Militärgeschichte paddelt in Pappenheim bis heute mit

Das Pappenheimer Backtrogrennen gehört längst zu den Veranstaltungen, auf die sich die Pappenheimer Jahr für Jahr freuen. Zur Abrundung des Festnachmittag zum 170-jährigen Gründungsfestes des Militärvereins und Reservistenkameradschaft 1856 Pappenheim (MRK) spannte die beliebte Veranstaltung diesmal einen unterhaltsamen Bogen von der bedingungslosen militärischen Stadtverteidigung aus dem Jahre 1633 in die heutige Zeit. Freiwilligen Feuerwehr, Maibaumverein und Theatergruppe Pappenheim huldigten mit der fast zweistündigen Veranstaltung auf der Altmühl der lange Militärgeschichte der Stadt die so alt ist wie die Stadt selbst.

Die Wurzeln des Backtrogrennens reichen zurück in das Jubiläumsjahr 2002. Damals feierte Pappenheim die erste urkundliche Erwähnung der Stadt aus dem Jahr 802 mit einem großen Festjahr. Im Rahmen des Volksfestes organisierte die damalige Werbegemeinschaft erstmals ein historisch angelehntes Backtrogrennen auf der Altmühl zwischen dem Evangelischen Bildungszentrum und der Stadtparkbrücke.

Dabei griff man eine Begebenheit der Pappenheimer Stadtgeschichte auf. Im Jahr 1633, ein Jahr nach dem Überfall der Schweden auf Stadt und Burg Pappenheim, war das Bürgermilitär besonders wachsam. Jederzeit musste mit einem weiteren Angriff gerechnet werden. Als sich eines Nachts auf der Altmühl ein dunkles Wasserfahrzeug der Stadt näherte, wurde Alarm geschlagen. Die Bürger griffen entschlossen zu den Waffen und versenkten das vermeintliche Feindesboot mit einer Vielzahl von Schüssen noch bevor es Pappenheim erreichen konnte.

Am nächsten Morgen stellte sich jedoch heraus, dass der vermeintliche Feind lediglich ein leerer Backtrog gewesen war. Die Kinder des Grafenmüllers hatten damit zuvor auf der Altmühl das Kahnfahren geübt und das Gefährt anschließend nicht ausreichend am Ufer befestigt. So machte sich der Backtrog selbstständig und trieb flussabwärts Richtung Pappenheim.
Die mutigen Verteidiger hatten also nicht den Feind, sondern einen herrenlosen Backtrog besiegt.

Diese humorvolle Geschichte griff der Lehrer und spätere Rektor der Volksschule Pappenheim, August Bergauer, in einem Theaterstück auf, das bei so manchen Schulschlussfeiern aufgeführt wurde. Seine bislang letzte Aufführung erlebte das Stück während der 1200-Jahr-Feier im Jahr 2002 an der Stadtmauer im Feuerwehrhof.

An diese Geschichte knüpften die Freiwillige Feuerwehr, der Maibaumverein und die Theatergruppe Pappenheim nun erneut an. Im Rahmen des Jubiläums des MRK wurde das Backtrogrennen zum 25. Mal veranstaltet. Da die Veranstaltung während der Corona-Jahre von 2020 bis 2022 pausieren musste, handelte es sich tatsächlich um die 22. Austragung.

Zwölf Mannschaften wagten sich auf die rund 200 Meter lange Strecke von der Altmühlbrücke, in Pappenheim auch als auch „Golden Gate“ bekannt, flussabwärts. Dabei ging es keineswegs nur um Schnelligkeit. Mindestens ebenso wichtig waren Teamgeist, Gleichgewicht und eine Portion Humor. Denn nicht jeder Backtrog blieb auf Kurs. Mehrfach landeten Besatzungen unfreiwillig im Wasser und mussten die letzten Meter zu Fuß durchs kühle Nass zurücklegen. Das Publikum am Ufer hatte dabei sichtlich seinen Spaß.

Für die passende Stimmung sorgte Anette Pappler, die das Geschehen mit viel Charme, Witz und zahlreichen spontanen Kommentaren begleitete. So wurde jede Kenterung ebenso gefeiert wie jede gelungene Fahrt ins Ziel.

Am Ende durfte sich die TSG Pappenheim mit dem Boot „High Voltage“ über den Sieg freuen. Tim Meister und Edin Cemal paddelten in der Rekordzeit von 1:50 Minuten ins Ziel.

Die Backtröge und Platzierungen

Platz 1
TSG Pappenheim
Startname „High Voltage“
Tim Meister und Edin Cemal
Rekordzeit 1:50 Minuten

Platz 2
Startname „Dichter & Denker“
Darian Leykamm und Paul Lange

Platz 3
Startname „Backtrogschützen“, Anida Chemal und Barbara Mürl

Weitere Platzierungen

Pappenheimer Maibaum e.V.
Simon Schleußinger und Martin Pokorny

Feuerwehrverein
Startname „Feierwehr“
Florian Zanetti und Leon Herzner

Clubritter
Chris Träger und Sebastian Städler

Rockfasching
Dominik Wurm und Marcus Wurm

TSG Pappenheim Abteilung Kinder
Startname „Baywatch“
Leeven van der Gang und Leo Huber

Startname „Goasn Gang“
Felix Herzner und Janis Bittl

Turnverein Pappenheim Dart-Abteilung
Startname „B 17“
Luca Mürl und Fabian Zanetti

Theatergruppe Abteilung Kinder
Startname „Altmühlrocker“
Mira Hassan und Jonas Dieing

PSG 1494 Pappenheim
Startname „Royal Unicorn“
Sandra Schütz und David Schütz

Bei der Siegerehrung freuten sich alle Teilnehmer über attraktive Preise, die von zahlreichen Pappenheimer Geschäften gespendet worden waren. Dafür bedankten sich die Veranstalter ebenso herzlich wie die glücklichen Gewinner.

Ein herzliches Dankeschön gilt

Schloß Apotheke, Schreibwaren Windisch, Päckert’s Trachten und Landhausmoden, Gasthaus „Zum Lindenwirt“, Zweirad Schleußinger, Bräustüberl-Pizzaschmide, Stephan Lauterbach, EDEK-Pfaller, Hecht Bräu, Lehner Bäck




Pappenheim erlebt Hubert Aiwanger mit Botschaften die ankommen

Ohne Manuskript, frei von der Leber weg und mit der ihm eigenen Mischung aus Zuspitzung, Humor und klaren Botschaften hatte Bayerns Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident Hubert Aiwanger bei seiner Festrede zum 170jährigen Jubiläum des Militär- und Reservistenkameradschaftsvereins 1856 Pappenheim (MRK) genau jene Themen aufgegriffen, die viele Menschen derzeit bewegen. Immer wieder quittierten die Zuhörer seine Ausführungen mit lang anhaltendem Applaus und zustimmenden Rufen.

