Zwei Vorträge zur Pflege in Pappenheim

Der Pflegestützpunkt Altmühlfranken bietet im Oktober in Pappenheim zwei Vorträge rund um das Thema Pflege an. Die Veranstaltungen gehören zur Reihe „Was können wir für Sie tun?“ und sollen Betroffenen und Angehörigen helfen, sich im oft komplizierten System der Pflegeversicherung besser zurechtzufinden.

Am Montag, 19. Oktober, um 17 Uhr geht es um den Weg zum Pflegegrad. Erläutert wird, wie und wo ein Antrag gestellt wird, welche Schritte anschließend folgen und wie man sich auf die Begutachtung vorbereiten kann. Auch die Frage, wo Betroffene dabei Unterstützung erhalten, wird behandelt.

Der zweite Vortrag findet am Donnerstag, 29. Oktober, ebenfalls um 17 Uhr statt. Unter dem Thema „Ich habe einen Pflegegrad“ geht es darum, welche Leistungen der Pflegeversicherung nach der Einstufung zur Verfügung stehen, welche davon im jeweiligen Fall genutzt werden können und wie man diese Leistungen erhält.

Veranstalter ist der Pflegestützpunkt Altmühlfranken gemeinsam mit mehreren Partnern aus der Erwachsenenbildung sowie der Beratung und Unterstützung älterer und pflegebedürftiger Menschen.

Weitere Informationen gibt es beim Pflegestützpunkt Altmühlfranken unter Telefon 09141 902-570 oder per E-Mail an pflegestuetzpunkt@landkreis-wug.de.

 




Hilfen beim Älterwerden – Informationsnachmittag in Pappenheim

Wie kann Unterstützung aussehen, wenn das Älterwerden zunehmend Hilfe im Alltag erforderlich macht? Antworten auf diese und weitere Fragen gibt es am Dienstag, 6. Oktober 2026, im Europäischen Haus Pappenheim. Dort steht ein Vortrag über die Unterstützungsmöglichkeiten der Diakonie auf dem Programm.

„Älterwerden – aber nicht allein!“ lautet das Thema des Vortrags, zu dem der Pflegestützpunkt Altmühlfranken um 15 Uhr in das Europäische Haus Pappenheim in der Deisingerstraße 1 einlädt. Referent Ralph Uhlig wird anhand konkreter Beispiele Einblicke in die Arbeit der Fachstelle geben und dabei auch die Angebote der Beratungsstelle und der Diakonie vorstellen.

Der Vortrag ist Teil der Veranstaltungsreihe „Was können wir für Sie tun?“, die sich mit unterschiedlichen Fragen rund um Pflege und Versorgung beschäftigt. Veranstaltet wird die Reihe vom Pflegestützpunkt Altmühlfranken in Kooperation mit der Katholischen Erwachsenenbildung, der Gerontopsychiatrischen Fachstelle sowie den Alzheimer Gesellschaften Weißenburg und Gunzenhausen und Umgebung e. V.

Wer selbst mit Fragen rund um Pflege, Versorgung und Unterstützung konfrontiert ist, merkt häufig schnell, wie komplex das System der Pflege- und Krankenversicherung sein kann. Nicht ohne Grund ist dabei immer wieder vom „Pflegedschungel“ die Rede. Die Beraterinnen des Pflegestützpunktes Altmühlfranken kennen diese Schwierigkeiten aus ihrer täglichen Arbeit. Mit der Vortragsreihe sollen deshalb unterschiedliche Fragestellungen aufgegriffen und Informationen zu bestehenden Hilfs- und Versorgungsmöglichkeiten vermittelt werden.

Die einzelnen Veranstaltungen finden an verschiedenen Orten im Landkreis sowie teilweise online statt. Mit dem nächsten Termin kommt die Reihe nun nach Pappenheim und bietet Interessierten vor Ort die Gelegenheit, sich über die Unterstützungsmöglichkeiten der Diakonie zu informieren.

Für den Vortrag am Dienstag, 6. Oktober 2026, um 15 Uhr im Europäischen Haus Pappenheim ist eine Anmeldung erforderlich.

Weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe gibt es unter www.landkreis-wug.de/pflegestuetzpunkt sowie beim Pflegestützpunkt Altmühlfranken unter Telefon 09141 902-570 oder per E-Mail an pflegestuetzpunkt@landkreis-wug.de.

 




Neue Perspektive für das Georg-Nestler-Haus in Pappenheim

Fünf Jahre nach der Schließung des Georg-Nestler-Hauses könnte für das markante Gebäude in der Pappenheimer Beckstraße am Fuße des Weinbergs eine völlig neue Zukunft beginnen. In der Stadtratssitzung am 18. Juni wurde mit dem Projekt „Pappenheim 2030“ bereits das fünfte Konzept vorgestellt, das dem seit 2021 leerstehenden Gebäude wieder Leben einhauchen soll. Anders als frühere Ansätze setzt die von der LandLiving GmbH mit Sitz in Augsburg entwickelte Idee jedoch nicht auf eine klassische Pflegeeinrichtung, sondern auf ein gemeinschaftliches Wohn- und Lebensmodell für ältere Menschen mit starker Einbindung in das gesellschaftliche Leben der Stadt.

Für Bürgermeister Florian Gallus ist das Vorhaben weit mehr als eines der bisherigen Nutzungskonzepte. Bereits im Vorfeld der öffentlichen Sitzung wurde deutlich, dass ihn die Idee zutiefst überzeugt hat. Beim Pressegespräch am Vormittag vor der Sitzung sprach er offen darüber, dass ihn das Konzept der LandLiving GmbH „schon bei den ersten Gesprächen abgeholt“ habe. Der Gedanke der gegenseitigen Unterstützung zwischen den Generationen entspreche genau den Bedürfnissen, die ihm in vielen Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern immer wieder begegnet seien.

Fünf Jahre Suche nach einer Lösung
Als Florian Gallus im Mai 2020 sein Amt als Bürgermeister antrat, erhielt er bereits zwei Wochen später die Nachricht, dass die Rummelsberger Dienste das Georg-Nestler-Haus nicht weiter betreiben würden. Pünktlich zum 31. Mai 2021 war das Gebäude schließlich geräumt und der Erbpachtvertrag ging an die Stadt zurück.

Seitdem blieb das ehemalige Seniorenheim eines der meistdiskutierten Themen in Pappenheim.

Es werden zwar immer weniger Pappenheimer, die persönliche Erinnerungen an das vormalige Krankenhaus haben, dennoch haben sich private und politische Initiativen seit dem Leerstand bemüht, das Gebäude mit dem markanten Namen seines Stifters wieder mit Leben zu erfüllen. Die geringe Zahl möglicher Pflegeplätze machte jedoch alle bisherigen Überlegungen wirtschaftlich schwierig. Vier Konzepte wurden in den vergangenen Jahren diskutiert, ohne dass daraus ein konkreter Ansatz für eine Umsetzung entstand.

