
Musikalische Begleitung durch die Sunnasänger
Taschenlampenführung mit Erwin Knoll
Weinbar und Auswahl an belegten Broten

Sonntag, 19. Juli 2026

Jubiläumsfest unter dem Motto „Jetzt ist Kirchweih“

10.00 Uhr
Begrüßung am Marktplatz mit Dekanin Sonja Scherle-Schobel

10.15 Uhr
Einzug in die Stadtkirche

10.20 Uhr
Festgottesdienst mit Dekanin Sonja Scherle-Schobel, Team, Kirchenchor und Posaunenchor

11.30 Uhr
Grußwort von Bürgermeister Florian Gallus

12.00 bis 17.00 Uhr
Verpflegungsangebote mit Weiß- und Wienerwürsten, Grillgerichten, Kässpatzen, Kaffee und Kuchen, Crêpes, Getränken und Spritzbar
Fotoausstellung von Peter Prusakow

13.00 bis 14.00 Uhr
Vorführungen der KiTA und Vorstellung der neuen KiTa-Leitung

14.00 bis 17.00 Uhr
Kinderprogramm mit Schminken, Spielen, Märchenerzählerin, Wasserspielen, Menschenkicker und Fußballdart

14.00 und 15.00 Uhr
Orgelführung mit Sven Bergdolt

14.15 und 15.15 Uhr
Turmführung mit Dekan i. R. Wolfgang Popp

14.30 und 15.30 Uhr
Kinder entdecken die Kirche mit Brigitte Durner

14.00 bis 16.00 Uhr
Kirchenquiz mit den Konfirmandinnen und Konfirmanden sowie Pfarrer Gerd Schamberger
Fotoecke mit historischen Kostümen des Theatervereins und Manfred Walter

14.30 bis 15.30 Uhr
Musik mit Lisa Pfister, Friedemann Hennings und Thorsten Abel

14.45 und 15.45 Uhr
„Vasa sacra und ihre Bedeutung“ im Grasmahlsaal mit Dekan i. R. Wolfgang Popp

15.00 bis 15.15 Uhr
Versteigerung von Fundsachen zugunsten der Kirchenrenovierung mit Pfarrer Gerd Schamberger

16.00 bis 17.00 Uhr
Szenische Lesung „Die Mohrentaufe“ mit dem Theaterverein Pappenheim
Preisverleihung des Kirchenquiz mit Pfarrer Gerd Schamberger
Schmankerl aus der Zuttelchronik mit Oskar Leykamm

17.00 Uhr
Abschluss, Dank und Segen mit Dekanin Sonja Scherle-Schobel