Den roten Faden seiner Rede bildete die Frage, was in einer zunehmend unsicheren Welt auf Deutschland zukomme. Aiwanger spannte dabei den Bogen von der Gründungszeit der Militär- und Reservistenkameradschaft im Jahr 1856 bis in die Gegenwart. Damals wie heute lebten die Menschen in einer Zeit, in der niemand mit Gewissheit sagen könne, was die Zukunft bringe.

Vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine habe Verteidigung eine völlig neue Bedeutung erhalten. Der „schöne Traum vom Frieden“ sei ausgeträumt, sagte Aiwanger. Täglich gebe es Tote und Verletzte. Gleichzeitig stellte er die Frage, ob sich diese Entwicklung nicht hätte verhindern lassen. Nach seiner Auffassung sei dies auch das Ergebnis einer über Jahre verfehlten Verteidigungspolitik. Verteidigung sei eine Lebensversicherung.

Kritisch äußerte sich der stellvertretende Ministerpräsident über diejenigen, die seiner Ansicht nach davon ausgingen, andere müssten im Ernstfall die Verantwortung übernehmen. Der Krieg in der Ukraine zeige vielmehr, dass moderne Konflikte mit hochentwickelten Waffen geführt würden und sich über lange Zeit festfahren könnten.

Mit einem Augenzwinkern bemerkte Aiwanger, selbst bei den Grünen scheine inzwischen ein Umdenken einzusetzen. Er verwies auf Äußerungen von Robert Habeck, der heute den Wehrdienst nach eigenen Worten wohl nicht mehr verweigern würde.

Bayern habe die Bedeutung der Verteidigungsbereitschaft nach seinen Worten schon immer erkannt. Das zeige sich auch an Unternehmen im Freistaat, die Technik und Ausrüstung für diesen Bereich entwickelten und produzierten.

Seine Vorstellung fasste Aiwanger in einem einfachen Bild zusammen. Deutschland müsse wie ein Igel sein, der sich bei Gefahr einrolle und seine Stacheln aufstelle. „Da holt sich jeder Angreifer eine blutige Schnauze“, sagte er. Frieden lasse sich nur sichern, wenn ein Land verteidigungsbereit sei. Sein Leitgedanke lautete deshalb „kämpfen können aber nicht kämpfen müssen“. Friedenspolitik sei immer auch eine Politik des Bereitseins.

Mit Blick auf die vergangenen Jahre sprach Aiwanger davon, dass die Menschen von der Naivität überrollt und von der Realität eingeholt worden seien. Für diese Aussage erhielt er deutlichen Beifall.

Ebenso viel Zustimmung fand seine Kritik am Umgang mit Veteranen, die verwundet oder traumatisiert aus dem Afghanistan-Einsatz zurückgekehrt waren. Er bemängelte den teilweise mangelnden Respekt gegenüber diesen Menschen und würdigte deren Einsatz für das Land.

Anschließend schlug Aiwanger den Bogen zurück zur Geschichte. Die Gründung der Soldaten- und Kriegervereine sei nach den Befreiungskriegen gegen Napoleon erfolgt, um Kameradschaft zu pflegen und sich gegenseitig zu unterstützen. In diesem Zusammenhang erinnerte er auch an das berühmte Pappenheimer Regiment aus Schillers „Wallensteins Tod“. Der Satz „Daran erkenn ich meine Pappenheimer“ werde heute oft anders eingesetzt und verstanden. Ursprünglich habe er jedoch bedeutet, dass auf die Pappenheimer Verlass sei. „Ihr könnt stolz sein auf diesen Spruch“, rief Aiwanger den Zuhörern zu und löste damit großen Jubel aus.

Von den historischen Wurzeln führte seine Rede unmittelbar zur aktuellen Politik. Aiwanger forderte eine Rückbesinnung auf die Werte Eigentum und Leistung. Kritisch äußerte er sich über Eingriffe bei Minijobs, während beim Bürgergeld nach seiner Auffassung zu wenig kontrolliert werde. Dies fördere Schwarzarbeit.

Nicht ohne Seitenhieb auf die Berliner Politik sprach Aiwanger auch einen „Tipp an den Kanzler“ für die Besetzung von Ministerämtern aus. Er hielt einen Wechsel an der Spitze des  Arbeitsministeriums für angebracht und bezog sich dabei auf die Kampfansage der Amtsinhaberin an die Arbeitgeber.

„Leistungsloses Leben ist ein schöner Traum“, sagte Aiwanger. Aufgabe der Politik sei es, wieder deutlich zu machen, dass sich Leistung lohnen müsse.

Im weiteren Verlauf seiner Rede streifte der Minister zahlreiche weitere Themen, die aus seiner Sicht viele Bürger unmittelbar beträfen. Er sprach über die Situation der Landwirtschaft, des Handwerks und des Ehrenamts. Vereine seien das Fundament des gesellschaftlichen Lebens in den Gemeinden und dürften deshalb nicht durch zusätzliche Belastungen geschwächt werden.

Auch Bürokratie, Haftungsfragen und Regressforderungen gegenüber Ehrenamtlichen kritisierte Aiwanger scharf. Solche Entwicklungen würden das Land Stück für Stück zurückbauen. Ebenso deutlich wurde er bei Angriffen auf Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr. Wer Einsatzkräfte oder deren Ausrüstung angreife, müsse konsequent bestraft werden.

Beim Thema Gendersprache fand der Freie-Wähler-Politiker ebenfalls klare Worte. Das Gendern bezeichnete er als „Gipfel der Dummheit“. Es könne nicht Aufgabe der Politik sein, den Menschen vorzuschreiben, wie sie zu sprechen oder zu denken hätten.

Mit deutlichen Worten kritisierte Aiwanger auch die zunehmende Bürokratie sowie Haftungs- und Regressrisiken, die nach seiner Auffassung immer mehr Menschen davon abhielten, Verantwortung zu übernehmen. Ob im Vereinsleben, im Ehrenamt oder in der Wirtschaft – wer sich engagiere, sehe sich immer häufiger mit Vorschriften und rechtlichen Hürden konfrontiert. Dadurch würden bewährte Strukturen geschwächt und Eigeninitiative ausgebremst. Seine Einschätzung brachte der stellvertretende Ministerpräsident mit dem markanten Satz auf den Punkt: „So wickelt man ein Land rückab.“ Für diese Aussage erhielt er aus den Reihen der Zuhörer zustimmenden Applaus.

Zum Abschluss kehrte Aiwanger noch einmal zum Jubiläum der Militär- und Reservistenkameradschaft Pappenheim zurück. Er würdigte die Grundwerte des Soldatentums als „aller Ehren wert“ und gratulierte dem Verein zu seinem 170-jährigen Bestehen. Ein solcher Zeitraum zeige, dass der Verein über Generationen hinweg Bestand gehabt habe und seine Aufgaben erfülle. Mit den besten Wünschen für viele weitere erfolgreiche Jahre und Gottes Segen beendete der stellvertretende Ministerpräsident seine Rede.

