Glaskugel, Gaudi und klare Worte im Pappenheimer Rathaus

Seit mehr als einem halben Jahrhundert besuchen am „Unsinnigen Donnerstag“ die Frauen des Pappenheimer Weiberfaschings den Pappenheimer Stadtrat. Zu diesem Ereignis wurde die Sitzung wie jedes Jahr vom Bürgersaal im Haus des Gastes in den historischen Rathaussaal verlegt.In diesem Jahr, gut drei Wochen vor der Kommunalwahl, waren es 15 Wahrsagerinnen zusammen mit ihrem Stimmungsmusikanten Jörg Felsner, die den Rathaussaal stürmten und dem Stadtrat nach einem Blick in die Glaskugel so manches zu erzählen hatten. Auch einen ganzen Parcours an Geschicklichkeits- und Wissenstests hatte der Stadtrat zu bestehen.

In diesem Jahr hatte man an alles gedacht, und so war neben medizinischem Personal auch die Generalität des Pappenheimer Weiberfaschingsvor Ort, die ein wachsames Auge auf das närrische Treiben im Rathaussaal hatte.

Nachdem Bürgermeister Gallus von seinem Chefsessel entführt und als Zauberer verkleidet zurückgebracht worden war, brachte Barbara Mürl, assistiert von Esmeralda (Britta Schober), nach einem Blick in die Glaskugel so manches vor, was die Pappenheimer bewegte.

In ihrem diesjährigen Faschingsauftritt nahmen die „Wahrsagerinnen“ des Pappenheimer Weiberfaschings den Stadtrat mit auf eine augenzwinkernde Reise durch Vergangenheit und Zukunft Pappenheims. In Reimform blickten sie auf die großen und kleinen Themen des Jahres und ließen dabei auch deutliche Akzente nicht aus.

Die Suche nach Lösungen im Rathaussaal

In der Glaskugel erschien zunächst der Bürgermeister mit der Feststellung: „Es gibt nur drei Themen in diesem Rat“, woraufhin Kinder, Kläranlage und Kanal humorvoll als Dauerbrenner identifiziert wurden. Deutlich wurde der Appell mit Blick auf das weiterhin leerstehende Georg-Nestler-Haus, denn: „So wird in der Zukunft Altwerden in Pappenheim schwer.“ Auch die Entwicklungen in den Planungsgebieten Pappenheim Nord, in Neudorf II und im Gründlein Geislohe wurden aufgegriffen, inklusive der Diskussion mit dem Landratsamt, bei der aus dem Rat zu hören war: „Wir sind hier nicht zu träumen.“ Kritische Töne fanden sich beim Zustand mancher Gebäude im Stadtgebiet sowie beim Professorium, für die einsturzgefährdeten Mauer am Dr.-Wilhelm-Kraft-Weg. Der Vitalitätscheck und der schleppende Umgang mit Bürokratie wurden ebenso thematisiert wie der nun startende Glasfaserausbau, zu dem der zweite Bürgermeister im Rat zitiert wurde: „Mit Planung und Arbeit haben wir viel Zeit verbracht. Vom Juni 2024 bis heute gesehen – Glasfaser muss nun endlich bestehen.“ Neben politischen Inhalten würdigten die Wahrsagerinnen auch das Gemeinschaftsleben und lobten die gelungene Zusammenarbeit bei der BR-Radltour.

Als Neuling im Stadtrat begrüßten die Wahrsagerinnen Adelheid Wenninger und überreichten ihr, wegen ihrer noch kurzen Amtszeit eine provisorische Narrenkappe.

Von den anwesenden Ratsmitgliedern werden im kommenden Stadtrat Christa Seuberth, Karl Satzinger und Mattias Strobl nicht mehr vertreten sein. Sie erhielten die traditionelle „Ente für Ausscheider“, die zur lebenslangen Teilnahme an der Faschingssitzung im Pappenheimer Stadrat berechtigte.

Die Prüfungen in diesem Jahr für die vier zusammengelosten Gruppen waren wieder mit viel Ideenreichtum ausgedacht. So war mit Spielkarten Wohnungsbau zu betreiben, Seifenblasen mussten gefangen und der gordische Knoten gelöst werden. Auch als „Kartenschieber“ mussten sich die Ratsmitglieder bewähren.

Jörg Felsner hielt mit seinem Akkordeon die Stimmung ständig mit dem Weiberfaschingshit und anderen Faschingsliedern am Leben. Mit sicherem Gespür für Tempo und Takt begleitete er die Wortbeiträge der Wahrsagerinnen, setzte musikalische Akzente und sorgte mit schwungvollen Zwischenspielen immer wieder für neuen Schwung im Saal. Ob Schunkelrunde oder Mitsingpassage – Jörd Felsner hatte das Publikum fest im Griff und trug wesentlich zur ausgelassenen Atmosphäre im historischen Rathaussaal bei.

Das Abschlusslied war diesmal auf die Melodie des ABBA-Songs „Gimme! Gimme! Gimme!“ gereimt und führte im Text auf Pizza und ins Bräustüberl hin. Mit einem bunten Zug ging es schließlich zum Weiterfeiern ins „Bräu“, wo bis nach Mitternacht getanzt, gelacht und Gaudi gemacht wurde.




Glasfaserausbau in Pappenheim nur mit Vertrag

Seit Montag, 9.Februar 2026 werden in der Pappenheimer Kernstadt sogenannte Informationsgespräche zum geplanten Glasfaserausbau angeboten. Dabei zeigt sich immer wieder, dass das Interesse groß ist – und die Verunsicherung mitunter ebenso. Viele Bürgerinnen und Bürger stellen ähnliche Fragen, etwa zu Kosten, Fristen oder zur Förderfähigkeit einzelner Adressen.

