Pappenheimer Geschichtsreise stärkt langjährige Freundschaft

Eine abwechslungsreiche Geschichtsreise führte eine Reisegruppe des Heimat- und Geschichtsvereins Pappenheim im September 2026 nach Thüringen. Auf dem Programm standen zahlreiche historische Sehenswürdigkeiten, interessante Führungen und vor allem ein herzliches Wiedersehen mit den Freunden des Heimat- und Geschichtsvereins „Die Pappenheimer“ in Gräfenthal. Dabei wurde einmal mehr deutlich, wie lebendig die seit über 30 Jahren bestehende Freundschaft zwischen den beiden Vereinen ist.

Die Reise begann bei bestem Herbstwetter in Jena, wo die Teilnehmer vom 27-stöckigen Jena-Tower einen eindrucksvollen Blick über die Stadt genießen konnten. Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch des Schiller-Gartenhauses, in dem Friedrich Schiller an seinem berühmten Drama „Wallenstein“ arbeitete. Mit diesem Werk ist auch Pappenheim durch den bekannten Ausspruch „Daran erkenn’ ich meine Pappenheimer“ eng verbunden. Ursprünglich bezog sich dieser auf die Treue und Zuverlässigkeit der Kürassiere unter Graf Gottfried Heinrich zu Pappenheim, die im Heer Wallensteins dienten. Bei einer Führung durch das historische Gartenhaus und die Gartenanlage erfuhren die Reiseteilnehmer Wissenswertes über Schillers Leben und seine Begegnungen mit Johann Wolfgang von Goethe.

Herzlicher Empfang in Gräfenthal
Im thüringischen Gräfenthal wurde die Pappenheimer Reisegruppe von den Mitgliedern des dortigen Heimat- und Geschichtsvereins „Die Pappenheimer“ herzlich empfangen. Auch der ehrenamtliche Bürgermeister Marcel Kuhnen begrüßte die Gäste im Rathaussaal und freute sich über das anhaltende Interesse an der gemeinsamen Geschichte.

Die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Pappenheim und Gräfenthal reichen bis in die Zeit unmittelbar nach der deutschen Wiedervereinigung zurück. Damals hatte Pfarrer Lange Pappenheim und die Burg Pappenheim besucht und damit den Grundstein für eine Verbindung gelegt, die bis heute von beiden Heimat- und Geschichtsvereinen gepflegt wird. Auch diesmal kam die Frage zur Sprache, weshalb aus dieser langjährigen Freundschaft bisher noch keine offizielle Städtepartnerschaft entstanden ist.

Ein besonderer Programmpunkt war der Besuch der evangelischen Marienkirche. Nach einer kurzen Andacht erläuterte der Vorsitzende des Gräfenthaler Heimat- und Geschichtsvereins, Sir Henry Bechthold, die farbenprächtigen Epitaphien der Pappenheimer Grafenfamilie. Anschließend führte er die Gäste in die renovierte Gruft, die inzwischen auch wieder für Andachten genutzt wird.

Weitere Stationen waren das hoch über der Stadt gelegene Schloss Wespenstein und die Graf-Christoph-Ulrich-Regelschule, an deren Namensgebung einst auch Gräfin Ursula zu Pappenheim teilgenommen hatte.

Bewegende Erinnerungen an die deutsche Teilung
Einen nachdenklichen Einblick in die jüngere deutsche Geschichte vermittelte der Besuch des Deutsch-deutschen Museums Georgs-Stift in Gräfenthal. Die zweite Vorsitzende des örtlichen Heimat- und Geschichtsvereins, Christel Wiegand, führte die Gäste durch die Ausstellung, die an die ehemalige innerdeutsche Grenze und die damit verbundenen menschlichen Schicksale erinnert. Besonders eindrucksvoll waren die Darstellungen der Familien, die durch die deutsche Teilung voneinander getrennt wurden. Im Obergeschoss konnten die Besucher zudem eine Ausstellung zur Heimatgeschichte Gräfenthals besichtigen.

Neben der Geschichte kamen auch traditionelles Handwerk und regionale Besonderheiten nicht zu kurz. In der Porzellanfabrik Wagner & Apel in Lippelsdorf erläuterte Frau Krämer die Herstellung des sogenannten „Weißen Goldes“. Die Teilnehmer erfuhren dabei unter anderem, dass in dem Betrieb auch Porzellanschwäne für Schloss Neuschwanstein hergestellt werden.

Ein Besuch bei der Lauensteiner Pralinen-Manufaktur und ein Spaziergang in Spechtsbrunn am Rennsteig rundeten diesen Teil des Reiseprogramms ab.

