Pappenheim und der wilde Faschingsdienstag von 1826

Der Fasching hatte in Pappenheim seit jeher seinen festen Platz – meist in geordneten Bahnen, gelegentlich mit viel beachteten Umzügen und fröhlichem Miteinander. Dass es aber auch anders kommen konnte, davon erzählt ein bemerkenswertes Schriftstück aus dem Stadtarchiv. Es führt genau 200 Jahre zurück in das Jahr 1826 – in eine Zeit, als das Pappenheimer Land noch keine zwei Jahrzehnte zu Bayern gehörte und das Neue Schloss gerade einmal vier Jahre alt war. In den Akten trägt die Begebenheit die Überschrift: „Tumultuarische Exzesse am Faschingsdienstag

Bürgermeister war damals Johann Georg Jakob Seybold, jüdischer Hofbuchdruckereibesitzer, gewählt auf sechs Jahre. Der Chronist Georg Fleischmann würdigte ihn als tatkräftigen, energischen und zielbewussten Mann, als Zierde des Handwerkerstandes und des Bürgertums. Zahlreiche Schriftstücke zeugen von seiner Gewandtheit, seiner Sachkenntnis und seiner Vertrautheit mit der Geschichte der Stadt. Einer, der Pappenheims Rechte mit Entschiedenheit zu verteidigen wusste.

Doch Seybold hatte einen mächtigen Gegenspieler: den gräflichen Regierungsrat und Herrschaftsrichter Johann Christoph Bunte. Zwischen Stadtmagistrat und Herrschaftsgericht knirschte es gewaltig. Das Gemeindeedikt von 1818 hatte den Städten neue Rechte eingeräumt – von der Ausübung der Polizeigewalt bis hin zur Zunftaufsicht und der Erteilung von Gewerbegerechtigkeiten. Doch vieles davon war umstritten. Das Herrschaftsgericht machte Ansprüche geltend, der Magistrat pochte auf seine Befugnisse. Ein Ringen um Zuständigkeiten – und um Einfluss.

Mitten in diese Spannungen platzte der Faschingsdienstag des Jahres 1826.

Ohne Anmeldung bei der Lokalpolizeibehörde formierte sich am 7. Februar ein Zug aus 20 bis 25 Bürgersöhnen und Handwerksburschen. Gegen drei Uhr zog der „ganze Schwarm“, wie Seybold später schrieb, ins Schwanenwirtshaus, von dort über den Markt und die Brücke in die Vordere Vorstadt zum Goldenen Löwen. Kreischende, „verstimmt disharmonische“ Instrumente kündigten das Kommen an, begleitet von einer Horde lärmender Kinder.

Eine Stunde später ging es unter lautem Getöse zurück in die Stadt, am gräflichen Schloss vorbei zum Hirschenwirtshaus. Für Bürgermeister Seybold war das Maß erreicht. Einen solchen „ordnungswidrigen, allen Anstand ausschließenden“ Aufzug könne er nicht dulden, notierte er. Er schickte den Polizeidiener Pöbel mit der klaren Ansage, man möge sich ruhig ins Wirtshaus begeben und Lärm auf der Straße unterlassen – andernfalls drohe Arrest.

Die Reaktion fiel anders aus. Statt Nachachtung brach der Haufen in brüllendes Gelächter aus, verhöhnte den Polizeidiener, schnitt Grimassen und steigerte das Gejauchze zu einem „wehrhaft tumultarischen Geschrei“. Neugierige strömten zusammen. Das polizeiliche Ansehen, so klagte Seybold, sei mit frivolem Übermut mit Füßen getreten worden. Jeder weitere Schritt hätte nur zu „folgereichsten ärgerlichsten Tätlichkeiten“ geführt.

In dieser Lage ließ Seybold mündlich Bericht erstatten und bat um höhere Einschreitung beim gräflichen Herrschaftsgericht. Doch von dort kam eine ganz andere Botschaft. Gerichtsdiener Friedrich Wiesner ließ im Auftrag des Regierungsrats Bunte ausrichten, die Leute sollten sich nur recht vergnügen. Daraufhin trank der Zug unter Schall und Getöse auf die Gesundheit des Herrn Regierungsrats.

Unterstützung durch die dem Herrschaftsgericht unterstellte Gendarmerie blieb aus. Das bunte Treiben verlagerte sich in die Wirtshäuser und dauerte bis spät in die Nacht. Seybold beschwerte sich beim Herrschaftsgericht und beim Königlichen Bezirksamt über das Verhalten von Gerichtsrat Bunte.

Was bleibt, ist mehr als eine launige Episode. Der Vorfall zeigt, wie sehr es in jener Zeit um Zuständigkeiten, Autorität und das Selbstverständnis der Stadt ging. Zwischen Rathaus und Herrschaftsgericht prallten unterschiedliche Auffassungen aufeinander – und der Fasching wurde zur Bühne eines handfesten Kompetenzstreits.

So erinnert der wilde Faschingsdienstag von 1826 daran, dass närrische Tage in Pappenheim nicht nur ausgelassene Freude, sondern mitunter auch politischen Zündstoff mit sich brachten. Und dass selbst kreischende Instrumente und fröhliche Handwerksburschen ihren Platz in der Pappenheimer Stadtgeschichte haben.

