Hofana-Stiftung in Pappenheim kann weiterhin keine Zuwendungen vergeben

Die Hofana-Stiftung in Pappenheim verfügt über ein beträchtliches Vermögen, kann aber seit 16 Jahren keine Zuwendungen mehr vergeben. Auch im Haushaltsjahr 2026 wird sich daran nichts ändern. Die Zinserträge reichen nicht aus, um den gesetzlich vorgeschriebenen Erhalt des Stiftungsvermögens sicherzustellen. Der Stadtrat hat deshalb in seiner Sitzung am 22. Oktober 2026 den Haushaltsplan und die Haushaltssatzung der Stiftung einstimmig beschlossen, ohne Mittel für soziale Zuwendungen vorzusehen.

Zinseinnahmen werden vollständig angespart
Für das Jahr 2026 rechnet die Hofana-Stiftung mit Zinseinnahmen von 8.100 Euro. Davon erhält die Stadt Pappenheim 1.500 Euro für die Verwaltung der Stiftung. Die verbleibenden 6.600 Euro fließen vollständig in die Sonderrücklage.

Damit sollen die gesamten Rücklagen von 443.700 Euro zu Jahresbeginn auf 450.300 Euro zum Jahresende anwachsen. Der Verwaltungshaushalt schließt mit jeweils 8.100 Euro in Einnahmen und Ausgaben ab, der Vermögenshaushalt mit jeweils 6.600 Euro.

Warum das Stiftungsvermögen nicht ausgegeben werden darf
Dass die Stiftung trotz ihrer hohen Rücklagen keine Zuschüsse vergeben kann, liegt an den gesetzlichen Vorgaben zum Erhalt des Grundstockvermögens. Dieses betrug ursprünglich 382.070 Euro und muss nicht nur in seiner ursprünglichen Höhe, sondern auch unter Berücksichtigung der Inflation erhalten bleiben.

Um den Kaufkraftverlust seit der Gründung auszugleichen, müsste das Grundstockkapital nach der Berechnung für 2025 inzwischen 812.926 Euro betragen. Tatsächlich waren jedoch nur 443.532 Euro vorhanden. Es fehlen somit rund 369.000 Euro, um den inflationsbereinigten Wert des ursprünglichen Vermögens zu erreichen.

Deshalb müssen die jährlichen Zinserträge zunächst angespart werden. Erst wenn darüber hinaus ausreichende Erträge zur Verfügung stehen, darf die Stiftung wieder Zuschüsse vergeben. Die letzte Ausschüttung erfolgte 2010. Damals erhielt das Bayerische Rote Kreuz 2.000 Euro für die Rettungswache.

Bürgermeister erinnert an den Stiftungsgründer
Um insbesondere die neuen Stadtratsmitglieder über die Hintergründe zu informieren, erläuterte Bürgermeister Florian Gallus bei der Haushaltsberatung auch die Geschichte und den Zweck der Hofana-Stiftung.

Gegründet wurde sie 1971 von dem Pappenheimer Unternehmer und späteren Ehrenbürger Georg Nestler, dem Inhaber der früheren Strickmodenfabrik Hofana. Nestler hatte sich schon zu Lebzeiten durch großzügige Unterstützung sozialer Einrichtungen und bedürftiger Menschen ausgezeichnet. Mit der Stiftung wollte er sicherstellen, dass sein Vermögen auch nach seinem Tod gemeinnützigen Zwecken dient. Deshalb setzte er die Stiftung als Alleinerbin ein.

Georg Nestler starb am 15. August 1976, vor 50 Jahren. Der Heimat- und Geschichtsverein Pappenheim hat in einem umfangreichen Beitrag an das Leben und Wirken des Unternehmers erinnert.

[Den Artikel über Georg Nestler finden Sie hier … ]

Die Hofana-Stiftung ist eine rechtlich selbstständige Stiftung des bürgerlichen Rechts. Verwaltet und vertreten wird sie durch die Organe der Stadt Pappenheim. Der Stadtrat übernimmt zugleich die Aufgaben des Stiftungsrates.

Soziale Hilfe war das wichtigste Anliegen
Nach den ursprünglichen Stiftungsbestimmungen sollten vor allem die damaligen Männer- und Frauenbereitschaften des Bayerischen Roten Kreuzes sowie das Jugendrotkreuz in Pappenheim unterstützt werden. Außerdem sollten Zuwendungen dazu beitragen, hilfsbedürftigen älteren Menschen die Aufnahme in ein Pappenheimer Altenheim zu ermöglichen.

Da diese Fördermöglichkeiten in ihrer ursprünglichen Form inzwischen hinfällig geworden sind, kommen nach den Stiftungsbestimmungen unter bestimmten Voraussetzungen auch Kinderheime, Kindergärten und Waisenhäuser im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen als Empfänger infrage. Einrichtungen in Pappenheim haben dabei Vorrang.

Ein Grundstück erinnert an Charlotte Nestler
Zum Stiftungsvermögen gehört auch ein Grundstück bei Langenbruck an der Autobahn A 9 in der Gemarkung Hög, Gemeinde Reichertshofen. Dort erinnert ein Gedenkkreuz an Charlotte Nestler, die Ehefrau von Georg Nestler und Inhaberin der Strickmodenfabrik Hofana.
Sie kam im Oktober 1967 auf der Fahrt zur Modewoche nach München bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Auch der Fahrer des Fahrzeugs starb bei dem Unglück. Georg Nestler bewahrte das Andenken an seine Frau unter anderem durch die Gründung der Charlotte-Nestler-Stiftung.

Stiftungsauftrag bleibt bestehen
Mit dem einstimmigen Haushaltsbeschluss hat der Stadtrat die finanziellen Grundlagen der Hofana-Stiftung für 2026 festgelegt. Der ursprüngliche Auftrag des Stifters, soziale Einrichtungen und hilfsbedürftige Menschen zu unterstützen, bleibt bestehen.

Wann die Stiftung diesen Auftrag wieder mit finanziellen Zuwendungen erfüllen kann, ist allerdings nicht absehbar. Denn zunächst muss das vorhandene Kapital weiter anwachsen, um den inflationsbedingten Wertverlust des Stiftungsvermögens auszugleichen.




Planungen für Pappenheim Nord an Nürnberger Architekturbüro vergeben

Die städtebauliche Entwicklung des Gebiets „Pappenheim Nord“ nimmt einen weiteren Schritt. Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am 22. Oktober 2026 einstimmig beschlossen, das Nürnberger Büro mt2 ARCHITEKTEN BDA | STADTPLANER mit der Betreuung des anstehenden Planungsverfahrens zu beauftragen. Die Auftragssumme beträgt 22.610 Euro brutto zuzüglich Nebenkosten von 1.130,50 Euro. Die Vergabe steht unter dem Vorbehalt, dass die Regierung von Mittelfranken eine Förderung von mindestens 60 Prozent bewilligt.

