Neuer Lern- und Erlebnisort im Pappenheim eingeweiht
Trotz Dauerregens und Temperaturen um die 15 Grad herrschte im Pappenheimer Stadtpark beste Stimmung. Dort, wo im Jahr 2013 der Wald-Erlebnispark als Gemeinschaftsprojekt der Stadt Pappenheim, der LAG Monheimer Alb-Altmühljura und des Evangelischen Bildungs- und Tagungszentrums (EBZ) seine Eröffnung feierte, wurde nun mit dem Projekt „Pappen.Hain – Wald (er-)leben“ ein neues zukunftsweisendes Natur- und Bildungsprojekt offiziell eröffnet. Rund 60 geladene Gäste kamen zur Einweihungsfeier zusammen und fanden im eigens errichteten Festzelt einen geschützten Platz für diesen besonderen Anlass.
Der Leiter des Evangelischen Bildungs- und Tagungszentrums (EBZ), Christian Söllner, begrüßte die zahlreichen Gäste aus Politik, Kirche und Gesellschaft. Besonders willkommen hieß er Bürgermeister Florian Gallus, die Landtagsabgeordneten Helmut Schnotz und Wolfgang Hauber, Bezirksrat Hans Popp sowie Solnhofens Bürgermeister Tobias Eberle. Ebenso begrüßte er die Vertreterinnen der LAG Monheimer Alb-Altmühljura, Veronika Herb und Melanie Pruis-Obel, den LEADER-Koordinator Erich Herreiner, Kirchenrätin Bettina Naumann, Dekanin Sonja Scherle-Schobel, Pfarrer Gerd Schamberger und Tobias Bernhard von der Evangelischen Jugend Bayern. Sein Gruß galt außerdem den Vertretern des Trägervereins mit Hermann Rummel, Anne Rupp, Stefan Kittsteiner und Anette Pappler, den Mitgliedern des Freundeskreises und des Kuratoriums sowie den zahlreichen Unterstützern des Projekts.
Ein besonderer Dank ging an die beteiligten Firmen und Handwerksbetriebe, darunter die Zimmerei Riedl, Elektrotechnik Lutz, Systemintegration Frey, Hüttinger Bau, Möbel Rachinger, Raumbausteine, Metallbau Schindler, TreeConsult, die Jugendwerkstatt Langenaltheim sowie die Architekten Micha und Jochen Radegast. Sie alle hätten mit ihrem fachlichen Können und ihrem Engagement dazu beigetragen, dass aus einer Idee im Pappenheimer Stadtwald ein außergewöhnlicher Bildungs- und Erlebnisort entstehen konnte.
Da ist wirklich was gelungen
In seinem Grußwort bezeichnete Bürgermeister Florian Gallus den Pappen.Hain als weit mehr als ein Freizeit- oder Bildungsangebot. Entstanden sei ein Ort der Begegnung, der Bildung, des Naturerlebens und der Gemeinschaft. Die Stadt habe das Vorhaben gerne unterstützt und die erforderlichen Flächen zur Verfügung gestellt, weil das Projekt hervorragend zu Pappenheim, seiner Landschaft und dem Verständnis einer nachhaltigen und lebenswerten Heimat passe. Der Pappen.Hain greife die enge Verbindung zwischen Menschen, Geschichte und Natur auf moderne und zukunftsorientierte Weise auf. Kinder und Jugendliche könnten hier den verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt erlernen, während Gruppen und Schulklassen Gemeinschaft und Vertrauen erleben. Gleichzeitig stärke das Projekt Pappenheim als Bildungs-, Freizeit- und Tourismusstandort im Naturpark Altmühltal und komme damit der gesamten Region zugute.
Auch Melanie Pruis-Obel, Geschäftsführerin der Lokalen Aktionsgruppe Monheimer Alb-Altmühljura, unterstrich die Bedeutung des Projekts für die gesamte LEADER-Region. Mit der Einweihung werde eine außergewöhnliche Idee Wirklichkeit. Der Pappen.Hain sei ein gelungenes Beispiel dafür, wie Umweltbildung, Naturerfahrung und Gemeinschaft miteinander verbunden werden können. Besonders beeindruckt zeigte sie sich von den innovativen Elementen wie dem Kobelnest in zehn Metern Höhe, dem Wipfelblick mit Abseilmöglichkeit sowie der Wurzelhütte als modern ausgestattetem Lern- und Begegnungsort mitten im Wald. Das Projekt erfülle in besonderer Weise die Entwicklungsziele der LAG, indem es Natur- und Kulturräume erlebbar mache, neue Bildungsangebote schaffe und die regionale Identität stärke.