Das Titelfoto entstand bei einem Pappenheimer Rosenmontagszug in den 1950er Jahren.




Pappenheimer Geschichtsreise führt nach Lützen

Historisch interessierte Bürgerinnen und Bürger aus Pappenheim und Umgebung haben sich Ende September aufgemacht, um der gemeinsamen Vergangenheit nachzuspüren. Ziel der zweiten „Pappenheimer Geschichtsreise“ war in diesem Jahr das sachsen-anhaltische Lützen – ein Ort, der eng mit dem Namen Pappenheim verbunden ist.

Im Mittelpunkt der Reise stand die Erinnerung an die Schlacht bei Lützen am 6./16. November 1632, eine der verlustreichsten Auseinandersetzungen des Dreißigjährigen Krieges. Damals traf das kaiserliche Heer unter Wallenstein auf die protestantischen Truppen des Schwedenkönigs Gustav II. Adolf. Beide Heerführer bezahlten den Tag mit dem Leben – wie etwa 9.000 weitere Soldaten.

Unter den Gefallenen war auch ein Pappenheimer: Graf Gottfried Heinrich zu Pappenheim, geboren in Treuchtlingen und später Landesherr in Pappenheim. Er war es, der schon in der Schlacht am Weißen Berge 1620 schwer verwundet wurde und seither den Beinamen „Schrammhans“ trug. Sein Tod auf dem Lützener Schlachtfeld ist nicht nur historisch bedeutend – er begründete auch die bis heute bestehenden engen Verbindungen zwischen Lützen und Pappenheim.

Seit über zwanzig Jahren pflegen der Heimat- und Geschichtsverein Pappenheim und die Heimat- und Museumsfreunde Lützen e.V. regen Austausch. Auch bei der diesjährigen Reise, die erneut von Renate Prusakow organisiert wurde, stand der persönliche Kontakt im Mittelpunkt. Neben der Pappenheimer Delegation waren auch Vertreter aus Gräfenthal in Thüringen dabei – dort residierte von 1438 bis 1599 eine Seitenlinie derer von Pappenheim auf Schloss Wespenstein.

Lützens Bürgermeister Mirko Kother begrüßte die zahlreichen Gäste im Schloss seiner Stadt und nutzte die dreitägige Begegnung für intensive Gespräche. Ein Höhepunkt des Treffens war der Besuch der Gustav-Adolf-Gedenkstätte mit dem modernen Museum „1632“. Dort werden die eindrucksvollen Funde vom Schlachtfeld präsentiert, die zwischen 2006 und 2011 bei systematischen Grabungen zutage gefördert wurden: über 3.300 Einzelfunde, darunter Gürtelschnallen, Knöpfe, Kugelformen und über 2.300 Musketenkugeln, die mit GPS exakt verortet wurden.

Besonders bewegend war für viele Besucher das 2011 entdeckte Massengrab mit 47 gefallenen Soldaten. Die wissenschaftliche Aufarbeitung ermöglicht Einblicke in Ernährung, Gesundheitszustand, Verwundungen und sogar die Herkunft der Soldaten. Der jüngste war gerade einmal 15 Jahre alt.

Den zweiten Reisetag rundeten zwei Vorträge ab: Renate Prusakow blickte auf die Idee und Entwicklung der Geschichtsreisen zurück, während Maik Reichel – ehemaliger Bürgermeister und Museumsleiter – über die schlachtfeldarchäologischen Untersuchungen sowie zwei bedeutende Pappenheimer Geschichtsschreiber sprach. Erwähnt wurden Matthäus von Pappenheim (1458–1541), der eine reich illustrierte Familienchronik verfasste, und Graf Haupt zu Pappenheim (1869–1954), der tausende Urkunden sichtete und genealogische Tafeln erstellte.

Eine Andacht in der Gustav-Adolf-Kapelle beschloss den Tag, bevor es am dritten Reisetag weiter nach Leipzig ging. Dort beeindruckte insbesondere das Völkerschlachtdenkmal von 1913, das an die verlustreiche Schlacht von 1813 erinnert. Ein Rundgang durch die historische Altstadt mit Besuch von Auerbachs Keller – bekannt aus Goethes „Faust“ – rundete das Kulturprogramm ab.

Nach drei inhaltsreichen Tagen wurden die Gäste von ihren Lützener Freunden herzlich verabschiedet. Für das kommende Jahr ist die dritte Pappenheimer Geschichtsreise geplant – dann wird sie nach Gräfenthal führen, dem einstigen Sitz der thüringischen Linie der Pappenheimer.

 




Pappenheim feiert den St. Gallus Tag mit ökumenischer Andacht

Der Heimat- und Geschichtsverein Pappenheim und Ortsteile e.V. lädt herzlich zur ökumenischen Andacht anlässlich des Gedenktages für den heiligen St. Gallus in die Galluskirche nach Pappenheim ein. Die feierliche Andacht findet am Donnerstag, den 16. Oktober 2025, um 18.00 Uhr in der ehrwürdigen St. Galluskirche statt – jener Kirche, die seit rund 1200 Jahren das Pappenheimer Stadtbild mitprägt und als ältestes sakrales Bauwerk der Stadt gilt.

