Grundkonzept für neuen Marktplatz in Pappenheim
Der Marktplatz in Pappenheim soll ein neues Gesicht erhalten. Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am Donnerstag die ersten Skizzen des Planungsbüros Herb und Partner aus Buttenwiesen zur Kenntnis genommen und das gestalterische Grundkonzept mehrheitlich beschlossen. Lediglich die beiden Stadträte der Grünen stimmten gegen die Gestaltung mit polygonalen Grünflächen und äußerten deutlich Bedenken gegen die Gestaltung.
Vorgestellt wurden die Planungen von Franziska Burlefinger und Verena Hurler vom Fachbüro für Stadtplanung Herb und Partner. Die Entwürfe sind das Ergebnis mehrmonatiger Vorarbeiten und bilden die Grundlage für den nächsten Planungsschritt.
Sollte das Projekt wie vorgesehen weitergeführt werden, erstellt das Büro nun einen Vorentwurf einschließlich Kostenschätzung. Dieser umfasst auch den Bereich der Stadtvogteigasse.
Der Marktplatz steht unter denkmalpflegerischem Ensembleschutz. Mit Ausnahme des Sparkassengebäudes sind sämtliche Gebäude rund um den Platz Einzeldenkmäler. Dies stellte für die Planerinnen einen wichtigen Rahmen bei der Entwicklung des Konzepts dar.
Mehr Grün und mehr Aufenthaltsqualität
Ausgangspunkt der Überlegungen war die heutige Situation. Der Marktplatz weist bislang keinerlei Grünflächen auf, parkende Fahrzeuge prägen das Erscheinungsbild und unterschiedliche Beläge aus Betonplatten, Kleinsteinpflaster und Asphalt sorgen für ein uneinheitliches Bild. Hinzu kommt, dass mehrere Zugänge zu den Gebäuden bislang nicht barrierefrei sind.
Der Entwurf sieht deshalb eine deutliche Aufwertung des Platzes vor. Geplant sind polygonale Grüninseln und Pflasterflächen mit Juraplatten mit insgesamt acht Bäumen, Sitzgelegenheiten sowie ein Wasserspiel mit Armtauchbecken vor dem Rathaus. Vier Bäume sollen im Bereich von Rathaus und Sparkasse gepflanzt werden, zwei weitere vor der Schlossapotheke und zwei vor dem Neuen Schloss.
Außerdem sollen neue Rampen einen barrierefreien Zugang zum Rathaus, zur Sparkasse, zur Tourist-Information, zur Schlossapotheke sowie zur Terrasse des Gasthofs „Zum Goldenen Hirschen“ ermöglichen. Noch offen ist die Frage, ob Bäume in Schirm- oder Säulenform gepflanzt werden.
Weniger Parkplätze auf dem Marktplatz
Mit der Umgestaltung wird sich auch die Parksituation verändern. Während derzeit auf dem Marktplatz 21 Pkw geparkt werden können, sollen künftig noch zwölf Stellplätze, darunter zwei Behindertenparkplätze, zur Verfügung stehen.
Das wirkt sich insbesondere auf den Wochenmarkt aus. Fahrzeuge können künftig nicht mehr direkt vor oder neben den Marktständen parken.
Für den Maibaum ist künftig ein zentraler Standort vorgesehen. Allein der dafür notwendige Maibaumständer wird nach Angaben von Franziska Burlefinger rund 22.000 Euro kosten.
Auch die Nutzung des Platzes für Veranstaltungen spielte bei den Planungen eine wichtige Rolle. Beim Pelzmärtelmarkt können nach den vorgestellten Entwürfen künftig insgesamt 20 Verkaufsbuden aufgestellt werden. Davon sind acht vor dem Neuen Schloss, fünf vor der Schlossapotheke und sieben vor dem Rathaus vorgesehen. Außerdem bietet der neugestaltete Platz nach Angaben der Planer Raum für rund 40 Bierzeltgarnituren.
Kostenschätzung und hohe Förderung möglich
Nach einer ersten groben Kostenschätzung belaufen sich die Kosten für die Neugestaltung des Marktplatzes ohne den Vorplatz des Hotels Krone auf rund 258.500 Euro, mit Einbeziehung dieses Bereichs auf etwa 330.000 Euro. Für die Neugestaltung der Stadtvogteigasse werden rund 72.600 Euro veranschlagt.
