Turnverein Pappenheim zwischen Aufschwung und Baustillstand
Sportlich läuft es beim Turnverein Pappenheim rund, auf der Baustelle der vereinseigenen Turnhalle dagegen seit Wochen nicht mehr. Bei der Jahreshauptversammlung im dicht besetzten Medienraum des Hotels Sonne wurde deutlich, dass die schwierige Dachsanierung den Verein wohl noch einige Zeit beschäftigen wird. Seit Anfang August ruhen die Arbeiten, weil statische Probleme eine Neuplanung erforderlich machen.
Unter den rund 50 Zuhörerinnen und Zuhörern waren auch Stadtrat Marcus Wurm, der die Sanierung als Bindeglied zur Stadt Pappenheim begleitet, sowie BLSV-Kreisvorsitzender Patrick Fischer.
Vorsitzender Julian Sattler konnte zunächst von einem ausgesprochen aktiven Vereinsjahr berichten. Der TV zählt derzeit 387 Mitglieder und ist mit seinen zwölf Sparten auch außerhalb des Sportbetriebs vielseitig präsent. Sauverlosung beim Altmühlfest, zwei gepflanzte Bäume bei der Baumpflanz-Challenge, hausgemachte Erzeugnisse beim Pelzmärtelmarkt, Kinderfasching im Kronensaal, Cocktailbar beim Frühlingserwachen und die Teilnahme am Feuerwehrfest in Neudorf standen unter anderem im Jahresbericht.
Einen bemerkenswerten Aufschwung erlebt Line Dance. Die Sparte zählt mittlerweile 53 aktive Tänzerinnen und Tänzer und brachte dem Verein innerhalb eines Jahres 25 neue Mitglieder. Unter der Leitung von Hanne Grillmeier laufen derzeit drei Kurse, wobei der Anfängerkurs am Donnerstagabend am stärksten besucht ist.
Mit 38 Akteuren nimmt die Tischtennisabteilung am Wettkampfbetrieb teil. Unter Abteilungsleiter Ernst Enser treten drei Erwachsenen- und zwei Jugendmannschaften an. Als Trainer mit Übungsleiterlizenz stehen Frank Bautze, Carlo Enser, Ernst Enser und Johannes Keßler zur Verfügung.
Besonders erfolgreich präsentierte sich die Abteilung Bogensport, deren Aktive sowohl bei den Bayerischen Meisterschaften als auch bei der Bezirksmeisterschaft beachtliche Ergebnisse erzielen konnten.
Neu im Angebot ist Dart. Trainiert wird mittwochs von 19 bis 21 Uhr. Weitere Mitspieler sind willkommen, denn möglichst noch bis zum Jahresende soll der Einstieg in den Ligabetrieb gelingen.
Treue zum Turnverein Pappenheim
Ein fester Bestandteil der Mitgliederversammlung waren auch die Ehrungen für langjährige Vereinstreue. Für jeweils 25 Jahre Mitgliedschaft wurden Luisa Ernst, Sandra Meyer und Frank Bautze geehrt. Seit 50 Jahren gehören Gerhard Sippekamp und Helmut Wurm dem Turnverein an. Auf stolze 65 Jahre Vereinszugehörigkeit können Ottilie Müller und Ludwig Schütz zurückblicken.
Von den in diesem Jahr Geehrten konnte Frank Bautze seine Auszeichnung persönlich entgegennehmen. Die übrigen Jubilare waren bei der Versammlung nicht anwesend. Unabhängig davon stehen die Ehrungen für eine bemerkenswerte Verbundenheit mit dem TV Pappenheim, die bei Ottilie Müller und Ludwig Schütz bereits seit mehr als sechs Jahrzehnten besteht.
Sportliche Perspektiven und finanzielle Herausforderungen
Für die weitere Vereinsentwicklung hat Julian Sattler vor allem die jungen Leute im Blick. Trotz des bestehenden Angebots sollen deren sportliche Möglichkeiten weiter ausgebaut werden. Hilfreich ist dabei, dass der Gymnastikraum der Grundschule auch im kommenden Winter genutzt werden kann. Wie Stadtrat Marcus Wurm erklärte, ist der dort geplante Umbau für die Ganztagsbetreuung wegen zu geringer Anmeldezahlen derzeit vom Tisch. Die angemeldeten Kinder sollen im BRK-Kindergarten betreut werden.
