Pappenheims Ehrenbürger setzt mit 104 Jahren einen neuen Meilenstein

Es gibt Geburtstage, die allein wegen der Zahl der Lebensjahre etwas Besonderes sind. Und dann gibt es Augenblicke, die selbst nach einem langen, reichen Leben noch zu einem neuen Meilenstein werden können. Beides kam zusammen, als Pappenheims Ehrenbürger Hans Navratil am 28. August im Burkhard-von-Seckendorff-Heim in Gunzenhausen seinen 104. Geburtstag feierte.

Wer Hans Navratil seit vielen Jahren kennt und ihm verbunden ist, durfte sich an diesem Tag vor allem darüber freuen, den Jubilar bei zufriedenstellender Gesundheit und in vollkommener geistiger Frische anzutreffen. Wach, interessiert und mit jener ihm eigenen Art, die auch mit 104 Jahren nichts von ihrer Herzlichkeit und ihrem feinen Humor verloren hat, empfing er seine zahlreichen Gratulanten. Dabei war deutlich zu spüren, wie sehr sich Hans Navratil über jeden einzelnen Gratulanten und die damit verbundene persönliche Begegnung freute.

Und es waren viele gekommen. Freunde und langjährige Wegbegleiter gehörten ebenso zur Geburtstagsrunde wie die Vertreter fast aller Vereine, denen Hans Navratil bis heute die Treue hält und für die er nach wie vor regelmäßig seinen Mitgliedsbeitrag entrichtet. Vertreten waren der Heimat- und Geschichtsverein Pappenheim und Ortsteile e.V., der Kunst- und Kulturverein sowie der Turnverein Pappenheim. Unter den Gratulanten befand sich auch Werner Somplatzki, Heimatpfleger für Archäologie und Bodendenkmäler.

Auch die kommunale Familie ließ es sich nicht nehmen, Hans Navratil persönlich ihre Glückwünsche zu überbringen. Matthias Hörr, Bürgermeister der Stadt Gunzenhausen, war ebenso gekommen wie Pappenheims Bürgermeister Florian Gallus.

Zu einer ganz besonderen Begegnung dieses Geburtstages wurde der Besuch von Landrat Markus Gläser. Er überbrachte Hans Navratil seine persönlichen Glückwünsche und die des gesamten Landkreises. Was zunächst als offizieller Geburtstagsbesuch begann, entwickelte sich dabei innerhalb kurzer Zeit zu einer bemerkenswert herzlichen Begegnung zweier Menschen.

Zwischen Markus Gläser und Hans Navratil entstand sofort ein außergewöhnlich gutes zwischenmenschliches Verhältnis. Die beiden kamen angeregt miteinander ins Gespräch, und wer Hans kennt, konnte beinahe darauf warten, dass irgendwann jener Moment kommen würde, in dem aus dem offiziellen Anlass etwas sehr Persönliches wird.

Schließlich fragte Hans Navratil in seiner unverwechselbaren Art den Landrat, ob es ihm denn etwas ausmachen würde, einfach „Hans“ zu ihm zu sagen.

Markus Gläser musste darüber offenbar nicht lange nachdenken. „Das machen wir“, antwortete er, verband seine Zustimmung allerdings mit einer Bedingung. Dann müsse Hans auch „Markus“ zu ihm sagen.

Ein kräftiger Handschlag besiegelte die neue Duzbruderschaft.

Für Hans Navratil war das keineswegs nur eine kleine heitere Episode am Rande seines Geburtstages. „Das ist noch ein Meilenstein in meinem Leben“, freute sich der 104-Jährige sichtlich.

Es war einer jener Augenblicke, die sich nicht planen lassen und gerade deshalb in Erinnerung bleiben. Für die Menschen, die Hans Navratil lange kennen und ein Stück seines Lebensweges mit ihm gehen durften, hatte dieser Moment eine besondere Wärme. Denn er zeigte auf wunderbare Weise, dass ein Mensch auch nach 104 Lebensjahren noch Neues erleben, neue Freundschaften schließen und sich von Herzen über eine unerwartete Begegnung freuen kann.

Und auch Markus Gläser hatte an seinem neuen „Duzfreund“ offensichtlich Gefallen gefunden. Der Landrat versprach Hans Navratil, ihn noch in diesem Jahr mit einem weiteren Besuch zu überraschen.

So wurde der 104. Geburtstag von Pappenheims Ehrenbürger nicht nur zu einem Tag vieler Glückwünsche und vertrauter Begegnungen. Hans Navratil konnte seiner langen Lebensgeschichte an diesem 28. August tatsächlich noch einen neuen kleinen Meilenstein hinzufügen. Und wer ihn kennt, weiß, wie sehr er sich darüber gefreut hat.