Die Stadt Pappenheim hat deshalb reagiert und die wichtigsten Punkte gebündelt. Auf der Internetseite der Stadt wurden ausführliche und allgemein verständliche FAQs veröffentlicht, die den aktuellen Stand rund um den Glasfaserausbau in der Kernstadt sowie in den Grafendörfern darstellen.

Die Ausführen der Stadt Pappenheim finden Sie hier …

https://pappenheim.de/stadt-ortsteile/aktuelles/breitbandausbau/

Darin wird unter anderem erläutert, weshalb zwischen Kernstadt und Ortsteilen unterschieden wird. Hintergrund sind unterschiedliche Förderkulissen. Nicht jede Adresse ist förderfähig, die Voraussetzungen hierfür legt der Gesetzgeber im Rahmen einer sogenannten Markterkundung fest. Die Stadt selbst hat darauf keinen Einfluss.

Für die Kernstadt Pappenheim gilt derzeit klar: Ein kostenloser Hausanschluss ist nur in Verbindung mit einer Tarifbuchung möglich. Wird der Glasfaseranschluss nicht bis etwa Mitte 2026 beauftragt, fällt bei einem späteren Anschluss eine Investitionszuschusspauschale in Höhe von aktuell 999,95 Euro zusätzlich zu den Tarifkosten an.

Ein weiterer Punkt, der viele beschäftigt: Derzeit können Glasfasertarife ausschließlich direkt über die Telekom gebucht werden. Andere Anbieter wie etwa 1&1 sollen voraussichtlich in den kommenden Jahren folgen. Wer die genannte Pauschale vermeiden möchte, muss aktuell einen Tarif bei der Telekom abschließen und kann diesen nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit gegebenenfalls wechseln.

In den Ortsteilen Göhren und Neudorf sind alle Anwesen förderfähig. Dort ist ein kostenloser Hausanschluss auch ohne Tarifbuchung möglich, ein unmittelbarer Handlungsbedarf für Eigentümer besteht aktuell nicht. Im Ortsteil Geislohe wiederum ist die Förderfähigkeit nur teilweise gegeben. Für bestimmte, in der Übersicht aufgelistete Adressen ist der Hausanschluss ebenfalls ohne Tarifbuchung kostenfrei, für andere gilt – wie in der Kernstadt – die Regelung mit Tarifabschluss .

Der Ausbau in der Kernstadt soll nach derzeitiger Planung im April 2026 starten. In den Grafendörfern ist der Ausbau ebenfalls für 2026 vorgesehen, ein konkreter Termin steht dort noch nicht fest.

Die vollständigen FAQs mit weiterführenden Informationen, Kontaktdaten sowie Hinweisen zum Förderverfahren sind auf der Homepage der Stadt Pappenheim abrufbar unter

https://pappenheim.de/stadt-ortsteile/aktuelles/breitbandausbau/




Pappenheim und die neue Grundsteuer

Die Anpassung der Grundsteuerhebesätze für das Jahr 2026 hat in den vergangenen Wochen für zahlreiche Rückfragen und Gesprächsbedarf gesorgt. Auf mehrfachen Wunsch aus der Bürgerschaft erfolgt die Veröffentlichung der Hintergründe nun nachträglich auch im Pappenheimer Skribent, um die Entscheidungsfindung des Stadtrates transparent nachzuzeichnen.

Hintergrund ist die bundesweite Grundsteuerreform, deren Umsetzung auch die Stadt Pappenheim vor erhebliche Herausforderungen stellt. Bereits für das Haushaltsjahr 2025 hatte der Stadtrat die Hebesätze so angepasst, dass das Steueraufkommen insgesamt möglichst aufkommensneutral bleibt. Diese Zielsetzung erwies sich jedoch als schwierig, da die vom Finanzamt neu festgesetzten Grundsteuermessbeträge teils stark von den bisherigen Werten abweichen und bis heute noch nicht für alle Grundstücke vorliegen.

Die Stadtverwaltung ist bei der Erhebung der Grundsteuer strikt an diese Messbescheide gebunden und hat keinen Einfluss auf die individuelle Bewertung einzelner Grundstücke. Infolge der Anpassung der Hebesätze im Jahr 2025 sanken die Grundsteuereinnahmen der Stadt von ursprünglich rund 600.000 Euro auf etwa 500.000 Euro jährlich. Vor diesem Hintergrund empfahl die Verwaltung, gegenzusteuern, um weitere Einnahmeausfälle zu vermeiden.

Der Stadtrat beschloss daher in seiner Sitzung vom 18. Dezember 2025 einstimmig die neuen Hebesätze für das Jahr 2026. Diese sehen für die Grundsteuer A einen Hebesatz von 600 Prozent vor, bislang lag dieser bei 450 Prozent. Der Hebesatz für die Grundsteuer B wurde von 180 auf 215 Prozent angehoben. Sollte sich in den kommenden Jahren durch noch ausstehende Bewertungen wieder ein höheres Steueraufkommen ergeben, schloss der Stadtrat eine erneute Anpassung ausdrücklich nicht aus.

In der Sitzung wurde zudem betont, dass die vielfach empfundene Unzufriedenheit nicht auf kommunale Entscheidungen zurückzuführen sei. Als Ursache für die aktuelle Situation wurde vielmehr die Finanzverwaltung des Landes benannt. Aufkommensneutralität bedeute dabei nicht, dass jeder einzelne Grundstückseigentümer gleich belastet werde, sondern dass die Gesamteinnahmen der Kommune stabil bleiben.

