Drive-in-Verkauf und Richtungswechsel
In einer Sondersitzung am gestrigen Donnerstag hat der Stadtrat die Änderung der Fahrtrichtung für den Einbahnverkehr auf dem Pappenheimer Altstadtring (Marktplatz, Deisingerstraße, Bauhofstraße, Graf-Carl-Straße) einstimmig beschlossen.
ACHTUNG! DIESER ARTIKEL IST DER APRILSCHERZ FÜR PAPPENHEIM 2022
Der Richtungswechsel ist die Genehmigungsvoraussetzung für ein Drive-in Angebot der Bäckerei Lehner in der Herrenschmiedgasse. Pläne und eine eindrucksvolle 3-D Realsimulation werden heute im Rathausfoyer vor dem Bürgerbüro präsentiert und fachkundig erklärt.
Für immer mehr Kunden die morgens ihre Brötchen holen ist es eine Last, ihr Fahrzeug zu verlassen. Schon einen Parkplatz zu finden ist in den Stoßzeiten ein Problem und oft hat man einen langen Weg bis zum Bäcker auf sich zu nehmen. Da hatte Pappenheims Bürgermeister Florian Gallus die visionäre Idee in der Herrenschmiedgasse ein Verkaufsangebot zu schaffen, bei dem die Kunden im Auto bedient werden. „Das tut unserer Stadt gut, wenn man vom Autositz aus Brötchen kaufen kann“, erklärte Gallus bei der gestrigen Dringlichkeitssitzung.
Dem Lehner-Bäck gefiel diese Idee von vornherein und er erklärte sich ohne zu zögern bereit zur Stadtvogteigasse hin ein Verkaufsfenster für den Fahrzeugverkauf einzurichten.
Alles schön und gut, aber natürlich müssen die Kunden von der Graf-Carl-Straße her zum Drive-In-Verkauf fahren. Und das ruft den Straßenbaulastträger des Pappenheimer Altstadtrings, nämlich den Landkreis auf den Plan. „Bei der jetzigen Fahrtrichtungsregelung müssten die Kundenfahrzeug linksabbiegen, wenn sie von der Graf-Carl-Straße kommen und nach dem Einkauf wieder einen gefahrenträchtigen Abbiegevorgang nach links in die Deisingerstraße hinter sich bringen“, heißt es in einer Verlautbarung des Landkreises.
„Das geht so nicht“ sagt die Straßenverkehrsbehörde und machte die Änderung der Fahrtrichtung im Pappenheimer Einbahnstraßen-Altstadtring zur Bedingung, wenn der Drive-in-Verkauf in der Herrenschmiedgasse genehmigt werden soll.
Auf diese Anforderung hat die Stadtverwaltung mit Bürgermeister Gallus an der Spitze schnell und nachhaltig reagiert.
Schon bei der öffentlichen Bauausschusssitzung am 10. Februar dieses Jahres war die Machbarkeitsstudie für die Einführung einer Einbahnregelung bzw. Ringstraße für die Stelzer- und Hutgasse in Bieswang Gegenstand der Beratungen. Schon damals klang zwischen den Zeilen an, dass wohl die Machbarkeitsstudie auf einen Richtungswechsel in der Pappenheimer Altstadt erweitert werde soll.
Während es für den Bieswanger Einbahnstraßen-Ring durchaus eine deutlich wahrnehmbare Gegenströmung gibt, ist für eine Änderung der Fahrtrichtung in der Pappenheimer Altstadt kein Widerstand zu erwarten.
Jetzt sind die Hintergründe für den Richtungswechsel in Pappenheim bekannt und seit Anfang der Woche liegt das Ergebnis der Studie im Rathaus vor.