Für die Finanzierung gibt es gute Aussichten. Nach Angaben der Stadt kann die Städtebauförderung das Projekt voraussichtlich mit 90 Prozent statt der üblichen 60 Prozent fördern. Voraussetzung ist allerdings, dass der Schwerpunkt auf einer klimagerechten Innenentwicklung liegt. Vorgesehen sind deshalb unter anderem eine möglichst umfangreiche Entsiegelung, die unterirdische Vernetzung der Grünflächen sowie der Einbau einer Rigole.
„Es ist noch nicht in Stein gemeißelt“
Bürgermeister Florian Gallus betonte, dass in den Planungen die Vorgaben der Regierung hinsichtlich Wasser, Grüngestaltung und Barrierefreiheit berücksichtigt worden seien. Gleichzeitig machte er deutlich, dass es sich um einen ersten Entwurf handle. „Es ist noch nicht in Stein gemeißelt.“
Ein wichtiges Anliegen sei ihm außerdem, den Bereich neben dem Hotel Krone ebenfalls in die Gestaltung einzubeziehen. Hier seien allerdings noch Gespräche mit dem Eigentümer erforderlich.
Mit Blick auf die künftig geringere Zahl an Stellplätzen sagte Gallus: „Das tut mir auch weh.“ Bisher habe sich bewährt, dass Besucher des Wochenmarktes direkt neben den Verkaufsständen parken konnten. Nach der Neugestaltung werde dies nicht mehr möglich sein. Man müsse diesbezüglich einfach Federn lassen.
Breite Zustimmung im Stadtrat
Die vorgestellten Pläne stießen im Stadtrat überwiegend auf Zustimmung.
Anette Pappler (SPD) hob die Bedeutung von Barrierefreiheit und Wasser hervor. Sie erinnerte daran, dass gerade das Thema Wasser bei den ersten Überlegungen zur Marktplatzgestaltung im Jahr 2014 noch für heftige Diskussionen gesorgt habe. Die Umgestaltung der Stadtwerkeinsel habe inzwischen aber gezeigt, dass Wasser ein attraktives Gestaltungselement sein könne. Wichtig sei ihr außerdem, dass der Marktplatz weiterhin als Veranstaltungsort funktioniere.
Marcus Wurm bezeichnete den Marktplatz als „das Gesicht der Stadt“ und regte an, das Wasserspiel bei Bedarf abdecken zu können.
Auch Stadtrat Weizinger zeigte sich mit den ersten Planungen zufrieden. Angesichts der geringeren Zahl an Parkplätzen werde der Platz allerdings insgesamt deutlich beengter.
Carola Lämmerer von der Bürgerliste begrüßte den Entwurf ebenfalls. Sie sprach sich jedoch dafür aus, an den barrierefreien Rampen entsprechende Absturzsicherungen vorzusehen.
Grüne lehnen polygonale Formen ab
Deutlich kritischer äußerte sich Astrid Weddige von den Grünen. Zwar begrüßte sie ausdrücklich die vorgesehenen Bäume auf dem Marktplatz, mit den polygonalen Grünflächen konnte sie sich jedoch nicht anfreunden. Diese passen nach ihrer Ansicht nicht zum historischen Ambiente des Platzes. Zudem befürchte sie, dass durch die geplanten Rampen für die Barrierefreiheit die denkmalgeschützten Gebäude, die den Marktplatz prägen, in ihrer Wirkung beeinträchtigt werden.
Der Stadtrat stimmte deshalb eigens über die polygonalen Formen ab. Die Mehrheit sprach sich dafür aus, diese wie vorgestellt beizubehalten. Gegen den Erhalt der polygonalen Grünflächen stimmten die beiden Stadträtinnen der Grünen.
Nur abgehärtetes Personal
Für einen heiteren Moment sorgte schließlich Erich Neulinger. Er äußerte die Sorge, dass der Betrieb des geplanten Wasserspiels vor dem Rathaus die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bürgerbüro bei ihrer Arbeit stören könnte.
Bürgermeister Gallus nahm die Bemerkung mit Humor und entgegnete schmunzelnd: „Im Bürgerbüro arbeitet nur abgehärtetes Personal.“
Am Ende nahm der Stadtrat die Skizzen des Planungsbüros Herb und Partner zur Kenntnis und beschloss, die polygonförmigen Grünanlagen wie in der Präsentation vorgesehen beizubehalten. Damit kann nun der Vorentwurf mit einer detaillierten Kostenschätzung ausgearbeitet werden.
Alle Bilder: Planskizzen Herb& Partner