Mit dem nun vorgestellten Ansatz soll ein neuer Weg eingeschlagen werden.

Gemeinschaft statt Pflegeheim
LandLiving-Geschäftsführer Dr. Carsten Witt stellte das Projekt zusammen mit der Geschäftsführerin Christa Grotepaß vor und betonte mehrfach, dass das Projekt kein Pflegeheim werden soll. Im Mittelpunkt stehe vielmehr eine aktive Gemeinschaft von Menschen, die möglichst lange selbstbestimmt leben möchten.

Geplant sind 17 Wohnungen für rund 35 Bewohnerinnen und Bewohner. Die Apartments fallen bewusst kompakt aus und haben im Durchschnitt etwa 22 Quadratmeter Wohnfläche. Das Konzept setzt dabei auf eine optimale Nutzung der vorhandenen Räume. Durch eine durchdachte Möblierung und intelligente Grundrisse soll auch auf vergleichsweise kleiner Fläche ein komfortables Wohnen möglich werden.

Vorgestellt wurde dieses Raumkonzept bei der Sitzung des Stadtrates von Lidia Teister, die als Expertin für Microliving und Service Apartments gilt. Die Gewinnerin des Design Awards 2024 zeigte auf, wie sich auch begrenzte Wohnflächen funktional, komfortabel und gleichzeitig ansprechend gestalten lassen. Dabei steht die optimale Nutzung jedes Quadratmeters im Mittelpunkt.

Die geplanten Wohneinheiten verbinden private Rückzugsräume mit einer hochwertigen Ausstattung und den umfangreichen Gemeinschaftsbereichen des Projekts.

Den eigentlichen Schwerpunkt bilden die gemeinschaftlich genutzten Bereiche. Vorgesehen sind unter anderem Räume für Begegnung, gemeinsame Aktivitäten und Veranstaltungen. Darüber hinaus soll ein gastronomisches Angebot mit Frühstück, Mittag- und Abendessen entstehen. Ein Café soll auch Besucherinnen und Besuchern sowie der Öffentlichkeit offenstehen.

Unterstützt werden soll das Zusammenleben durch eine digitale Hilfs-App, über die beispielsweise Fahrten zum Arzt, Einkäufe oder andere Unterstützungsangebote innerhalb der Gemeinschaft organisiert werden können.

Wohnen mit Verantwortung
Dr. Witt machte deutlich, dass LandLiving nicht einfach Wohnungen vermieten möchte. Ziel sei eine Gemeinschaft, in der sich die Bewohner aktiv einbringen.

Dazu ist vorgesehen, dass Interessenten sich finanziell an der Gesamtanlage beteiligen. Sie werden dadurch Miteigentümer des Projekts, erwerben jedoch weder eine Wohnung noch ein Wohnrecht. Die Wohnungen bleiben Mietobjekte und gehen später nicht als Eigentum auf Erben über. Die Finanzierung des Projekts, so machen die Initiatoren immer wieder deutlich, soll maßgeblich von den Bewohnerinnen und Bewohnern getragen werden.

Als Rechtsform ist eine GmbH & Co. KG vorgesehen.

Begleitet werden soll das gemeinschaftliche Leben durch eine soziale Moderation. Hier bringt insbesondere Christa Grotepaß ihre Erfahrungen und ihr Engagement ein. Gemeinsam mit Dr. Carsten Witt gehört sie zu den prägenden Köpfen des Projekts. Bei der Vorstellung wurde deutlich, wie viel Begeisterung und Herzblut beide in die Entwicklung des Konzepts investiert haben.

Begeisterung für Pappenheim
Die Verbindung zwischen Pappenheim und Dr. Carsten Witt entstand Ende 2025. Bereits bei einem ersten Besuch im November erkannte er nach eigenen Angaben das Potenzial des Gebäudekomplexes und des dazugehörigen Areals. Seine Begeisterung für die Stadt war auch beim Pressegespräch deutlich spürbar.

Um Pappenheim besser kennenzulernen, hat sich Witt sogar vor Ort einquartiert. Auch nach der Stadtratssitzung suchte er gemeinsam mit seinem Team den direkten Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern bei einer Gesprächsrunde in einem Pappenheimer Gasthaus. Dort wurde mit den Bürgerinnen und Bürgern, welche die Stadtratssitzung besucht hatten, weiter über Chancen, Erwartungen und Perspektiven des Projekts gesprochen.

Pilotprojekt mit Strahlkraft
Bürgermeister Gallus sieht in dem Vorhaben eine große Chance für die Stadt. „Hier kann ein Pilotprojekt gegen Alterseinsamkeit entstehen. Möglicherweise installieren wir hier ein Leuchtturmprojekt für den gesamten Landkreis“, erklärte er.

Gleichzeitig machte er deutlich, dass das Projekt den Wunsch nach einem Pflegeangebot in Pappenheim nicht ersetzt. „Das ist der erste Zwischenschritt auf dem Weg zur Pflege von Senioren. Wir brauchen einen Pflegestandort, das ist mir klar“, sagte Gallus.

Noch stehen zahlreiche Entscheidungen bevor. Viele Details müssen ausgearbeitet, rechtliche Fragen geklärt und weitere Beschlüsse gefasst werden. Die Stadt selbst diskutiert derzeit weder über finanzielle Beteiligungen noch über Investitionen.

Dennoch wurde bei der Vorstellung deutlich, dass die Verantwortlichen von LandLiving und der Bürgermeister in dem Konzept eine realistische Chance sehen, dem Georg-Nestler-Haus wieder eine Zukunft zu geben. Für Pappenheim könnte damit ein Projekt entstehen, das weit über die Stadtgrenzen hinaus Aufmerksamkeit auf sich zieht und neue Antworten auf die Herausforderungen des Älterwerdens im ländlichen Raum gibt.

Wortmeldungen und Beschluss
In der anschließenden Diskussion gab es zu dem vorgestellten Konzept grundsätzlich positive Rückmeldungen aus dem Stadtrat. SPD-Fraktionsvorsitzende Annette Pappler verwies darauf, dass die Schaffung von Wohnraum für Senioren bereits im Seniorenpolitischen Gesamtkonzept von 2022 verankert sei. Den besonderen Charme des Projekts sehe sie darin, dass in Pappenheim nicht bei null begonnen werden müsse. Mit der Nachbarschaftshilfe und dem aktiven Vereinsleben seien bereits wichtige Strukturen vorhanden. Für sie sei das Vorhaben ein „erfrischend positiver Ansatz“ und eine gute Idee, die es wert sei, weiterverfolgt zu werden. Im Erfolgsfall könne das Projekt der Stadt sogar ein Alleinstellungsmerkmal verschaffen.