 




Der Pappenheimer Stadtrat tagt

Am Donnerstag, 12.02.2026, um 18:00 Uhr findet im Sitzungssaal des Rathauses eine öffentlliche Sitzung des Stadtrates mit folgender Tagesordnung statt:

  1. Bauanträge
  2. Bauleitplanung – 1. Änderung Bebauungsplan „Gründlein“ Geislohe – Billigungs- und Auslegungsbeschluss
  3. Dorferneuerung Bieswang – Ausbau Hauptstraße, Kostenübersicht nach Schlussabrechnung
  4. Behandlung der Empfehlungen der Bürgerversammlungen 2025 gem. Art. 18 GO
  5. Feuerwehrwesen: Feuerwehr Osterdorf, Bestätigung Feuerwehrkommandant und Stellvertreter nach erfolgter Wahl
  6. Bekanntgaben



Pappenheim auf dem Weg zur Gigabit-Zukunft

In Pappenheim tut sich was in Sachen Digitalisierung: Gemeinsam mit GlasfaserPlus und der Deutschen Telekom startet in der Kernstadt der flächendeckende Glasfaserausbau bis direkt in die Wohnungen. Wer künftig vom schnellen Netz profitieren möchte, kann sich schon jetzt informieren und passende Tarife buchen.

Nachfolgend veröffentlichen wir die offizielle Mitteilung der Stadt Pappenheim zum aktuellen Stand des Glasfaserausbaus:

Die Kernstadt Pappenheim wird gemeinsam mit GlasfaserPlus und der Deutschen Telekom flächendeckend mit Glasfaser bis in die Wohnungen ausgebaut.

1.212 Haushalte können seit 12. Januar 2026 entsprechende Tarife buchen. Die Stadt übernimmt dabei eine administrative Rolle und unterstützt die GlasfaserPlus insbesondere bei Genehmigungen und verkehrsrechtlichen Fragen. Ein Hausanschluss ist in Verbindung mit einem Telekom Glasfaservertrag kostenfrei, inklusive Leitungsverlegung bis 20 Meter ins Haus, wenn die Vorbereitung im Gebäude durch die Kundschaft erfolgt.

Seit Mitte Januar informieren Mitarbeiter der Deutschen Telekom vor Ort an der Haustüre. Die Mitarbeiter sind an der Telekom Kleidung mit Logo zu erkennen und tragen einen Lichtbild-Dienstausweis mit sich. Zusätzlich sind alle Mitarbeiter durch eine Personalnummer legitimiert.

Besonderer Service: Das Telekom Glasfaser Infomobil informiert vom 9. bis 20. Februar 2026 in Pappenheim – montags bis donnerstags am Marktplatz, freitags am Volksfestplatz – über Angebote und Ablauf des Anschlusses.

Weitere Informationen und Beratungen gibt es zudem in den Telekom Partnerstandorten in Weißenburg, unter www.telekom.de/glasfaser sowie unter der kostenlosen Glasfaser-Hotline 0800 22 66100 (Privatkunden) und 0800 33 01300 (Geschäftskunden).

 




Vermeidbare Adrenalinstöße im Pappenheimer Stadtrat

Bei der ersten Sitzung des Pappenheimer Stadtrates im neuen Jahr ging es gleich zur Sache. Am 22. Januar 2026 stand ein Folgeantrag des Kunst- und Kulturvereins Pappenheim e.V. (KuKuV) auf der Tagesordnung – konkret ging es um eine Verlängerung der städtischen Förderung in Höhe von jährlich 8.000 Euro. Was zunächst nach einem formalen Verwaltungsakt klang, entwickelte sich rasch zu einem adrenalingeladenen Schlagabtausch im Sitzungssaal. Im Rückblick könnte man meinen, dass das alles vielleicht vermeidbar gewesen wäre. Doch was war geschehen?

Mit Schreiben vom 7. Januar 2026 beantragte der Kunst- und Kulturverein Pappenheim e.V. eine Fortführung der städtischen Unterstützung in Höhe von jährlich 8.000 Euro für die Jahre 2026 bis 2030, um damit sowohl die Kulturarbeit als auch die Betriebskosten für der „Haus der Bürger“ in der Klosterstraße 14 zu decken. Zusätzlich bat der Verein schon vorsorglich um einen weiteren Zuschuss zur Finanzierung einer außenliegenden Rettungstreppe, die nach Änderung des Brandschutzkonzepts erforderlich geworden ist.

Die Sicht der Stadtverwaltung
Wie aus der offiziellen Beschlussvorlage hervorgeht, handelt es sich bei der beantragten Förderung um sogenannte freiwillige Leistungen. Diese sind nur im Rahmen der Leistungsfähigkeit der Stadt möglich und müssen hinter Pflichtaufgaben zurückstehen. Da der Haushalt 2026 noch nicht beschlossen ist, kann aktuell keine verbindliche Aussage zur Finanzierbarkeit getroffen werden.

Bereits in früheren Stadtratsbeschlüssen – erstmals im Jahre 2016, zuletzt im März 2023 – war dem Verein nahegelegt worden, durch geeignete bauliche Maßnahmen zu erreichen, dass die kostspielige Brandmeldeanlage im Gebäude außer Betrieb genommen werden kann. Diese schlägt jährlich mit rund 4.000 Euro zu Buche. Ziel war es, die Unterhaltskosten des Gebäudes und damit auch den städtischen Zuschuss zu senken. Trotz wiederholter Aufforderungen sei der Verein dieser Empfehlung bislang nicht nachgekommen, stellte Bürgermeister Gallus bei einer zunächst sehr sachlichen Darstellung der Ereignischronologie fest.