Gemeinsam gestalten Bergpfarrer Gerd Schamberger und der katholische Pfarrer Robert Rapljenović die Andacht, die im Zeichen des Gedenkens, der Gemeinschaft und der ökumenischen Verbundenheit steht.

Im Anschluss lädt der Heimat- und Geschichtsverein zu einem stimmungsvollen Beisammensein bei Laternenschein in den ehemaligen Dechantshof ein. Dort ist Gelegenheit für gute Gespräche – und auch für ein kleines süßes Angebot: Selbstgebackene Kekse stehen für die Gäste bereit.

Der Verein freut sich über zahlreiche Besucherinnen und Besucher, die gemeinsam den St. Gallus-Tag begehen und die besondere Atmosphäre inmitten historischer Mauern erleben möchten.




115 Jahre Waldfrieden feierte Geschichte in Pappenheim

Mit einer ungewöhnlichen Zeitreise hat der Heimat- und Geschichtsverein Pappenheim & Ortsteile e. V. an die Einweihung der Einfamilienhaus-Kolonie „Waldfrieden“ vor genau 115 Jahren erinnert. Die damalige Feier vom 28. August 1910 wurde in zentralen Teilen nachgestellt – samt Musik, Festrede und Blick auf ein bedeutendes Kapitel sozialer Wohnkultur.

Der Auftakt der Veranstaltung fand diesmal nicht an der Bürgermeister-Rukwid-Straße selbst statt, sondern in der städtischen Arkade in der Stadtvogteigasse – nicht zuletzt, weil es im Umfeld der heutigen Wohnanlage Vorbehalte gegenüber einer öffentlichen Feier gab. Gleichzeitig bot die Arkade mit ihrer begleitenden Ausstellung zur Ofenfabrik Glöckel und Rukwid den passenden historischen Rahmen.

Musikalisch eröffnete Alfred Maderer mit seinem Ensemble, bevor der ehemalige Bürgermeister Martin Haagen – dargestellt von Manfred Walter – auf die Bühne trat und seine historische Rede von 1910 erneut hielt. Die Festansprache gab nicht nur einen Rückblick auf die konkrete Entstehungsgeschichte, sondern war zugleich ein leidenschaftliches Plädoyer für eine menschenwürdige Wohnkultur.

Wohnen als soziale Aufgabe
Haagens Rede zeichnete ein eindrückliches Bild der Zeit. In den Jahren vor 1910 lebten viele Arbeiterfamilien in Pappenheim unter unzumutbaren Bedingungen – beengt, unhygienisch, oft gesundheitsgefährdend. Die Industrialisierung hatte zwar Arbeit gebracht, aber keine ausreichenden Wohnverhältnisse. Auf Initiative sozial engagierter Bürger und mit Unterstützung der Regierung entstand daher die Baugenossenschaft „Waldfrieden“. Vorbild war unter anderem die Nürnberger Gartenstadtbewegung.

Der damalige Bürgermeister betonte in seiner Rede die Bedeutung von gutem, erschwinglichem Wohnraum als Grundlage für gesellschaftlichen Zusammenhalt „Eigener Herd ist Goldes wert – Familienglück die Grundlage der Nation!“ Die Häuser seien nicht nur mit hochwertigem Baumaterial errichtet worden, sondern trügen auch in ihrer Gestaltung dem Bedürfnis nach einem würdevollen, selbstbestimmten Leben Rechnung.

Regeln für das Zusammenleben – und Verantwortung
Neben baulicher Qualität spielte auch die soziale Ordnung eine Rolle. Für die Bewohner der zwölf Einfamilienhäuser galten klare Verhaltensregeln, die das Zusammenleben regeln und den gemeinschaftlichen Charakter der Siedlung stärken sollten. Denn, eine Genossenschaft, so hieß es, müsse mit ihren Mitteln haushalten – nicht alles Wünschenswerte könne verwirklicht werden. Doch mit der gemeinsamen Verantwortung wachse auch der ideelle Wert des eigenen Heims.

Von den Wurzeln bis zur Gegenwart
Ergänzt wurde die Veranstaltung durch eine Rede der Vereinsvorsitzenden Renate Prusakow mit der Geschichte der Baugenossenschaft „Waldfrieden“ und Erinnerungen – etwa an die Familie Speckmeier, deren Vorfahre einst als erster Bewohner einzog und deren Nachkommen das Haus bis heute liebevoll erhalten. Auch die heutige Bewohnerin Adamina Mulder, die nach ihrem Umzug aus den Niederlanden ein Häuschen erwarb, wurde als lebendiges Beispiel für die andauernde Wirkung der einstigen Idee genannt.

Das 115-jährige Jubiläum endete, wie es sich für Pappenheim gehört, mit Musik und einem gemeinsamen Mittagessen im Gasthof Grüner Baum. Dass es nicht mehr dieselbe Atmosphäre ist wie im Jahr 1910, als die Einweihung noch mit Brotzeit am Schlossberg (Burghof) klangvoll endete, ist Teil des historischen Wandels. Doch das Ziel – ein gutes Miteinander und das Erinnern an gemeinsame Wurzeln – blieb spürbar.