Auch Walter Otters, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler/Bürgerliste, begrüßte, dass das neue Konzept „mal etwas anderes“ sei. Gleichzeitig betonte er, dass es in der aktuellen Sitzung zunächst nur um die weitere Prüfung des Vorhabens gehe. Dabei müssten insbesondere die Finanzierung, die praktische Umsetzbarkeit sowie der tatsächliche Bedarf und das Interesse möglicher Bewohner sorgfältig untersucht werden. Eine Vorfestlegung dürfe es aus seiner Sicht nicht geben. Vielmehr sollten auch die bislang vorliegenden Konzepte sowie mögliche weitere Ideen weiterhin offen betrachtet werden.

Ähnlich äußerte sich CSU-Stadtrat Marcus Wurm. Er wolle LandLiving die Chance geben, das Konzept weiterzuentwickeln, sprach sich jedoch ebenfalls dafür aus, die bisherigen Überlegungen nicht aus den Augen zu verlieren.

Am Ende beschloss der Stadtrat, die Umsetzbarkeit des vorgestellten Projekts für eine Nutzung des ehemaligen Krankenhauses und Seniorenheims in der Beckstraße 19 als generationsübergreifendes Wohnprojekt näher zu prüfen. Eine endgültige Entscheidung über die Realisierung ist damit noch nicht verbunden. Vielmehr markiert der Beschluss den Einstieg in einen weiteren Prüfungs- und Entwicklungsprozess.




Kein Arbeitskreis für das Georg-Nestler-Haus in Pappenheim

Wie geht es nun weiter mit dem Georg-Nestler-Haus? Es mag Zufall sein, dass nur rund zwei Monate nach dem Antrag der Grünen-Fraktion zur Bildung eines Arbeitskreises für die Nutzung des Georg-Nestler-Hauses nun ein weiteres Konzept für die künftige Verwendung des ehemaligen Seniorenheims im Stadtrat vorgestellt wurde.

Wie berichtet, hatte die Fraktion der Grünen diesen Arbeitskreis beantragt, um das Thema Georg-Nestler-Haus präsent zu halten. Der neue Arbeitskreis sollte mit Mitgliedern der Stadtratsfraktionen, der Stadtverwaltung und gegebenenfalls externen Fachleuten aus der Seniorenarbeit besetzt werden. Ziel war es, konkrete Lösungen für die Zukunft des seit Jahren leerstehenden Gebäudes zu entwickeln. Dabei sollte die Gruppe, mit nicht mehr als acht bis zehn Personen folgende Themenschwerpunkte bearbeiten:

  • Bestandsaufnahme des baulichen Zustands,
  • Bewertung der bisherigen Gespräche mit Investoren,
  • Analyse des Seniorenpolitischen Gesamtkonzepts von 2022.

Das Ergebnis sollte ein Leitfaden mit einem verbindlichen Zeitplan sein, um den Handlungsempfehlungen aus dem im Juni 2022 vorgestellten Seniorenpolitischen Gesamtkonzept gerecht zu werden.

Doch der Vorschlag stieß auf breiten Widerstand. „Ein Arbeitskreis ist einfach zu viel“, meinte Christa Seuberth (SPD). Sie verwies auf das bestehende Seniorenpolitische Gesamtkonzept und den Ansatz des BRK-Konzepts, das man weiterentwickeln könne.

Bettina Balz, Fraktionsvorsitzende der Grünen, betonte hingegen, dass das BRK-Konzept vielversprechend, aber nicht abschließend geprüft sei. Daher sei es wichtig, das Thema weiterzuverfolgen und alternative Ansätze zu prüfen. Sie verwies auf die positive Wirkung eines Arbeitskreises bei der Sanierung und Neubewertung des Campingplatzes.

Anette Pappler (SPD) argumentierte, dass ein schlüssiges Konzept bereits vorliege und nun rechtliche und finanzielle Fragen zu klären seien – Aufgaben, die nicht einem „inoffiziellen Arbeitskreis“ überlassen werden könnten. Vielmehr solle sich der Finanz-, Hauptverwaltungs- und Personalausschuss damit befassen.

Für die CSU erklärte Marcus Wurm, neuerdings zuständig für das Referat Senioren und Heime, man könne sich „keinen Wunschkandidaten aus der Reihe der Investoren aussuchen“. Auch er lehnte einen Arbeitskreis ab. Gleiches trug Erich Neulinger (CSU), der bisherige Referent für Senioren und Heime, vor: „Das bringt nichts.“ Heiko Loy (CSU) ergänzte, ein Arbeitskreis berge die Gefahr, „dass die Sache im Sande verläuft“.

Auch Karl Satzinger (BGL) machte bereits vor der Abstimmung deutlich, dass er gegen einen Arbeitskreis sei.

Letztlich wurde der Antrag der Grünen von allen anderen Fraktionen einstimmig abgelehnt. Schon im März 2023 war ein ähnlicher Antrag der Grünen auf eine Klausurtagung zum Thema Georg-Nestler-Haus von den übrigen Stadtratsfraktionen abgeschmettert worden.




Ein weiteres Nutzungskonzept für das Georg-Nestler-Haus in Pappenheim

Das Georg-Nestler-Haus in Pappenheim steht seit mehr als vier Jahren leer. Nun wurde dem Stadtrat eine neue Idee vorgestellt, wie man das vormalige Seniorenheim künftig nutzen könnte. Doch auch dieser Vorschlag ist eben eine Idee, die zwar Potenzial in sich birgt, aber auch die Gefahr, ebenso wie die bisherigen Konzepte in der Schublade zu verschwinden.

Synergie von Jung und Alt
Die Grundidee, die der stellvertretende Geschäftsführer des BRK Südfranken, Martin Fickert und Diplom-Ingenieur Stefan Ritzer vom gleichnamigen Pleinfelder Ingenieurbüro dem Rat der Stadt Pappenheim präsentierten, setzt auf eine generationenübergreifende Nutzung. Der Nutzungsvorschlag ähnelt jenem Konzept, das bereits im November 2023 von zwei engagierten Pappenheimer Bürgerinnen der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Vorgesehen sind im Nutzungskonzept des BRK Südfranken ein Hort für 75 Kinder, eine Tagespflege für Senioren und 28 altersgerechte Wohnungen. Auch hier wird wie in dem „Konzept November 2023“ ein Mehrwert darin erkannt, dass durch räumliche Nähe von Jung und Alt eine Bereicherung für beide Seiten entstehen kann.

