Glasfaserausbau in Pappenheim ist noch nicht gesichert
Während der geförderte Glasfaserausbau in mehreren Pappenheimer Ortsteilen bereits angelaufen ist, bleibt die Zukunft des eigenwirtschaftlichen Ausbaus in der Kernstadt ungewiss. Bei der Bürgerversammlung am 13. Oktober 2026 machte Bürgermeister Florian Gallus deutlich, dass der Ausbau von einer ausreichenden Zahl an Vorverträgen abhängt. Bislang haben sich nach seinen Angaben erst rund 15 Prozent der möglichen Anschlussnehmer für einen entsprechenden Vertrag entschieden.
Im September 2026 haben in Neudorf die Bauarbeiten für den geförderten Glasfaserausbau begonnen. Zu den weiteren Ausbaugebieten gehören Göhren, Teile von Geislohe sowie einzelne Bereiche Pappenheims. Dazu zählen Niederpappenheim, der Auerbichel, die Papiermühle sowie die äußeren Bereiche der Bahnhofstraße und der Bürgermeister-Rukwid-Straße. In Osterdorf ist der Glasfaserausbau bereits abgeschlossen.
In den geförderten Gebieten können Hauseigentümer einen kostenlosen Glasfaseranschluss erhalten, ohne gleichzeitig einen Telekom-Tarifvertrag abschließen zu müssen. Für den überwiegenden Teil der Pappenheimer Kernstadt gelten dagegen andere Voraussetzungen.
Hier ist ein eigenwirtschaftlicher Ausbau vorgesehen, bei dem die Telekom die Investitionen selbst trägt. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sich genügend Haushalte für einen Glasfasertarif entscheiden. Wer rechtzeitig einen entsprechenden Vertrag abschließt, kann sich die einmaligen Anschlusskosten von derzeit 999,95 Euro sparen.
Auf der Internetseite der Stadt Pappenheim heißt es dazu:
„Sofern der Glasfaseranschluss nicht bis ca. Mitte des Jahres 2026 mittels Tarifbuchung beauftragt ist, fällt bei einem Anschluss zu einem späteren Zeitpunkt die Investitionszuschusspauschale von aktuell 999,95 € zusätzlich zu den Tarifkosten bei der Telekom an.“
Obwohl dieser Zeitpunkt bereits überschritten ist, scheint die Möglichkeit einer entsprechenden Tarifbuchung ohne zusätzliche Anschlusskosten derzeit noch zu bestehen.
Ursprünglicher Baubeginn bereits im April vorgesehen
Der Ausbau in der Kernstadt sollte ursprünglich bereits im April 2026 beginnen. Auf der Internetseite der Stadt Pappenheim ist dazu zu lesen:
„Der Ausbau in der Kernstadt Pappenheim soll bereits im April 2026 starten. Aktuell laufen noch Abstimmungen zu den einzelnen Verlegungen mit der beauftragten Baufirma.
Der Ausbau in den Grafendörfern (Neudorf, Göhren, Geislohe) ist ebenfalls für 2026 geplant, ein konkreter Starttermin und eine Baufirma stehen jedoch noch nicht fest. Der Ausbau in Osterdorf ist bereits abgeschlossen.“
Während der geförderte Ausbau inzwischen angelaufen ist, stellt sich beim eigenwirtschaftlichen Ausbau in der Kernstadt nun grundsätzlich die Frage, ob dieser überhaupt zustande kommt.
Nur 15 Prozent der möglichen Anschlüsse gebucht
Bei der Bürgerversammlung erläuterte Bürgermeister Gallus, dass bisher lediglich für rund 15 Prozent der möglichen Anschlüsse entsprechende Vorverträge abgeschlossen worden seien. Damit sei die erforderliche Beteiligung noch nicht erreicht.
„Wenn die Telekom die erforderliche Anzahl von Vorverträgen nicht zusammenbekommt, wird es in Pappenheim keinen Glasfaserausbau geben“, erklärte Gallus gegenüber den 18 Besuchern der Bürgerversammlung.
Der Bürgermeister appellierte deshalb eindringlich an die Bürgerinnen und Bürger, sich mit dem Angebot zu befassen und einen entsprechenden Vertrag abzuschließen.
„Es wäre echt schade, wenn der eigenwirtschaftliche Glasfaserausbau in Pappenheim nicht kommen würde“, unterstrich Gallus seinen Appell.
Persönliche Beratung hat sich bewährt
Dass die Bereitschaft zum Abschluss entsprechender Verträge nicht selbstverständlich ist, zeigte sich nach den Worten des Bürgermeisters auch in den Ortsteilen. Dort habe es zunächst ebenfalls Schwierigkeiten gegeben. Durch die persönliche Beratung der Bürgerinnen und Bürger durch die örtlichen Stadträte als vertrauenswürdigen Ansprechpartner sei es jedoch gelungen, die Zusammenhänge verständlich zu erklären und die Anschlussbereitschaft deutlich zu erhöhen.
Aus der Bürgerversammlung kam deshalb die Anregung, auch für die Kernstadt eine Vertrauensperson als Ansprechpartner für verunsicherte Internetnutzer zur Verfügung zu stellen. Diese Anregung wurde zunächst nicht weiter aufgegriffen. Stattdessen verwies Bürgermeister Gallus auf die bekannten Telekom-Vertriebspartner Radio Lunz und Expert in Weißenburg, bei denen sich Interessenten beraten lassen können.
„Es wäre mir extrem wichtig, dass wir das in Pappenheim hinbekommen“, schloss der Rathauschef das Thema ab.
Ob und wann der eigenwirtschaftliche Glasfaserausbau in der Kernstadt tatsächlich beginnen kann, bleibt damit weiterhin offen.