Bereits in seiner Sitzung am 16. Juli 2026 hatte der Stadtrat beschlossen, für das Areal „Pappenheim Nord“ einen städtebaulichen Entwurf erarbeiten zu lassen. Dieser soll als Grundlage für die spätere Aufstellung eines Bebauungsplans dienen. Vorgesehen ist dazu eine sogenannte Mehrfachbeauftragung. Das bedeutet, dass mehrere Planungsbüros unabhängig voneinander Vorschläge für die künftige Gestaltung und Nutzung des Gebiets entwickeln. Auf diese Weise erhält die Stadt unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten, die anschließend miteinander verglichen und bewertet werden können.

Drei Angebote lagen vor
Für die Organisation und fachliche Begleitung dieses Verfahrens benötigt die Stadt ein Betreuungsbüro. Dazu wurden drei von der Architektenkammer vorgeschlagene Büros zur Angebotsabgabe aufgefordert. Alle drei Unternehmen reichten entsprechende Angebote ein.
Die Angebotssummen lagen zwischen 18.326 Euro und 29.750 Euro brutto. Das Nürnberger Büro mt2 ARCHITEKTEN bot seine Leistungen für 22.610 Euro brutto zuzüglich 1.130,50 Euro Nebenkosten an. Damit ergibt sich eine Gesamtsumme von 23.740,50 Euro.
Ursprünglich hatte der Stadtrat für die Betreuung des Verfahrens einen Kostenrahmen von 10.000 Euro vorgesehen. Dieser Betrag erwies sich jedoch als nicht ausreichend. Sämtliche Angebote lagen darüber. Nach Einschätzung der Verwaltung ist dies angesichts der Größe des Planungsgebiets nicht ungewöhnlich.

Bei der Vergabe war allerdings nicht allein der niedrigste Angebotspreis ausschlaggebend. Auch die zeitliche Verfügbarkeit und die Erfahrungen der Büros wurden berücksichtigt. Für mt2 sprachen unter anderem die Möglichkeit eines sofortigen Arbeitsbeginns sowie bereits vorhandene Erfahrungswerte bei der Regierung von Mittelfranken und der BayernGrund.

Erfahrenes Architekturbüro aus Nürnberg
Mit mt2 ARCHITEKTEN BDA | STADTPLANER hat sich der Stadtrat für ein Nürnberger Unternehmen entschieden, das sowohl in der Architektur als auch in der Stadtplanung tätig ist. Zu den Arbeitsschwerpunkten gehören die Entwicklung städtebaulicher Konzepte, die Planung von Bauvorhaben und die Betreuung von Architektenwettbewerben und Vergabeverfahren.
Das Büro arbeitet für private und öffentliche Auftraggeber und begleitet Projekte von der ersten Entwurfsidee über die konkrete Planung bis zur baulichen Umsetzung.

Förderung soll Kosten reduzieren
Für das Planungsverfahren wird mit einer staatlichen Förderung von mindestens 60 Prozent gerechnet. Bei einer entsprechenden Bewilligung würde sich der städtische Eigenanteil für das beauftragte Betreuungsbüro rechnerisch auf 9.496,20 Euro reduzieren.
Allerdings sind damit noch nicht sämtliche Kosten des Verfahrens abgedeckt. Zusätzlich müssen die Planungsleistungen der beteiligten Architekturbüros und gegebenenfalls die Anfertigung von Modellen finanziert werden.
Eine der ersten Aufgaben des beauftragten Nürnberger Büros wird deshalb darin bestehen, die voraussichtlichen Gesamtkosten der Mehrfachbeauftragung zu ermitteln. Diese Berechnung bildet die Grundlage für den Förderantrag.

Mit dem einstimmigen Vergabebeschluss hat der Stadtrat die organisatorischen Voraussetzungen für die weitere Planung geschaffen. Konkrete Festlegungen zur künftigen Bebauung des Gebiets „Pappenheim Nord“ sind damit noch nicht getroffen. Diese sollen erst auf Grundlage der zu erarbeitenden städtebaulichen Entwürfe erfolgen.

 




Mehr Unterstützung für die Städtische Galerie in Pappenheim

Seit mehr als zwei Jahrzehnten sorgt der Kunst- und Kulturverein Pappenheim dafür, dass in der Städtischen Galerie an der Stadtmühle regelmäßig Ausstellungen stattfinden und Besucher Kunst aus der Region und darüber hinaus erleben können. Dieses langjährige Engagement wird von der Stadt Pappenheim nun auch finanziell stärker unterstützt. Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am 22. Oktober 2026 einstimmig beschlossen, den jährlichen Zuschuss für die Betreuung der Galerie von bisher 2.000 auf 3.000 Euro zu erhöhen.

Bereits seit 2003 betreut der Kunst- und Kulturverein das frühere städtische Museum an der Stadtmühle, die heutige Städtische Galerie einschließlich der Mangold-Stiftung. In den drei Ausstellungsräumen werden jährlich vier Ausstellungen mit Werken regionaler und überregionaler Künstler organisiert, die jeweils mit einer Vernissage eröffnet werden.

Dabei beschränkt sich die Arbeit des Vereins keineswegs auf die Ausstellungen selbst. Auch die Auswahl und Betreuung der Künstler, die Öffentlichkeitsarbeit, die Organisation der Vernissagen und die Betreuung der Besucher gehören zu seinen Aufgaben. An rund 100 Tagen im Jahr ist die Galerie jeweils drei Stunden geöffnet und wird von einer Aufsichtsperson betreut. Darüber hinaus können Gruppen und Schulklassen nach Vereinbarung auch unter der Woche die Ausstellungen besuchen.

Anerkennung für die Arbeit des Vereins

In der Stadtratssitzung sprach sich Stadträtin und dritte Bürgermeisterin Anette Pappler (SPD) ausdrücklich für die Erhöhung des Zuschusses aus. Ihrer Ansicht nach habe sich der Kunst- und Kulturverein diese Unterstützung mehr als verdient.

Pappler machte deutlich, dass die jährliche Unterstützung von 3.000 Euro bei rund 100 Öffnungstagen gerade einmal 30 Euro pro Tag ausmache. Dabei seien die zusätzlichen Leistungen rund um die Vernissagen und die Organisation der Ausstellungen noch gar nicht berücksichtigt.

„Da passiert ganz viel drumherum“, betonte Pappler. Sie verwies dabei auch auf die positiven Auswirkungen für die örtliche Gastronomie. Nach ihren Beobachtungen würden zahlreiche Besucher nach den Vernissagen zum Mittagessen in Pappenheimer Gaststätten oder in das Café am Lämmermannplatz einkehren. Die Galerie sei damit nicht nur eine Bereicherung für das kulturelle Leben, sondern bringe auch Gäste in die Stadt, von denen die örtliche Gastronomie profitiere.

An die auf den Zuhörerrängen anwesende Vorsitzende des Kunst- und Kulturvereins, Ursula Kreißl, richtete Pappler ein herzliches Dankeschön im Namen der Stadt Pappenheim.