Genau wie das „Konzept November 2023“ will das Konzept des BRK einen möglichst minimalen Eingriff in die Bausubstanz. Die Anpassungen beschränken sich auf das Notwendige, um die bisherigen Räumlichkeiten für die neuen Nutzungen nutzbar zu machen. „Der Eingriff soll so gering wie möglich gehalten werden“, erklärte Stefan Ritzer, denn der Gebäudekomplex hat eine gute Bausubstanz aufzuweisen. Das BRK Südfranken hat das in Pappenheim  vorgeschlagene Konzept bereits erfolgreich mit dem „Haus der Begegnung“ in Büchenbach umgesetzt.

Im Erdgeschoss des Georg-Nestler-Hauses sollen die Räume der Tagesbetreuung im alten Gebäudeteil (vormaliges städtisches Krankenhaus) untergebracht werden, während im Anbau ein Speiseraum, Aufenthaltsbereiche und eine Küche entstehen sollen, die von der Tagesbetreuung und dem Hort gleichermaßen genutzt werden.
Im ersten Obergeschoss sind Gruppen- und Hausaufgabenräume des Horts im alten Gebäudeteil vorgesehen, während im Erweiterungsbau Wohnungen entstehen sollen. Das zweite Obergeschoss und das Dachgeschoss werden nach dem vorgestellten Konzept ausschließlich für altersgerechte Wohnungen genutzt, wodurch insgesamt 28 Apartments mit einer Wohnfläche von 696 m² entstehen. Die Nutzfläche für die Tagesbetreuung umfasst 351 m², und der Hort erhält 551 m², um Platz für bis zu 75 Kinder zu schaffen.

Finanzielle und strukturelle Hürden
Doch das Vorhaben hat bisher jedenfalls eine entscheidende Schwäche, denn es gibt derzeit keinen Investor. Die geschätzten Gesamtkosten belaufen sich auf 4,8 Millionen Euro brutto. Etwa die Hälfte könnte durch Fördermittel gedeckt werden, sofern entsprechende Anträge bewilligt werden. Doch die Suche nach einem privaten Partner gestaltet sich schwierig – seit dem Rückzug der Rummelsberger Diakonie im Jahr 2020 steht das Gebäude leer.

Auch zeitliche Herausforderungen wurden von Martin Fickert deutlich angesprochen. Er wies darauf hin, dass die Bearbeitung der Fördermittelanträge eine Laufzeit von mindestens 8 bis zu 12 Monaten benötigen. Und selbst dann bleibt ungewiss, ob die Gelder tatsächlich fließen.

Zwischen Anspruch und Realität
Das Nutzungskonzept für das Georg-Nestler-Haus könnte Antworten auf zwei drängende Fragen liefern. Den Bedarf an Ganztagesbetreuung für Kinder und die Schaffung bezahlbaren Wohnraums für Senioren. Doch ob diese Vision tatsächlich Realität wird, hängt von den Variablen Finanzen, politischem Willen und vor allem von der Bereitschaft eines Investors ab.

Für die Pappenheimerinnen und Pappenheimer bleibt nur die Hoffnung, dass das Georg-Nestler-Haus bald wieder mit Leben gefüllt wird. Doch ebenso bleibt die Sorge, dass dieses Projekt, wie so viele andere zuvor, nicht über den Status eines Vorschlags hinauskommt.

Der Antrag auf Gründung eines Arbeitskreises, den die Stadtratsfraktion Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im November 2024 eingebracht hatte wurde von allen anderen Fraktionen einstimmig abgelehnt. Der Arbeitskreis hätte aus Mitgliedern der einzelnen Stadtratsfraktionen, der Verwaltung, sowie eventuell in der Seniorenarbeit erfahrener Externer zusammengesetzt sein sollen und sollte nicht mehr als 8-10 Personen umfassen. Hierzu folgt ein gesonderter Artikel.




Jetzt noch Landespflegegeld für 2024 beantragen!

Pflegebedürftige mit Hauptwohnsitz in Bayern, die mindestens den Pflegegrad 2 haben, können seit 2018 einmal im Jahr 1.000 Euro Landespflegegeld erhalten. Auch für das Jahr 2024 kann noch ein Antrag gestellt werden.

Wie Judith Thalhauser, Koordinatorin des Pflegestützpunkts Altmühlfranken, mitteilt, kann der Erstantrag jederzeit für das laufende Pflegegeldjahr gestellt werden.
Wichtig: Eine rückwirkende Auszahlung ist jedoch nicht möglich. „Es muss nicht jährlich ein neuer Antrag gestellt werden.

Sobald das Landespflegegeld einmal bewilligt wurde, erfolgt die Auszahlung automatisch jedes Jahr“, erklärt Anke Rudingsdorfer, Pflegeberaterin des Pflegestützpunkts.

Das Landespflegegeld ist nicht zweckgebunden und kann vom Pflegebedürftigen frei verwendet werden. Anspruchsberechtigt ist ausschließlich die pflegebedürftige Person selbst.

Für die Antragstellung sind folgende Unterlagen erforderlich:

– Eine Kopie des Bescheids der Pflegekasse über den Pflegegrad 2 oder höher, oder ein entsprechendes Schreiben der Pflegeversicherung.

– Falls eine gesetzliche Betreuung oder Bevollmächtigung vorliegt, eine Kopie der Vollmacht oder des Betreuerausweises.

Das Antragsformular sowie weitere Informationen sind beim Pflegestützpunkt Altmühlfranken oder online unter www.landespflegegeld.bayern.de erhältlich.
Der Antrag muss per Post an das Bayerische Landesamt für Pflege, Postfach 1365, 92203 Amberg, gesendet werden.

Das Team des Pflegestützpunkts Altmühlfranken steht den Antragstellerinnen und Antragstellern gerne beratend zur Seite. Eine Terminvereinbarung wird empfohlen, um Wartezeiten zu vermeiden. Die Sprechzeiten sind Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 8.30 bis 12.30 Uhr sowie Donnerstag von 14.00 bis 16.30 Uhr. Telefonisch ist das Team unter 09141 902-570 erreichbar.

Quelle: Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen

 




Unterstützung durch Senioren- und Wohnberater

Der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen hat für die kommenden drei Jahre 20 ehrenamtliche Senioren- und Wohnberater qualifiziert, die von Landrat Manuel Westphal im Rahmen einer kleinen Feierstunde neu bestellt wurden. Die engagierten Ehrenamtlichen stehen allen Landkreisbürgerinnen und -bürgern als „mobile Anlaufstelle“ bei themenspezifischen Fragen und Herausforderungen kostenlos zur Verfügung.