Von Heilkräutern bis zur Glasbläserkunst
Weitere interessante Eindrücke sammelte die Reisegruppe in Saalfeld. Dort führte ein historischer Abendspaziergang rund um den Marktplatz schließlich zur St.-Josefs-Kirche, wo ein Orgelkonzert den Tag stimmungsvoll ausklingen ließ.

Im Olitätenmuseum in Schmiedefeld erfuhren die Besucher, unter welchen beschwerlichen Bedingungen die früheren Kräuterhändler ihre Waren transportierten. Mit schweren hölzernen Rückentragen zogen sie bei Wind und Wetter durch die Lande, um Heilkräuter, Salben und Tinkturen zu verkaufen. Die anschaulichen Erläuterungen und eine kleine Kostprobe Kräuterlikör machten diesen Besuch zu einem besonderen Erlebnis.

Beeindruckend war auch die Besichtigung der Morassina-Tropfsteinhöhle. Neben den außergewöhnlichen Tropfsteinformationen erhielten die Teilnehmer Einblicke in die einst gefährliche und körperlich schwere Arbeit der Bergleute.

Zum Abschluss der Reise kam im Weihnachtshaus von Krebs Glas in Lauscha bereits vorweihnachtliche Stimmung auf. Zwischen kunstvoll gefertigten Glaskugeln, geschmückten Weihnachtsbäumen und gläsernen Vögeln konnten die Gäste einer Glasbläserin bei ihrer filigranen Arbeit zusehen. Bei Kaffee und Weihnachtsstollen fand das abwechslungsreiche Besuchsprogramm einen gemütlichen Ausklang.

Vorfreude auf ein Wiedersehen in Pappenheim
Mit vielen neuen Eindrücken und schönen Erinnerungen verabschiedeten sich die Pappenheimer von ihren Gastgebern. Die zweite Vorsitzende Christel Wiegand und Kassiererin Margot begleiteten den herzlichen Abschied.

Das nächste Wiedersehen ist bereits vorgesehen. Zum 20-jährigen Jubiläum des Heimat- und Geschichtsvereins vom 24. bis 26. September soll die Freundschaft in Pappenheim weiter gepflegt werden.

Die Geschichtsreise hat damit nicht nur zahlreiche interessante Einblicke in die Geschichte, Kultur und das traditionelle Handwerk Thüringens ermöglicht, sondern auch die besondere Verbundenheit zwischen den Geschichtsfreunden aus Pappenheim und Gräfenthal erneut gefestigt. Gerade diese persönlichen Begegnungen zeigen, welchen Wert die über Jahrzehnte gewachsenen Kontakte für beide Vereine haben.

Titelfoto: Claudia Dommel




Führung auf den Spuren jüdischen Lebens in Pappenheim

Häuser können Geschichten erzählen. In Pappenheim sind es vor allem die Gebäude in der Deisingerstraße und der Graf-Carl-Straße, die noch heute von einem bedeutenden Teil der Stadtgeschichte zeugen. Am Freitag, 18. September 2026, lädt Renate Prusakow um 16 Uhr zu einer Stadtführung unter dem Titel „Jüdisches Leben in Pappenheim“ ein.

Dabei führt der Weg zurück in eine Zeit, in der jüdische Familien selbstverständlich zum gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben der Stadt gehörten. Sie lebten und handelten unter dem Schutz der Grafschaft Pappenheim und hinterließen Spuren, die bis heute im Stadtbild zu finden sind.

Gerade die Hausgeschichten in der Deisingerstraße und der Graf-Carl-Straße lassen diese Vergangenheit auf besondere Weise lebendig werden. Hinter Fassaden und Haustüren verbergen sich Geschichten von Menschen und Familien, von Handel und Alltag und nicht zuletzt von Verbindungen, die von Pappenheim weit hinaus in die Welt reichten.

Die Führung möchte den Blick für diesen Teil der Pappenheimer Geschichte öffnen und dazu einladen, vermeintlich vertraute Straßen und Häuser einmal mit anderen Augen zu betrachten. Denn jüdisches Leben in Pappenheim ist nicht nur ein Kapitel aus vergangenen Tagen, sondern ein Teil der Stadtgeschichte, dessen Spuren noch immer gegenwärtig sind.

Treffpunkt für die Stadtführung mit Renate Prusakow ist am Freitag, 18. September, um 16 Uhr auf dem Pappenheimer Marktplatz.




HGV Pappenheim zeigt Erinnerungen an die Burgkeramik

Ein beinahe vergessenes Kapitel Pappenheimer Handwerksgeschichte ist jetzt in der Arkade an der Stadtvogteigasse wieder sichtbar geworden. Der Heimat- und Geschichtsverein Pappenheim und Ortsteile e.V. (HGV) hat dort ein neues Ausstellungsfenster gestaltet, das der Pappenheimer Burg-Keramik gewidmet ist. Zu sehen sind kunstvoll bemalte Stücke aus einem Handwerksbetrieb, der in der Nachkriegszeit für rund elf Jahre zum Pappenheimer Geschäftsleben gehörte.