Neue Vereinbarung bis Ende 2030

Anlass für die Entscheidung war ein Antrag des Kunst- und Kulturvereins, die bisherige Vereinbarung über die Betreuung der Galerie zu verlängern und die jährliche Kostenerstattung von 2.000 auf 3.000 Euro anzuheben. Auch die Stadtverwaltung hielt diese Anpassung angesichts der allgemeinen Kosten- und Tarifentwicklung für vertretbar.

Die neue Vereinbarung gilt rückwirkend vom 1. Januar 2026 bis zum 31. Dezember 2030. Für diesen Zeitraum erhält der Verein jährlich 3.000 Euro als Personalkostenerstattung für die tatsächliche Betreuung der Galerie. Nach Ablauf der fünf Jahre muss eine neue Vereinbarung geschlossen werden.

Mit dem einstimmigen Beschluss setzt die Stadt Pappenheim die bewährte Zusammenarbeit mit dem Kunst- und Kulturverein fort und würdigt zugleich dessen langjährigen Beitrag zum kulturellen Leben der Stadt.




Große Sanierungspläne für Pappenheims Straßen

In Pappenheim und seinen Ortsteilen soll sich in den kommenden fünf Jahren einiges im Bereich der Straßensanierung tun. Von der Erneuerung schadhafter Fahrbahndecken über neue Gehwege bis hin zu umfangreichen Tiefbauarbeiten reicht das Programm, das der Stadtrat in seiner Sitzung am 22. Oktober 2026 einstimmig auf den Weg gebracht hat. Der neue Straßensanierungsplan zeigt, wo zwischen 2027 und 2031 gebaut werden soll und welche Straßen dabei besonders im Blickpunkt stehen.

Den Anfang machen im kommenden Jahr unter anderem die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Bieswang und Solnhofen, der Auer Bichel und die Straße Am Solenturm. Auch in Osterdorf und Bieswang sind erste Maßnahmen vorgesehen. Insgesamt stehen für fünf kleinere Sanierungsprojekte im Jahr 2027 rund 205.600 Euro im Plan.

Doch dabei bleibt es nicht. Mit den Kanalarbeiten in der Charlotte-Nestler-Straße sowie den Tiefbauarbeiten am Marktplatz und in der Stadtvogteigasse stehen weitere größere Vorhaben an. Diese werden allerdings über eigene Haushaltsstellen finanziert.

In den Folgejahren rücken dann weitere Straßen in den Mittelpunkt. So sind unter anderem umfangreiche Erneuerungen am Mühlberg, in der Stadtparkstraße und in der alten Siedlung von Übermatzhofen vorgesehen. Auch die Gemeindeverbindungsstraßen zwischen Osterdorf und Geislohe sowie zwischen Neudorf und Rothenstein stehen auf dem Programm. Hinzu kommen Straßenbauarbeiten im Zusammenhang mit den Dorferneuerungen in Bieswang und Geislohe.

Der Plan steht, die Finanzierung muss folgen
So umfangreich die Liste der geplanten Maßnahmen auch ist, einen festen Bauzeitenplan gibt es damit noch nicht. Denn ob die einzelnen Vorhaben tatsächlich im vorgesehenen Jahr umgesetzt werden können, hängt vor allem davon ab, wie viel Geld die Stadt dafür bereitstellen kann. Auch die personellen Kapazitäten und die Abstimmung mit anderen Bauprojekten spielen eine Rolle.

Mit seinem einstimmigen Beschluss hat der Stadtrat dennoch eine klare Richtung vorgegeben. Die Verwaltung soll nun zunächst die Kosten für die Maßnahmen des Jahres 2027 genauer ermitteln und die erforderlichen Planungs- und Ausschreibungsunterlagen vorbereiten.

Damit liegt erstmals eine konkrete Übersicht vor, welche Straßen in Pappenheim und seinen Ortsteilen in den nächsten fünf Jahren saniert werden sollen. Ob alle Vorhaben wie geplant verwirklicht werden können, werden allerdings erst die kommenden Haushaltsberatungen und die weitere finanzielle Entwicklung der Stadt zeigen.

Diese Straßen stehen auf dem Sanierungsplan

2027

  • Bieswang–Solnhofen: Abschieben und Schottern der Gemeindeverbindungsstraße
  • Am Auer Bichel: Erneuerung der Fahrbahndecke
  • Am Solenturm: Erneuerung der Fahrbahndecke
  • Osterdorf: Teststrecke zur Rinnensanierung
  • Bieswang, Stichstraße Sommerkellerweg: Erneuerung der Fahrbahndecke
  • Charlotte-Nestler-Straße: Kanalarbeiten
  • Marktplatz und Stadtvogteigasse: Tiefbauarbeiten

2028

  • Charlotte-Nestler-Straße: Wiederherstellung der Straßenoberfläche
  • Marktplatz und Stadtvogteigasse: Weitere Tiefbauarbeiten
  • Osterdorf–Geislohe: Erneuerung der Deckschicht und Bankette der Gemeindeverbindungsstraße
  • Mühlberg in Pappenheim: Erneuerung der Fahrbahndecke, Austausch der Bordrinnen und Pflasterung der Gehwege

2029

  • Übermatzhofen, alte Siedlung: Erneuerung der Fahrbahndecke, Austausch der Bordrinnen und Pflasterung der Gehwege
  • Stadtparkstraße: Erneuerung der Fahrbahndecke, Austausch der Bordrinnen und Pflasterung der Gehwege
  • Bieswang, Hutgasse und Stelzergasse: Weiterführung der Arbeiten nach der Dorferneuerung
  • Bahnhofstraße: Kanal- und Gehwegarbeiten
  • Zimmern: Fugensanierung unter Berücksichtigung der Erfahrungen aus der Teststrecke in Osterdorf

2030

  • Neudorf–Rothenstein: Erneuerung der Fahrbahndecke und Austausch der Bordrinnen an der Gemeindeverbindungsstraße
  • Pfeifferleite: Erneuerung der Fahrbahndecke
  • Bürgermeister-Oppelt-Straße: Erneuerung der Fahrbahndecke
  • Geislohe: Beginn der Tiefbauarbeiten im Rahmen der Dorferneuerung

2031

  • Obere Bergstraße, Hausnummern 1 bis 8: Erneuerung der Fahrbahndecke
  • Bieswang, Am Wasserturm und Bürgermeister-Rachinger-Straße: Erneuerung der Fahrbahndecken und Gehwege
  • Beckstraße: Erneuerung der Fahrbahndecke
  • Geislohe: Oberflächenarbeiten im Rahmen der Dorferneuerung

 




Pappenheim erhöht Aufwandsentschädigungen für Feuerwehrkräfte

Die Stadt Pappenheim stellt die Aufwandsentschädigungen für besondere Funktionen innerhalb ihrer Freiwilligen Feuerwehren auf eine neue Grundlage. Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am 22. Oktober 2026 einstimmig eine Neuregelung beschlossen, die den gestiegenen Anforderungen und dem tatsächlichen Arbeitsaufwand der ehrenamtlichen Feuerwehrkräfte besser gerecht werden soll. Die neuen Entschädigungssätze gelten ab dem 1. Januar 2027.