Das Angebot, das darauf spezialisiert ist, bei altersrelevanten Themen und einer barrierefreien Wohngestaltung zu unterstützen, besteht bereits seit vielen Jahren. Seitdem sind die Ehrenamtlichen qualifizierte Ansprechpartner und Lotsen, wenn es darum geht individuelle Lösungen zu finden. Während Seniorenberater Betroffenen und Angehörigen niederschwellig Hilfestellungen bei allgemeinen Themen wie etwa Vorsorge, Alltagsbewältigung, soziale Teilhabe oder Entlastungsmöglichkeiten leisten, liegt bei den Wohnberatern der Fokus auf der vorausschauenden oder situationsbedingten Gestaltung von Wohnraum und Wohnumfeld. Die Beratung erfolgt stets unter Berücksichtigung geeigneter Fördermöglichkeiten, erfolgt auf Wunsch direkt vor Ort und steht nicht nur Senioren, sondern auch Menschen mit angeborener oder erworbener Behinderung kostenlos zur Verfügung.

Ein spezielles Angebot bieten darüber hinaus Gerhard Fürbass und Heinz Eckert: Mit ihrem Musterkoffer präsentieren sie bei zahlreichen Veranstaltungen auch weit über den Landkreis hinaus, eine Vielzahl an Hilfsmitteln, die den Alltag vieler Menschen erleichtern können.

„Die ehrenamtlichen Senioren- und Wohnberater tragen durch ihr großes Engagement, die eingesetzte Zeit und die selbstlose Hilfsbereitschaft zum Wohle vieler Mitbürgerinnen und Mitbürger bei“, bedankte sich Landrat Manuel Westphal während der Feierstunde. Dieser Dank galt insbesondere auch den vier ausscheidenden Mitgliedern Hans Bissinger, Gisela Blischke, Jürgen Porsch und Michael Weiss. Den verbliebenen und neubestellten Senioren- und Wohnberatern wünschte Westphal viel Freude und Erfolg bei ihrem Ehrenamt und überreichte zusammen mit den zuständigen Mitarbeiterinnen die Bestellungsurkunden.

Die ehrenamtlichen Senioren- und Wohnberater werden gemeinsam vom Pflegestützpunkt Altmühlfranken und der Freiwilligenagentur altmühlfranken betreut. Bei Bedarf können sich Interessierte gerne an die jeweiligen Stellen wenden (09141 970-570; pflegestuetzpunkt@landkreis-wug.de).

Auf dem Titelbild:
Neubestellte und verabschiedete Senioren- und Wohnberater des Landkreises gemeinsam mit Landrat Manuel Westphal, Judith Thalhauser und Anke Rudingsdorfer vom Pflegestützpunkt sowie Corina Heid von der Freiwilligenagentur altmühlfranken.

(v.links): hintere Reihe Landrat Manuel Westphal, Anke Rudingsdorfer (Pflegestützpunkt Altmühlfranken), Thomas Latteier, Gerhard Fürbass, Alfred Keil, Anja Sonntag, Peter Prusakow Lothar Gabriel, Edgar Tschernach, Jasmin Boscher, Martin Heckel, Monika Bärnthol, Renate Pförtner-Hüttner, Heinz Eckert; Hans Bissinger (ausgesch.), Sigfried Stadelbauer, Corina Heid (Freiwilligenagentur altmühlfranken) und Judith Thalhauser (Pflegestützpunkt Altmühlfranken)
vordere Reihe: Christine Walter, Rudolf Doris, Renate Prusakow, Erna Hohenstein und Michael Weiss (ausgesch.)

Foto: Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen




Damit das Leben im Alter gelingt

Wer über Hilfsmittel im Alter spricht, denkt wahrscheinlich schnell an den Rollator oder einen Treppenlift. Doch oft sind es schon kleine und gar nicht so teure Helfer, die Senioren den Alltag leicht und sicherer machen können. Die Senioren- und Wohnraumberatung des Landkreises hat diese Alltagshelfer nun während einer Informationsveranstaltung vorgestellt.

Auf Initiative von Landrat Manuel Westphal haben im barrierefreien Hörsaal des kunststoffcampus bayern in Weißenburg die Senioren- und Wohnberater Heinz Eckert und Gerhard Fürbaß eine umfangreiche Palette an technischen Hilfsmitteln präsentiert. Mehr als 100 gute Ideen zum Ausprobieren und Anschauen für Senioren in den Bereichen Hören, Sehen, Motorik, Gesundheit, Haushaltshilfen, Mobilität, Sicherheit und Teilhabe hatten sie zusammengestellt. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Pflegestützpunkt Altmühlfranken.

„Bei den Hilfsmitteln handelt es sich um Geräte, die nicht nur das Alltagsleben von älteren Menschen, sondern auch für Menschen mit Behinderungen oder pflegende Angehörigen erleichtern. Gleichzeitig sorgen viele davon für mehr Sicherheit und schützen vor Unglücken“, so Heinz Eckert.

Das Spektrum reicht von der praktischen Eincremehilfe, über den Suppenteller, der so geformt ist, dass er auf einer Seite minimal tiefer ist, damit die Suppe zusammenläuft bis hin zu Vorlesegeräten. Die kleineren Geräte konnten von den Teilnehmenden bei der Hilfsmittelpräsentation betrachtet, in die Hand genommen und ausprobiert werden.

„Auf diesem Weg können die Senioren einen Eindruck gewinnen, wie vorhandene Einschränkungen minimiert werden können“, betonte Gerhard Fürbaß.

Großvolumige Hilfsmittel wurden per Bild- und Videopräsentationen vorgestellt. Außerdem vermittelten die Senioren- und Wohnraumberater ebenso Informationen zu Beschaffung, Sicherheitshinweisen, Preisen sowie zu Hilfsmittelnummern bei der Krankenkasse und der damit verbundenen Bezuschussung.

Im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen gibt es die Möglichkeit, sich zur Wohnraumanpassung und deren Finanzierungsmöglichkeiten beraten zu lassen. Bei Fragen zur Wohnraumanpassung oder zur Terminvereinbarung können Sie sich an den Pflegestützpunkt Altmühlfranken wenden (09141 902-570 oder pflegestuetzpunkt@landkreis-wug.de).

Titelbild: Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen




Stadtrat lehnt Klausurtagung über Seniorenkonzept für Pappenheim ab

Der Stadtrat in Pappenheim hat in seiner Mai-Sitzung einen gemeinsamen Antrag, der Fraktion der GRÜNEN und der SPD mehrheitlich abgelehnt. In dem Antrag hatten die beiden Fraktionen angeregt in einer halbtägigen Klausurtagung seniorenpolitische Komponenten für den Bebauungsplan Pappenheim Nord und das weitere Schicksal des seit zwei Jahren geschlossenen Georg-Nestler-Hauses zu beraten.