Polizei und Feuerwehr werden Alarmiert, wenn die Brandmeldeanlage auslöst. Auch wie hier bei einem Fehlalarm

Im Dezember 2025 wurde dann ein Bauantrag des KuKuV eingereicht, der unter anderem den Bau einer Außentreppe beinhaltet. Bisher ist aber ungeklärt, ob durch dieses Treppenbauwerk die Brandmeldeanlage entfallen kann. Zudem sei der Antrag unvollständig – insbesondere fehle ein Stellplatznachweis und eine Abstandsflächenberechnung. Auch die geplante Nutzungsänderung eines Gebäudeteils zur Veranstaltungsfläche wird aus baurechtlicher Sicht kritisch bewertet.

Zudem kritisierte Gallus, dass im aktuellen Förderantrag entgegen der vorausgegangenen Absprachen das Thema Brandmeldeanlage überhaupt nicht genannt ist.

Die Diskussion
In ihrem Redebeitrag bedankte sich Stadträtin und Kulturreferentin Christa Seuberth (SPD) zunächst für die Unterstützung aus den finanziellen Mitteln der Stadt Pappenheim und betonte, dass sich der vormalige Vereinsvorstand und Architekt Clemens Frosch schon seit vielen Jahren mit der Brandschutzthematik beschäftige. „Wir brauchen den Brandschutz, weil Leute ein und aus gehen“, betonte Seuberth. Der Verein müsse nun aus Brandschutzgründen eine Außentreppe mit geschätzten Baukosten von 33.000 Euro bauen, wofür weitere Unterstützung der Stadt Pappenheim erbeten werde. Im Übrigen beklagte die Kulturreferentin, dass in den Ausführungen der Beschlussvorlage der Verein unbegründet „schlecht gemacht“ werde.

Diese Aussage brachte Bürgermeister Gallus offenbar auf die sprichwörtliche Palme. Denn in einem außergewöhnlich scharfen Ton und lauter Stimme betonte er, dass er den Sachverhalt „wertneutral“ vorgetragen habe. Es sei „dreist“, betonte Gallus, wenn im Antrag nicht mit einem Wort auf die vorherigen Absprachen eingegangen werde. Er schätze die Kulturarbeit des KuKuV für die Stadt Pappenheim sehr und bringe auch immer wieder seine persönliche Wertschätzung zum Ausdruck. Allerdings sei es ärgerlich, dass das Geld der Stadt Pappenheim nicht für Kunst und Kultur, sondern für Gebäudeunterhalt und Brandschutz ausgegeben werde. Zudem tue sich die Problematik der im Mai 2025 beschlossenen Stellplatzsatzung auf, deren Umsetzung den KuKuV mit einem fünfstelligen Betrag treffen werde. „Wir sind nach zehn Jahren immer noch am gleichen Sachstand“, stellte der Bürgermeister fest. „Mir ist wichtig, dass sich was tut.“

Auch Stadtrat Heiko Loy (CSU) kritisierte das Verhalten des Vereins mit deutlichen Worten. „Das ist Schlamperei“, führte er aus. Es gehe inzwischen schon um mehr als 80.000 Euro. „Ich stimme keinem weiteren Cent zu“, war seine Botschaft.

Walter Otters von den Freien Wählern, Fraktionsvorsitzender und 3. Bürgermeister, stellte klar, dass er keine Verlängerung der Zuwendungen bis 2030 möchte und brachte auch die Stellplatzproblematik noch einmal zur Sprache.

Stadtrat Roland Kiermeyer von der Bürgerliste formulierte das Problem, dass man die Unterstützung auch den anderen Vereinen „verkaufen“ müsse. Das Brandschutzproblem müsse dringend gelöst werden, und es werde Zeit, „dass die Vorstandschaft in die Pötte kommt“.

Die Position des Kunst- und Kulturvereins
Auf Anfrage des Pappenheimer Skribenten führt der Kunst- und Kulturverein in seiner Mitteilung aus, dass seit Längerem an einer Lösung gearbeitet werde, um die hohen laufenden Kosten der Brandmeldeanlage zu senken. Wesentlich sei hierfür ein zweiter Rettungsweg, der nach eingehender Prüfung nun in Form einer Außentreppe realisiert werden soll.

In Zusammenarbeit mit einem Brandschutzgutachter habe sich gezeigt, dass andere Alternativen entweder mit höheren Kosten oder mit einer Einbindung der benachbarten städtischen Liegenschaft verbunden wären. Die Außentreppe sei die funktional und finanziell beste Lösung – wenn auch mit Eingriffen in die denkmalgeschützte Fassade.

Nach Gesprächen mit dem Landratsamt bestehe Aussicht auf Genehmigung, sofern der Denkmalschutz zustimme. Die notwendigen Schritte – aktualisierte Gebäudepläne, Kostenschätzungen, Abstimmungen – seien im Laufe des Jahres 2024 erfolgt. Im Frühjahr 2025 habe die Mitgliederversammlung schließlich beschlossen, das Projekt anzugehen – trotz finanzieller Belastung für den Verein.

Ziel sei es, durch die bauliche Maßnahme eine Entlastung bei den laufenden Betriebskosten zu erreichen, die zuletzt durch die Inflation spürbar gestiegen seien. Der Bauantrag sei inklusive des Gutachtens im Dezember 2025 eingereicht worden; die Umsetzung sei für den Sommer 2026 geplant.

Ein Fazit ohne Schuldzuweisung
Bei aller Unterschiedlichkeit der Blickwinkel lässt sich eines festhalten: In der Sache – also der Notwendigkeit eines zweiten Rettungswegs und einer tragfähigen Finanzierung der Kulturarbeit – bestehen zumindest grundsätzliche Übereinstimmungen. Die Differenzen scheinen vielmehr in der Kommunikation und der Geschwindigkeit der Abläufe zu liegen. Dass sich hier Missverständnisse auf beiden Seiten aufbauen konnten, ist bei einem so sensiblen Thema nicht ungewöhnlich. Umso wichtiger ist es nun, gemeinsam an klaren, lösungsorientierten Vereinbarungen zu arbeiten – zum Wohle des kulturellen Lebens in Pappenheim.