Und so war es schließlich die Festrede des Bürgermeisters von einst, die in ihrer Klarheit und Weitsicht zeigte, wie sehr Wohnraum nicht nur Dach und Wand bedeutet, sondern Heimat, Würde und Zukunft.

Foto: Fabiola Diehl




Unterstützung für jüdisches Erinnerungsprojekt in Pappenheim

Eine besondere Unterstützung für sein bemerkenswertes Projekt konnte der Heimat- und Geschichtsverein Pappenheim und Ortsteile e.V. dieser Tage entgegennehmen. Im Rahmen einer Vorstandstagung des Vereins „Gemeinsam sind wir mehr e. V.“ in Treuchtlingen überreichte der stellvertretende Vorsitzende Günter Grzega gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen einen Spendenscheck in Höhe von 500 Euro an Vereinsvorsitzende Renate Prusakow.

Die Spende ist bestimmt für das Projekt „Wenn Steine sprechen – Die Spuren der Pappenheimer Juden“, das sich der Geschichte des jüdischen Lebens in Pappenheim widmet. Konkret soll mit dem Geld die professionelle Dokumentation des jüdischen Friedhofs ermöglicht werden – eines der ältesten Zeugnisse jüdischer Geschichte in der Deutschland. Die wissenschaftliche Aufarbeitung übernimmt das renommierte Salomon Ludwig Steinheim-Institut an der Universität Duisburg-Essen.

Günter Grzega, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Sparda-Bank München und gebürtiger Treuchtlinger, war auf das Vorhaben aufmerksam geworden und hatte es in das Vorstandsteam des Vereins „Gemeinsam sind wir mehr e. V.“ eingebracht. Dessen Ziel ist es, Projekte kleinerer gemeinnütziger Organisationen zu fördern, die dem Gemeinwohl dienen – mit Schwerpunkt auf Bayern.

Bei einem gemeinsamen Treffen in Pappenheim informierte Renate Prusakow das Vorstandsteam des Fördervereins ausführlich über das geplante Vorhaben und dankte im Namen des Heimat- und Geschichtsvereins herzlich für die finanzielle Unterstützung.

Mit vor Ort in Pappenheim waren der Vorsitzende von „Gemeinsam sind wir mehr e. V.“, Jürgen Obendorfer, sein Stellvertreter Günter Grzega, Schatzmeister Georg Thurner, Schriftführer Richard Pfaller sowie Vorstandsbeirat Franz Pell. Sie alle zeigten sich beeindruckt vom Engagement des Heimat- und Geschichtsvereins und würdigten die Initiative als wichtigen Beitrag zur lokalen Erinnerungskultur.

Mit der Spende wird ein wertvoller Schritt getan, um die Spuren jüdischen Lebens in Pappenheim sichtbar zu machen und das historische Bewusstsein für kommende Generationen zu bewahren.

 




HGV Pappenheim erinnert an die Ofenfabrik Glöckel & Rukwid

Mit großer Wertschätzung für die eigene Geschichte hat der Heimat- und Geschichtsverein Pappenheim & Ortsteile e. V. am Montag, den 26. Mai 2025, ein neu gestaltetes Arkadenfenster in der Deisingerstraße eingeweiht. Im Mittelpunkt steht diesmal die traditionsreiche Pappenheimer Ofenfabrik Glöckel & Rukwid, deren Bedeutung für die industrielle Entwicklung der Stadt weit über die Region hinausreichte.

Zur feierlichen Eröffnung fanden sich zahlreiche Mitglieder und Freunde des Vereins ein, unter ihnen Bürgermeister Florian Gallus und Stadtrat Marcus Wurm, Angelika Steimle Filialleiterin der der Sparda-Bank Treuchtlingen sowie Günter Grzega, der dem Verein seit vielen Jahren verbunden ist.

In ihrer Begrüßung erinnerte die Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins daran, wie wichtig es sei, die Spuren der lokalen Handwerks- und Industriegeschichte sichtbar zu halten. Die künstlerische Umsetzung des neuen Themenfensters geht auf die Künstlerin Birgit van der Gang zurück, die gemeinsam mit der Vorsitzenden als „Glashalterin“ das Fenster neu arrangierte. Leider konnte Brigit van der Gang an der Eröffnung nicht teilnehmen.

Besondere Erwähnung fand ein weithin sichtbares Relikt der Ofenfabrik. Der mit grünen Kacheln gedeckte Turm der evangelischen Stadtkirche, ein bleibendes Zeugnis der handwerklichen Fertigungskunst aus Pappenheim, das noch heute ins Land hinaus grüßt.

Zur historischen Einordnung las die Vorsitzende einen Abschnitt aus der Stadtchronik des Pappenheimer Lehrers Georg Fleischmann vor. Dieser schildert eindrucksvoll die Anfänge des Hafnerhandwerks, das seinen Ursprung bereits in römischer Zeit hatte. Schon im 13. Jahrhundert sind Hafner aus Dietfurt, Pappenheim, Solnhofen und Weißenburg überliefert, die ihre keramischen Erzeugnisse auf den Märkten in Nördlingen, Augsburg und Nürnberg anboten.

