Pappenheim verabschiedet sieben Mitglieder aus dem Stadtrat
Mit der letzten ordentlichen Sitzung des Stadtrates der laufenden Legislaturperiode wurden am 23. April 2026 in Pappenheim sieben Mitglieder des Stadtrates aus ihren Ämtern verabschiedet. Von Abschiedsstimmung war während der Sitzung zunächst wenig zu spüren, da eine Tagesordnung mit richtungsweisenden Themen abzuarbeiten war. Hierzu wird gesondert berichtet. Erst zum Ende des öffentlichen Teils rückte mit der Verabschiedung mehrerer Mitglieder des Gremiums eine feierliche Stimmung in den Mittelpunkt.
Bürgermeister Florian Gallus würdigte in seiner Ansprache das Engagement der ausscheidenden Stadtratskolleginnen und -kollegen. Er betonte, dass alle – unabhängig von der Dauer ihrer Zugehörigkeit – Verantwortung übernommen und die Entwicklung Pappenheims aktiv mitgestaltet hätten. Manche hätten das Gremium über Jahrzehnte geprägt, andere kürzer, doch stets sei es um das gemeinsame Ziel gegangen, die Stadt voranzubringen.
Gallus hob insbesondere das ehrenamtliche Engagement hervor, das neben Beruf, Familie und weiteren Verpflichtungen geleistet wurde. Die Bereitschaft, sich in komplexe Themen einzuarbeiten, Diskussionen zu führen und tragfähige Entscheidungen zu treffen, sei keine Selbstverständlichkeit. Dabei habe sich die Zusammenarbeit im Stadtrat stets durch ein respektvolles und parteiübergreifendes Miteinander ausgezeichnet.
Gallus unterstrich in seiner Rede die persönliche Bedeutung der Zusammenarbeit während seiner bisherigen Amtszeit. Diese sei stets von Vertrauen geprägt gewesen und habe die Grundlage für eine funktionierende kommunale Arbeit gebildet. Die Spuren, die die Ausscheidenden in Projekten, Beschlüssen und im Miteinander hinterlassen hätten, würden in Pappenheim und seinen Ortsteilen sichtbar bleiben.
Mit einem herzlichen Dank verband der Bürgermeister die besten Wünsche für die Zukunft – verbunden mit der Hoffnung, dass die gemeinsame Zeit im Stadtrat in guter Erinnerung bleibt.
Als äußeres Zeichen der Wertschätzung überreichte Bürgermeister Gallus eine Ehrenurkunde sowie einen Pappenheimer Regenschirm, der kürzlich in seiner dritten Auflage bei Päckert’s Landhausmoden vorgestellt wurde – ein ebenso praktisches wie charmantes Präsent, das in Pappenheim in vielerlei Hinsicht Bedeutung erlangen kann.
Verabschiedet wurden im Einzelnen:
Christa Seuberth
ist im Pappenheimer Festjahr 2002 in den Stadtrat gewählt worden. Sie war viele Jahre Kulturreferentin und seit dem 1. Mai 2020 sechs Jahre lang 3. Bürgermeisterin der Stadt Pappenheim. Sie beendet ihre Tätigkeit im Stadtrat auf eigenen Wunsch und hat bei der Kommunalwahl 2026 nicht mehr kandidiert. Im Kreis der SPD-Fraktion wurde sie bereits bei einer Abschiedsfeier im Hotel-Gasthof Zur Sonne verabschiedet, sodass die SPD-Fraktionsvorsitzende Anette Pappler in ihrer kurzen Laudatio auf eine bewegte gemeinsame Zeit zurückblickte, die von Höhen und Tiefen gekennzeichnet war. Dabei habe es auch Zeiten gegeben, in denen viel gestritten wurde. Allerdings, so zeigte sich Pappler überzeugt, seien Auseinandersetzungen immer mit dem Blick auf das Beste der Stadt geführt worden. Sie nutzte die Gelegenheit, darauf hinzuweisen, dass die Fraktion nun ihren Weg gefunden habe und dass insbesondere der gemeinsame Kommunalwahlkampf im Schulterschluss mit CSU, Freien Wählern und Bürgerliste in der Öffentlichkeit gut angekommen sei, was auch durch Rückmeldungen „höherer Stellen“ immer wieder gelobt worden sei.
Friedrich Hönig
begann sein Amt im Jahre 1996, als Bürgermeister Peter Krauß erstmals gewählt wurde. Nach einer Amtspause in der Legislaturperiode 2002–2008 wurde er 2008 wieder in den Stadtrat gewählt, wo er nun 24 Jahre lang Sitz und Stimme hatte. Walter Otters, der Fraktionsvorsitzende, charakterisierte Hönig treffend als einen Amtskollegen, der mit besonderen Wortbeiträgen oft eine ganz eigene Sicht der Dinge ins Spiel brachte und diese hinterfragte. Damit habe er zuweilen Augenrollen und Schmunzeln bei den Ratsmitgliedern und den Zuhörern ausgelöst. Wenn Friedrich Hönig mit seinen Ausführungen auch manchmal als nervig empfunden worden sei, so habe er mit seinen Anmerkungen sehr oft recht gehabt, bestätigten Otters und Bürgermeister Gallus gleichermaßen. Mit einem „unheimlichen Gedächtnis“ und einer tiefen Kenntnis der Dinge sei Hönig ein wichtiger Bestandteil der Fraktion der Freien Wähler gewesen, den man sehr vermissen werde.
Karl Satzinger
war seit 2014 zwölf Jahre lang Stadtrat und wurde von seinem Parteikollegen Roland Kiermeyer verabschiedet, der ihm – verbunden mit den besten Wünschen – eine flüssige Köstlichkeit aus seiner Lieblings-Urlaubsregion Südtirol überreichte.
Heiko Loy
war von 2014 bis 2020 Ortssprecher von Neudorf, bevor er im Mai 2022 als Nachrücker für Stadtrat Markus Gegg in das Gremium einzog. Bei der Kommunalwahl 2026 trat er nicht mehr zur Wahl an. Als amtierender Fraktionsvorsitzender betonte er, dass ihm die Arbeit im Stadtrat Spaß gemacht habe, und bedankte sich für die gute und konstruktive Zusammenarbeit.
Sophie Wurm
wurde im Jahr 2020 erstmals in den Stadtrat gewählt und hatte zeitweise den Vorsitz der CSU-Fraktion inne. 2026 hat sie aus beruflichen Gründen nicht mehr für den Stadtrat kandidiert.
Mathias Strobl
war seit 2020 sechs Jahre lang engagierter Ortssprecher für Zimmern, wo er unter anderem die Verlagerung des Kinderspielplatzes konsequent und mit langem Atem erfolgreich vorangetrieben hat. Auch er hat aus persönlichen Gründen auf eine erneute Kandidatur verzichtet.
Adelheid Wenninger
wurde im Dezember 2025 als Nachrückerin für die zurückgetretene Stadträtin Bettina Balz vereidigt. In ihrer kurzen Amtszeit hat sie sich mit zum Teil markanten Wortbeiträgen, insbesondere beim Thema Bauwesen, in die Diskussion eingebracht.