Arrangiert wurde die Ausstellung im Arkadenfenster von der Pappenheimer Künstlerin Birgit van der Gang, die den historischen Exponaten einen ansprechenden Rahmen gegeben hat. Zur Eröffnung der kleinen Ausstellung konnte die HGV-Vorsitzende Renate Prusakow gemeinsam mit ihrem Stellvertreter Daniel Hardy interessierte Gäste begrüßen. Besonders freuten sich die Verantwortlichen über den Besuch von Stadträtin Stefanie Glück und Marcus Wurm.

Im Mittelpunkt des Treffens stand allerdings eine Pappenheimerin, die über die Burg-Keramik nicht nur aus historischen Quellen berichten kann. Inge Held hat diese besondere Epoche der Stadtgeschichte selbst miterlebt. Nach ihrer Schulzeit vertiefte sie ihre künstlerische Begabung im Betrieb von Eduard Roesner und absolvierte dort eine vierjährige Lehrzeit als Porzellanmalerin.

Roesner, der aus Buchau stammte, hatte den Betrieb nach dem Krieg zunächst auf der Pappenheimer Burg eingerichtet. Im ehemaligen Logenhaus, das einst von der Freimaurerloge „Karl zur Treue“ genutzt worden war und später als Standesamt diente, wurden Porzellan und Hafnerware von Hand bemalt und anschließend gebrannt. Später verlegte Roesner seinen Betrieb von der Burg in die Innenstadt. Neue Arbeitsräume fand die Burg-Keramik im Obergeschoss der damaligen Bäckerei Auernhammer in der Deisingerstraße 21.

Mit Geschick, Geduld und einem sicheren Gespür für Farben und Formen entstanden dort Blumenmotive, Ornamente und andere dekorative Darstellungen. Eine Besonderheit sind die Signaturen auf der Rückseite mancher Stücke. Mit ihren Kürzeln machten die Künstlerinnen und Künstler ihre Arbeiten als persönliche Handarbeit kenntlich. Überliefert ist beispielsweise das Kürzel „JN“ für Jana Newa.

Viele dieser Arbeiten haben die Jahrzehnte überdauert und sind bis heute in Pappenheimer Familien erhalten geblieben. Damit sind sie weit mehr als dekorative Erinnerungsstücke. Sie erzählen von einem kleinen Betrieb, der Handwerk und künstlerischen Anspruch miteinander verband und jungen Pappenheimerinnen die Möglichkeit bot, die Porzellanmalerei zu erlernen.

Ganz neu ist die Wiederentdeckung der Burg-Keramik allerdings nicht. Bereits im Juni 2013 hatte das damalige Straßenmuseum Pappenheim gemeinsam mit dem Heimat- und Geschichtsverein zahlreiche Erzeugnisse dieses besonderen Pappenheimer Kunsthandwerks gezeigt. Viele Stücke waren damals von Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung gestellt worden. Auch Inge Held berichtete seinerzeit als Zeitzeugin von ihrer Arbeit in der Werkstatt.

Mit dem neuen Ausstellungsfenster in der Stadtvogteigasse holt der HGV dieses Stück Pappenheimer Geschichte nun erneut ins öffentliche Bewusstsein. Und gerade die persönlichen Erinnerungen von Inge Held machten bei der Eröffnung deutlich, dass hinter den ausgestellten Stücken nicht nur ein fast vergessenes Gewerbe steht, sondern auch die Geschichte der Menschen, die dort mit Können und künstlerischem Gespür gearbeitet haben.

Titelfoto: Marcus Wurm




HGV Pappenheimer eröffnet neue Ausstellung

Eine kleine Ausstellung mit viel Pappenheimer Geschichte, liebenswerten Erinnerungen und einem Blick auf das Heute hat der Heimat- und Geschichtsverein Pappenheim und Ortsteile e.V. (HGV) am Dienstagnachmittag, 11. August 2026, in der städtischen Arkade an der Stadtvogteigasse eröffnet.

Die Ausstellung mit dem Titel „Die Pappenheimer Sommerliebe-Taschenausstellung“ erzählen Taschen und andere Erinnerungsstücke von Geschäften, die einst zum Pappenheimer Stadtbild gehörten. Gleichzeitig finden auch heute bestehende Geschäfte ihren Platz. So entsteht auf kleinem Raum eine charmante Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart, ergänzt durch Freundschaftstaschen, die über Pappenheim hinausweisen.