Zum Schluss der Beschluss
Der Stadtrat der Stadt Pappenheim stellte in seinem Beschluss eine weitere Förderung des Kunst- und Kulturvereins grundsätzlich in Aussicht, knüpfte die endgültige Entscheidung jedoch an die Vorlage einer Baugenehmigung, aus der sich eine klare Aussage zur künftigen Notwendigkeit der Brandmeldeanlage ergibt. Diesem Beschlussvorschlag folgte das Gremium einstimmig.

 




Feuerbeschau rückt jetzt auch in den Fokus der Stadt Pappenheim

Die Feuerbeschau ist auch in Pappenheim wieder in den Blickpunkt gerückt – nicht zuletzt vor dem Hintergrund eines tragischen Brandereignisses in der Schweiz, das vielerorts für Nachdenklichkeit gesorgt hat. Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am 22. Januar 2026 einstimmig beschlossen, eine externe Fachfirma aus Regensburg mit der Überprüfung ausgewählter Gebäude im Stadtgebiet zu beauftragen. Im Zentrum stehen dabei zunächst Einrichtungen, denen eine erhöhte Relevanz im Hinblick auf den vorbeugenden Brandschutz beigemessen wird. Für die erste Prüfphase wurde ein Budget von bis zu 5.000 Euro bewilligt.

Wie Amtsleiter Stefan Eberle im Gremium des Stadrates erläuterte, geht es ausschließlich um öffentliche Gebäude – viele davon verfügen bereits über aktuelle Brandschutznachweise. Die geplante Feuerbeschau versteht sich daher als Ergänzung zur bestehenden Dokumentation, mit dem Ziel, möglichen Sicherheitslücken frühzeitig zu begegnen.

Ein Aspekt der Beschlussfassung hat jedoch für vereinzelte Rückfragen gesorgt. Die zugrunde liegende Prioritätenliste mit den zu untersuchenden Objekten wurde dem Stadtrat als nichtöffentliche Anlage vorgelegt. Eine Veröffentlichung sei derzeit nicht vorgesehen, wie aus der Verwaltung mitgeteilt wurde. Begründet wird dies unter anderem damit, dass es sich um ein Arbeitspapier im Entwurfsstadium handle, das dem Gremium zunächst einen ersten Überblick über die Vielfalt und Tragweite der Aufgabe vermitteln solle. Bürgermeister Florian Gallus wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Liste noch im internen Abstimmungsprozess sei. Mit Blick auf die öffentliche Sicherheit sei zudem ein sensibler Umgang mit solchen Unterlagen geboten.

Gleichwohl stellt sich aus Sicht einiger Beobachter die Frage, wie viel Transparenz in einem solchen Verfahren möglich – und sinnvoll – ist. Welche Gebäude künftig überprüft werden sollen und nach welchen Kriterien die Einstufung erfolgt, bleibt bislang offen.

Ein Beispiel, das immer wieder genannt wird, ist der Schulungsraum im Pappenheimer Feuerwehrhaus. Gerade dort, wo regelmäßig Gruppen zusammentreffen und Ausbildungen stattfinden, dürfte dem vorbeugenden Brandschutz besondere Bedeutung zukommen. Ob das Feuerwehrhaus Bestandteil der anstehenden Begutachtung ist, ist aus den genannten Gründen nicht bekannt.

Hintergrund der Beauftragung einer Fachfirma ist unter anderem, dass die Stadt Pappenheim über kein eigenes Fachpersonal verfügt, das die Feuerbeschau in rechtssicherer Weise durchführen könnte. Dieses Problem betrifft nicht nur Pappenheim – laut Beschlussvorlage handelt es sich bayernweit um eine vielfach vernachlässigte Pflichtaufgabe. Für eine umfassende Überprüfung aller relevanten Objekte im Stadtgebiet wird ein Kostenrahmen von rund 100.000 Euro genannt – ein Betrag, der aktuell nicht zur Verfügung steht und deshalb eine stufenweise Umsetzung nahelegt.




Historisches Stadtfest 2027 in Pappenheim bleibt vorerst Vision

Mit großer Leidenschaft und bürgerschaftlichem Engagement haben Angelika Starzl und Agnes Enderlein im Namen eines Organisationsteams einen umfangreichen Antrag zur Durchführung eines Historischen Stadtfestes 2027 vorgelegt. In diesem Jahr jährt sich die erste urkundliche Erwähnung der Stadt Pappenheim zum 1225. Mal. Doch trotz aller Anerkennung für die ehrenamtliche Initiative wurde das Anliegen in der öffentlichen Sitzung des Stadtrates am 22. Januar 2026 fast einstimmig abgelehnt.

Der Antrag: Unterstützung in allen Bereichen
Im Zentrum des Antrags des Organisationsteams stand die Bitte, dass die Stadt Pappenheim die offizielle Trägerschaft für das geplante Fest übernehmen solle. Diese sei notwendig, da das Organisationsteam als loses Personenbündnis nicht über eine eigene Rechtsform verfüge, um Verträge rechtswirksam abzuschließen.

Gewünscht war die Unterstützung durch die Stadt in nahezu allen organisatorischen und finanziellen Belangen – von der Schirmherrschaft über Genehmigungsverfahren, Werbung, Bühnen- und Stromversorgung bis hin zur vollständigen finanziellen Abwicklung inklusive Ausstellung von Spendenquittungen und Überweisung von Gagen. Die geschätzten Gesamtkosten wurden auf rund 24.000 Euro beziffert – ohne Berücksichtigung des städtischen Personalaufwands.