Im ausgehenden 19. Jahrhundert entwickelte sich in Pappenheim mit dem Betrieb Glöckel & Rukwid eine leistungsfähige Ofenfabrik, die 1899 bereits 35 Arbeiter beschäftigte. Besonders hervorzuheben ist der soziale Anspruch des Unternehmens, das mit der ersten Arbeitersiedlung „Waldfrieden“ in der Bürgermeister-Rukwid-Straße ein frühes Beispiel für unternehmerische Fürsorge setzte.

Die Exponate im Arkadenfenster stammen aus unterschiedlichen Quellen – darunter private Nachlässe, das Stadtarchiv und eine jüngst übergebene Besonderheit: ein seltenes, gut erhaltenes Stück der Ofenfabrik, das den Sammlungsbestand nun ergänzt.

„Wir bewahren, erforschen und ehren diese Stücke, die ein eigenes Pappenheimer Stadtmuseum verdienen“, so die Vorsitzende zum Abschluss ihrer Rede.

Mit dieser kleinen Feierstunde wurde zugleich die diesjährige Ausstellung im Arkadenfenster an der Stadtvogteigasse zur Pappenheimer Ofenfabrik eröffnet – eine Einladung an alle Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste, die industrielle Vergangenheit Pappenheims neu zu entdecken.

Titelfoto:  Adamina Mulder




Sparda-Bank unterstützt Heimat- und Geschichtsverein Pappenheim

Freude beim Heimat- und Geschichtsverein Pappenheim. Im Rahmen ihres gesellschaftlichen Engagements überreichte Angelika Steimle, Filialleiterin der Sparda-Bank Treuchtlingen einen Spendenscheck in Höhe von 500 Euro an die Vereinsvorsitzende Renate Prusakow. Der Vorschlag für die Spende erfolgte von dem vormaligen Vorsitzenden der Sparda-Bank Günter Grzega.

Die Mittel stammen aus dem Gewinnsparverein der Sparda-Bank München eG und sind Ausdruck des genossenschaftlichen Selbstverständnisses der Bank. „Wir möchten das Ehrenamt in der Region stärken“, betonte Angelika Steimle bei der Übergabe. Gerade der Heimat- und Geschichtsverein leiste einen wichtigen Beitrag zur Bewahrung lokaler Identität und zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühls in Pappenheim.

Die Verbundenheit zwischen der Sparda-Bank, Pappenheim und Treuchtlingen hat Tradition. Schon in der Zeit der großen Eisenbahnära in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren viele Pappenheimer am Bahnhof Treuchtlingen oder Pappenheim beschäftigt – und gehörten selbstverständlich zur Kundschaft der ursprünglich von Eisenbahnern gegründeten Sparda-Bank. Heute ist das Kundenbild breiter gefächert, doch das Engagement für die Region ist geblieben.

Renate Prusakow bedankte sich herzlich für die finanzielle Unterstützung und würdigte die Geste als wichtige Anerkennung für die ehrenamtliche Arbeit des Vereins. Die Spende der Sparda-Bank fließt in das Projekt „Wenn Steine sprechen, die Spuren der Pappenheimer Juden“. Dieses Programm steht schon sei der Vereinsgründung im Jahr 2007 auf der Agenda des Vereins. In Zusammenarbeit mit dem Salomon Ludwig Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte in Essen werden dabei die hebräischen Grabinschriften auf den beiden jüdischen Friedhöfen in Pappenheim übersetzt, dokumentiert und dauerhaft in der einzigen international anerkannten epigraphischen Datenbank „EPI DAT“ erfasst. So soll ein wichtiger Beitrag zur Bewahrung und Sichtbarmachung jüdischer Geschichte in Pappenheim und insbesondere eine weltweit anerkannte Dokumentation eines der ältesten jüdischen Friedhöfe Deutschlands geleistet werden. Mit der Vereinsvorsitzenden freuten sich auch Bürgermeister Florian Gallus und der Hartmut Hildeband üb die Spende der Sparda-Bank.

Foto: Marcus Wurm




Pappenheim auf den Spuren der Geschichte in Lützen

Zu einer besonderen Reise durch die Zeit lädt der Heimat- und Geschichtsverein Pappenheim und Ortsteile e. V. alle geschichtsinteressierten Gäste ein. Von Freitag, 26., bis Sonntag, 28. September 2025, führt die zweite Pappenheimer Geschichtsreise unter dem Titel „An meine Pappenheimer“ ins geschichtsträchtige Lützen in Sachsen-Anhalt.

Zum Auftakt am Freitag erwartet die Teilnehmenden ein Besuch der traditionsreichen Schottenkirche in Erfurt, wo Stadtführer und Referent Dieter Bombach mit fundierten Einblicken in die Historie aufwartet. Anschließend geht es weiter zum Schlosspark des Museums Schloss Lützen, wo die Reisegesellschaft von historischen Darstellern des Regiments Pappenheim sowie der schwedischen Kavallerie empfangen wird. Bürgermeister Marco Kother, Reiseleiter Maik Reichel sowie Dr. Inger Schuberth und Uwe Weiss freuen sich auf die Begegnung mit den Gästen – und auf ein Wiedersehen mit alten und neuen „Pappenheimern“.