Für die ansprechende Dekoration der Ausstellung sorgte erneut die Galeristin Birgit van der Gang. Große Pappenheimer Grußkarten von Karin Windisch setzen zusätzliche farbenfrohe Akzente und tragen dazu bei, dass aus den einzelnen Ausstellungsstücken ein kleines Gesamtbild Pappenheimer Stadtgeschichte entsteht.

Zur Eröffnung waren auch einige Vertreter jener Geschäfte und Einrichtungen von einst und heute gekommen, die mit den ausgestellten Taschen und Erinnerungsstücken verbunden sind. So bekamen manche der kleinen Zeitzeugen noch einmal einen ganz persönlichen Bezug und ließen frühere Pappenheimer Geschäftszeiten ebenso lebendig werden wie die Verbindung zur Gegenwart.

Manches Stück dürfte bei alteingesessenen Pappenheimern ganz persönliche Erinnerungen wachrufen. Dazu gehört etwa ein Semmelbeutel der Bäckerei Schwarz, die bereits seit 33 Jahren in der Graf-Carl-Straße geschlossen ist. Auch das STRASSENMUSEUM Pappenheim ist vertreten. Seit rund zwölf Jahren gibt es dieses nicht mehr. Eine Tasche zum fünfjährigen Jubiläum des Museums in der Graf-Carl-Straße erinnert zugleich an Erika Lenk, die Besitzerin des damaligen Straßenmuseums Pappenheim.

Freundschaftliche Verbindungen werden mit Taschen aus den Städten Bellenberg und Gräfenthal sichtbar. Auch das Jüdische Jahr 2021 lässt in der Ausstellung noch einmal grüßen. Und während manches inzwischen Pappenheimer Geschichte geworden ist, gehören die „SteinReichen 5“-Gemeinden und der Naturpark Altmühltal und der Campingplatz nach wie vor zur Gegenwart.

Dass die kleine Schau keineswegs nur zurückblickt, zeigen die Stücke aktueller Geschäfte. Ausgestellt sind ein Brotbeutel der Schloss-Apotheke Pappenheim sowie Taschen der Allianz-Versicherung Wurm und der Generali-Versicherung Lämmerer.

Bei guten Gesprächen wurde zur Eröffnung deutlich, worum es dem Heimat- und Geschichtsverein mit dieser kleinen Ausstellung auch geht. Es sind nicht allein Taschen, Beutel und Erinnerungsstücke, die hier zusammengetragen wurden. Mit ihnen verbinden sich Geschichten von Menschen, Geschäften und Begegnungen – und damit ein Stück des gemeinsamen Miteinanders zum Wohl der Stadt Pappenheim.

Foto: Allianz-Verischerungsagentur Wurm




Die Taufe des Mohren Jamaika in Pappenheim

Einen eindrucksvollen Beitrag zum Kirchweihfest anlässlich des 550-jährigen Jubiläums der Stadtkirche leistete die Theatergruppe Pappenheim e.V. Mit der szenischen Darstellung der Taufe des Mohren Jamaika griff sie ein außergewöhnliches Kapitel der Pappenheimer Stadtgeschichte auf. Die Aufführung fand an dem Ort statt, an dem sich das historische Ereignis vor fast 300 Jahren tatsächlich abgespielt hatte.

Grundlage der Inszenierung waren die Aufzeichnungen des damaligen Mesners Martin Zuttel (dargestellt von Thomas Henle). In seiner Chronik schildert er die Taufe eines jungen Mannes afrikanischer Herkunft, der als Kriegsgefangener in die Hände eines Kammerdieners des Pappenheimer Grafenhauses gelangt war. Dieser brachte ihn von einer Reise aus der „Neuen Welt“ nach Pappenheim mit, wo er ihn der Gräfin Anna Maria Louise zum Geschenk machte. Um ein Teil der damaligen Gesellschaft werden zu können musste der Mohr nach vorheriger Unterrichtung getauft werden.

Von der Erzählerin Anette Pappler wurde die einleitende Geschichte eindrucksvoll berichtet.

Nach einem längeren Unterricht im christlichen Glauben beim Herrn Dechanten (Holger Wenzel) wurde der etwa 23-jährige Mann am 8. Juni 1733 in der Stadtkirche zu Pappenheim getauft. Zuttel beschreibt die Zeremonie bis ins Detail.

Bereits am frühen Morgen wurden die Glocken geläutet. Zahlreiche Vertreter des gräflichen Hauses, darunter Graf Friedrich Ferdinand (Peter Salisch), Gräfin Pappenheim, seine Frau (Marianne Pappler), Gräfin Anna Louisa von Leiningen-Dachsburg (Barbara Mürl), Frau Apothekerin Feuerlein (Irmgard Meyndt) und Frau Verwalterin Kern (Irene Salisch) mit ihrer Tochter (Mira Hassan).