Lob für das Engagement
In der Sitzung brachte Bürgermeister Florian Gallus seine Wertschätzung für das Vorhaben deutlich zum Ausdruck. Er sprach von einem „hohen ehrenamtlichen Engagement“, das viel Idealismus und Liebe zur Stadt erkennen lasse. Auch in einem vorausgegangenen Gespräch mit den Antragstellerinnen sei seitens der Stadtführung der Einsatz anerkannt und gewürdigt worden.

Auch die Kulturreferentin und 3. Bürgermeisterin Christa Seuberth lobte das Engagement und unterstrich, dass es schon charmant wäre, wenn nach dem Altmühlfest 2025, dem großen Jubiläumsfest des Militärvereins und der Reservistenkameradschaft 1856 Pappenheim im Jahr 2027, ein Historisches Fest für Pappenheim stattfinden könnte. Besonders wertvoll bei der Idee sei, dass diese aus der Bevölkerung komme.

Stadt als Veranstalter? Ein zu großes Risiko
Trotz des Respekts vor dem bürgerlichen Antrieb wurde in der Beratung deutlich, dass eine Umsetzung in der gewünschten Form aus Sicht der Stadtverwaltung nicht möglich sei. Da die Antragstellerinnen keine rechtsfähige Organisation darstellen, müsste die Stadt selbst als Veranstalter auftreten – mit allen damit verbundenen rechtlichen, finanziellen und organisatorischen Konsequenzen.

Bürgermeister Gallus machte deutlich, dass insbesondere das städtische Büro für Tourismus und Veranstaltungen die mit einem solchen Fest verbundenen Aufgaben – wie Vertragsabschlüsse, Genehmigungen und technische Umsetzung – nicht leisten könne. Die personellen Ressourcen seien dafür schlicht nicht vorhanden.

Auch der finanzielle Spielraum fehlt
Hinzu kommen gravierende finanzielle Hürden. Der städtische Haushalt kann derzeit nur durch Kredite ausgeglichen werden. Mit dem ebenfalls im Jahr 2027 anstehenden Volksfest, das bereits mit jährlich rund 25.000 Euro bezuschusst wird, bleibt kein Spielraum für eine zweite größere Veranstaltung. Rechnet man zusätzlich mit den internen Kosten für Personal, Logistik und Vorbereitung, könnte das Fest laut Verwaltung ein Defizit von bis zu 50.000 Euro verursachen. In vergleichbaren Kommunen lagen diese laut Erfahrungswerten sogar bei rund 100.000 Euro.

Auch 2. Bürgermeister Walter Otters von den Freien Wählern und Simon Schleußinger (CSU), Referent für Sport, Vereine, Jugend und Ehrenamt, brachten den Kostenpunkt als Grund für eine ablehnende Haltung vor. Man müsse mit dem Haushalt rechnen und dürfe sich nicht unter Druck setzen lassen. Allerdings kam auch deutlich zur Sprache, dass man für das Jahr 2027 neue Konzepte für das Auslaufmodell des einmalig durchgeführten Altmühlfestes finden könne. Durchaus denkbar, meinte Bürgermeister Gallus, dass man ab 2027 jedes Jahr ein neu konzipiertes Historisches Pappenheimer Stadtfest feiert.

Fast einstimmige Entscheidung des Stadtrates
Am Ende der öffentlichen Sitzung war das Meinungsbild im Gremium eindeutig: Mit Ausnahme von Stadträtin Christa Seuberth lehnte der Stadtrat den Antrag von Angelika Starzl und Agnes Enderlein geschlossen ab. Auch wenn die Idee eines Historischen Stadtfestes zum 1225-jährigen Jubiläum grundsätzlich als würdig und charmant empfunden wurde, überwogen die praktischen und finanziellen Bedenken.

Die Antragstellerinnen hatten bereits im Vorfeld Verständnis für eine mögliche Ablehnung signalisiert und baten lediglich um eine zeitnahe Entscheidung – diese ist nun gefallen.

 




Neuer Zaun für den Schulgarten in Neudorf

Im Neudorfer Schulgarten tut sich was. Der Obst- und Gartenbauverein Neudorf plant, das Areal mit einem neuen Zaun auszustatten. Der geplante Staketenzaun aus Holz soll das rund 800 Quadratmeter große Grundstück am südwestlichen Ortsrand von Neudorf einrahmen und nicht nur für Ordnung sorgen, sondern auch das Gesamtbild der wunderschönen Anlage aufwerten – und das möglichst rechtzeitig vor dem Feuerwehrfest im Mai.

Der Antrag auf Errichtung wurde dem Stadtrat Pappenheim in der Sitzung am 22. Januar 2026 zur Entscheidung vorgelegt. Der Zaun soll eine Höhe von 1,50 Metern haben und aus naturbelassenem Rundholz bestehen. Der Zaun wird entlang der Grundstücksgrenzen verlaufen, ohne dabei bestehende Sträucher, Obstbäume oder das Gartenhaus zu beeinträchtigen.

Der Schulgarten in Neudorf ist nicht nur ein Ort des Gärtnerns, sondern vor allem auch ein Ort des Lernens. Hier bringen Mitglieder des Vereins Kindern aus dem Ort und der Umgebung die Grundlagen des Gartenbaus näher. In kleinen Projekten lernen die jungen Gärtnerinnen und Gärtner, wie Gemüse angebaut, Obstbäume gepflegt oder Kräuter geerntet werden. Der Garten erfüllt damit eine wichtige pädagogische Aufgabe im Dorfleben und trägt zur naturnahen Bildung bei.