Die Vorgaben für den Bebauungsplan für das neue Bebauungsgebiet Pappenheim Nord und das weitere Vorgehen mit dem leerstehenden Seniorenheim sehen die Antragsteller in einem engen Zusammenhang, mit dem Seniorenpolitischen Gesamtkonzept, das der Stadtrat vor einem Jahr ohne Beschluss zur Kenntnis genommen hat.

Die Studie über das Seniorenkonzept für die Stadt Pappenheim von der Arbeitsgruppe für Sozialplanung und Altersforschung (AfA) in München beleuchte auch die Themen „Wohnen und Grundversorgung“ und „Ortsnahe Unterstützung und Pflege“. Diese Komponenten – so der eingebrachte Antrag – hätten in einer Klausurtagung den Entscheidungsträgern im Stadtrat insbesondere im Hinblick auf die Möglichkeiten der praktischen und konkreten Umsetzungsmöglichkeiten von Anja Preuß erörtert werden sollen. Letztere hat für die AfA das Seniorenkonzept im Auftrag der Stadt Pappenheim erarbeitet und im Juni 2022 dem Stadtrat in öffentlicher Sitzung vorgestellt.

Für die Klausurtagung hatten die Antragsfraktionen einen Fragenkatalog mit sieben Punkten zusammengestellt, der sich mit dem künftigen Baugebiet Pappenheim-Nord beschäftigt. Dabei geht es um die Themen Nutzung, die Bauweise und die Umweltverträglichkeit der künftigen Bebauung.

Wie bei der Suche nach dem richtigen Investor vorgegangen werden soll, soll laut Antrag von SPD unhd GRÜNEN ebenfalls in einer Klausur besprochen werden.

Zwei Konzepte für das Georg-Nestler-Haus
Der Vorschlag eine Klausurtagung abzuhalten, stieß bei Bürgermeister Florian Gallus (CSU) auf wenig Gegenliebe. In der Sitzungsvorlage wies er unter anderem darauf hin, dass das Ergebnis des seniorenpolitischen Gesamtkonzepts bereits bei der Klausurtagung 2022 besprochen worden sei. Darüber hinaus gebe es von der Koordinationsstelle „Pflege und Wohnen in Bayern“ bereits eine Stellungnahme zur Gesamtkonzeption für die Altenhilfeprojekte Pappenheim, Bieswang und Solnhofen.

Nachdem der Erbpachtvertrag mit der Rummelsberger Diakonie Anfang Mai 2023 aufgelöst wurde, habe er mit zwei Trägern über mögliche Konzepte gesprochen. Während Sven Emmerling das Konzept der Diakonie Weißenburg-Gunzenhausen bereits im Januar 2021 dem Pappenheimer Stadtrat vorgestellt hat, ist das zweite Konzept eines anderen Trägers noch in Arbeit und wird voraussichtlich Mitte Juli 2023 im Rathaus vorliegen.

[Den Artikel des Pappenheimer Skribenten über das
Konzept der Diakonie Weißenburg-Gunzenhausen
vom 15.01.2021 finden Sie hier …]

Was das Baugebiet Pappenheim Nord angeht, so sieht Bürgermeister Gallus die Fragen aus dem Antrag teilweise bereits beantwortet und die offenen Fragen will er vom Bauausschuss oder vom Stadtrat bearbeitet wissen.

Ziele sind noch nicht ausreichend festgelegt
Anette Pappler (SPD) unterstrich die Wichtigkeit der Klausur aus Ihrer Sicht und äußerte Zweifel, dass die aufgezeigten Themen bei Stadtratssitzungen ausrechend erörtert werden könnten. Ihr gehe es darum mit konkreten Handlungsempfehlungen Leitplanken für diesen wichtigen Themenkomplex festzulegen, denn „die Ziele sind noch nicht ausreichend festgelegt“, erklärte die Fraktionsvorsitzende der SPD.
„Das Georg-Nestler-Haus und der Bebauungsplan Pappenheim Nord bedingen einander und müssen als Gesamtpaket behandelt werden“, betonte Bettina Balz von den GRÜNEN. Sie appellierte eindringlich an das Ratskollegium die beantragte Klausurtagung abzuhalten, mit der auch eine Begehung des leerstehenden Georg-Nestler-Hauses verbunden sein soll.

Ein ständiger Balanceakt
Man braucht beides – Träger und Inverstoren – erklärte Bürgermeister Gallus dem Stadtrat. Die Möglichkeiten müsse er in einem ständigen Balanceakt ausloten. Zudem stehe Pappenheim nicht alleine da, sonders sehe sich bei der Suche nach Trägern und Investoren in Konkurrenz mit Treuchtlingen, Weißenburg und Eichstätt. Da sei es wenig Hilfreich, wenn man die schönsten und besten Konzepte und architektonischen Planungen beschließt, die dann keine Träger und kein Investor umzusetzen bereit ist.

„Ich nehme dem Stadtrat die Entscheidungskompetenz nicht weg“, versprach Gallus und wies darauf hin, dass er den Stadtrat immer zur rechten Zeit informiert habe.

Kein Bedarf für stationäre Altenpflege
Eine Vorentscheidung gab es schon bei den Ausführungen des Bürgermeisters. „Für eine stationäre Pflege ist bei uns der Bedarf nicht vorhanden. Es wird in Richtung ambulante Pflege gehen.“, legte Gallus diesbezüglich seinen Weg für die Seniorenpolitik in Pappenheim fest.
„Was wir brauchen sind seniorengerechte Wohnungen und Investoren, die bereit sind, entsprechende Gebäude zu errichten“, sagte er bei seinen umfangreichen Ausführungen.

„Wir müssen auf den Investor eingehen“, meinte Friedrich Obernöder (CSU). Es nütze nichts bei einer Klausur Vorstellungen zu entwickeln, die dann kein Investor annimmt. Dieser Meinung schlossen sich auch Karl Satzinger (BGL) und Friedrich Hönig (FW) an.

In einem Beschluss wurde der Antrag auf eine Klausurtagung über die Seniorenpolitik in Pappenheim mit den Stimmen der CSU, der Bürgerliste und der Freien Wähler abgelehnt.




Seniorenkonzept – Auftakt für weitere Aktivitäten

In Pappenheim ist dem Stadtrat jetzt das Seniorenpolitische Gesamtkonzept vorgestellt worden. Im Februar 2021, hatte das Gremium die Erstellung dieses Konzeptes auf Antrag der SPD-Fraktion und der Grünen einstimmig beschlossen. Jetzt hat Anja Preuß von der Münchner Arbeitsgruppe für Sozialplanung und Altersforschung GmbH dem Stadtrat in dem Konzept die Möglichkeiten aufgezeigt, was von der Stadt geleistet werden kann um den alten Menschen in der Stadt einen lebenslangen und sozialverträglichen Aufenthalt in Pappenheim zu ermöglichen.