Auch Geistliche, wie etwa der Bergpfarrer (Günther Kleber), Beamte und weitere Ehrengäste nahmen an der Feier teil. Der Täufling (Jenny Ottmann) legte nach den Aufzeichnungen des Mesners und auch bei der aktuellen Inszenierung ein sicheres Glaubensbekenntnis ab.

Bei der Taufe erhielt er den Namen Friedrich Ludwig Jamaica.

Die feierliche Zeremonie wurde damals von Gesängen, Gebeten und einer ausführlichen Predigt über Herkunft und Bekehrung der Heiden begleitet. Martin Zuttel selbst berichtet, dass er dem Täufling das weiße Taufgewand anzog, bei der Taufe das Wasser übergoss und anschließend die weiteren Aufgaben rund um die Feier übernahm.

Die Theatergruppe Pappenheim verstand es, diese historische Begebenheit mit viel Gespür und Respekt am Taufstein in der Stadtkirche darzustellen. Gerade weil die Aufführung am authentischen Ort stattfand, gewann sie eine besondere Wirkung. Die Besucher erhielten einen lebendigen Einblick in ein außergewöhnliches Ereignis aus der Pappenheimer Geschichte und in die religiösen und gesellschaftlichen Vorstellungen des 18. Jahrhunderts.

Die Zuttelchronik und auch die Erzählerin Anette Pappler berichtete auch vom weiteren Leben Friedrich Ludwig Jamaicas. Er heiratete am 3. September 1738 Johanna Deffner, die Tochter des Pappenheimer Scharfrichters. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. Bereits am 10. November 1739 starb Friedrich Ludwig Jamaica im Alter von nur 29 Jahren an einem Blutsturz und wurde in Pappenheim beigesetzt.

Mit ihrer eindrucksvollen Darstellung machte die Theatergruppe Pappenheim die Geschichte wieder einmal auf besondere Weise erlebbar und setzte einen Höhepunkt des Kirchweihfestes zum 550-jährigen Jubiläum der Stadtkirche.




Pappenheimer Militärgeschichte in Wort und Bild

170 Jahre Vereinsgeschichte sind ein Zeitraum, in dem sich nicht nur ein Verein, sondern auch eine Stadt und ihr gesellschaftliches Umfeld grundlegend verändern. Genau diesen weiten Bogen spannt das Buch „Pappenheimer Militärgeschichte – 170 Jahre Militärverein Pappenheim“ von Phillip Engeler.

Auf mehr als 100 Seiten nimmt der Autor seine Leser mit auf eine historische Zeitreise durch die Geschichte des Pappenheimer Militärvereins. Dabei bleibt der Blick keineswegs allein auf das Vereinsleben gerichtet. Vielmehr werden auch die Grafschaft und das Bayerische Königreich in den historischen Zusammenhang einbezogen. So entsteht ein vielschichtiges Bild jener Zeitläufe, in denen der Militärverein seinen Platz in der Pappenheimer Geschichte gefunden und über Generationen hinweg behauptet hat.

Besonders reizvoll dürfte für historisch interessierte Pappenheimer das umfangreiche Bild und Quellenmaterial sein. Seltene Aufnahmen und wertvolle Dokumente ergänzen die Geschichten und machen manches sichtbar, was bislang vielleicht nur aus Erzählungen bekannt war oder im Verbrorgenen schlummerte. Geschichte wird auf diese Weise nicht nur beschrieben, sondern bekommt Gesichter, Orte und einen unmittelbaren Bezug zur Heimatstadt.

Dass sich 170 Jahre Vereinsgeschichte nicht in wenigen Zeilen erzählen lassen, versteht sich von selbst. Das Buch bietet deshalb Gelegenheit, tiefer in ein Stück Pappenheimer Vergangenheit einzutauchen und dabei sicherlich auch die eine oder andere bislang unbekannte Einzelheit zu entdecken. Gerade für Freunde der örtlichen Geschichte, aber auch als bleibende Erinnerung an ein besonderes Vereinsjubiläum, dürfte der Band einen Platz im heimischen Bücherregal finden.

Das Buch von Phillip Engeler ist zum Preis von 18 Euro erhältlich. Verkaufsstellen in Pappenheim sind die Tourist Information und der Burgshop. In Treuchtlingen gibt es das Buch bei der Firma Korn Buch Papier Spiel und in Weißenburg bei der Buchhandlung Meyer.

Titelbild: MRK Pappenheim




Pappenheim lädt Kinder zur spannenden Stadtrallye ein

Pappenheim lässt sich ab sofort auch auf spielerische Weise entdecken. Mit der neuen Kinderrallye gibt es ein Angebot, das sich an junge Entdecker und ihre Familien richtet und gleichzeitig die schönsten Ecken der Stadt näherbringt.