Die bisherigen Regelungen gehen teilweise auf Stadtratsbeschlüsse aus den Jahren 1978 bis 1980 zurück. Seitdem haben sich die technischen Anforderungen und die Aufgaben der Feuerwehren erheblich verändert, wurde bei der Sitzung von Bürgermeister Florian Gallus festgestellt. Insbesondere die Gerätewarte tragen heute eine umfangreiche Verantwortung. Neben der Pflege und Wartung der Fahrzeuge müssen sie regelmäßige Prüfungen durchführen, deren Ergebnisse dokumentieren, Reparaturen organisieren und dafür sorgen, dass Fahrzeuge und Ausrüstung jederzeit einsatzbereit sind.

Auch die Jugend- und Kinderfeuerwehrwarte leisten weit mehr als die Betreuung der regelmäßigen Übungen. Die Vorbereitung der Ausbildung, die Organisation von Veranstaltungen, die Nachwuchsgewinnung und zahlreiche Verwaltungsaufgaben gehören ebenfalls zu ihrem Tätigkeitsbereich.
Eine besondere Verantwortung trägt zudem der Atemschutzgerätewart, der den gesamten Atemschutz der Feuerwehren Pappenheim, Bieswang und Neudorf betreut.

Einheitliche Entschädigungssätze nach tatsächlichem Aufwand
Mit der Neuregelung werden die bisherigen, teilweise unterschiedlichen Entschädigungssätze durch eine einheitliche Staffelung ersetzt. Bei den Gerätewarten richtet sich die Höhe künftig nach der Art des betreuten Feuerwehrfahrzeugs und dem Umfang seiner technischen Ausstattung.

Für die Betreuung eines Tragkraftspritzenanhängers (TSA), eines Tragkraftspritzenfahrzeugs (TSF) oder eines Mehrzweckfahrzeugs (MZF) werden künftig jährlich jeweils 225 Euro gezahlt.
Bei größeren Fahrzeugen wie Hilfeleistungslöschfahrzeugen (HLF) und Tanklöschfahrzeugen (TLF) beträgt die jährliche Grundentschädigung 280 Euro.

Hinzu kommen zusätzliche Entschädigungen für die Betreuung der feuerwehrtechnischen Beladung. Diese betragen bei Mehrzweckfahrzeugen 80 Euro und bei Hilfeleistungslöschfahrzeugen sowie Tanklöschfahrzeugen jeweils 160 Euro im Jahr. Für die Betreuung eines solchen größeren Feuerwehrfahrzeugs einschließlich seiner Beladung ergibt sich damit eine jährliche Gesamtentschädigung von 440 Euro.

Auch die Aufwandsentschädigungen für weitere verantwortliche Funktionen werden bei den Feuerwehren im Gemeindebereich Pappenheim angepasst. Der Atemschutzgerätewart erhält künftig ebenso wie die Jugendfeuerwehrwarte und Kinderfeuerwehrwarte eine jährliche Entschädigung von jeweils 280 Euro.

Bei der Sitzung des Stadtrates wies Bürgermeister Gallus ausdrücklich darauf hin, dass diese Beträge keine Bezahlung der tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden darstellen. Sie sind vielmehr als pauschaler Ausgleich für den besonderen ehrenamtlichen Aufwand gedacht. Der tatsächliche Zeitaufwand liege deutlich über dem Umfang, den die Entschädigungen rechnerisch abdecken.

Zusammenarbeit im Stadtrat gewürdigt
Die Neuregelung wurde von der Stadtverwaltung in Abstimmung mit dem Feuerwehrreferenten des Stadtrates, Michele Eckerlein, erarbeitet. Bürgermeister Florian Gallus hob in der Sitzung die Mitarbeit von Stadtrat Eckerlein ausdrücklich lobend hervor.

Eckerlein erklärte seinerseits, dass er bei der Ausarbeitung der neuen Entschädigungssätze bestrebt gewesen sei, eine Lösung zu finden, „dass es für alle passt“.

Mit der einstimmig beschlossenen Neuregelung steigen die jährlichen Aufwendungen der Stadt für diese Entschädigungen von bisher 3.350,27 Euro auf 4.495 Euro. Das entspricht jährlichen Mehrkosten von 1.144,73 Euro.
Künftig soll mindestens alle fünf Jahre überprüft werden, ob die Höhe der Entschädigungen noch zeitgemäß ist und gegebenenfalls angepasst werden muss.




Neue Bestattungsmöglichkeit auf dem Osterdorfer Friedhof

Auf dem Friedhof in Osterdorf soll künftig auch eine Baumbestattung möglich sein. Der Pappenheimer Stadtrat hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, eine entsprechende Fläche zu schaffen und gleichzeitig den bestehenden Urnenhain zu erweitern.

Aus Osterdorf war angeregt worden, auf dem Friedhof einen oder zwei sogenannte Urnenbäume zu pflanzen. Bislang sind dort Beisetzungen in Einzel- und Doppelgräbern sowie im Urnenhain möglich. Für die neue Bestattungsform bietet sich eine freie Fläche im nordwestlichen Bereich des Friedhofs links neben dem Hauteingang an. Dort befinden sich allerdings noch alte Fundamente im Boden, die derzeit ausgegraben werden. damit das Gelände entsprechend hergerichtet werden kann.

Erste Vorstellungen zur Gestaltung wurden bereits gemeinsam mit der Osterdorfer Bevölkerung entwickelt. Vorgesehen ist, Bäume zu pflanzen und darum einen Ring mit Urnengräbern anzulegen. Die Urnen sollen im Erdreich beigesetzt werden. Bodengleiche Platten könnten den jeweiligen Grabplatz kennzeichnen und die Namen und Daten der Verstorbenen tragen.

Auf Grabeinfassungen und dauerhaften Grabschmuck soll verzichtet werden. Damit würde eine weitgehend pflegefreie Bestattungsmöglichkeit entstehen. Wie die Anlage letztlich gestaltet wird, soll unter Einbeziehung der Osterdorfer Bevölkerung festgelegt werden.

Gleichzeitig ist vorgesehen, den bereits bestehenden Urnenhain in nördlicher Richtung um sieben Plätze zu erweitern. Für die Grabmale sollen Fundamente geschaffen werden, vor denen später die Urnen beigesetzt werden.

Für die Arbeiten auf dem Osterdorfer Friedhof sind im Haushalt 2026 insgesamt 10.000 Euro eingeplant. Da die städtischen Friedhöfe über Gebühren finanziert werden, fließen die Investitionskosten später in die Gebührenkalkulation ein. Sobald die neue Bestattungsmöglichkeit eingerichtet ist, müssen außerdem die Friedhofssatzung und die Friedhofsgebührensatzung entsprechend angepasst werden.