„Da ist wirklich was gelungen“, zeigte sich der Landtagsabgeordnete Helmut Schnotz beeindruckt vom neuen Pappen.Hain. In seinem Grußwort würdigte er zugleich die Arbeit des Evangelischen Bildungs- und Tagungszentrums, dessen Bedeutung gerade in der heutigen Zeit nicht hoch genug eingeschätzt werden könne. Mit dem Hinweis „Die Zeiten von 1924 bis 1933 dürfen sich nicht wiederholen“ erinnerte er an die Verantwortung, demokratische Werte aktiv zu vermitteln und zu leben. Das EBZ und der Pappen.Hain seien deshalb weit mehr als ein Bildungsangebot. Für Schnotz handelt es sich um ein Leuchtturmprojekt, das Demokratie erlebbar macht und Orientierung geben kann.
LEADER-Koordinator Erich Herreiner unterstrich in seinem Grußwort, dass die Bedeutung des Projekts für die Aufwertung der Region zu der Entscheidung der LAG geführt habe, das Projekt mit 130.000 Euro zu unterstützen.
Für den Verein der Evangelischen Bildungszentren im ländlichen Raum e. V. überbrachte Hermann Rummel die herzlichsten Glückwünsche und betonte, dass das Projekt hier Wurzeln beinhalte, die den Menschen Halt geben. Er bedankte sich dafür, dass die Initiatoren mit dem Pappen.Hain einen „Blick über den Horizont hinaus“ bewiesen hätten.
Im Anschluss stellten Projektleiter Michael Herrmann und Christian Söllner gemeinsam die Entstehungsgeschichte des Pappen.Hain vor. Die ersten Überlegungen reichen bis ins Jahr 2022 zurück, als sich die Frage nach einer Nachnutzung des bisherigen Waldklettergartens stellte. Aus ersten Ideen entwickelte sich Schritt für Schritt ein umfassendes Konzept für einen naturnahen Bildungs- und Erlebnisraum auf rund 30.000 Quadratmetern Waldfläche. Ein ganz entscheidender Schritt in Richtung Ziel war im Mai 2025 die Übergabe des Förderbescheids, dem kurz darauf der Baubeginn folgte.
Heute umfasst der Pappen.Hain mehrere Bausteine. Herzstück ist die ganzjährig nutzbare Wurzelhütte, die als Umweltbildungsraum, Seminarstätte und Treffpunkt dient. Ergänzt wird sie durch das Kobelnest, eine große Hängematte in rund zehn Metern Höhe zwischen zwei Douglasien, den Wipfelblick mit 15 Meter hoher Abseilplattform, einen Niedrigseilgarten, einen Barfußpfad, einen Baumlehrpfad und verschiedene Ruhebereiche im Wald.
Kostengrenzen nicht gerissen
Hinter dem Projekt stehen auch beachtliche Investitionen. Für die Umsetzung von Wurzelhütte, Kobelnest, Wipfelblick und Niedrigseilgarten waren ursprünglich Gesamtkosten von 325.642 Euro veranschlagt. Einen wesentlichen Beitrag leistet dabei die LEADER-Förderung der Europäischen Union und des Freistaats Bayern mit knapp 130.000 Euro. Weitere 49.000 Euro stammen von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Über eine Spendenaktion konnten zudem rund 10.000 Euro eingeworben werden. Hinzu kommen Geld- und Sachspenden in Höhe von etwa 6.000 Euro. Den verbleibenden Anteil trägt das Evangelische Bildungs- und Tagungszentrum aus Eigenmitteln. Wie Christian Söllner bei der Vorstellung erfreut berichtete, zeichnet sich bereits jetzt ab, dass die veranschlagte Bausumme eingehalten, vielleicht sogar unterschritten werden kann.
Mehrfach wurde während der Feier deutlich, dass hinter dem Pappen.Hain weit mehr steckt als ein Bauprojekt. Zahlreiche Firmen, Ehrenamtliche, Bildungspartner und Unterstützer aus der Region haben dazu beigetragen, dass aus einer Idee ein außergewöhnlicher Lern- und Erlebnisort geworden ist. Entsprechend groß war der Dank an alle Beteiligten.
Den feierlichen Abschluss bildete eine Andacht mit Segnung der neuen Anlage durch Diakonin Sandra Höchsmann. Danach wurde der Pappen.Hain mit einem Sektempfang offiziell eröffnet, und die Gäste hatten anschließend die Gelegenheit, die einzelnen Stationen beim Tag der offenen Tür mit fachkundigen Führungen näher kennenzulernen.