Begleitet werden die Teilnehmer von Ritter Papino, der auf einer abwechslungsreichen Entdeckungstour durch Pappenheim führt. Entlang der Strecke gilt es, verschiedene Fragen zu beantworten und dabei die Stadt mit offenen Augen zu erkunden. So verbindet die Rallye Wissenswertes mit Spaß und lädt dazu ein, bekannte und vielleicht auch bislang unbekannte Orte zu entdecken.

Wer den ausgefüllten Flyer anschließend in der Tourist-Information abgibt, darf sich über eine kleine Überraschung freuen.

Der Flyer zur Kinderrallye ist ab sofort kostenlos in der Tourist-Information erhältlich. Das neue Angebot richtet sich gleichermaßen an Gäste wie an Einheimische und bietet eine kurzweilige Möglichkeit, Pappenheim aus einer neuen Perspektive kennenzulernen.

Die Stadt Pappenheim wünscht allen Kindern und ihren Begleitern viel Freude bei der Kinderrallye und eine spannende Entdeckungstour durch die die historische Stadt

 




Zeitreise auf dem Jüdischen Friedhof in Pappenheim

Wer die Geschichte Pappenheims einmal aus einer besonderen Perspektive entdecken möchte, hat dazu am Freitag, 12. Juni 2026, Gelegenheit. Unter dem Titel „Shalom in Pappenheim – eine Zeitreise mit Einblicken im Jüdischen Friedhof Pappenheim“ lädt Bürgerfrau Renata zu einer Führung über den historischen Friedhof ein.

Der Jüdische Friedhof gilt als der älteste jüdische Friedhof Mittelfrankens und ist ein bedeutendes Zeugnis der jahrhundertelangen jüdischen Lebens in Pappenheim. Bei der etwa einstündigen Führung unter dem Motto „Wenn Steine sprechen – die Spuren der Pappenheimer Juden“ erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Einblicke in das Leben, Wirken und die Geschichte der jüdischen Gemeinschaft in Pappenheim.

Beginn der Führung ist um 16 Uhr. Treffpunkt ist vor dem Jüdischen Friedhof in der Bürgermeister-Rukwid-Straße. Die Teilnahme kostet 8 Euro pro Person.

Die Besucher erwartet eine spannende Zeitreise durch die Vergangenheit, bei der Grabsteine und historische Zeugnisse von Menschen erzählen, die das Leben in Pappenheim über viele Generationen hinweg mitgeprägt haben.

Die teilnehmenden männlichen Personen werden gebeten, aus Respekt vor der Tradition eine Kopfbedeckung zu tragen.

Interessierte sind herzlich eingeladen, in die lebendige Geschichte Pappenheims einzutauchen und einen besonderen Ort der Erinnerung und Begegnung kennenzulernen.




Für den MRK 1856 Pappenheim auf Spurensuche im Hausarchiv der Wittelsbacher

Im Jubiläumsjahr des Militärvereins und der Reservistenkameradschaft 1856 Pappenheim (MRK) richtet sich der Blick nicht nur zurück auf 170 Jahre Vereinsgeschichte, sondern auch tief hinein in die Archive der bayerischen Geschichte. Für die geplante Vereinschronik hat sich Philipp Engeler aus Zimmern auf Spurensuche begeben und dabei einen besonderen Ort aufsuchen dürfen, der selbst vielen Geschichtsinteressierten verschlossen bleibt.

Am 21. und 22. April führte ihn seine Recherche in das Geheime Hausarchiv der Wittelsbacher nach München. Der Zugang zu diesem traditionsreichen Archiv ist an besondere Voraussetzungen gebunden. Die erforderliche Genehmigung wurde durch Seine Königliche Hoheit Herzog Franz als Chef des Hauses Wittelsbach erteilt, ermöglicht durch die Empfehlung von Dr. Albrecht Graf von undzu Egloffstein. Ein Umstand, für den sich Philipp Engeler außerordentlich dankbar ist.

Im Mittelpunkt der Nachforschungen standen die Grafen zu Pappenheim, die sowohl dem Militärwesen als auch dem Königshaus eng verbunden waren. In einem ausführlichen Gespräch mit Archivdirektor Dr. Gerhard Immler zeigte sich, dass der Name Pappenheim im Hausarchiv Wittelsbach durchaus Gewicht besitzt. In der Folge erhielt Engeler Zugang zu einer außergewöhnlich umfangreichen königlichen Bildersammlung.

Dabei bot sich ihm eine seltene Gelegenheit. Er konnte originale Fotoalben der bayerischen Könige einsehen und eigenständig nach Spuren der Pappenheimer Grafen durchsuchen. Eine Aufgabe, die selbst erfahrene Historiker mit Respekt angehen. Für einen Nicht-Historiker bedeutete dies nicht nur große Verantwortung, sondern auch eine gewisse Anspannung. Hinzu kam die Herausforderung, historische Handschriften zu entziffern, die ein geübtes Auge verlangen.