Mit seinem einstimmigen Grundsatzbeschluss hat der Stadtrat nun den Weg für die Baumbestattung und die Erweiterung des Urnenhains in Osterdorf freigemacht. Bürgermeister Florian Gallus wurde ermächtigt, die dafür notwendigen Aufträge zu vergeben.




Solarparks bei Bieswang und Ochsenhart gehen in die nächste Planungsrunde

Die geplanten Solarparks bei Bieswang und Ochsenhart haben einen weiteren Schritt im vorgeschriebenen Planungsverfahren genommen. Der Pappenheimer Stadtrat fasste dazu in seiner jüngsten Sitzung die notwendigen Aufstellungsbeschlüsse. Alle Beschlüsse erfolgten einstimmig.

Über die Pläne des Unternehmens Südwerk für Freiflächen-Photovoltaikanlagen bei Bieswang und Ochsenhart wurde bereits mehrfach berichtet. Schon im Juni hatte der Stadtrat grundsätzlich zugestimmt, die Planungen weiterzuverfolgen. Mit den jetzt gefassten Beschlüssen werden die dafür notwendigen Bauleitplanverfahren offiziell eingeleitet.

Dabei handelt es sich rechtlich um drei getrennte, aber miteinander verbundene Verfahren. Für den geplanten Solarpark bei Bieswang wird ein eigener Bebauungsplan aufgestellt. Gleiches gilt für die vorgesehenen Flächen bei Ochsenhart. Gleichzeitig muss der Flächennutzungsplan der Stadt Pappenheim für sämtliche betroffenen Grundstücke geändert werden.

Der Hintergrund ist, dass die vorgesehenen Grundstücke bislang als landwirtschaftliche Flächen ausgewiesen sind. Damit dort später überhaupt Solarparks genehmigt werden können, sollen sie im Flächennutzungsplan als Sondergebiet für Photovoltaik dargestellt werden. Parallel dazu legen die Bebauungspläne die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die beiden konkreten Projekte fest.

Der Aufstellungsbeschluss bedeutet allerdings noch nicht, dass die Solarparks damit bereits genehmigt sind oder gebaut werden können. Vielmehr beginnt jetzt das eigentliche Bauleitplanverfahren. Dazu gehören unter anderem die Ausarbeitung der Planungen, notwendige Gutachten sowie die Beteiligung der Öffentlichkeit und der zuständigen Behörden. Eingehende Stellungnahmen müssen anschließend ausgewertet und vom Stadtrat behandelt werden.

Die Planungskosten werden vom Antragsteller übernommen. Die Firma Südwerk hat die entsprechende Vereinbarung inzwischen unterzeichnet. Nach Angaben in den Sitzungsunterlagen sollen große Teile der weiteren Planung durch eine firmeneigene Planungsgesellschaft erledigt werden. Ein externes Planungsbüro muss deshalb von der Stadt dafür voraussichtlich nicht beauftragt werden.

Mit den einstimmigen Aufstellungsbeschlüssen für die Solarparks Bieswang und Ochsenhart sowie für die notwendige Änderung des Flächennutzungsplans hat der Stadtrat nun den formellen Weg für die weitere Prüfung und Planung der beiden Vorhaben freigemacht.




Keine Einwände gegen Windkraftplanung bei Langenaltheim

Der Regionale Planungsverband Westmittelfranken überprüft ältere Windkraftgebiete und passt seine Planung an die neue Rechtslage an. Pappenheim selbst ist von den Änderungen nicht betroffen. Der Stadtrat hat deshalb keine Einwände erhoben.

Während die Windkraftplanung der Region Ingolstadt wegen der Flächen östlich von Bieswang für Diskussionen sorgt, stellt sich die Situation beim Regionalplan Westmittelfranken anders dar. Dort läuft derzeit ebenfalls ein Änderungsverfahren für den Bereich Windenergie. Auf Pappenheimer Gemeindegebiet sind damit jedoch keine Änderungen verbunden.
Hintergrund ist vor allem eine Überprüfung älterer Windkraftgebiete. Dabei geht es um Flächen, die bereits ausgewiesen wurden, bevor das sogenannte Wind-an-Land-Gesetz in Kraft trat. Mit der jetzigen Änderung soll die Überarbeitung der Windkraftplanung in der Region Westmittelfranken abgeschlossen werden.

Windkraftgebiet bei Langenaltheim bleibt unverändert
Die Pappenheim nächstgelegene überprüfte Fläche befindet sich bei Langenaltheim. Eine tatsächliche Veränderung ist dort nicht vorgesehen. Das bestehende Windkraftgebiet soll in seiner bisherigen Größe erhalten bleiben. Auf der Fläche stehen bereits drei Windräder.
Eine Erweiterung wurde unter anderem wegen verschiedener Einschränkungen im Umfeld verworfen. Dazu zählen die Geländeverhältnisse, kartierte Biotope und notwendige Abstände zu Siedlungen. Zudem befinden sich in der Umgebung weitere ausgewiesene Windkraftgebiete.
Auch eine Verkleinerung oder geringere Einstufung der Fläche ist nicht vorgesehen. Ausschlaggebend ist unter anderem, dass das Gebiet bereits vollständig für Windenergie genutzt wird und die maßgeblichen Ausschlusskriterien weiterhin eingehalten werden.

Flächen werden zu Beschleunigungsgebieten
Neu ist allerdings die Einstufung der betroffenen Windkraftflächen als sogenannte Beschleunigungsgebiete. Dazu ist der Planungsverband aufgrund einer Gesetzesänderung seit 2025 verpflichtet.
Der Begriff bedeutet vereinfacht, dass in entsprechend ausgewiesenen Gebieten die späteren Genehmigungsverfahren für Windenergieanlagen beschleunigt werden sollen. An der Größe des Windkraftgebietes bei Langenaltheim ändert diese Einstufung nichts.

Pappenheim nicht unmittelbar betroffen
Anders als bei den Planungen östlich von Bieswang sieht die Stadt bei der Änderung des Regionalplans Westmittelfranken keine eigene Betroffenheit. Die Stadt konnte dennoch als beteiligte Kommune eine Stellungnahme abgeben. Dafür läuft eine Frist bis zum 16. Oktober 2026.

Der Stadtrat der Stadt Pasppenheim beschloss einstimmig, gegen die Änderung des Regionalplans Westmittelfranken im Bereich Windenergie keine Einwände zu erheben.

 




Stadt Pappenheim fordert weitere Verkleinerung des Windkraftgebiets bei Bieswang

Das geplante Windkraftgebiet östlich von Bieswang ist bereits deutlich kleiner geworden. Der Stadt Pappenheim reicht das nicht. Sie sieht weiterhin Konflikte mit Wald- und Landschaftsschutz, einer Tiefflugzone und der möglichen Umzingelung Bieswangs.