Die Studie mit vielen Handlungsempfehlungen für die Stadt Pappenheim basiert auf den Ergebnissen aus einem Expertenworkshop und einem öffentlichen Workshop an dem sich Bürgerinnen und Bürger beteiligen konnten. Ziel des Konzeptes war es, der Stadt eine Richtschnur vorzugeben an der sie eine nachhaltige Seniorenpolitik aufbauen und ausrichten kann.

Wohnen, Grundversorgung, Pflege, Beratung und soziale Netzwerke sind die wichtigsten Themenbereiche, in dem Konzept, wobei der Stadt Pappenheim eine Umsetzung der Empfehlungen in den verschiedenen Zeitrahmen kurzfristig, mittelfristig und langfristig vorgeschlagen wird.

Sehr ausführlich wird die demografische Entwicklung in Pappenheim bis in das Jahr 2033 beleuchtet woraus sich ergibt, dass Angebote für jüngere Senioren genauso geschaffen werden sollten wie auch eine örtliche Versorgungsstruktur für höhe betagte und pflegebedürftige Menschen vor Ort.

Durch die Schließung des Georg-Nestler-Hauses im Mai 2021 ist eine Versorgungslücke für pflegebedürftige Senioren in der Kernstadt entstanden, die dazu führt, dass viele Senioren ihren Lebensabend nicht mehr in ihrem Heimatort verbringen können. Ein klassisches Beispiel ist Pappenheims Ehrenbürger Hans Navratil, der mit 99 Jahren von Pappenheim in der Pflegeeinrichtung in Gunzenhausen umziehen musste. Auch bei dem öffentlichen Workshop Ende April dieses Jahres kam zur Sprache, dass es in Pappenheim an Wohnraum für Senioren mangelt. Deshalb bestehen Planungen im ehemaligen Georg-Nestler-Haus zwei ambulant betreute Wohngemeinschaften mit je 12 Plätzen und eine Tagespflege mit rund 20 Plätzen einzurichten.

Dabei sollen die Wohngemeinschaften so konzipiert sein, dass auch Pflegebedürftige mit einem hohen Pflegebedarf versorgt werden können.

Nach dem Konzept ist die ambulante Wohngemeinschaft mit 12 Pflegeplätzen und einer Tagespflege im ehemaligen Bieswanger Schulhaus eine lobenswerte Komponente in Pappenheims politischem Seniorenkonzept.

Für die Zukunft erläuterte Anja Preuß eine ganze Reihe von Zielen für eine kurz- mittel- und langfristige Ausrichtung der Seniorenpolitik in der Stadt. Dabei ist festzustellen, dass in den meisten Fällen die Stadt Pappenheim als Ansprechpartner und Umsetzungsverantwortlicher genannt ist.

So fällt die Wohnraumbeschaffung beispielsweise in den langfristigen Umsetzungsbereich, der in den nächsten fünf Jahren umgesetzt werden könnte.

Zu den mittelfristigen Zielen gehören etwa die Prüfung der bestehenden Angebote für Seniorinnen und Senioren in der Stadt auf ihre Demenzfreundlichkeit, die eine Umsetzungszeit in den nächsten drei Jahren vorsehen.

Für die kurzfriste Umsetzung im Lauf des nächsten Jahres sieht das Konzept eine ganze Reihe von Maßnahmen vor.

Dazu gehören, die Öffentlichkeitsarbeit für die Wohnberatungsstelle des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen, Ortsbegehungen mit Betroffenen und politischen Entscheidungsträgern, Aufbau einer Nachbarschaftshilfe, und Vertretern, Herausgabe und ständige Aktualisierung eines Flyers mit allen Angeboten für Seniorinnen und Senioren in der Stadt und die Gründung eines Runden Tisches der Vereine.

Geradezu überwältigt zeigte sich die SPD-Fraktionsvorsitzende Anette Pappler von dem Inhalt des Seniorenkonzeptes. Durch den Antrag von SPD und Grünen sei es gelungen Klarheit über die aktuelle Lage und die Zukunftsperspektiven der Senioren zu bekommen. Durch die guten und wertvollen Handlungsempfehlungen des Konzepts sei es dem Stadtrat jetzt möglich zielgerichtete Aktivitäten zu entwickeln. Denn die Erstellung des Konzepts könne nur ein Zwischenschritt sein – die erste Etappe – stellte Anette Pappler fest.

Die aktuell 895 Seniorinnen und Senioren im Gemeindebereich Pappenheim mit über 65 Jahren können nun mit freudiger Erwartung den Seniorenpolitischen Aktivitäten entgegensehen. Die Ziele sind jedenfalls durch die bei den Workshops mit Pappenheimer Bürgen fachkundig definiert und in Sichtweite aufgestellt.




Älter werden in Pappenheim — gestalten Sie mit

„Älter werden in Pappenheim“ ist das Thema einer öffentlichen Veranstaltung in die Turnhalle des EBZ zu der am Donnerstag, 28. April 2022 um 14:00 alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen sind. In einem Aufruf wünscht sich der Erste Bürgermeister Florian Gallus eine rege Teilnahme sowie eine aktive Mitarbeit.

Anmeldungen werden bis zum 25.04.22 telefonisch unter 09143-60699 oder per E-Mail an stadtpapnenheim@pappenheim.de erbeten.

In einem Schreiben gibt Bürgermeister Gallus dazu folgendes bekannt:“

Die meisten älteren Menschen möchten in ihrem eigenen Zuhause wohnen bleiben – auch bei Unterstützungs- oder Hilfebedarf — sowie weitestgehend selbstbestimmt und aktiv den Alltag gestalten. Im Hinblick auf die demographische Entwicklung und die Veränderung familiärer Strukturen steht die Stadt Pappenheim wie viele andere Kommunen vor großen Herausforderungen:

    • Wie kann sich die Gemeinde auf die künftigen Entwicklungen einstellen?
    • Welche Gegebenheiten und Bedürfnisse sind zu berücksichtigen?
    • Welche Chancen und Potentiale können aufgegriffen werden?

Um diese Fragen zu beantworten, wurde in der Stadt Pappenheim bereits am 10. März 2022 ein Workshop mit den verschiedenen Akteuren der Seniorenarbeit von der Koordinationsstelle „Wohnen im Alter“ aus München moderiert.