Die Mühe blieb nicht ohne Ergebnis. Engeler gelang es, Bildbelege zu finden, die die Grafen von Pappenheim im Umfeld ihrer königlichen Dienstherren zeigen und damit ihre besondere Stellung bei Hof dokumentieren. Ergänzt werden diese Funde durch Schriftstücke, darunter Briefe von König Ludwig I. an Graf Carl, sowie eindrucksvolle Aufnahmen aus dem höfischen Umfeld.

Das Geheime Hausarchiv selbst gilt als eine der zentralen Quellen zur Geschichte Bayerns. Gegründet im Jahr 1799, vereint es heute Dokumente aus mehr als 800 Jahren. Neben offiziellen Akten umfasst es auch persönliche Nachlässe, Briefe und Tagebücher der Wittelsbacher. Trotz seines Namens handelt es sich weniger um ein verborgenes als vielmehr um ein historisch gewachsenes Familienarchiv mit besonderen rechtlichen Rahmenbedingungen.

Mit Blick auf die entstehende Chronik verbindet Engeler seinen Bericht auch mit einem Anliegen. Gesucht werden weiterhin Bilder und Dokumente aus Pappenheimer Besitz, die zur Vervollständigung der Vereinsgeschichte beitragen können. Jede bislang unentdeckte Aufnahme könnte ein weiteres Puzzlestück sein, das die lange Tradition des Militärvereins lebendig werden lässt.

Titelbild: Geheimes Hausarchiv Wittelsbach
v.l: Dr. Gerhard Immler, Aruchivleiter und Philipp Engeler bei seinen Rechercehn




Erinnerung an Ursula Gräfin zu Pappenheim

Mit einer Ausstellung in der Arkade an der Stadtvogteigasse würdigt der Heimat- und Geschichtsverein Pappenheim und Ortsteile e.V. den 100. Geburtstag von Ursula Gräfin zu Pappenheim. Die Präsentation wurde am Donnerstag, 9. April, eröffnet und ist bis Mitte Juni täglich rund um die Uhr zugänglich.

Den Auftakt bildete eine kleine Gedenkfeier in der St.-Gallus-Kirche. Die Erste Vorsitzende des Vereins, Renate Prusakow, zeichnete dabei ein einfühlsames Bild vom Wirken der Gräfin, die das öffentliche Leben Pappenheims über viele Jahrzehnte hinweg in besonderer Weise mitprägte. Nach ihrer landwirtschaftlichen Ausbildung und einem entsprechenden Studium übernahm Ursula Gräfin zu Pappenheim zunächst Verantwortung für das Gut Altheimersberg und später für die gesamten land- und forstwirtschaftlichen Betriebe der Familie. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Gert Graf von der Recke-Volmerstein entwickelte sie diese erfolgreich weiter.

Ihr Engagement reichte jedoch weit über die unternehmerische Tätigkeit hinaus. Sie brachte sich über viele Jahre im Bayerischen Roten Kreuz ein, war Mitglied des Pappenheimer Stadtrates und engagierte sich mehr als zwei Jahrzehnte im evangelischen Kirchenvorstand. Ihr Wirken stand dabei stets im Zeichen des Gemeinwohls und blieb oft bewusst im Hintergrund.

Auch für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt setzte sie wichtige Impulse, etwa durch die Bereitstellung von Flächen für Unternehmen und Wohnbauprojekte. In der Erinnerung vieler Menschen ist sie bis heute als bodenständige und den Menschen zugewandte Persönlichkeit präsent.

Im Rahmen der Gedenkfeier an der auch Raily Gräfin von der Recke, die Tochter Gräfin Ursulas teilnahm, wurde mit dem Kreuz der Verbundenheit, das die Beziehungen zahlreicher Orte der einstigen Herrschaft Pappenheim symbolisiert, sowie einem Lichterherz an die Verstorbene erinnert. Im kleinen Kreis hielt man im stillen Gedenken Inne. Begleitet von Diakon Lothar Michel an der Gitarre erklang das Lieblingslied der Gräfin „Geh aus mein Herz und suche Freud“. Nach dem Segen führte der Weg in die Stadtvogteigasse, wo die Ausstellung in der Arkade eröffnet wurde.

Die Gestaltung der Präsentation lag in den bewährten Händen der Pappenheimer Künstlerin Birgit van der Gang. Fotos und Texte wurden aus der Sammlung von Peter Prusakow zusammengestellt und lassen die Bedeutung von Ursula Gräfin zu Pappenheim für die Stadt und ihre Menschen lebendig werden.

