Markus Gläser stellt sich im Grünen Bereich von Pappenheim vor
Die Pappenheimer Ortsgruppe von Bündnis 90/Die Grünen hatte kürzlich zu einem politischen Abend in den „Grünen Bereich“ eingeladen – jenem historischen Ort in der vormaligen Hoechstetter-Apotheke, der Leerstand mit neuem Leben füllt. Anlass des Treffens war der Besuch von Markus Gläser, der sich bei der Kommunalwahl am 8. März 2026 um das Amt des Landrats bewirbt.
Monika Pamp, 1. Sprecherin der Pappenheimer Grünen begrüßte die zahlreichen Besucher und den Landratskandidaten Markus Gläser im „Grünen Bereich“. Unterstützt wird seine parteiunabhängige Kandidatur von fünf im Kreistag vertretenen Parteien: Freie Wähler, Bündnis 90/Die Grünen, SPD, ÖDP und FDP. In Pappenheim selbst treten SPD und Freie Wähler mit eigenen Kandidaten zur Kreistagswahl an. Auf Nachfrage berichtete Gläser, dass die Einladung der Grünen bislang die einzige aus Pappenheim sei – fügte aber mit einem Lächeln hinzu: „Aber vielleicht kommt ja noch was.“ Bereits im Mai 2025 hatte sich Markus im Rahmen der internen Jahreshauptversammlung des Ortsvereins im Gasthaus Zur Linde den SPD-Mitgliedern vor Ort vorstellen können.
Der Abend im „Grünen Bereich“ war geprägt von einem regen Austausch. Gläser präsentierte seine politischen Ziele und traf dabei auf ein interessiertes Publikum. Zwischenfragen waren ausdrücklich erwünscht – und der Kandidat nutzte die Gelegenheit, um auf die Zwischenfragen mit Detailkenntnis und Sachverstand auf Augenhöhe zu antworten.
Im Rahmen seiner Vorstellung in Pappenheim ging Landratskandidat Markus Gläser recht detailliert auf eine ganze Reihe von Themen ein, die aus seiner Sicht für die Zukunft des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen von besonderer Bedeutung sind. Die Schwerpunkte seiner Rede zeigten deutlich: Gläser will Politik nicht nur für, sondern vor allem mit den Menschen im Landkreis machen.
Wohnen, Familien und lebendige Ortskerne
Ein zentrales Anliegen des Kandidaten ist die Belebung leerstehender Ortskerne. Gläser betonte, dass Wohnen, Familienfreundlichkeit und die Attraktivität von Innenstädten und Dorfzentren untrennbar miteinander verknüpft seien. Anstatt neue Flächen auszuweisen, solle verstärkt auf Nachverdichtung und die Reaktivierung leerstehender Gebäude gesetzt werden. Förderprogramme wie „Lebendige Zentren“ oder „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ von Bund und Land müssten gezielter genutzt werden – auch von kleineren Kommunen wie Pappenheim. Dabei verwies er ausdrücklich auf den Veranstaltungsort selbst: Die Wiederbelebung der ehemaligen Hoechstetter-Apotheke durch die Grünen sei ein gelungenes Beispiel dafür, wie Leerstand mit Kreativität in einen Ort der Begegnung verwandelt werden könne.
Die Idee aus der Zuhörerschaft, für derart weitreichende Herausforderungen einen zentralen landkreisweiten „Kümmerer“ zu benennen, begrüßte er grundsätzlich, dämpfte jedoch überzogene Erwartungen: „Da müssen wir aufpassen. Da will ich keine Versprechen machen.“
Mobilität und Infrastruktur
Im Bereich der Mobilität setzte Gläser auf eine Kombination aus Verbesserung des ÖPNV und modernen, flexiblen Lösungen. Gerade für den ländlichen Raum brauche es dichtere Takte, verlässliche Verbindungen und barrierefreie Haltestellen. Ergänzend sollen On-Demand-Angebote auch kleinere Dörfer besser anbinden. Ein wichtiges Anliegen war ihm zudem die Digitalisierung – konkret der flächendeckende Ausbau von Breitband und Mobilfunk.
Auch zur Verkehrsregelung bezog Gläser Stellung: Für die stark belastete Hörnleinkreuzung in Weißenburg sprach er sich aus Sicherheits- und Kostengründen klar gegen den geplanten Kreisverkehr aus. Stattdessen favorisiert er eine optimierte Ampellösung, die ebenfalls zur Vermeidung schwerer Unfälle beitragen könne – zumal das Nadelöhr durch einen Kreisel nicht vollständig aufgelöst werde.
Verwaltung und Sicherheit
Verwaltung soll für Bürgerinnen und Bürger einfacher und verlässlicher werden. Gläser setzt auf digitale Prozesse, klare Zuständigkeiten und eine bürgernahe Ansprache. Er sprach sich für einen speziellen Serviceschalter für Seniorinnen und Senioren aus, die keinen Zugang zum Internet haben. Im Bereich Sicherheit nannte er eine bessere Ausstattung für Einsatzkräfte sowie vorausschauende Notfallpläne für Extremwetterereignisse und Cyberangriffe als notwendige Maßnahmen.
Wirtschaft und Bildung
Zur Sicherung der wirtschaftlichen Zukunft betonte Gläser die Bedeutung eines engen Austauschs zwischen Wirtschaft, Schulen und Ausbildungsstätten. Er möchte regelmäßige Wirtschaftsdialoge etablieren, familienfreundliche Betriebe stärken und die Digitalisierung an Schulen vorantreiben. Auch die gezielte Förderung des Tourismus und der Regionalwirtschaft spielt in seinem Konzept eine Rolle.
Gesundheit und Pflege
Die wohnortnahe Gesundheitsversorgung sieht Gläser als Grundpfeiler der Daseinsvorsorge. Er sprach sich für ein stabiles Kreisklinikum in Weißenburg aus. Auch die Zahl an Ärztinnen und Ärzten im Landkreis will Gläser erhöhen. Ergänzt werden soll die Versorgung durch telemedizinische Angebote, moderne Pflegekonzepte und eine Stärkung der Palliativ- und Hospizdienste. Die Sicherung der Geburtshilfe im Landkreis bleibt für ihn ein wichtiges Ziel.
Klima und Landwirtschaft
Markus Gläser widmete sich auch dem Spannungsfeld zwischen Klimaschutz und Landwirtschaft – das er jedoch nicht als Widerspruch, sondern als gemeinsame Aufgabe versteht. Er will den Austausch mit Landwirten, wie vormals schon durch einen regelmäßigen Umweltgipfel, fördern, den Ausbau erneuerbarer Energien unterstützen und regionale Vermarktung stärken. Ein besonderes Augenmerk liegt auf kurzen Wegen und der Entwicklung eines Qualitätszeichens „Altmühlfranken-Heimatprodukte“.