Der Samstag steht ganz im Zeichen des Dreißigjährigen Krieges. Höhepunkt des Tages ist der Besuch des neu eröffneten Museums „Lützen 1632“, das sich an authentischer Stelle dem historischen Schlachtgeschehen widmet. Neben einem beeindruckenden Massengrab, bietet das Museum geführte Rundgänge und Kurzvorträge. Auch ein Besuch der schwedischen Gedenkstätte samt Führung durch das Schwedenhaus mit Dr. Inger Schuberth ist vorgesehen. Eine Gedenkandacht in der Schwedenkapelle für den Pappenheimer Feldherrn Graf Gottfried Heinrich – auch bekannt als „Schrammhans“ – bildet den besinnlichen Abschluss des Tages.

Am Sonntag führt der Weg nach Leipzig. Dort steht eine Besichtigung des Völkerschlachtdenkmals auf dem Programm, ehe die Teilnehmenden im traditionsreichen Bayerischen Bahnhof gemeinsam zu Mittag essen. Mit der Rückkehr nach Lützen endet die Reise, nicht jedoch der Blick in die Zukunft: Zum Abschied wird bereits der Austragungsort der dritten Pappenheimer Geschichtsreise 2026 bekanntgegeben.

Anmeldungen nimmt Renate Prusakow unter Tel. 09143/1425 oder per E-Mail (info@pappenheim-geschichte.de) bis zum 15. April 2025 entgegen.

 




Archäologische Spurensuche führt zu außergewöhnlichem Fund in Pappenheim

Archäologen sind in Pappenheim Nord auf seltene Funde aus dem frühen 13. Jahrhundert gestoßen. Besichtigungsmöglichkeit für alle Interessierten am Dienstag in der Touristinformation.

ACHTUNG! Dieser Artikel ist der Aprilscherz 2025

Die laufenden archäologischen Begleitmaßnahmen im Bereich Pappenheim Nord haben überraschend eine kleine archäologische Sensation hervorgebracht. In unmittelbarer Nähe zu einer ehemaligen Scheune wurde ein besonders seltenes Wellenrandhufeisen aus dem Hochmittelalter entdeckt. Doch das allein war nicht alles – bei weiteren Grabungen kamen auch Teile eines prunkvoll ausgestatteten mittelalterlichen Wagens zum Vorschein, darunter ein sogenannter Drehschemel, ein Reibnagel sowie der Achsstock der Hinterachse. Besonders bemerkenswert ist, dass an dem Drehschemel noch Spuren königlicher Zierornamente zu erkennen sind.

Seit Montag ist ein Team von Facharchäologen vor Ort aktiv, das die Abbrucharbeiten im künftigen Baugebiet Pappenheim Nord wissenschaftlich begleitet. Bereits am Nachmittag desselben Tages konnte das Team einen ersten bedeutenden Fund vermelden. Das Hufeisen mit dem charakteristischen gewellten Rand, so erste Einschätzungen, dürfte aus dem frühen 13. Jahrhundert stammen und lässt auf ein hohes Ross schließen – möglicherweise ein Reit- oder Zugpferd aus adligem oder gar königlichem Besitz.

Die wahre Sensation jedoch verbirgt sich im Fund eines hölzernen Drehschemels – dem beweglichen Vorderachsgestell eines historischen Wagens. Dieses Bauteil, ergänzt durch weitere Fragmente wie Deichselteile und den Achsstock der Hinterachse, deutet auf einen Prunkwagen von hoher repräsentativer Bedeutung hin. Dass an der Deichsel noch königliche Ornamente nachweisbar sind, macht die Entdeckung für die Fachwelt besonders wertvoll.

Da das Holzteil durch die Konfrontation mit Luft, Licht und Trockenheit stark gefährdet ist, musste umgehend eine Zwischenlösung zur Konservierung gefunden werden. Bürgermeister Florian Gallus war rasch zur Stelle und schlug kurzerhand die Lagerung im feucht-kühlen Kellergewölbe unterhalb der städtischen Tourismuszentrale vor. Diese Entscheidung erwies sich als Glücksgriff. Denn die dort herrschenden Bedingungen – kühl, feucht und sauerstoffarm – entsprechen exakt den Anforderungen zur kurzzeitigen Sicherung der fragilen Fundstücke.

Noch bis Dienstagabend besteht nun die Möglichkeit, den „Pappenheimer Prunkwagen“, wie die Entdeckung inzwischen genannt wird, mit eigenen Augen zu bestaunen. Zwischen 9:00 und 22:00 Uhr ist der Keller unter der Tourismuszentrale durch eine eingelassene Glasplatte im Boden einsehbar. Normalerweise gibt sie nur den Blick auf das leer beleuchtete Gewölbe frei – diesmal jedoch auf ein Stück Stadtgeschichte, das Jahrhunderte im Erdreich schlummerte.