Für die zahlreichen Besucher war es ein Auftritt, der genau die Erwartungen erfüllte, die sie mit Hubert Aiwanger verbunden hatten. Ohne langes Ablesen, dafür mit klaren Positionen, historischen Bezügen und einer Sprache, die viele im Festzelt als bodenständig empfanden, sprach er Themen an, die aus seiner Sicht den Alltag und die Sorgen vieler Bürger prägten. Seine Aussagen blieben dabei erkennbar seine politischen Positionen – und genau dafür erhielt er in Pappenheim immer wieder viel Applaus.

Und auch die Reihe derer, die sich mit Hubert Aiwanger fotografieren lassen wollten schien nicht abzureißen. Dazu stand er offensichtlich gerne zur Verfügung.




Kanonendonner und Pappenheimer Marsch für Hubert Aiwanger

Als Festredner zum 170-jährigen Jubiläum des Militärvereins und Reservistenkameradschaft 1856 Pappenheim (MRK) war der Stellvertretende Bayerische Ministerpräsident Hubert Aiwanger Am Samstagnachmittag nach Pappenheim gekommen. Bereits seine Ankunft wurde zu einem feierlichen Ereignis.

Mit sportlicher Leichtigkeit und gewohnt eloquent entstieg er seiner elektrisch angetriebenen Staatskarosse und wurde von Christian Schöppl, Schirmherrn Dr. Albrecht Graf von und zu Egloffstein, Bürgermeister Florian Gallus sowie Landtagsabgeordnetem Wolfgang Hauber herzlich empfangen. Noch vor dem Festzelt erwartete den Ehrengast ein besonderer Empfang. Die Ehrenformation der Militärischen Ferialverbindung Albertina zu Dresden stand Spalier und die Vereinskanonierin Carola Lämmerer feuerte drei Salutschüssen aus der vereinseigenen Böllerkanone zu Ehren des Stellvertretenden Ministerpräsident ab. Sichtlich begeistert und spendete er der Böllerschützin anerkennenden Applaus.

Der anschließende Einzug ins Festzelt erfolgte – wie bereits am Vortag beim Besuch von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann – zu den Klängen des traditionsreichen Pappenheimer Marsches. Nach der offiziellen Begrüßung durch den Vorsitzenden des MRK Pappenheim stand die Festrede des Stellvertretenden Ministerpräsidenten im Mittelpunkt des Nachmittags. Über deren Inhalte wird in einem gesonderten Artikel berichtet.

Im Anschluss an seine Rede überreichte Christian Schöppl dem Ehrengast die von Philipp Engeler verfasste Vereinschronik des MRK Pappenheim, versehen mit einer persönlichen Widmung. Hubert Aiwanger revanchierte sich mit einem prunkvoll gestalteten Fahnenband für die Vereinsfahne des Jubelvereins.

Auch Bürgermeister Florian Gallus hatte eine besondere Aufgabe übernommen. Er brachte das Goldene Buch der Stadt Pappenheim mit ins Festzelt, in das sich Hubert Aiwanger mit einem Dank für den herzlichen Empfang eintrug. Als Erinnerung an seinen Besuch erhielt der Stellvertretende Ministerpräsident außerdem den neu aufgelegten Pappenheimer Regenschirm als Geschenk der Stadt.

Da Hubert Aiwanger zugleich Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie ist, nutzte er die Gelegenheit auch zum Austausch mit den Pappenheimer Unternehmen, die das Jubiläumsfest und den Kühlanhänger als Sponsoren unterstützt haben. Gerne nahm sich der Minister Zeit für Gespräche und stellte sich gemeinsam mit den Vertreterinnen und Vertretern der Firmen zu einem Gruppenfoto.

Zu den Werbepartnern des MRK Pappenheim zählen:
Hotel-Gasthof zur Sonne, Hofmann Naturstein, Felsner Haustechnik GmbH & Co. KG, F. Hüttinger GmbH & Co. Bau KG, Päckert’s Trachten- und Landhausmoden, Taxi Popp, Otto Sippekamp Tabakwaren, Metall- und Gartenmanufaktur Schindler, Zimmerei und Holzbau Wolf, Schmidtkonz Industrieller Tiefbau – Landschaftsbau, Lebensmittelmarkt Thoma, Bernecker OHG Allianz Generalagentur, Schwill Metall-Technik, KRAUSE Präzisions-Kokillenguss GmbH, Meisterbetrieb Christian Riedel Heizung – Sanitär – Solar, Metall-Bau-Schott, Henle & Rau Steuerungstechnik GmbH, Restaurant Wallmüllerstuben Las Tapas Markus Menk, Alexius Lämmerer Versicherungen und Immobilien e.K. sowie Lutz Heizung Sanitär Klima GmbH & Co. KG.




Zwischen Marschmusik und Henkelmesse beim MRK Pappenheim

Der zweite Festtag des 170-jährigen Jubiläums des Militärvereins und der Reservistenkameradschaft 1856 Pappenheim bot schon am Morgen zahlreiche besondere Eindrücke. Vom feierlichen Marsch durch die Altstadt über musikalischen Dank für Sponsoren bis hin zu einer in der Region wohl einmaligen Henkelmesse wurde Geschichte, Brauchtum und Gemeinschaft auf besondere Weise miteinander verbunden.

Bereits am Vormittag wurde Schirmherr Dr. Albrecht Graf von und zu Egloffstein am Schloss in der Graf-Carl-Straße feierlich abgeholt. Begleitet wurde der Zug vom Marschmusikensemble unter der Leitung von Alfred Maderer, einer Abordnung des MRK 1856 Pappenheim sowie den Offizieren der Militärischen-Ferialverbindung Albertina zu Dresden.

Die Offiziersverbindung war auf Einladung von Graf Egloffstein vom 31. Juli bis 2. August zu ihrer 22. Militärkneipe auf der Burg Pappenheim zu Gast. Die „Militärische-Ferialverbindung Albertina zu Dresden“ wurde 2014 an der Militärakademie Dresden gegründet. Voraussetzung für eine Mitgliedschaft ist der Offiziersrang sowie gleichzeitig die Zugehörigkeit zu einer Studentenverbindung. Die Nationalität spielt dabei keine Rolle. „Wir haben Mitglieder aus Österreich, Frankreich und der Schweiz“, erklärte ein Teilnehmer der Verbindung.

Gemeinsam zog der Festzug vom Schloss durch die Pappenheimer Altstadt. Dabei wurde an drei Stationen Halt gemacht, um sich bei Sponsoren des Jubiläumsfestes auf musikalische Weise zu bedanken. Vor den Geschäften von Tabak und Spirituosen Sippekamp, Päckert’s Trachtenmoden sowie der Firma Metallbau Schindler spielte das Marschmusikensemble jeweils ein Ständchen, das von den Geschäftsinhabern und zahlreichen Zuschauern mit Applaus aufgenommen wurde.