In einer kurzfristig und mit dem ausdrücklichen Einverständnis aller Ratsmitglieder einberufenen Sondersitzung gab es einen einstimmigen Ratsbeschluss für einen Richtungswechsel auf dem Pappenheimer Altstadtring. Die Vorsitzenden aller Fraktionen zeigten sich in großer Einigkeit begeistert von der Idee des Bürgermeisters. „Hier sind wir in der Region einen Schritt voraus und stehen jetzt mit Weißenburg auf einer Stufe“, war der Tenor im Stadtrat und es gibt jetzt schon Überlegungen ob die Metzgerei Wörlein mit einem Drive-in-Verkauf nachzieht. „Die Chance ist da, wenn jetzt in Pappenheim die Richtung gewechselt wird,“ meinte Bürgermeister Gallus.
Vorgeführt wurde bei der gestrigen Sitzung im Stadtrat eine von Studenten der Technischen Universität als Pilotprojekt entwickelte, vollkommen neuartige sogenannte „3D-Realsimulation“ in der der Verkehrsabläufe und die neue Dienstleistung in Pappenheim ähnlich wie in einem Flugsimulator außerordentlich wirklichkeitsgetreu dargestellt werden.
Diese eindrucksvolle „3D-Realsimulation“ wird am heutigen Freitag im Rathausfoyer vor dem Bürgerbüro von 09:30 Uhr bis 17:00 Uhr erstmals in der Öffentlichkeit zu sehen sein. Erläutert werden auch die Pläne der zukünftigen Drive-in-Station von Experten, die Fragen beantworten und Anregungen gerne entgegennehmen.




Die Verkehrsfreigabe für die neue Unterführung haben Landrat Manuel Westphal und Pappenheims Bürgermeister Florian Gallus bereits im April 2021 zelebriert. Mit der neuen höheren und breiteren Unterführung ist ein „Nadelöhr“ auf der Zufahrt zum Pappenheimer Industriegebiet beseitigt.
Die erforderlichen Kanalumverlegungen mit Neuordnung der grundwasserwannenbedingten Ableitung des anfallenden Oberflächenwassers, die Erstellung von provisorischen Baustraßen sowie die Umverlegung der Gas- und Wasserleitung konnten im Zeitraum von April 2019 bis Juli 2019 trotz sehr schwieriger Verkehrsführung, Leitungsführung und Bauablauftaktungen parallel zum Bau der Eisenbahnunterführung bewerkstelligt werden.
Auch der Abbruch der alten Eisenbahnunterführung mit Bahndammwiederherstellung ist nunmehr abgeschlossen. Der Rückbau der alten Eisenbahnunterführung stellte dabei noch einmal eine Herausforderung dar. Für die Abbrucharbeiten musste die Strecke gesperrt und der Bahndamm geöffnet werden. Dieser sowie die Gleisanlage mussten anschließend wiederhergestellt werden. Die Abbruchmaßnahme wurde durch die DB Netz AG betreut und ohne gravierende Störungen bzw. Schäden an der teilweise fertiggestellten Infrastruktur durch die beauftragte Baufirma umgesetzt.
Mit der Projektfertigstellung ist im südlichen Landkreis eine Engstelle im Kreisstraßennetz beseitigt worden. Der Bahnhof in Pappenheim erhielt mit dem im Zuge der Gesamtbaumaßnahme entstandenen barrierefreien Bahnsteigzugang, dessen Kosten anteilig von der Stadt Pappenheim getragen wurden, eine dringend erforderliche zeitgemäße Aufwertung. Zudem profitiert die Stadt Pappenheim von der neuen Eisenbahnunterführung auch als Gewerbe- und Industriestandort, da die neue höhenfreie Eisenbahnunterführung für einen verbesserten Verkehrsfluss der LKWs, Anlieger und Kunden der in Niederpappenheim ansässigen Firmen sorgt.
So konnte das Organisationsteam zusammen mit Bürgermeister Florian Gallus am Freitag vor dem vierten Adventssonntag an jeden teilnehmenden Kindergarten ein großes Paket, gefüllt mit allerlei Weihnachtsleckereien übergeben.