Bereits am Mittwochmorgen sollen die Funde in einem speziell klimatisierten Transportfahrzeug des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege in ein Restaurierungslabor der Archäologischen Staatssammlung nach München überführt werden. Dort wird man sich mit modernsten Methoden der weiteren Untersuchung und Sicherung widmen.

Vor Ort jedoch lebt die Hoffnung auf noch auf mehr Funde. Die Grabungen werden fortgesetzt – in der Erwartung, weitere Teile des historischen Fahrzeugs zu finden und womöglich sogar eine teilrekonstruierte Darstellung des einstigen Prunkwagens ermöglichen zu können. Eine solche Rekonstruktion würde nicht nur für Pappenheim, sondern für die gesamte Forschung zur hochmittelalterlichen Mobilität und Repräsentationskultur eine außergewöhnliche Bereicherung darstellen.

Nicht zufällig befindet sich der Fundort im historischen Herzen Pappenheims, in unmittelbarer Nähe zu Brunnmühle, Galluskirche und dem einstigen Königshof – dem heutigen „Gasthof zum Grünen Baum“. Diese Gegend ist Keimzelle der Stadtgeschichte und stand im Hochmittelalter unter dem Einfluss der Pappenheimer Reichserbmarschälle, die enge Beziehungen zu Königtum und Kaisertum pflegten. Ein erhöhtes Verkehrsaufkommen mit hochrangigen Besuchern dürfte hier keine Ausnahme gewesen sein.

Ob der Wagen bei einem Unfall, durch technischen Defekt oder gar als Folge kriegerischer Auseinandersetzungen seinen Platz unter der Erde fand, wird möglicherweise nie abschließend geklärt werden können. Vielleicht bleibt das Schicksal des „Pappenheimer Prunkwagens“ auf ewig ein Geheimnis – doch seine Wiederentdeckung wirft in jedem Fall ein faszinierendes Licht auf eine Epoche, in der Pappenheim weit mehr als nur ein Punkt auf der Landkarte war.




Blühende Geschichte beim Pappenheimer Frühlingserwachen

Zum Frühlingserwachen in Pappenheim am 16. März hat sich der Heimat- und Geschichtsverein Pappenheim und Ortsteile e.V. wieder etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Statt einfacher Verkäufe wird am historischen Leiterwagen „gehandelt“ – ganz im Geiste vergangener Jahrhunderte.
Pappenheim war einst Schauplatz einer besonderen Blütezeit, als die sogenannte Tulpenmanie um sich griff. Graf Friedrich Ferdinand, Namensgeber der heutigen Bahnhofstraße, ließ nicht nur die „Untere Vorstadt“ – einst als „Friedrichsanlage“ bekannt – entstehen, sondern war auch ein leidenschaftlicher Tulpenzüchter. Tulpen galten damals als wertvolle Spekulationsobjekte, die an den Börsen zu Höchstpreisen gehandelt wurden.
Der Heimat- und Geschichtsverein erweckt diese spannende Epoche nun wieder zum Leben. Der mit edlen Tulpen, bunten Holztulpen zum Stecken und handgetöpferten Pappenheimer Singvögeln geschmückte Leiterwagen lädt die Besucher ein, in die Vergangenheit einzutauchen und selbst das Handeln zu erproben.
Ein frühlingshaftes Erlebnis für alle Gäste, die Pappenheimer Geschichte hautnah erleben möchten!




Pappenheimer waren bei der Eröffnung des Museums „Lützen 1632“

Mit einer feierlichen Zeremonie und prominenten Gästen wurde am 30. Oktober 2024 das Museum „Lützen 1632“ eröffnet. Das neue Museum widmet sich einem der dramatischsten Ereignisse des Dreißigjährigen Kriegs und steht ab sofort Besuchern aus aller Welt offen und ist ein Mahnmal gegen die Schrecken des Krieges und zugleich ein lebendiger Lernort. Auch Pappenheim verbindet eine historische Nähe zu der Schlacht bei Lützen, an der General Gottfried Heinrich zu Pappenheim auf tragische Weise beteiligt war.

 Würdigung und Mahnung durch hochrangige Gäste
Die Eröffnungsrede hielt Bürgermeister Uwe Weiß, der die Bedeutung dieses Erinnerungsortes für die Stadt Lützen und die Region hervorhob. Als Ehrengäste begrüßte er Dr. Reiner Haseloff, Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, der die Eröffnung als „wichtigen Beitrag zur Landesgeschichte“ würdigte. Auch Bundestagsabgeordneter Dieter Stier und der Landrat des Burgenlandkreises, Götz Ulrich, nahmen an der Feier teil, um diesem besonderen Projekt ihre Anerkennung auszusprechen.

Die internationale Bedeutung der Schlacht bei Lützen wurde zusätzlich durch die Teilnahme schwedischer Vertreter unterstrichen. Dr. Inger Schuberth und Erik Dilling, Vertreter der Schwedischen Lützenstiftung in Göteborg, waren angereist und betonten in ihren Grußworten die historische Verbindung zwischen Deutschland und Schweden. Auch Mark Aretz, Oberst der Reserve und Beauftragter des Bundes der deutschen Infanterie für die Verbindung zu den Finnen, brachte eine europäische Perspektive in die Veranstaltung.