Dabei wurden für die Stadt verschiedene Maßnahmen diskutiert, um die Seniorenarbeit in Pappenheim und den Ortsteilen zukunftsgerecht zu gestalten. Nach Meinung am Workshop beteiligen Personen muss es das Ziel in Pappenheim sein, dass Wohnen und Leben vor Ort möglichst lange gewährleistet werden können. Hier gilt es, entsprechende Angebote zu schaffen.

Bestätigt wurde, dass das „Miteinander im Ort“ derzeit gut funktioniert. Wichtig jedoch ist, dass möglichst frühzeitig über die Herausforderungen des demografischen Wandels diskutiert wird, um dem Wunsch, im Ort gut und selbstständig wohnen bleiben zu können, gerecht zu werden.

Wie geht es weiter?
Alle Ergebnisse aus dieser Diskussion sollen jetzt allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern in einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt und zur Diskussion gestellt werden. Alle Teilnehmer haben dabei auch die Möglichkeit, ihre eigenen Vorstellungen zur altersgerechten Entwicklung der Stadt Pappenheim einzubringen und eigene Anregungen und Wünsche mitzuteilen.

Die Stadt Pappenheim lädt Sie deshalb
herzlich zur Veranstaltung
„Älter werden in Pappenheim“
Donnerstag, 28. April 2022, um 14:00 Uhr in die
Sporthalle des Evangelischen Bildungs- und Tagungszentrums (EBZ), Stadtparkstraße 8, in Pappenheim ein.

Die Stadtverwaltung freut sich auf Ihre Teilnahme sowie eine aktive Mitarbeit an der zukünftigen Entwicklung der Stadt Pappenheim und bitten um

Anmeldung bis zum 25.04.22
per E-Mail an stadtpapnenheim@pappenheim.de
oder telefonisch unter 09143-60699.“




Großes Interesse am Infotag der Diakonie

Sehr erfolgreich war der Infotag den die Diakonie Pappenheim-Weißenburg in der neu gestalteten Senioreneinrichtung in Bieswang angeboten hat. Mehr als 70 Interessenten hatten sich im Vorfeld angemeldet. Wegen der aktuellen Coronalage sind die Besucher Gruppenweise zu verschiedenen Zeiten zu Besichtigung und Information eingeladen worden.

Das vormalige Bieswanger Schulhaus hat die Stadt Pappenheim in enger Abstimmung mit der Diakonie seit Frühjahr 2020 zu einer Einrichtung für Senioren umgebaut. Wenn alles nach Plan läuft, so zeigt sich Sven Emmerling, der bei der Diakonie Weißenburg die Altenhilfe leitet vorsichtig optimistisch, werden am 1. April die Seniorinnen und Senioren in der neuen Wohngemeinschaft in Bieswang Einzug halten. „Das geht aber nur dann, wenn die Möblierung da ist und wenn die noch anstehenden Baumaßnahmen wirklich vollständig abgeschlossen sind. Schließlich sollen die neuen Bewohner hier gleich ein angenehmes und fertiges Umfeld antreffen“, sagt Sven Emmerling, der den vielen Interessenten vor Ort kompetent und geduldig Rede und Antwort steht.
Schon jetzt gibt es 11 Vormerkungen für die 12 Wohnplätze, die zu einer familiären Einheit werden soll. Vormerkungen werden jedoch weiterhin entgegengenommen, denn die Mietverträge werden erst in den kommenden Wochen abgeschlossen.
Gemeinschaft – das betont Sven Emmerling immer wieder – soll das zentrale Element der Bieswanger Senioreneinrichtung werden. Wiederspiegeln soll sich das Konzept Gemeinschaft in u.a. in Mitbestimmung sowie gegenseitiger Hilfe und Unterstützung. Ziel der Einrichtung ist es, dass den Menschen im Alter geistige und körperliche Aktivitäten und das Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein erhalten bleiben.
Die Bewohner werden ihren privaten Schlaf- und Rückzugsbereich in ihren angemieteten Räumen von 12 bis 14 Quadratmetern Größe haben, die sie nach ihren Wünschen individuell einrichten dürfen.
Der Tagesablauf soll gemeinsam bestimmt und gestaltet werden.
Betreut wird die neue Senioreneinrichtung von der Diakoniestation Langenaltheim. Aufgenommen werden in die ambulante Wohngemeinschaft Senioren mit allen Pflegegraden. Pflegerische Leistungen können von den Bewohnern je nach bedarf dazu gebucht werden, wobei kleine Hilfeleistungen im Mietvertrag enthalten sind.
Neben der ambulanten Senioren-Wohngemeinschaft bietet die Diakonie in der neuen Bieswanger Einrichtung auch eine Tagesbetreuung mit variablen Betriebszeiten an, die sich nach Anmeldung und Bedarf richten.

Kleine Entstehungsgeschichte
Seit 2012 stand das Bieswanger Schulhaus weitgehend ungenutzt. Im Juni 2015 in der Hochphase des Flüchtllingszustroms war von der Stadtverwaltung der Verkauf des Hauses auf die Tagesordnung einer Stadtratssitzung gesetzt worden. „Das Bieswanger Schulhaus ist tabu“ war bei dieser Sitzung der Kernsatz von Stadtrat Friedrich Hönig und Stadtrat Karl Satzinger, war es, der schon in dieser Sitzung vorschlug, die städtische Immobilie in Bieswang einem sozialen Zweck zuzuführen.
Schon am 15.10.2015 haben drei Sozialträger ihre Nutzungskonzepte für das Bieswanger Schulhaus in der öffentlichen Stadtratssitzung vorgestellt.
Im Dezember 2015 entschied sich der Stadtrat einstimmig für das Nutzung Konzept der Diakonie

Die Planungsphase dauerte bis zum April 2019. Damals präsentierte Architekt Joachim Radegast dem recht erschreckten Stadtrat in einer Kostenberechnung die Bausumme von fast 1,8 Mio Euro. Glücklicherweise gab es vom Amt für ländliche Entwicklung eine kräftige Unterstützung. Diese überbrachte am 2. August 2019 Amtsleiter Gerhard Jörg in Form des Förderbescheides, in dem der Stadt Pappenheim Fördermittel in Höhe von rund1,5 Millionen Euro zugesagt wurden. Mit der Zuwendung des Amtes für ländliche Entwicklung wird der förderfähige Kostenanteil in Höhe von 1,723 Millionen Euro mit 85 Prozent gefördert.

Bei einer Feierstunde damals noch im ungenutzten Schulhaus haben die Festredner den künftigen Verwendungszweck des Gebäudekomplexes als einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung der Grundversorgung der örtlichen Bevölkerung gelobt. Dadurch werde die Dorfgemeinschaft, sowie die Wohn- und Lebensqualität im Ort gestärkt.