Mit im Festzug befand sich auch Militärpfarrer Gunther Wiendl von der Evangelischen Militärseelsorge am Bundeswehrstandort Neuburg. Gemeinsam mit der Marschformation holte er in der Schützenstraße seinen katholischen Kollegen, Pfarrer Robert Rapljenovic, ab. Von dort aus marschierten beide Geistliche gemeinsam mit den Teilnehmern zum Festzelt.

Dort gab es einen Gottesdienst der besonderen Art. Mit einer in der Region wohl erstmalig gefeierten Henkelmesse beschritten die beiden Pfarrer neue Wege, um Menschen auf ungezwungene Weise für den Glauben zu begeistern. Pfarrer Robert Rapljenovic führte in seinen einleitenden Worten humorvoll an das außergewöhnliche Konzept heran und erntete dafür viel Applaus. Für Heiterkeit sorgte seine augenzwinkernde Bemerkung: „Da kann man sich die Frauen und vielleicht auch die Predigt schön saufen.“

Doch trotz des Ausschanks und der lockeren Atmosphäre blieb der Gottesdienst von Beginn an würdevoll. Andacht, Gebet und geistliche Impulse standen im Mittelpunkt. Viele Besucher zeigten sich im Anschluss angetan von dieser besonderen Form des Gottesdienstes. Neben den „geistigen Getränken“, wie es augenzwinkernd hieß, habe man vor allem geistige Inspiration und Denkanstöße für den Alltag mit nach Hause genommen.

So zeigte auch der zweite Festtag des Jubiläums, wie sich Tradition, Kameradschaft und neue Ideen zu einem stimmungsvollen und zugleich nachdenklichen Festprogramm verbinden lassen.




MRK Pappenheim würdigt langjährige Treue und außergewöhnliches Engagement

Der Festabend zum 170-jährigen Jubiläum des Militärvereins und der Reservistenkameradschaft 1856 Pappenheim stand nicht nur im Zeichen von Grußworten und Musik. Einen besonderen Platz nahmen auch die Ehrungen verdienter Mitglieder ein, mit denen jahrzehntelange Vereinstreue und außergewöhnliches Engagement gewürdigt wurden.

Zu Beginn der Auszeichnungen überreichte der Kreisverband dem MRK 1856 Pappenheim eine Erinnerungsurkunde und eine Anstecknadel als Anerkennung für das bemerkenswerte 170-jährige Bestehen des Vereins.

Anschließend zeichnete der Vorsitzende Christian Schöppl langjährige Mitglieder für ihre Treue zum Verein aus. Für 30 Jahre Mitgliedschaft wurden Werner Bauer, Josef Bauer und Gerhard Liebald mit einer Urkunde geehrt. Eine Auszeichnung für 40-jährige Vereinstreue erhielten Andreas Widmann sowie Otto Schöppl, der Vater des heutigen Vorsitzenden.

Gerade diese Ehrung war für Christian Schöppl ein besonders bewegender Moment. „Mein Vater hat mich zum Verein gebracht und steht mir auch heute noch mit seiner Erfahrung mit Rat und Tat zur Seite“, sagte der Vorsitzende sichtlich bewegt. Gleichzeitig machte er deutlich, wie sehr der Verein vom Engagement seiner älteren Mitglieder lebt. So erinnerte er daran, dass beim Aufbau von Festzelt und Bühne das Durchschnittsalter der Helfer bei rund 70 Jahren gelegen habe – ein eindrucksvolles Zeichen für den außergewöhnlichen Einsatz der langjährigen Kameraden.

Für einen besonders emotionalen Augenblick sorgte die anschließende Ehrung des früheren Vorsitzenden Dr. Fritz Ehrlicher. Der langjährige Vereinschef, der den MRK 1856 Pappenheim über 33 Jahre hinweg auch durch schwierige Zeiten geführt hatte, wurde posthum mit dem Großen Verdienstkreuz am Bande des Bayerischen Soldatenbundes ausgezeichnet. Christian Schöppl würdigte damit die außergewöhnlichen Verdienste eines seiner Vorgänger um den Verein. Entgegengenommen wurde die Auszeichnung von dessen Enkel Dr. Ingo Ehrlicher, der Urkunde und Verdienstkreuz als bleibende Erinnerung in einem eigens gestalteten 3-D-Rahmen erhielt.

Zum Abschluss der Ehrungen rückte schließlich der Vorsitzende selbst in den Mittelpunkt. Generalmajor a. D. Norbert Wagner, Präsident des Bayerischen Soldatenbundes, und sein Stellvertreter Ralf Olmesdahl überraschten Christian Schöppl mit der Verleihung des Großen Verdienstkreuzes am Bande des Bayerischen Soldatenbundes. Mit der hohen Auszeichnung würdigten sie seine herausragenden Verdienste um den Verein sowie seinen unermüdlichen Einsatz bei der Organisation des Jubiläumsfestes.

Nach den Ehrungen übernahm die Reservisten Bigband Baden-Württemberg das weitere Abendprogramm und sorgte mit einem abwechslungsreichen Repertoire aus Musik und Gesang für einen stimmungsvollen Ausklang des Festabends.




Pappenheim feiert 170 Jahre Militärverein und Reservistenkameradschaft

Mit einem feierlichen Festabend hat der Militärverein und Reservistenkameradschaft 1856 Pappenheim (MRK) am Freitag den Auftakt zu seinem 170-jährigen Jubiläum begangen. Auf der Lach hatte der Verein dafür ein großes Festzelt und einen Festplatz eingerichtet. Zahlreiche Gäste aus Politik, Bundeswehr und den Soldatenverbänden waren nach Pappenheim gekommen. Musikalisch umrahmt wurde der Abend von der Reservisten Bigband Baden-Württemberg.

Bereits der Einzug der Ehrengäste setzte den festlichen Rahmen. Angeführt von den Fahnenabordnungen der Reservistenkameradschaften des Kreisverbandes Weißenburg marschierten sie zu den Klängen des Pappenheimer Marsches in das Festzelt ein.

Der Vorsitzende des MRK, Christian Schoppl, begrüßte die zahlreichen Abordnungen der Pappenheimer Vereine, die Kameraden der Reservistenverbände sowie die Ehrengäste, unter ihnen Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, Schirmherr Dr. Albrecht Graf von und zu Egloffstein, Bürgermeister Florian Gallus mit seinem nahezu den gesamten Stadtrat, Weißenburgs Dritte Bürgermeisterin Manuela Mühlöder, , Seine Königliche Hoheit Prinz Stanislaus von Bayern, Landrat Markus Gläser, Bundestagsabgeordneten Arthur Auernhammer, Landtagsabgeordneten Helmut Schnotz, den Präsidenten des Bayerischen Soldatenbundes Generalmajor a. D. Norbert Wagner, dessen Stellvertreter Ralf Olmesdahl sowie Hofmühl-Geschäftsführer Stephan Emslander mit Ehefrau.

