Pappenheim bereitet Ganztagsbetreuung an der Grundschule vor
Der Pappenheimer Stadtrat hat sich in seiner jüngsten Sitzung ausführlich mit der künftigen Ganztagsbetreuung an der Grundschule Pappenheim-Solnhofen beschäftigt. Hintergrund ist der bundesweite Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder, der ab dem Schuljahr 2026/2027 zunächst für die ersten Klassen gilt und in den folgenden Jahren schrittweise auf alle Jahrgangsstufen ausgeweitet wird. Bisheriger Gymnastikraum und Geräteraum sollen zu Küche und Betreuungsraum umgebaut werden.
Wie bei der öfentlichen Sitzung des Stadtrates bekannt wurde, werden im kommenden Schuljahr 60 Kinder eingeschult. Insgesamt besuchen dann voraussichtlich 244 Schülerinnen und Schüler die Grundschule Pappenheim-Solnhofen.
Eine Bedarfsabfrage unter den Eltern ergab, dass für 26 Erstklässler ein Bedarf an Ganztagsbetreuung besteht. Durch bereits vorhandene Angebote im „Haus für Kinder“ sowie in den Schulkindbetreuungen in Bieswang und Neudorf können allerdings nicht alle Kinder versorgt werden. Derzeit fehlen noch Betreuungsplätze für 15 Kinder.
Die Stadt hat deshalb verschiedene Betreuungsformen geprüft. Favorisiert wird derzeit eine Mittagsbetreuung beziehungsweise verlängerte Mittagsbetreuung in Räumen der Grundschule. Voraussetzung für einen Platz, der den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung vollständig erfüllt, ist eine Betreuung bis mindestens 16 Uhr. In diesem Fall erhält der Einrichtungsträger eine staatliche Förderung in Höhe von 16.391 Euro pro Gruppe und Schuljahr. Zusätzlich sind Investitions- und Ausstattungsförderungen möglich.
In Pappenheim ist nun geplant, die Betreuung im Untergeschoss der Grundschule unterzubringen. Dort werden zwei Räume umfunktioniert. Dabei handelt es sich um den bisherigen Gymnastikraum und den angrenzenden bisherigen Geräteraum. Die Räume befinden sich im Kellergeschoss im Westflügel der Grundschule und wurden bisher auch vom Turnverein für sportliche Aktivitäten genutzt.
In einem kleineren, bisherigen Geräteraum soll eine Küche eingebaut werden. Der größere, bisherige Gymnastikraum ist als Aufenthaltsbereich vorgesehen. Eine entsprechende Begehung mit der Regierung von Mittelfranken und der Schulleitung hat bereits stattgefunden.
Parallel dazu beschäftigte sich der Stadtrat auch mit der notwendigen Ausstattung der Räume. Für die Küche liegt aktuell ein Angebot über 20.800 Euro vor. Die benötigten Ausstattungsgegenstände für 28 Plätze wurden mit 2.763,11 Euro kalkuliert.
Sollte sich die Stadt für eine verlängerte Mittagsbetreuung bis 16 Uhr entscheiden, wäre eine Förderung möglich. Bei 15 rechtsanspruchserfüllenden Plätzen ergibt sich eine theoretische Maximalförderung von 22.500 Euro. Aufgrund der Förderobergrenze von 70 Prozent der förderfähigen Kosten würde die tatsächliche Förderung nach aktuellem Stand jedoch 16.494,18 Euro betragen. Der Eigenanteil der Stadt läge damit bei 7.068,93 Euro.
Bei verkürzten Betreuungsformen bis 14 oder 15 Uhr entfällt hingegen die Möglichkeit einer Investitions- und Ausstattungsförderung vollständig.
Da die endgültige Ausgestaltung der Betreuung derzeit noch abgestimmt wird, konnte die Verwaltung noch keine abschließende Aussage zu den späteren Betriebskosten und einem möglichen Defizit treffen. Klar ist jedoch bereits jetzt, dass die Stadt Pappenheim zur Erfüllung des gesetzlichen Anspruchs künftig zusätzliche Betreuungsangebote schaffen muss.
Der Stadtrat erkannte den Betreuungsbedarf grundsätzlich an und sprach sich dafür aus, die Betreuung in den Räumlichkeiten der Grundschule umzusetzen. Zudem wurde Bürgermeister Florian Gallus ermächtigt, nach Einholung weiterer Angebote und Prüfung möglicher Förderungen Aufträge für Küche und Ausstattung bis zu einer Höhe von 25.000 Euro zu vergeben.
Die Frage von Stadtrat Roland Kiermeyer (FW/BGL) nach den Kosten für die Unterbringung in der Einrichtung wurde in der öffentlichen Sitzung nicht weiter erörtert. Dies sei ein Thema, das im nichtöffentlichen Teil der Sitzung weiter besprochen werde. Stadträtin Anette Pappler (SPD) wies allerdings bereits im öffentlichen Teil der Sitzung darauf hin, dass die Unterbringungskosten für die Kinder steuerlich absetzbar seien. Nach ihrer Einschätzung werde der Bedarf an Betreuungsplätzen langfristig steigen. „Die Eltern wollen kurze Wege“, erklärte Anette Pappler, deshalb sei man bei der Ausarbeitung des Betreuungskonzeptes auf einem guten Weg.