Der Stadtrat hat sich am 24. September erneut mit der Windkraftplanung östlich von Bieswang beschäftigt. Hintergrund ist die Änderung des Regionalplans der Region Ingolstadt. Darin wird festgelegt, welche Flächen künftig vorrangig für Windenergie vorgesehen werden sollen.
Der Regionale Planungsverband Ingolstadt hat seine Windkraftplanung überarbeitet. Davon betroffen ist auch das Gebiet östlich von Bieswang auf Schernfelder Gemeindegebiet. Die ursprünglich vorgesehenen 1.114 Hektar wurden auf 386 Hektar reduziert.

Pappenheim hält die verbliebene Fläche dennoch für zu groß. Ein Grund ist der Wald: 99,6 Prozent des Gebietes sind bewaldet, die gesamte Fläche liegt im Landschaftsschutzgebiet. Zudem wird dem Wald eine hohe Bedeutung für die Erholung zugeschrieben. Für die Stadt passt das nicht zu dem Ziel der Regionalplanung, Rodungen für Windkraftanlagen möglichst gering zu halten.

Hinzu kommt eine militärische Tiefflugzone, in der das geplante Windkraftgebiet vollständig liegt. Dort können strahlgetriebene Kampfflugzeuge bis auf 76,2 Meter heruntergehen. Moderne Windräder erreichen dagegen Gesamthöhen von etwa 200 bis 300 Metern. Die Stadt sieht darin einen möglichen Konflikt, der in der Regionalplanung bislang nicht berücksichtigt worden sei.

Ein weiterer Einwand betrifft Bieswang selbst. Neben dem geplanten Windkraftgebiet im Osten gibt es bereits ausgewiesene Windkraftflächen westlich und nördlich des Ortes. Werden alle Flächen gemeinsam betrachtet, sieht die Stadt die Vorgaben gegen eine zu starke Umzingelung eines Ortes durch Windkraftgebiete überschritten. Nach ihren Berechnungen werden die vorgesehenen freien Bereiche zwischen den Windkraftflächen nicht überall eingehalten. Von zwei untersuchten Punkten am Ortsrand ergibt sich sogar eine Umfassung von mehr als 180 Grad.

Ganz verhindern lässt sich die Windkraftplanung östlich von Bieswang allerdings nicht mehr. Im südlichen Teil hat die Gemeinde Schernfeld bereits rechtskräftig ein Sondergebiet für Windenergie ausgewiesen. Eine Verkleinerung der Regionalplanfläche würde dort deshalb an der bestehenden Planung nichts ändern.

Pappenheim fordert daher, nur diese bereits von Schernfeld ausgewiesene Fläche in den Regionalplan zu übernehmen. Der übrige Teil des geplanten Windkraftgebietes soll entfallen. Damit sollen insbesondere zusätzliche Waldflächen und das Landschaftsschutzgebiet geschont und die mögliche Umzingelungswirkung für Bieswang verringert werden.

Der Stadtrat beschloss die entsprechende Stellungnahme einstimmig. Darin fordert die Stadt, das Windkraftgebiet östlich von Bieswang auf das bereits rechtskräftige Sondergebiet der Gemeinde Schernfeld zu beschränken. Als Gründe nennt sie insbesondere den Wald- und Landschaftsschutz, die Umzingelungswirkung für Bieswang und die bislang nicht berücksichtigte Tiefflugzone.

 




Pappenheim stellt Weichen für die Zukunft der Kläranlagen

Auf die Stadt Pappenheim kommt in den nächsten Jahren eine der größten Investitionen ihrer Geschichte zu. Dabei geht es um ein Thema, das im Alltag kaum sichtbar ist, aber alle Bürger finanziell direkt betrifft. Die Rede ist wieder einmal von der Abwasserreinigung. Für die Kläranlagen in Pappenheim, Bieswang und Zimmern muss grundsätzlich geklärt werden, ob die bestehenden Anlagen technisch aufgerüstet oder durch eine neue Kläranlage ersetzt werden sollen.

Die derzeitigen Betriebserlaubnisse für die drei Kläranlagen laufen zum 31. Dezember 2035 aus. Das Wasserwirtschaftsamt Ansbach erwartet, dass die Abwasserbehandlung bis dahin auf den dann erforderlichen technischen Stand gebracht wird. Bereits bis Ende 2027 muss die Stadt deshalb eine Studie vorlegen, in der die verschiedenen Möglichkeiten untersucht und auch deren Kosten miteinander verglichen werden. Ohne diese Untersuchung würden für die drei Anlagen keine neuen Erlaubnisse erteilt.

Dabei geht es zunächst um eine grundsätzliche Frage ob es um eine Ertüchtigung oder einen Neubau gehen soll. Eine Ertüchtigung würde bedeuten, die vorhandenen Kläranlagen an ihren bisherigen Standorten zu erhalten und technisch so zu modernisieren, dass sie künftig wieder den gesetzlichen und technischen Anforderungen entsprechen.

Als Alternative soll untersucht werden, ob ein Neubau wirtschaftlicher und langfristig sinnvoller wäre. Denkbar wäre beispielsweise eine neue größere Kläranlage in Pappenheim, sofern dort ausreichend Platz vorhanden ist. Auch Zimmern kommt als möglicher Standort in Betracht. Eine solche zentrale Anlage könnte möglicherweise die Abwässer aus Pappenheim, Bieswang und Zimmern gemeinsam aufnehmen.

Ebenso sind Zwischenlösungen denkbar. So könnten einzelne bestehende Anlagen erhalten und modernisiert werden, während andere Standorte zusammengelegt werden. Erst die jetzt beauftragte Studie soll zeigen, welche Variante technisch machbar und unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sinnvoll ist.

Der Stadtrat hat dafür das Planungsbüro VNI aus Pleinfeld beauftragt. Von fünf angefragten Büros hatten drei ein Angebot abgegeben. VNI legte mit pauschal 23.800 Euro brutto das wirtschaftlichste Angebot vor. Die Kosten der Studie werden aus den Haushalten 2026 und 2027 getragen; eine Förderung dafür ist nach Angaben der Verwaltung nicht möglich.

Noch nicht unmittelbar Bestandteil dieser Untersuchung ist die Kläranlage Osterdorf. Sollte sich jedoch eine zentrale Lösung für die drei anderen Anlagen als sinnvoll herausstellen, dürfte sich anschließend auch die Frage stellen, ob Osterdorf dauerhaft als letzte eigenständige Kläranlage weiterbetrieben oder ebenfalls an eine größere Anlage angeschlossen werden soll.

Welche Lösung am Ende umgesetzt wird, ist derzeit völlig offen. Klar ist allerdings schon jetzt, dass unabhängig von der gewählten Variante Investitionen in Millionenhöhe zu erwarten sind. Damit könnte die Neuordnung der Abwasserbeseitigung zu einem der finanziell größten Projekte werden, die die Stadt Pappenheim bislang zu bewältigen hatte.