Bürgermeister Florian Gallus würdigte in seinem Grußwort die außergewöhnliche Geschichte des Vereins. Seit 170 Jahren stehe die Militär- und Reservistenkameradschaft für Verantwortung, Gemeinschaft und die Pflege von Traditionen. Gleichzeitig machte Gallus deutlich, dass Tradition nichts Starres sei, sondern von jeder Generation verantwortungsvoll weitergetragen werde. Gerade in einer Zeit, in der Frieden, Freiheit und Demokratie keine Selbstverständlichkeiten mehr seien, brauche es Menschen, die Verantwortung übernehmen – im Ehrenamt, in den Hilfsorganisationen oder in der Bundeswehr. Sein Dank galt allen Mitgliedern, Vorständen, Familien sowie den vielen Helfern, die das Jubiläumsfest möglich gemacht haben.

Schirmherr Dr. Albrecht Graf von und zu Egloffstein stellte die lange historische Verbindung des Vereins mit den Familien Pappenheim und Egloffstein in den Mittelpunkt seiner Ansprache. Um diese Geschichte sichtbar werden zu lassen, hatte er zwei Uniformträger mitgebracht. Einer präsentierte die historische Uniform des „Regiments zu Fuß Churprinz“, das bis 1792 unter dem Kommando von Graf Friedrich Ferdinand zu Pappenheim stand. Der zweite trug die Uniform des „4. Preußischen Regiments zu Fuß Egloffstein“, das zwischen 1782 und 1789 des ersten Grafen Egloffstein geführt wurde. Auch die Anwesenheit von Prinz Stanislaus von Bayern unterstrich nach seinen Worten die jahrhundertelange Verbundenheit des Hauses Wittelsbach mit dem Verein und den Familien Pappenheim und Egloffstein. Der Schirmherr erinnerte daran, dass der Verein nach den Wirren von Kriegen und Revolutionen gegründet worden sei, um deren Folgen zu bewältigen. Militär bedeute in einem demokratischen Staat Schutz und Verteidigung, nicht Angriff. Zum Abschluss seiner Rede brachte Dr. Albrecht Graf von und zu Egloffstein als bleibende Erinnerung ein Fahnenband an der 170 Jahre alten Vereinsfahne des MRK an.

Generalmajor a. D. Norbert Wagner, Präsident des Bayerischen Soldatenbundes, hob hervor, dass Soldaten- und Reservistenvereine seit Generationen dazu beitragen, die Erinnerung an die Folgen von Krieg wachzuhalten sowie Werte wie Kameradschaft, Verantwortung und Wehrhaftigkeit zu bewahren. Angesichts der aktuellen sicherheitspolitischen Lage sei diese Arbeit heute wichtiger denn je. Auch Wagner überreichte der traditionsreichen Fahne des MRK ein Fahnenband des Bayerischen Soldatenbundes.

Hauptredner des Abends war Bayerns Innenminister Joachim Herrmann. Er gratulierte der Pappenheimer Kameradschaft zu ihrem 170-jährigen Bestehen und würdigte sie als eine der ältesten Reservistenkameradschaften Bayerns. Herrmann betonte, dass soldatische Tugenden wie Kameradschaft, Pflichtbewusstsein, Zuverlässigkeit und Verantwortungsgefühl heute wieder eine besondere Bedeutung hätten. Mit Blick auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sowie hybride Bedrohungen erklärte er, Deutschland befinde sich zwar nicht im Krieg, aber auch nicht mehr in einer Zeit des Friedens. Deshalb müssten Landes- und Bündnisverteidigung sowie die Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft gestärkt werden. Den Reservistinnen und Reservisten sprach er seinen Dank aus. Als Bindeglied zwischen Bundeswehr und Zivilgesellschaft leisteten sie einen unverzichtbaren Beitrag für Sicherheit, Zusammenhalt und die Bewahrung wichtiger Werte. Bayern stehe fest an der Seite der Soldatinnen und Soldaten und werde auch künftig ein verlässlicher Partner der Bundeswehr bleiben.

Zum Abschluss des Festabends überreichte der 1. Vorsitzende Christian Schöppl dem Bayerischen Innenminister Joachim Herrmann die eigens zum 170-jährigen Jubiläum erschienene Chronik der Pappenheimer Militärgeschichte, die von Philipp Engeler verfasst wurde. Auch Bürgermeister Florian Gallus hatte ein Geschenk für den Ehrengast vorbereitet. Mit einem Augenzwinkern bemerkte er, obwohl er kein Schirmherr sei, überreiche er dem Staatsminister den im Frühjahr neu aufgelegten Pappenheimer Regenschirm. Mit den Worten „Der schützt auf jeden Fall vor Regen und auch vor Sonne“ sorgte Gallus für einen heiteren Schlusspunkt, der im Festzelt mit einem Schmunzeln aufgenommen wurde.

Über die Ehrungen im Rahmen des Festabends folgt ein gesonderterter Artikel.

 




Drei Tage Festprogramm zum 170-jährigen Jubiläum des MRK in Pappenheim

10:Der Militärverein und die Reservistenkameradschaft 1856 Pappenheim (MRK) feiern von Freitag, 31. Juli, bis Sonntag, 2. August 2026, ihr 170-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass erwartet die Besucher auf dem Festplatz „Auf der Lach“ ein abwechslungsreiches Programm mit offiziellen Feierlichkeiten, musikalischen Highlights, einem Gottesdienst, einem Bauernmarkt sowie weiteren Veranstaltungen für die gesamte Bevölkerung. Das Jubiläum steht zugleich im Zeichen des Bezirksreservistentages Mittelfranken.

Der MRK blickt auf eine 170-jährige Geschichte zurück. Gegründet wurde er am 22. September 1856 als Veteranen- und Kriegerverein. Heute versteht sich die Gemeinschaft als moderner Verein, der Traditionspflege, Kameradschaft und gesellschaftliches Engagement miteinander verbindet. Neben dem Schießsport und der Pflege und Wartung zweier Salutkanonen beteiligt sich der Verein regelmäßig am öffentlichen Leben in Pappenheim und wirkt seit Jahren bei zahlreichen Veranstaltungen mit.

Feierlicher Auftakt am Freitag
Den Auftakt bildet am Freitagabend ein Festabend der Vereine. Erwartet werden zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung, Militär und Gesellschaft. Unter anderem haben Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, der Schirmherr des Jubiläums Dr. Albrecht Graf von und zu Egloffstein, Landrat Markus Gläser, Prinz Stanislaus von Bayern als Vertreter des Hauses Wittelsbach sowie Generalmajor a.D. Norbert Wagner ihr Kommen angekündigt.

Neben Ehrungen und Grußworten steht auch die Verleihung von Fahnenbändern auf dem Programm. Musikalisch eingerahmt wird der Abend von der Reservisten Big Band Baden-Württemberg.