Aus rechtlicher Sicht steht dem Bauvorhaben nichts im Wege. Zwar liegt das Grundstück im Außenbereich und fällt somit unter die Regelungen des § 35 Baugesetzbuches, doch wurden keine öffentlichen Belange festgestellt, die dem Vorhaben entgegenstehen könnten. Die Erschließung gilt als gesichert, sodass der Stadtrat das gemeindliche Einvernehmen einstimmig erteilt hat.




Kläranlagen in Neudorf und Göhren werden technisch nachgerüstet

Der Pappenheimer Stadtrat hat in seiner Sitzung vom 22. Januar 2026 einstimmig beschlossen, die Kläranlagen in den Ortsteilen Neudorf und Göhren durch gezielte bauliche Nachrüstungen zu verbessern. Trotz der erst vor wenigen Jahren erfolgten Umbauten hatten sich im laufenden Betrieb Schwachstellen gezeigt, die nun durch entsprechende Maßnahmen behoben werden sollen.

Sandfang in Neudorf überfordert
In der Kläranlage Neudorf sorgt vor allem der stark abschüssige Zulauf aus dem nördlichen Ortsteil für Probleme. Bei Regenfällen rauscht das Abwasser mit ungebremster Geschwindigkeit in den Sandfang vor der Anlage und spült dort angesammelten Sand und Schmutz weiter in die Kläranlage. Das belastet die Pumpwerke und erhöht den Verschleiß.

Um diesem Effekt entgegenzuwirken, sollen zwei Maßnahmen umgesetzt werden: Der Einbau einer sogenannten „Trockenwetterbrücke“, die den Sandfang besser reguliert, sowie ein zusätzlicher Sandfang im Beckenboden, der Sand gezielt an einer Tiefstelle sammelt. Die geschätzten Kosten dafür liegen bei rund 20.000 Euro brutto.

Beckenreinigung in Göhren künftig einfacher
Auch beim Regenüberlaufbecken bei Göhren besteht Handlungsbedarf. Nach stärkeren Regenereignissen verbleiben größere Mengen Sand und Dreck am Boden des Regenüberlaufbeckens. Eine automatische Reinigung ist wegen des fehlenden Stromanschlusses nicht möglich, ein Wasseranschluss ist jedoch vorhanden.

Der Stadtrat hat deshalb den Einbau einer zusätzlichen Ableitung vom Becken direkt in den Hauptkanal beschlossen. Künftig kann das Klärpersonal den Schmutz über diese Leitung gezielt in Richtung Pappenheimer Hauptkläranlage spülen, wo das Material sinnvoll weiterverarbeitet werden kann. Die Kosten für diese Maßnahme belaufen sich auf etwa 18.000 Euro.

Haushaltsmittel bereitgestellt
Für beide Vorhaben werden im Haushalt 2026 bis zu 50.000 Euro eingestellt, einschließlich eines finanziellen Puffers sowie der Honorare für das Ingenieurbüro. Die Verwaltung und Bürgermeister Florian Gallus wurden vom Stadtrat ermächtigt, nach Abschluss der Ausschreibungen die Aufträge zu vergeben.

Mit den beschlossenen Nachrüstungen sollen die Anlagen in Neudorf und Göhren nicht nur effizienter, sondern auch nachhaltiger betrieben werden können.

 




Der Stadtrat in Pappenheim tagt öffentlich

Am Donnerstag, 22.01.2026, um 19:00 Uhr findet im Bürgersaal im des Haus des Gastes eine öffentliche Sitzung des Stadtrates mit folgender Tagesordnung statt:

1 Bauanträge

1.1 BA 29/2025 – Errichtung eines Staketenzauns, Fl.-Nr. 464, Gemarkung Neudorf

2 Abwasserbeseitigung: Grundsatzbeschluss und Vergabeermächtigung für Maßnahmen zur Verbesserung der Abwasserbehandlung in den Kläranlagen Neudorf und Göhren

3 Historisches Stadtfest 2027 – Antrag des Organisationsteams auf Übernahme der Trägerschaft und der Kosten

4 Vergaben:

4.1 Feuerbeschau durch die Gemeinde – Auftragsvergabe an die Firma ADKOplan

4.2 Auftragsvergabe an die LGA Bayern „Untersuchung der Standfestigkeit der Fels“

5 Feuerwehrwesen: FFW Zimmern, Bestätigung Feuerwehrkommandant und Stellvertreter nach erfolgter Wahl

6 Städtepartnerschaften – Zuschussrichtlinie der Stadt Pappenheim

7 Antrag auf Förderung durch die Stadt Pappenheim 2026-2030 durch den Kunst- und Kulturverein Pappenheim e.V.

8 Bekanntgaben




Markus Gläser stellt sich im Grünen Bereich von Pappenheim vor

Die Pappenheimer Ortsgruppe von Bündnis 90/Die Grünen hatte kürzlich zu einem politischen Abend in den „Grünen Bereich“ eingeladen – jenem historischen Ort in der vormaligen Hoechstetter-Apotheke, der Leerstand mit neuem Leben füllt. Anlass des Treffens war der Besuch von Markus Gläser, der sich bei der Kommunalwahl am 8. März 2026 um das Amt des Landrats bewirbt.

Monika Pamp, 1. Sprecherin der Pappenheimer Grünen begrüßte die zahlreichen Besucher und  den Landratskandidaten Markus Gläser im „Grünen Bereich“. Unterstützt wird seine parteiunabhängige Kandidatur von fünf im Kreistag vertretenen Parteien: Freie Wähler, Bündnis 90/Die Grünen, SPD, ÖDP und FDP. In Pappenheim selbst treten SPD und Freie Wähler mit eigenen Kandidaten zur Kreistagswahl an. Auf Nachfrage berichtete Gläser, dass die Einladung der Grünen bislang die einzige aus Pappenheim sei – fügte aber mit einem Lächeln hinzu: „Aber vielleicht kommt ja noch was.“ Bereits im Mai 2025 hatte sich Markus im Rahmen der internen Jahreshauptversammlung des Ortsvereins im Gasthaus Zur Linde den SPD-Mitgliedern vor Ort vorstellen können.