Die Ausstellung ist bis Mitte Juni zu sehen. Im Anschluss ist an gleicher Stelle eine Präsentation zu Pappenheimer Werbeartikeln in Planung.




Pappenheim pflegt Erinnerung und Freundschaft mit Lützen

Der Heimat- und Geschichtsverein Pappenheim und Ortsteile e.V. hat am Sonntag 15.03.2026 im Europäischen Haus die dritte Memory-Broschüre vorgestellt. Zahlreiche Gäste aus der Region sowie aus Lützen waren dazu nach Pappenheim gekommen. Im Mittelpunkt stand die Geschichtsreise des Jahres 2025 und die enge Verbindung beider Städte.

Vorsitzende Renate Prusakow blickte auf die Stationen der Reise zurück. Besuche historischer Orte, Führungen im Museum Lützen 1632 und gemeinsame Gedenkmomente hätten die Geschichte lebendig werden lassen. Die neue Broschüre halte diese Eindrücke fest und mache deutlich, wie sehr Begegnungen das Verständnis für die gemeinsame Vergangenheit prägen.

Landrat Manuel Westphal unterstrich die gewachsene Partnerschaft zwischen Pappenheim und Lützen. Über viele Jahre hinweg seien durch Projekte und persönliche Kontakte enge Verbindungen entstanden. Die Broschüre sei ein weiterer sichtbarer Ausdruck dieser Zusammenarbeit. Zugleich sprach er dem Heimat- und Geschichtsverein seinen Dank aus. Mit großem Engagement werde hier nicht nur die Geschichte Pappenheims bewahrt, sondern ein Beitrag für die gesamte Region geleistet. Wer seine Wurzeln kenne, könne Gegenwart und Zukunft besser einordnen.

Auch Bürgermeister Florian Gallus hob die Bedeutung solcher Initiativen für die Stadt Pappenheim hervor. Geschichte entstehe nicht allein aus Daten, sondern durch Austausch und persönliche Begegnungen. Der Verein trage dazu bei, diese Zusammenhänge sichtbar zu machen und weiterzugeben.

Lützens Bürgermeister Mirko Kother erinnerte an die historischen Verbindungen beider Städte bis zur Schlacht von 1632. Heute stehe jedoch die Freundschaft im Vordergrund. Die gewachsenen Kontakte seien Ausdruck einer lebendigen Erinnerungskultur und zugleich ein Zeichen für Verständigung und Frieden.

Die vorgestellte Broschüre greift diese Entwicklung auf. Sie dokumentiert Geschichte ebenso wie persönliche Begegnungen und zeigt, wie aus historischen Ereignissen eine partnerschaftliche Beziehung entstanden ist. Erhältlich ist sie in der Tourist-Information in Pappenheim.




HGV Pappenheim lädt zur Tagesfahrt ins jüdische Regensburg ein

Der Heimat- und Geschichtsverein Pappenheim und Ortsteile e. V. organisiert am Freitag, 24. April 2027, eine Tagesfahrt nach Regensburg. Unter dem Leitgedanken „Shalom in Regensburg ein Hauch der Geschichte weht uns auf der Donau um die Nase“ sind neben den Vereinsmitgliedern auch interessierte Gäste zur Teilnahme eingeladen.

Die Fahrt erfolgt auf Einladung der Jüdischen Gemeinde Regensburg, die Einblicke in das jüdische Leben vor Ort ermöglicht. Zwischen Pappenheim und Regensburg besteht bis heute eine dokumentierte geschichtliche Verbindung.

Am Vormittag steht eine Führung durch die Jüdische Synagoge sowie das Gemeindezentrum mit Ausstellung auf dem Programm. Die Führung übernimmt Sylvia Seifert. Das Mittagessen wird vor Ort in koscherer Form angeboten.

Am Nachmittag besuchen die Teilnehmer das Alte Rathaus, in dem einst der Immerwährende Reichstag tagte. Unterwegs wird zudem ein Stolperstein aufgesucht. Im Anschluss bleibt Zeit für einen Rundgang durch die Altstadtgassen.

Über die Steinerne Brücke führt der Weg zum Hafen, wo die Gruppe auf das Schiff MS Bruckmandl geht. Eine Strudelfahrt auf der Donau mit Kaffee und Kuchen bildet den Abschluss des Aufenthalts.

Die Abfahrt erfolgt um 7 Uhr am Marktplatz in Pappenheim, die Rückkehr ist gegen 20 Uhr vorgesehen. Der Reisepreis beträgt 60 Euro pro Person und beinhaltet Busfahrt, Führungen, Mittagessen und Schifffahrt.

Eine Anmeldung ist bis spätestens 15. April 2026 bei Renate Prusakow unter der Telefonnummer 09143 1425 oder per E Mail an info@pappenheim-geschichte.de möglich. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.