Vertreter von Lotto-Toto Sachsen-Anhalt, darunter Geschäftsführer Stefan Ebert, und der MIBRAG mbH in Person von Frau Saupe unterstützten das Projekt maßgeblich – wie auch die Sparkasse Burgenlandkreis, deren Vorstandsvorsitzender Mario Kerner anwesend war. Besonders begrüßt wurde auch die Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins Pappenheim Renate Prusakow, die unter den Ehrengästen die Fahne Pappenheims hoch hielt.

 Einblick in die Geschichte
Die Ausstellung widmet sich auf rund 450 Quadratmetern eindrucksvoll den Ereignissen des 6. November 1632, der legendären Schlacht bei Lützen. Exponate, Bilder und eine beeindruckende Installation eines Massengrabs, entnommen aus dem Schlachtfeld. Entdeckt wurde das Massengrab 2011 mit den Gebeinen von 47 Soldaten und lässt die Betrachter die Geschichte besonders intensiv spüren. Seit dieser Zeit haben sich drei Bürgermeister der Stadt Lützen um die archäologische Aufarbeitung und Ausstellung dieses Beeindruckenden Zeugnisses der berühmten Schlacht bemüht. Begonnen hat die Geschichte des Museums 2011 als der damalige Bürgermeister Maik Reichel die archäologische Aufbereitung des Schlachtfelds bei Lützen auf den Weg brachte. Dies führte zu dem Fund des Massengrabs und der Idee diesen Fund zu sichern und der Öffentlichkeit in einem Museum zu präsentieren. Weiter verfolgt wurde die Idee danach von Reichels Amtsnachfolger Dirk Könnecke von 2011 bis 2018. Die Entscheidende und finale Dynamik kam ab dem Jahr 2018 mit Lützens Bürgermeister Uwe Weiß in dieses Archäologische Projekt. Mit viel Nachdruck und unermüdlich verhandelte er mit den entscheidenden Stellen und konnte nun zu seiner großen Freude kurz vor dem Ende seiner Amtszeit das Museum einweihen. Für seine außerordentlichen Bemühungen wurde Uwe Weiß bei der Eröffnung des Museums vom Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff eine ganz besondere Ehre zuteil. Tief bewegt konnte Lützens Bürgermeister die Verdienstmedaille des Ministerpräsidenten als besondere Auszeichnung und Wertschätzung entgegennehmen.

Friedensbotschaft und Bildung
Als Festredner gab Prof. Dr. Harald Meller, Landesarchäologe und Direktor des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, einen Einblick in die historische Bedeutung der Schlacht und die wissenschaftlichen Anstrengungen zur Bewahrung dieses Erbes. „Das Museum soll uns daran erinnern, dass Gewalt und bewaffnete Konflikte nicht einfach der Vergangenheit angehören,“ sagte Meller. Maik Reichel, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt, führte die Gäste durch die Ausstellung und betonte den Wert eines solchen Museums für die Bildung und das Verständnis zukünftiger Generationen.

Mit der Eröffnung dieses neuen Museums wird die historische Auseinandersetzung mit dem Dreißigjährigen Krieg – und den Verlusten von Tausenden Soldaten – greifbar. Bürgermeister Weiß würdigte das Engagement aller Unterstützer: „Ohne die Förderung durch das Land Sachsen-Anhalt, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und die Sparkassenstiftung wäre dieses Museum nur ein Traum geblieben.“

Das „Museum Lützen 1632“ steht nun allen offen, die sich mit dem Erbe der Schlacht auseinandersetzen wollen.




Vesper-Gottesdienst zum Gallus-Tag – HGV Pappenheim lädt herzlich ein

Der Heimat- und Geschichtsverein Pappenheim (HGV) lädt gemeinsam mit den Kirchengemeinden zum ersten Vesper-Gottesdienst anlässlich des Gallus-Tags ein. Die feierliche Andacht findet am Mittwoch, den 16. Oktober 2024, um 18.00 Uhr in der St. Galluskirche statt – der ältesten Kirche Pappenheims, deren Ursprünge bis ins 9. Jahrhundert zurückreichen.

Der Gallus-Tag, der auf den irischen Mönch Gallus zurückgeht, ist in der Schweiz ein bedeutender Feiertag. In Pappenheim soll diese alte Tradition nun wieder aufleben, um die historische Verbindung zwischen der Stadt und dem St. Galluskloster in der Schweiz zu würdigen. Die St. Galluskirche, die heute hauptsächlich als Beerdigungskirche genutzt wird, steht als wichtiges kulturelles Denkmal im Zentrum dieser Feierlichkeiten.

Mit dem Vesper-Gottesdienst möchte der HGV Pappenheim die tiefen historischen Wurzeln ehren und zugleich eine Gelegenheit zur Besinnung schaffen. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, an dieser besonderen Andacht teilzunehmen und einen Moment der Ruhe inmitten der jahrhundertealten Mauern der St. Galluskirche zu genießen.

Der HGV Pappenheim freut sich darauf, gemeinsam mit Ihnen diese neue Tradition im Jahreskalender der Stadt zu etablieren.