Der Abend im „Grünen Bereich“ war geprägt von einem regen Austausch. Gläser präsentierte seine politischen Ziele und traf dabei auf ein interessiertes Publikum. Zwischenfragen waren ausdrücklich erwünscht – und der Kandidat nutzte die Gelegenheit, um auf die Zwischenfragen mit Detailkenntnis und Sachverstand auf Augenhöhe zu antworten.

Im Rahmen seiner Vorstellung in Pappenheim ging Landratskandidat Markus Gläser recht detailliert auf eine ganze Reihe von Themen ein, die aus seiner Sicht für die Zukunft des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen von besonderer Bedeutung sind. Die Schwerpunkte seiner Rede zeigten deutlich: Gläser will Politik nicht nur für, sondern vor allem mit den Menschen im Landkreis machen.

Wohnen, Familien und lebendige Ortskerne
Ein zentrales Anliegen des Kandidaten ist die Belebung leerstehender Ortskerne. Gläser betonte, dass Wohnen, Familienfreundlichkeit und die Attraktivität von Innenstädten und Dorfzentren untrennbar miteinander verknüpft seien. Anstatt neue Flächen auszuweisen, solle verstärkt auf Nachverdichtung und die Reaktivierung leerstehender Gebäude gesetzt werden. Förderprogramme wie „Lebendige Zentren“ oder „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ von Bund und Land müssten gezielter genutzt werden – auch von kleineren Kommunen wie Pappenheim. Dabei verwies er ausdrücklich auf den Veranstaltungsort selbst: Die Wiederbelebung der ehemaligen Hoechstetter-Apotheke durch die Grünen sei ein gelungenes Beispiel dafür, wie Leerstand mit Kreativität in einen Ort der Begegnung verwandelt werden könne.
Die Idee aus der Zuhörerschaft, für derart weitreichende Herausforderungen einen zentralen landkreisweiten „Kümmerer“ zu benennen, begrüßte er grundsätzlich, dämpfte jedoch überzogene Erwartungen: „Da müssen wir aufpassen. Da will ich keine Versprechen machen.“

Mobilität und Infrastruktur
Im Bereich der Mobilität setzte Gläser auf eine Kombination aus Verbesserung des ÖPNV und modernen, flexiblen Lösungen. Gerade für den ländlichen Raum brauche es dichtere Takte, verlässliche Verbindungen und barrierefreie Haltestellen. Ergänzend sollen On-Demand-Angebote auch kleinere Dörfer besser anbinden. Ein wichtiges Anliegen war ihm zudem die Digitalisierung – konkret der flächendeckende Ausbau von Breitband und Mobilfunk.

Auch zur Verkehrsregelung bezog Gläser Stellung: Für die stark belastete Hörnleinkreuzung in Weißenburg sprach er sich aus Sicherheits- und Kostengründen klar gegen den geplanten Kreisverkehr aus. Stattdessen favorisiert er eine optimierte Ampellösung, die ebenfalls zur Vermeidung schwerer Unfälle beitragen könne – zumal das Nadelöhr durch einen Kreisel nicht vollständig aufgelöst werde.

Verwaltung und Sicherheit
Verwaltung soll für Bürgerinnen und Bürger einfacher und verlässlicher werden. Gläser setzt auf digitale Prozesse, klare Zuständigkeiten und eine bürgernahe Ansprache. Er sprach sich für einen speziellen Serviceschalter für Seniorinnen und Senioren aus, die keinen Zugang zum Internet haben. Im Bereich Sicherheit nannte er eine bessere Ausstattung für Einsatzkräfte sowie vorausschauende Notfallpläne für Extremwetterereignisse und Cyberangriffe als notwendige Maßnahmen.

Wirtschaft und Bildung
Zur Sicherung der wirtschaftlichen Zukunft betonte Gläser die Bedeutung eines engen Austauschs zwischen Wirtschaft, Schulen und Ausbildungsstätten. Er möchte regelmäßige Wirtschaftsdialoge etablieren, familienfreundliche Betriebe stärken und die Digitalisierung an Schulen vorantreiben. Auch die gezielte Förderung des Tourismus und der Regionalwirtschaft spielt in seinem Konzept eine Rolle.

Gesundheit und Pflege
Die wohnortnahe Gesundheitsversorgung sieht Gläser als Grundpfeiler der Daseinsvorsorge. Er sprach sich für ein stabiles Kreisklinikum in Weißenburg aus. Auch die Zahl an Ärztinnen und Ärzten im Landkreis will Gläser erhöhen. Ergänzt werden soll die Versorgung durch telemedizinische Angebote, moderne Pflegekonzepte und eine Stärkung der Palliativ- und Hospizdienste. Die Sicherung der Geburtshilfe im Landkreis bleibt für ihn ein wichtiges Ziel.

Klima und Landwirtschaft
Markus Gläser widmete sich auch dem Spannungsfeld zwischen Klimaschutz und Landwirtschaft – das er jedoch nicht als Widerspruch, sondern als gemeinsame Aufgabe versteht. Er will den Austausch mit Landwirten, wie vormals schon durch einen regelmäßigen Umweltgipfel, fördern, den Ausbau erneuerbarer Energien unterstützen und regionale Vermarktung stärken. Ein besonderes Augenmerk liegt auf kurzen Wegen und der Entwicklung eines Qualitätszeichens „Altmühlfranken-Heimatprodukte“.