Musikalischer Spaziergang und Festgottesdienst am Samstag
Der Samstag beginnt mit einem musikalischen Spaziergang durch die Pappenheimer Altstadt. Begleitet wird dieser von der Feuerwehrkapelle Langenaltheim. Startpunkt ist das Denkmal von Gottfried Heinrich in der Graf-Carl-Straße. Auf dem Weg zum Festzelt sind mehrere musikalische Stationen vorgesehen.

Anschließend folgt ein Festgottesdienst mit dem Pappenheimer Pfarrer Robert Rapljenovic sowie Pfarrer Wiendl von der Evangelischen Militärseelsorge am Bundeswehrstandort Neuburg. Dabei wird eine sogenannte Henkelmesse gefeiert, eine in der Region eher seltene Form des Gottesdienstes.

Festrede von Staatsminister Hubert Aiwanger
Ein weiterer Höhepunkt des Jubiläumswochenendes ist am Samstagnachmittag die Festrede des Bayerischen Wirtschaftsministers und stellvertretenden Ministerpräsidenten Hubert Aiwanger. In diesem Rahmen soll dem Verein das Fahnenband des Freistaates Bayern überreicht werden.
In seinem Grußwort in der Vereinschronik würdigt Aiwanger die über viele Generationen gewachsene Vereinsgeschichte und das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder. Der Verein habe sich über Jahrzehnte hinweg weiterentwickelt und zugleich seine Wurzeln bewahrt.

Am Abend wird es mit einem Open Air Auftritt der Dorfrocker einen weiteren Höhepunkt des Festwochenendes geben.

Holm und Band spielen am Samstagabend Ab 20:30 Uhr im Festzelt. Dem Militärverein und Reservistenkameradschaft 1856 Pappenheim (MRK) ist es kurzfristig gelungen, die Band nach der witterungsbedingten Absage des Open Airs mit den Dorfrockern zu verpflichten. Damit bleibt den Besucherinnen und Besuchern auch am Samstagabend ein attraktives Liveprogramm erhalten.

Der MRK 1856 Pappenheim hat mitgeteilt, dass das geplante Open Air der Dorfrocker witterungsbedingt abgesagt werden musste. Besucherinnen und Besucher, die bereits Eintrittskarten im Vorverkauf erworben haben, erhalten den Ticketpreis gegen Vorlage ihrer Eintrittskarte an der jeweiligen Vorverkaufsstelle zurück.

Schafkopfturnier und Seniorennachmittag am Sonntag
Am Sonntag startet das Programm mit einem Schafkopfturnier. Danach stehen ein Mittagstisch sowie musikalische Unterhaltung mit der Schützenkapelle Meinheim auf dem Programm.

Ab 14 Uhr lädt der Verein außerdem zu einem Seniorennachmittag ins Festzelt ein. Die Veranstaltung wird vom Jubelverein in Eigenregie organisiert und soll älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern Gelegenheit zu einem geselligen Nachmittag bei Blasmusik bieten.

Der ursprünglich beantragte Zuschuss der Stadt für den Seniorennachmittag wurde nach Angaben des Vereins nicht bewilligt. Der Militärverein führt dies Veranstaltung für Seniorinnen und Senoren dennoch in eigener Regie durch. Aufgrund der finanziellen Rahmenbedingungen kann das Angebot mit freiem Bustransfer, Freibier und einer Mahlzeit jedoch nicht im bisherigen Umfang erfolgen. Eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen werden für 2,50 Euro angeboten

Einladung an Alle
Mit dem Jubiläumswochenende möchte der Militärverein und die Reservistenkameradschaft 1856 Pappenheim nicht nur auf seine lange Geschichte zurückblicken, sondern auch die Verbundenheit mit der Stadt und ihren Bürgerinnen und Bürgern sichtbar machen. Das Programm bietet zahlreiche Möglichkeiten, die Feierlichkeiten mitzuerleben, historische Traditionen kennenzulernen und gemeinsam einige gesellige Stunden auf dem Festplatz zu verbringen.

Die Veranstaltungen sind öffentlich. Besucher aus Pappenheim und der gesamten Region sind eingeladen, am Festwochenende teilzunehmen und das 170-jährige Bestehen des traditionsreichen Vereins mitzufeiern. Für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt.

Titelbild: Plakatausschnitt MRK Pappenheim

Das Festprogramm im Überblick

Veranstaltungsort: Auf der Lach in Pappenheim

Freitag, 31. Juli 2026 ab 19:oo Uhr

        • Ab 19:00 Abend der Vereine und der Bevölkerung
        • Grußwort von Staatsminister Joachim Herrmann und weiterer Ehrengäste
        • Unterhaltung mit der Reservisten Bigband Baden-Württemberg

Samstag, 1. August 2026

        • 09:00 Uhr Musikalischer Spaziergang durch die Altstadt
        • 10:30 Uhr: Gottesdienst als Henkelmesse (mit Ausschank) im Festzelt
        • 13:00 Uhr: Festrede von Staatsminister Hubert Aiwanger
        • Bauernmarktmeile zum Schlemmen und Einkaufen
        • 20:30 Uhr: Open-Air10:-Konzert mit den Dorfrockern, Einlass 18:30 Uhr

Sonntag, 2. August 2026

        • 10:00 Uhr: Großes Schafkopfturnier im Festzelt
          1.
          Preis: 600 Euro
          2.
          Preis: 400 Euro
          Startgeld: 15 Euro
        • anschließend Mittagstisch
        • ab 13:00 Uhr: Zünftige Unterhaltung mit der Schützenkapelle Meinheim

 




Die Taufe des Mohren Jamaika in Pappenheim

Einen eindrucksvollen Beitrag zum Kirchweihfest anlässlich des 550-jährigen Jubiläums der Stadtkirche leistete die Theatergruppe Pappenheim e.V. Mit der szenischen Darstellung der Taufe des Mohren Jamaika griff sie ein außergewöhnliches Kapitel der Pappenheimer Stadtgeschichte auf. Die Aufführung fand an dem Ort statt, an dem sich das historische Ereignis vor fast 300 Jahren tatsächlich abgespielt hatte.

Grundlage der Inszenierung waren die Aufzeichnungen des damaligen Mesners Martin Zuttel (dargestellt von Thomas Henle). In seiner Chronik schildert er die Taufe eines jungen Mannes afrikanischer Herkunft, der als Kriegsgefangener in die Hände eines Kammerdieners des Pappenheimer Grafenhauses gelangt war. Dieser brachte ihn von einer Reise aus der „Neuen Welt“ nach Pappenheim mit, wo er ihn der Gräfin Anna Maria Louise zum Geschenk machte. Um ein Teil der damaligen Gesellschaft werden zu können musste der Mohr nach vorheriger Unterrichtung getauft werden.

Von der Erzählerin Anette Pappler wurde die einleitende Geschichte eindrucksvoll berichtet.

Nach einem längeren Unterricht im christlichen Glauben beim Herrn Dechanten (Holger Wenzel) wurde der etwa 23-jährige Mann am 8. Juni 1733 in der Stadtkirche zu Pappenheim getauft. Zuttel beschreibt die Zeremonie bis ins Detail.