Die finanziellen Folgen einer solchen Millioneninvestition werden letztlich auch die angeschlossenen Grundstückseigentümer und Gebührenzahler betreffen. Denn die Kosten der öffentlichen Abwasserbeseitigung werden über Beiträge und Gebühren finanziert. Bei größeren Investitionen für die Erneuerung oder Verbesserung der Abwasseranlagen können deshalb zusätzliche Beiträge erhoben werden. In welcher Höhe die Bürger tatsächlich belastet werden, lässt sich allerdings erst beurteilen, wenn feststeht, welche Lösung umgesetzt wird und welche Kosten dafür entstehen.




Volksfest in Pappenheim wird neu aufgestellt

Das Pappenheimer Volksfest soll ab 2027 ein neues Gesicht bekommen. Der Stadtrat hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, das bisherige Volks- beziehungsweise Altmühlfest nicht mehr in der bisherigen Form mit Festzelt auf der Lach fortzuführen. Stattdessen soll für das traditionelle Kirchweihwochenende ein neues Festkonzept entwickelt werden. Dafür stellte das Gremium zunächst einen Kostenrahmen von 20.000 Euro in Aussicht.

Neuorientierung
Hintergrund für die Neuorientierung ist die Entwicklung der vergangenen Jahre. Nachdem der langjährige Festwirt Albrecht aus Suffersheim das Pappenheimer Volksfest aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr weitergeführt hatte, unternahm die Stadt 2025 mit Festwirt Ferber aus Monheim und dem Altmühlfest einen Neustart. Im Jahr 2026 fand kein Volksfest statt und Ferber steht auch für das Fest 2027 nicht mehr zur Verfügung.

Der Pappenheimer Festausschuss befasste sich deshalb am 17. September mit der weiteren Zukunft dieses Traditionsfestes. Dabei kam die Mehrheit zu dem Ergebnis, dass auch ein erneuter Versuch mit einem anderen Festwirt wohl keine dauerhafte Lösung bringen würde. Hinzu kommt, dass bisherige Fahrgeschäfte wie beispielsweise der Autoscooter aus Zeitgründen inzwischen nicht mehr zur Verfügung stehen. Nach Einschätzung des Festausschusses ist zudem auch bei anderen Volksfesten und Kirchweihen im Landkreis ein rückläufiges Interesse festzustellen.

Als Alternative ist nun eine Art Straßenfest in der Deisingerstraße vorgesehen. Gefeiert werden soll möglichst von Freitagabend bis Sonntagnachmittag. Ein Festzelt ist nicht mehr geplant. Stattdessen sollen sich örtliche Vereine beteiligen und die Bewirtung überwiegend von der heimischen Gastronomie übernommen werden. Für Freitag ist bislang eine Stimmungsband angedacht, am Samstag ein gemütlicher Abend und am Sonntag ein Senioren- und Kindernachmittag. Auch das Feuerwerk soll nach Möglichkeit erhalten bleiben. Als Name ist auch „Pappenheim Live“ im Gespräch.

Ein Finanzierungskonzept
Bürgermeister Florian Gallus (CSU) erinnerte bei der Beratung daran, dass Pappenheim mit anderen Veranstaltungsformaten bereits gute Erfahrungen gemacht habe. Die BR-Radltour im vergangenen Jahr sei gut gemeistert worden und auch das frühere „Pappenheim Live“ der Werbegemeinschaft in der Deisingerstraße sei stets gut besucht gewesen. Die bislang genannten Programmpunkte seien allerdings lediglich erste Säulen. Das eigentliche Festprogramm müsse nun vom Festausschuss ausgearbeitet werden.

Dabei soll auch geklärt werden, welcher Programmpunkt welche Kosten verursacht. Der vorgesehene Rahmen von 20.000 Euro orientiere sich an den bisherigen Ausgaben. Zu den größeren Posten gehörten nach den Ausführungen des Bürgermeisters der Seniorennachmittag und der Ehrenamtsabend. Gallus betonte zudem, dass möglichst viel von dem eingesetzten Geld in Pappenheim bleiben solle. Örtliche Einzelhändler und Vereine sollen deshalb in das Fest eingebunden werden. Ehrenamtliche Helfer aus den Vereinen könnten ebenfalls einen wichtigen Beitrag leisten.

„Wir wollten das Volksfest nicht ersatzlos streichen“, erklärte der Bürgermeister. Am Ende sprach auch er sich für die Forderungen aus dem Stadtrat aus, zunächst eine konkrete Kalkulation zu erstellen und diese anschließend dem Stadtrat zur Entscheidung vorzulegen.

Diese Forderung zog sich durch die gesamte Diskussion über die Neuauflage des Festes. Jürgen Weizinger (Freie Wähler) begrüßte grundsätzlich, dass weiterhin eine Art Volksfest für Pappenheim veranstaltet werden soll. Als mögliches Vorbild nannte er die Fürther Straßenkirchweih und regte an, eher mehrere kleinere Bands als eine große Band einzusetzen. Vor einer Auszahlung städtischer Mittel müsse jedoch eine Kalkulation vorliegen. „Es soll am Ende des Tages eine gewinnbringende Veranstaltung werden“, forderte Weizinger. Sollte sich aus einer nachvollziehbaren Kalkulation ein höherer Finanzbedarf als 20.000 Euro ergeben, könne er sich auch damit abfinden.

Ähnlich argumentierte Roland Kiermeyer (Bürgerliste). Das gesamte Budget sollte nicht, wie 2025 geschehen, pauschal vergeben werden. „Wir sollten das Geld nicht verbraten“, stellte er fest. Zunächst müsse klar sein, wofür die Mittel benötigt werden. Außerdem müsse geregelt werden, wie mögliche Einnahmen und Gewinne unter den Beteiligten verteilt werden. Es dürfe nicht dazu kommen, dass einzelne Anbieter beispielsweise mit einem Barbetrieb „ihren Reibach machen“, während andere, die ebenfalls zum Gelingen des Festes beitragen, leer ausgehen. Auch Kiermeyer stellte klar, dass ein höherer Betrag für ihn nicht grundsätzlich ausgeschlossen sei, wenn dafür eine schlüssige Kalkulation vorliege.

Für Anette Pappler, Fraktionsvorsitzende der SPD und langjährige Vorsitzende des Festausschusses, hat das Thema auch eine stark emotionale Komponente. Für sie ist die Abkehr vom bisherigen Volksfest mit Wehmut verbunden. Sie habe die Tradition des Festes als Begegnungsort für die Bevölkerung über viele Jahre schätzen gelernt. Deshalb falle ihr der Abschied vom bisherigen Konzept nicht leicht. Über Alternativen sei allerdings bereits seit längerer Zeit gesprochen worden. „Wir brauchen als Stadt Pappenheim ein zentrales Fest“, stellte Pappler grundsätzlich fest. Deshalb sehe sie neben dem Ende des bisherigen Formats auch die Chance für einen erfolgreichen Neuanfang.

Marcus Wurm (CSU), ebenfalls Mitglied des Festausschusses, berichtete von konstruktiven Beratungen. Man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Er zeigte sich überzeugt davon, dass die Verwendung des vorgesehenen Budgets transparent dargestellt werde.

