Pappenheim steht finanziell vergleichsweise gut da
Bei der Bürgerversammlung 2026 hat Bürgermeister Florian Gallus im Bürgersaal des Hauses des Gastes die Entwicklung der Stadt Pappenheim erläutert. Im Mittelpunkt standen dabei die Einwohnerzahlen, die finanzielle Situation der Stadt sowie die Einnahmen, Ausgaben und anstehenden Investitionen. Dabei wurde deutlich, dass Pappenheim in den kommenden Jahren vor erheblichen finanziellen Herausforderungen steht.
Unter den Zuhörern befanden sich 18 Bürgerinnen und Bürger sowie sieben Stadträte, darunter zweiter Bürgermeister Walter Otters und dritte Bürgermeisterin Anette Pappler.
Einwohnerzahlen in Pappenheim weitgehend stabil
Die Einwohnerzahl der Stadt Pappenheim einschließlich ihrer Ortsteile hat sich in den vergangenen Jahren weitgehend stabilisiert. Zum 24. September 2026 waren insgesamt 3.987 Einwohner gemeldet. Das sind fünf mehr als Ende 2025. Im Jahr 2006 hatte Pappenheim noch 4.292 Einwohner. Innerhalb von 20 Jahren ist die Bevölkerungszahl damit um 305 Personen oder rund 7,1 Prozent zurückgegangen.
Wie Bürgermeister Florian Gallus anhand einer Übersicht erläuterte, lebten zum 31. Dezember 2025 in der Kernstadt Pappenheim 1.942 Menschen. Das entsprach rund 49 Prozent der Gesamtbevölkerung. Der größte Ortsteil war Bieswang mit 618 Einwohnern (16 Prozent), gefolgt von Osterdorf mit 290 (7 Prozent), Neudorf mit 269 (7 Prozent), Übermatzhofen mit 247 (6 Prozent), Göhren mit 221 (6 Prozent), Geislohe mit 216 (5 Prozent), Zimmern mit 131 (3 Prozent) und Ochsenhart mit 48 Einwohnern (1 Prozent).
Damit lebte etwas mehr als die Hälfte der Bevölkerung in den Ortsteilen. Die Zahlen zeigen zugleich, dass die Einwohnerzahl der Stadt nach einem längerfristigen Rückgang in den vergangenen Jahren relativ konstant geblieben ist.
Einnahmen und Ausgaben der Stadt
Das Haushaltsvolumen der Stadt Pappenheim lag im Jahr 2025 bei rund 16,24 Millionen Euro und damit nahezu auf dem Niveau des Vorjahres mit 16,27 Millionen Euro. Für 2026 ist ein Haushaltsvolumen von rund 17,8 Millionen Euro vorgesehen.
Das ist ein relativ großes Haushaltsvolumen für die Größe der Stadt Pappenheim, betonte Bürgermeister Gallus.
Zu den größten Ausgaben im Verwaltungshaushalt 2025 gehörten der laufende Verwaltungs- und Betriebsaufwand mit rund 3,23 Millionen Euro sowie die Personalkosten einschließlich der Arbeitgeberanteile mit 2,57 Millionen Euro. Hinzu kamen die Kreisumlage mit 2,36 Millionen Euro und Zuweisungen an Schulen, Verbandsumlagen für die Senefelderschule sowie Leistungen im Rahmen der Kinderbetreuung mit insgesamt 2,16 Millionen Euro. Weitere 480.000 Euro musste die Stadt als Gewerbesteuerumlage abführen.
Allein diese fünf Ausgabenbereiche summierten sich auf rund 10,79 Millionen Euro.
Gewerbesteuer bleibt wichtige Einnahmequelle
Bei den Steuereinnahmen zeigte Bürgermeister Gallus die teilweise erheblichen Schwankungen der vergangenen Jahre auf. Besonders deutlich wird dies bei der Gewerbesteuer. Während 2024 rund 1,54 Millionen Euro eingenommen wurden, stieg dieser Betrag 2025 auf 2,32 Millionen Euro. Für das laufende Jahr 2026 wurde zunächst vorsichtig mit 1,5 Millionen Euro kalkuliert.
Die Einnahmen aus der Grundsteuer A und B lagen 2025 bei rund 590.000 Euro. Da wegen der Problematik der Grundsteuerreform einige Grundstücke erst jetzt veranlagt werden konnten, werden die Einnahmen aus der Grundsteuer für 2026 mit 630.000 Euro erwartet. Die Beteiligung der Stadt an der Einkommen- und Umsatzsteuer beträgt nach den vorgelegten Zahlen sowohl 2025 als auch in der Planung für 2026 rund 2,1 Millionen Euro.
Eine weitere wichtige Einnahmequelle sind die laufenden staatlichen Zuweisungen. Sie beliefen sich 2025 auf rund 1,32 Millionen Euro und sind für 2026 mit 1,9 Millionen Euro angesetzt.
Hoher Finanzbedarf für kommende Projekte
Bei den geplanten Investitionen kommen erhebliche Ausgaben auf die Stadt zu. Besonders ins Gewicht fällt die Abwasserbeseitigung. Hier sind für 2026 rund 1,89 Millionen Euro und für 2027 weitere 1,67 Millionen Euro vorgesehen. Für die Folgejahre stehen nochmals 995.000 Euro in der Finanzplanung.
Für den Breitbandausbau sind 2026 rund 1,81 Millionen Euro aus der Stadtkasse eingeplant. Weitere größere Ausgaben betreffen die Dorferneuerung in Bieswang mit 341.000 Euro im Jahr 2026 und 654.000 Euro im Jahr 2027.
Für den Bauhof sind in diesen beiden Jahren insgesamt 665.000 Euro vorgesehen. Hinzu kommen Ausgaben für die Feuerwehren und die Straßensanierungen.
Schulden und Rücklagen
Bei der Entwicklung der Stadtfinanzen stellte Gallus auch die Verbindlichkeiten und das vorhandene Vermögen dar. Die allgemeinen städtischen Schulden sollen von 1,47 Millionen Euro im Jahr 2025 auf rund 1,42 Millionen Euro im Jahr 2026 zurückgehen.
Deutlich höher sind die gesondert ausgewiesenen Verbindlichkeiten für die Abwasserbeseitigung. Diese sollen von 3,77 Millionen Euro im Jahr 2025 auf 3,60 Millionen Euro im Jahr 2026 in etwa gleichbleiben.
Die von Bürgermeister Florian Gallus vorgestellten Haushaltszahlen zeigen, dass Pappenheim einerseits über wichtige Steuereinnahmen und staatliche Zuweisungen verfügt, andererseits aber erhebliche Mittel für den laufenden Betrieb und notwendige Investitionen benötigt. Die Finanzierung dieser Aufgaben wird die Stadt auch in den kommenden Jahren beschäftigen.
Abschließend betonte Bürgermeister Florian Gallus, dass Pappenheim trotz der anstehenden finanziellen Herausforderungen im Vergleich zu anderen Gemeinden ähnlicher Größenordnung insgesamt nicht schlecht dastehe.
Ein Überblick über laufende und geplante Projekte folgt in einem gesonderten Artikel.