Bereits am frühen Morgen wurden die Glocken geläutet. Zahlreiche Vertreter des gräflichen Hauses, darunter Graf Friedrich Ferdinand (Peter Salisch), Gräfin Pappenheim, seine Frau (Marianne Pappler), Gräfin Anna Louisa von Leiningen-Dachsburg (Barbara Mürl), Frau Apothekerin Feuerlein (Irmgard Meyndt) und Frau Verwalterin Kern (Irene Salisch) mit ihrer Tochter (Mira Hassan).

Auch Geistliche, wie etwa der Bergpfarrer (Günther Kleber), Beamte und weitere Ehrengäste nahmen an der Feier teil. Der Täufling (Jenny Ottmann) legte nach den Aufzeichnungen des Mesners und auch bei der aktuellen Inszenierung ein sicheres Glaubensbekenntnis ab.

Bei der Taufe erhielt er den Namen Friedrich Ludwig Jamaica.

Die feierliche Zeremonie wurde damals von Gesängen, Gebeten und einer ausführlichen Predigt über Herkunft und Bekehrung der Heiden begleitet. Martin Zuttel selbst berichtet, dass er dem Täufling das weiße Taufgewand anzog, bei der Taufe das Wasser übergoss und anschließend die weiteren Aufgaben rund um die Feier übernahm.

Die Theatergruppe Pappenheim verstand es, diese historische Begebenheit mit viel Gespür und Respekt am Taufstein in der Stadtkirche darzustellen. Gerade weil die Aufführung am authentischen Ort stattfand, gewann sie eine besondere Wirkung. Die Besucher erhielten einen lebendigen Einblick in ein außergewöhnliches Ereignis aus der Pappenheimer Geschichte und in die religiösen und gesellschaftlichen Vorstellungen des 18. Jahrhunderts.

Die Zuttelchronik und auch die Erzählerin Anette Pappler berichtete auch vom weiteren Leben Friedrich Ludwig Jamaicas. Er heiratete am 3. September 1738 Johanna Deffner, die Tochter des Pappenheimer Scharfrichters. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. Bereits am 10. November 1739 starb Friedrich Ludwig Jamaica im Alter von nur 29 Jahren an einem Blutsturz und wurde in Pappenheim beigesetzt.

Mit ihrer eindrucksvollen Darstellung machte die Theatergruppe Pappenheim die Geschichte wieder einmal auf besondere Weise erlebbar und setzte einen Höhepunkt des Kirchweihfestes zum 550-jährigen Jubiläum der Stadtkirche.




Neue Ideen für hohe Temperaturen beim Sonnwendfeuer in Pappenheim

Wenn am Samstag, 27. Juni 2026, auf der Pfarrwiese wieder das traditionelle Sonnwendfeuer entzündet wird, setzt der Pappenheimer Maibaum e.V. nicht nur auf Bewährtes. Angesichts der angekündigten sommerlichen Temperaturen hat sich der Verein für die diesjährige Veranstaltung einige Neuerungen einfallen lassen, die den Aufenthalt für die Besucher noch angenehmer machen sollen.

Ab 19 Uhr sind Gäste jeden Alters eingeladen, gemeinsam einen stimmungsvollen Sommerabend zu verbringen. Erstmals sorgt ein Zelt mit feinen Wasserdüsen für eine willkommene Erfrischung. Ergänzt wird das Angebot durch Sonnenschirme, die auf dem Festgelände zusätzliche schattige Plätze schaffen. Außerdem bietet der Verein den gesamten Abend über Wasser in der 0,5-Liter-Flasche zum Preis von einem Euro an, um auch bei hohen Temperaturen für eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung zu sorgen.

Auch Familien mit Kindern dürfen sich auf ein abwechslungsreiches Angebot freuen. Eine Hüpfburg lädt zum Austoben ein, während Slusheis für die passende Abkühlung sorgt.

Kulinarisch bleibt das Sonnwendfeuer seiner Linie treu. Neben fränkischen Grillspezialitäten werden auch frisch zubereitete Käsespätzle angeboten. An der Bar warten neben den bekannten Getränken erstmals auch sommerliche Neuheiten. Mit „Wildberry Lillet“ und „Frozen Eistee Korn“ erweitert der Verein sein Angebot um zwei erfrischende Getränkekreationen.

Das traditionelle Sonnwendfeuer auf der Pfarrwiese zählt seit vielen Jahren zu den festen Terminen im Pappenheimer Veranstaltungskalender. Mit den neuen Angeboten möchte der Pappenheimer Maibaum e.V. den Besucherinnen und Besuchern auch bei hochsommerlichen Temperaturen beste Voraussetzungen für einen angenehmen und geselligen Abend bieten.

 




Für den MRK 1856 Pappenheim auf Spurensuche im Hausarchiv der Wittelsbacher

Im Jubiläumsjahr des Militärvereins und der Reservistenkameradschaft 1856 Pappenheim (MRK) richtet sich der Blick nicht nur zurück auf 170 Jahre Vereinsgeschichte, sondern auch tief hinein in die Archive der bayerischen Geschichte. Für die geplante Vereinschronik hat sich Philipp Engeler aus Zimmern auf Spurensuche begeben und dabei einen besonderen Ort aufsuchen dürfen, der selbst vielen Geschichtsinteressierten verschlossen bleibt.

Am 21. und 22. April führte ihn seine Recherche in das Geheime Hausarchiv der Wittelsbacher nach München. Der Zugang zu diesem traditionsreichen Archiv ist an besondere Voraussetzungen gebunden. Die erforderliche Genehmigung wurde durch Seine Königliche Hoheit Herzog Franz als Chef des Hauses Wittelsbach erteilt, ermöglicht durch die Empfehlung von Dr. Albrecht Graf von undzu Egloffstein. Ein Umstand, für den sich Philipp Engeler außerordentlich dankbar ist.

Im Mittelpunkt der Nachforschungen standen die Grafen zu Pappenheim, die sowohl dem Militärwesen als auch dem Königshaus eng verbunden waren. In einem ausführlichen Gespräch mit Archivdirektor Dr. Gerhard Immler zeigte sich, dass der Name Pappenheim im Hausarchiv Wittelsbach durchaus Gewicht besitzt. In der Folge erhielt Engeler Zugang zu einer außergewöhnlich umfangreichen königlichen Bildersammlung.

Dabei bot sich ihm eine seltene Gelegenheit. Er konnte originale Fotoalben der bayerischen Könige einsehen und eigenständig nach Spuren der Pappenheimer Grafen durchsuchen. Eine Aufgabe, die selbst erfahrene Historiker mit Respekt angehen. Für einen Nicht-Historiker bedeutete dies nicht nur große Verantwortung, sondern auch eine gewisse Anspannung. Hinzu kam die Herausforderung, historische Handschriften zu entziffern, die ein geübtes Auge verlangen.