Finanziell bleibt vor allem die Turnhallensanierung eine Herausforderung. Im Berichtszeitraum wurden mehr als 100.000 Euro ausgegeben, gleichzeitig gingen beachtliche 41.000 Euro an Spenden ein. Kassenwartin Regine Halbmeier berichtete ausführlich über die Beantragung der Zuschüsse und brachte deren nicht teils komplizierten Ablauf knapp auf den Punkt. „Es bleibt immer spannend.“
Die Liste ergänzt den bisherigen Text gut, weil sie zeigt, dass trotz des derzeitigen Stillstands bereits eine ganze Reihe von Arbeiten und Planungsschritten erledigt wurden. Ich würde sie nicht als Aufzählung übernehmen, sondern in den Ablauf der Sanierung einbauen. Laut der Übersicht zum Stand September 2026 gehören dazu unter anderem die Sicherung des Hallenbodens, die Gerüste innen und außen, Aufmaß und Detailplanung sowie mehrere statische Prüfungen und bereits ausgeführte Arbeiten an der Holzkonstruktion.
Schwierige Statik bremst die Dachsanierung
Spannend bleibt es auch auf der Baustelle auf dem Turnhallendach. Dabei ist seit Beginn der Arbeiten einiges geschehen. Zunächst wurde der Boden der Turnhalle gesichert und die Halle innen und außen eingerüstet. Ende Mai 2026 hatte der Zimmereibetrieb Riedl dann zügig Dachdeckung, Isolierung und Verschalung entfernt und über dem freigelegten Dachgebälk ein Schutzdach errichtet.
Erst mit dem offenen Dach ließ sich die vorhandene Konstruktion genauer erfassen. Die freigelegten Träger wurden vermessen und auf dieser Grundlage die Detailplanung fortgeschrieben. Es folgten statische Berechnungen, deren Prüfung durch den Prüfstatiker und ein Abgleich der Ergebnisse. Dabei zeigte sich, dass die ursprüngliche Planung im Traufbereich wegen der unterschiedlichen Geometrie auf der Süd- und Nordseite geändert werden musste. Auch diese Änderung machte eine erneute Prüfung erforderlich.
Seit Anfang August herrscht allerdings weitgehend Stillstand auf der Baustelle. „Wir haben da Probleme mit der Grundstatik. Das ist eine schwierige Sache“, erläuterte Architekt Clemens Frosch bei der Mitgliederversammlung.
Die durch frühere Sanierungen „weich“ gewordene Dachkonstruktion soll mit neuen Fachwerkträgern stabilisiert werden. Dazu gehören liegende Fachwerkträger, die in den Bestand eingebaut werden, sowie eine neue Kehlbalkenlage zur Sicherung der Sparren. Teilweise müssen die Sparren an ihren Fußpunkten zurückgeschnitten werden. Verfaulte Hölzer an Schwellen und Gaubenbalken wurden bereits repariert. Auch Stahlverbindungen wurden hergestellt.
Eine besondere Schwierigkeit liegt dort, wo die Dachlast auf die Außenwände übertragen werden soll. Weil die vorhandene Dachkonstruktion verschoben ist und nicht gerade verläuft, müssen die Balken einzeln eingepasst werden.
Damit lässt sich die ursprünglich berechnete Lösung nicht umsetzen. Die Stahlträger können nicht wie vorgesehen an der Innenseite der Mauer angebracht werden, sondern müssen nach außen. Dafür sind eine neue Statik und Prüfstatik notwendig. Diese werden nach Einschätzung von Frosch die Gesamtkosten deutlich erhöhen, während die eigentlichen Bauarbeiten voraussichtlich im Kostenrahmen bleiben.
Nun soll es möglichst zügig weitergehen. „Wir tasten uns Schritt für Schritt vor“, erklärte Frosch. Ziel sei es, das Dach bis Weihnachten fertigzustellen. Gleichzeitig schränkte er ein: „Das kann ich aber nicht versprechen.“
Danach müssen noch die Risse in den Wänden verpresst und der Innenraum neu gestrichen werden. Wann die Sportlerinnen und Sportler der zwölf Sparten des Vereins im kommenden Jahr tatsächlich wieder in ihre Turnhalle einziehen können, bleibt deshalb vorerst offen.