Auch Walter Otters, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, plädierte dafür, die 20.000 Euro zunächst lediglich in Aussicht zu stellen. Sobald eine Kalkulation vorliege, solle der Stadtrat über die tatsächlichen Kosten entscheiden und damit auch die Verantwortung für mögliche Gewinne oder Verluste übernehmen. Wie Weizinger und Kiermeyer mahnte er eine gerechte Regelung für die finanziellen Ergebnisse der beteiligten Akteure an.

Carola Lämmerer, Fraktionsvorsitzende der Bürgerliste, zeigte sich davon überzeugt, dass die Verantwortlichen für die weitere Planung einen Vertrauensvorschuss verdient hätten, den man ihnen auch geben sollte.

Der Beschluss
Unter dem Strich bestand im Stadtrat Einigkeit darüber, das Pappenheimer Traditionsfest nicht ersatzlos aufzugeben, sondern ihm ein neues Format zu geben. Vor allem aus den Reihen der Freien Wähler und der Bürgerliste wurde jedoch darauf gedrängt, die städtische Unterstützung diesmal nicht als Pauschalbetrag auszuzahlen. Grundlage für die endgültige Entscheidung über die Finanzierung soll vielmehr eine konkrete Kostenaufstellung sein.

Einstimmig beschloss der Stadtrat schließlich, für das neu konzipierte Fest einen Betrag von bis zu 20.000 Euro zunächst in Aussicht zu stellen. Verwaltung, Tourist Information und Festausschuss sollen nun das Konzept und eine entsprechende Kalkulation ausarbeiten. Auf dieser Grundlage wird sich der Stadtrat erneut mit dem Fest befassen und über die tatsächliche finanzielle Ausstattung entscheiden.




Pappenheimer Stadtrat lehnt längere Betriebszeiten im Steinbruch ab

Der Stadtrat Pappenheim hat die beantragte Ausweitung der Betriebszeiten im Steinbruch an der Kappel abgelehnt und das gemeindliche Einvernehmen nicht erteilt. Das Steinbruchunternehmen hatte beantragt, einen abgegrenzten Teil des Steinbruchs künftig von 5 Uhr morgens bis 2 Uhr nachts betreiben zu dürfen. Bisher gilt für die betreffenden Maschinen eine Betriebszeit von 6 bis 20 Uhr.

Von der Erweiterung der Betriebszeiten wären eine Kettenschrämmsäge, zwei Schrämmtraktoren und ein Radlader betroffen. Damit würde sich die mögliche tägliche Betriebszeit von bisher 14 auf 21 Stunden erhöhen. Erstmals wäre auch ein Betrieb während der Nachtzeit möglich gewesen. Lkw-Verkehr, Materialabtransport, Verladung sowie der Betrieb von Brecher-, Sieb- oder Förderanlagen waren für diese zusätzlichen Zeiten nicht vorgesehen.

Dem Beschluss des Stadtrats ging eine umfangreiche und gründliche Prüfung durch die Stadtverwaltung voraus. Dabei wurden die Antragsunterlagen und das vorgelegte Lärmgutachten mit bestehenden Genehmigungen und den örtlichen Festsetzungen abgeglichen. Dabei stellte die Stadtverwaltung mehrere Unstimmigkeiten fest.

So wird im Lärmgutachten für die Spalthalle eine Betriebszeit bis 22 Uhr genannt, obwohl nach den vorliegenden Genehmigungsunterlagen lediglich ein Betrieb bis 20 Uhr zulässig ist. Auch für eine Seilsäge wird ein Betrieb während der Nachtzeit beschrieben, obwohl hierfür ebenfalls nur eine Genehmigung bis 20 Uhr vorliegt. Abweichungen stellte die Verwaltung zudem bei den angegebenen Zeiten für Sprengungen fest.

Auch im vorgelegten Lärmgutachten stellte die Stadtverwaltung mehrere Ungereimtheiten fest. So bezogen sich die Berechnungen teilweise bereits auf eine geplante Erweiterung des Steinbruchs um rund neun Hektar. Diese Erweiterung ist jedoch nicht Gegenstand des aktuellen Verfahrens, bei dem es ausschließlich um längere Betriebszeiten geht. Deshalb ließ sich aus dem Gutachten zunächst nicht eindeutig erkennen, welche zusätzliche Lärmbelastung allein durch den Betrieb bis in die Nachtstunden entstehen würde.

Nur zwei Tage vor der Stadtratssitzung ging bei der Stadt am 22. September ein überarbeitetes Lärmgutachten ein. Auch dieses wurde von der Verwaltung kurzfristig geprüft. Dabei fiel unter anderem auf, dass ein Anwesen „Am Auer Bichel“ nun als Mischgebiet eingestuft wird. Die Stadt verweist aber auf eine Ortsvorschrift aus dem Jahr 1953, nach der das Siedlungsgebiet als reines Wohngebiet ausgewiesen ist. Außerdem wurde der Bereich „Am Hals“, wo die Geräusche des Steinbruchs nach Angaben von Anwohnern ebenfalls deutlich wahrgenommen und als störend empfunden werden, auch im überarbeiteten Lärmgutachten nicht berücksichtigt.

Gerade aus den Wohnbereichen Am Hals, Am Auer Bichel und Am Weinberg sind bei der Stadt seit 2021 regelmäßig Beschwerden über Lärm aus dem Steinbruch eingegangen. Genannt wurden dabei unter anderem Geräusche von Schotterbrechern, Hydraulikhämmern und Radladern sowie Rückfahrwarner.

Nicht nachvollziehbar war für die Verwaltung außerdem die vorgesehene Lärmminderung durch die Nutzung vorhandener Geländeabschirmungen und einen Betrieb auf tiefer gelegenen Abbausohlen. Der für die verlängerten Betriebszeiten vorgesehene Arbeitsbereich befindet sich nach den Planunterlagen nahezu am höchsten Punkt des nordöstlichen Steinbruchbereichs und damit in Richtung der dortigen Wohnbebauung.

Neben den Fragen zum Lärmschutz führte die Verwaltung auch baurechtliche Gründe gegen das gemeindliche Einvernehmen an. Der Flächennutzungsplan weist das betreffende Grundstück als Fläche für die Forstwirtschaft aus. Zudem liegt der gesamte Bereich im Landschaftsschutzgebiet.

Der Stadtrat folgte der ausführlich begründeten Verwaltungsvorlage und verweigerte einstimmig das gemeindliche Einvernehmen für die beantragte Betriebszeit von 5 Uhr bis 2 Uhr des Folgetages.

Die Entscheidung des Stadtrats bedeutet allerdings noch nicht das endgültige Aus für den Antrag. Für das immissionsschutzrechtliche Genehmigungsverfahren ist das Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen zuständig. Es trifft letztlich die Entscheidung über die beantragte Änderung der Betriebszeiten.