Die Mühe blieb nicht ohne Ergebnis. Engeler gelang es, Bildbelege zu finden, die die Grafen von Pappenheim im Umfeld ihrer königlichen Dienstherren zeigen und damit ihre besondere Stellung bei Hof dokumentieren. Ergänzt werden diese Funde durch Schriftstücke, darunter Briefe von König Ludwig I. an Graf Carl, sowie eindrucksvolle Aufnahmen aus dem höfischen Umfeld.

Das Geheime Hausarchiv selbst gilt als eine der zentralen Quellen zur Geschichte Bayerns. Gegründet im Jahr 1799, vereint es heute Dokumente aus mehr als 800 Jahren. Neben offiziellen Akten umfasst es auch persönliche Nachlässe, Briefe und Tagebücher der Wittelsbacher. Trotz seines Namens handelt es sich weniger um ein verborgenes als vielmehr um ein historisch gewachsenes Familienarchiv mit besonderen rechtlichen Rahmenbedingungen.

Mit Blick auf die entstehende Chronik verbindet Engeler seinen Bericht auch mit einem Anliegen. Gesucht werden weiterhin Bilder und Dokumente aus Pappenheimer Besitz, die zur Vervollständigung der Vereinsgeschichte beitragen können. Jede bislang unentdeckte Aufnahme könnte ein weiteres Puzzlestück sein, das die lange Tradition des Militärvereins lebendig werden lässt.

Titelbild: Geheimes Hausarchiv Wittelsbach
v.l: Dr. Gerhard Immler, Aruchivleiter und Philipp Engeler bei seinen Rechercehn




Pappenheim begrüßt das Jahr der Jubiläen und des Gedenkens

Mit drei kräftigen Böllerschüssen hat der Militärverein und Reservistenkameradschaft 1856 Pappenheim (MRK) das neue Jahr begrüßt – eine Tradition, die auch am Neujahrstag 2026 wieder ihren angestammten Platz auf der Turnierwiese unterhalb der Pappenheimer Burg fand. Der symbolträchtige Kanonendonner markierte nicht nur den Beginn eines neuen Kalenderjahres, sondern auch den Auftakt in ein ganz besonderes Jahr für die Stadt Pappenheim und ihre Ortsteile. Denn 2026 steht ganz im Zeichen mehrerer Vereinsjubiläen und eines besonderen Gedenkens.

Der MRK selbst kann in diesem Jahr auf stolze 170 Jahre Vereinsgeschichte zurückblicken. Gefeiert werden soll dieses markante Jubiläum im August – und das nicht nur im Rahmen eines internen Vereinsfestes, sondern als offizielle Veranstaltung, die den Pappenheimer Festkalender um einen besonderen Höhepunkt bereichern wird. Als Schirmherr fungiert Johannes Graf von und zu Egloffstein, der gemeinsam mit einer stattlichen Zahl geladener Gäste auch der Neujahrsfeier des Vereins beiwohnte.

In seiner Ansprache betonte der 1. Vorsitzende des MRK, Christian Schöppl, dass man sich unter den Schutz der Heiligen Barbara stelle, um mit Mut und Gemeinschaftsgeist ins neue Jahr zu starten. Die traditionellen drei Böllerschüsse, so Schöppl, sollten – ganz dem überlieferten Brauch entsprechend – die bösen Geister und Hexen aus Pappenheim vertreiben und dem Jahr 2026 einen ebenso guten Verlauf bescheren wie dem zurückliegenden. Abgefeuert wurden die Salutschüsse von Carola Lämmerer der zertifizierten Kanonierin des MRK.

Doch nicht nur der MRK begeht 2026 ein besonderes Jubiläum. Auch andere Pappenheimer Vereine haben Anlass zum Feiern. Die Freiwillige Feuerwehr Neudorf etwa blickt in diesem Jahr auf 150 Jahre ihres Bestehens zurück. Das stolze Jubiläum wird vom 8. bis 10. Mai mit einem dreitägigen Fest begangen. Die Freiwillige Feuerwehr Zimmern, gegründet am 30. Juni 1901 im damaligen Gasthaus von Friedrich Schlaf – dem heutigen Gasthof „Zum Hollerstein“ – kann auf ihre 125-jährige Geschichte zurückblicken. Und auch die TSG Pappenheim wird den Sommer 2026 nutzen, um ihr 80-jähriges Vereinsjubiläum zu begehen.

Erinnerungen an die „Tulipomania“ 2011 – Die Kinder der Kindergärten biringen der Schirmherrin der Veranstaltung Blumen

Einen besonders würdevollen Akzent im Pappenheimer Jahresverlauf wird der 9. April setzen. An diesem Tag jährt sich zum 100. Mal der Geburtstag von Ursula Gräfin zu Pappenheim – einer Persönlichkeit, die über Jahrzehnte hinweg das gesellschaftliche und kulturelle Leben in der Stadt mitgeprägt hat. Ihr Wirken, ihr feines Gespür für die Belange der Menschen und ihre große Wertschätzung in der Bürgerschaft machen sie bis heute unvergessen. Mit Blick auf dieses runde Gedenkjahr wird Pappenheim auch innehalten und danken – in ehrender Erinnerung an eine Frau, die über ihren Tod hinaus in vielerlei Hinsicht präsent geblieben ist.

So beginnt das Jahr 2026 in Pappenheim mit lautem Kanonendonner und stiller Erinnerung zugleich – ein Jahr, das Vielfalt, Gemeinschaft und Geschichte in besonderer Weise miteinander verbindet.




Rockenstube bringt Menschen in Pappenheim zusammen

Wer Freude an Handarbeit hat und kreative Energie gern in geselliger Runde erlebt, ist bei der Rockenstube K14 genau richtig. Unter dem Motto „Gemeinsam kreativ in gemütlicher Runde“ treffen sich hier Menschen, die Spaß am Selbermachen haben – ganz gleich ob mit Nadel, Faden oder Garn.

Das nächste Treffen findet am Dienstag, den 13. Januar 2026, statt. Beginn ist um 19.00 Uhr im K14 in der Klosterstraße 14. Danach geht es im 14-tägigen Rhythmus weiter.

Rund zwei Stunden lang wird gemeinsam gestrickt, gehäkelt, geklöppelt oder an anderen kreativen Projekten gearbeitet. Die Abende bieten nicht nur Raum für konzentriertes Handarbeiten, sondern auch für Austausch, gegenseitige Inspiration und das ein oder andere nette Gespräch zwischendurch.

Eingeladen sind alle, die Lust haben, ihre handwerklichen Ideen in geselliger Atmosphäre umzusetzen – unabhängig davon, ob man gerade erst beginnt oder bereits erfahren ist. Neue Gesichter sind jederzeit herzlich willkommen.

Die Rockenstube versteht sich als offener Treff für alle Handarbeitsbegeisterten in Pappenheim und Umgebung. Wer also Lust hat, den Nadeln gemeinsam mit anderen Leben einzuhauchen, ist herzlich eingeladen vorbeizuschauen.