Schlüsselzuweisungen für Pappenheim sind gesunken

Im kommenden Jahr fließen vom Freistaat über 38,5  Millionen Euro an Schlüsselzuweisungen in den Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Dies sind rund 1,3 Millionen Euro oder 3,3 Prozentpunkte weniger als noch im Jahr 2017.

Mit 16.014.932 Euro bekommt der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen knapp ein halbes  Prozent weniger. Für die Städte und Gemeinden des Landkreises werden insgesamt  mit 22.522.9040 €  insgesamt 1.273.624 Euro (5,35%) weniger  Schlüsselzuweisungen vom Freistaat ausbezahlt als im Jahre 2017.

Mit den Schlüsselzuweisungen werden die Kommunen an den Steuereinnahmen des Freistaats beteiligt. Sie sind die wichtigste staatliche Zahlung im Rahmen des kommunalen Finanzausgleiches. Sie ergänzen die Steuereinnahmen der Städte und Gemeinden in Bayern und sollen, die Finanzkraft der Kommunen stärken. Dabei sollen die Unterschiede in der Steuerkraft der einzelnen Kommunen ausgeglichen werden.
Berechnungsgrundlage  für die Auszahlung sind die unterschiedlichen Aufgabenlasten der Kommunen.
Grundlage für die Zuweisung sind die Steuereinnahmen der betreffenden Kommunen aus dem Jahr 2016. Für Pappenheim bedeutet das, dass die Staatliche Finanzspritze um 233.496 Euro (19,22 %) geringer als fällt als im Jahr 2017.




Touristik-Vereinbraung wird fortgesetzt

In seltener Eintracht hat der Stadtrat der Stadt Pappeneheim den Fortbestand der Tourist-Information auf dem Marktplatz für die nächsten fünf Jahre gesichert. Für die Einrichtung, die sich zur zentralen Anlaufstelle und Dienstleister der Stadt für Urlaubsgäste, durchreisende Radler und auch für die Pappenheimer Bevölkerung entwickelt hat gab es über alle Parteigrenzen hinweg nur Lob.

Bei der jüngsten Sitzung des Pappenheimer Stadtrates stand die Verlängerung des Vertrages auf der Tagesordnung, der den Betrieb der  Pappenheimer Tourist-Information regelt. Die Einrichtung befindet sich zwar in den Räumen der Stadt Pappenheim, wird jedoch vom Touristikverein Pappenheim betrieben. Dieser hat bis Ende März 2018 einen Vertrag mit der Stadt Pappenheim über die  Betreuung der Feriengäste, sowie die die Bewerbung der Stadt als Tourismusort. Die geschieht auch deutschlandweit bei den einschlägigen Messen. Dafür erhält der Verein jährlich 45.000 Euro sowie 3.000 Euro für die Beiträge an Tourismusverbände. Wenn die Stadt Pappenheim alle 5 Jahre das Jahresfest für die „SteinReichen5“ Gemeinden auszurichten hat bekommt der Verein für die Ausrichtung 1.500 Euro extra.

Da nun Bürgermeister Sinn  auch 1. Vorsitzender des Touristikvereins ist, war er bei den Beratungen im Stadtrat aufgrund gesetzlicher Vorgaben wegen einer sogenannten  persönlicher Beteiligung von den Beratungen und der Abstimmung ausgeschlossen.

Die Sitzung leitete zu diesem Tagesordnungspunkt 2. Bürgermeister Claus Dietz, der nach Vortrag des Sachverhalts allerhöchstes Lob für die drei Damen der Tourist-Info aussprach. Claus Dietz ist als Stadtrat auch Referent für den Tourismus. „Die Leistungen der drei Mädels in der Touristinfo sind mehr als hervorragend und sie  sind für ihre Arbeit auch schon mehrfach ausgezeichnet worden. Deshalb kann die weitere Verlängerung des Vertrages nur befürwortet werden“, schlug Dietz dem Ratsgremium vor.

Als Fraktionsführer der Freien Wähle wies Walter Otters nach seinem Lob noch darauf hin, dass der Vertrag unverändert bleibe. „Das heißt nicht, dass der Vertrag während der Laufzeit nicht verändert werden kann“, stellte Otters einen bedeutungsvollen Zusatz heraus.

Auch CSU-Fraktionschef Florina Gallus lobte die Arbeit im Pappenheimer Touristikbüro, schlug aber vor die 1.500 Euro für die Ausrichtung des Festes für die „SteinReichen5“ zu streichen. Als ihm Anette Pappler (SPD) erklärt hatte, dass dieser Betrag nur alle 5 Jahre  fällig wird, wenn Pappenheim tatsächlich so ein Fest auszurichten hat, stimmte auch er der Regelung in der bisherigen Form zu.

Titelfoto:Tourist-Info

 

 




Man traut dem SABS-Frieden nicht

Die Bürgerinitiative  „Rote Karte für die STRABS“ wird am Freitag, 26.Januar vormittags auf dem Marktplatz in Pappenheim an einem Infostand Unterschriften für das Volksbegehren zur Abschaffung der SABS sammeln.

Die Abschaffung der Straßenausbaubeitragssatzung (SABS) war kürzlich wieder Thema im Pappenheimer Stadtrat. 2. Bürgermeister Claus Dietz (FW) meldete sich nach Ende des öffentlichen Sitzungsteilszu Wort und fragte an, inwieweit in Pappenheim seinen Bürgern eine Plattform zur Beteiligung an den Aktionen der entsprechenden Bürgerinitiative gegeben wird. Nach dem Bekenntnis der CSU-Landtagsfraktion zur Abschaffung der SABS dürfe man den Druck nicht herausnehmen, weil die Sache sonst leicht unter den Tisch fallen könne.  Nachdem die Stadt Pappenheim eine Resolution an die bayerische Staatsregierung verfasst habe, bleibe man weiter am Ball erklärte 1. Bürgermeister Uwe Sinn (SPD). Der Freie Wähler Stadtrat Friedrich Hönig würde sich aber wünschen, dass die Unterschriftensammlung vom Rathaus unterstützt werde.

Dazu erinnerte auch Stadtrat Gronauer (SPD) an die in der letzten Sitzung einstimmig beschlossen Resolution. Eine Unterstützung durch die Verwaltung könne er sich durch längere Öffnungszeiten vorstellen. Aber erst nach dem Zulassungsverfahren, wenn es darum geht Unterschriften für das Volksbegehren abzugeben.

Dem kürzlich von der CSU-Landtagsfraktion gefassten Beschluss zur Abschaffung der SABS stehen die Freien Wähler offenbar skeptisch gegenüber. Jedenfalls wollen sie am kommenden Montag, 22. Januar 2018 zusammen mit der Bürgerinitiative „Rote Karte für die STRABS“ den Bürgerentscheid zur Abschaffung der umstrittenen Satzung aufs Gleis setzen.

Zunächst geht es darum 25.000 Unterschriften auf vorgefertigten Unterschriftslisten zu sammeln. Von den örtlich zuständigen Städte und  Gemeinden werden die Listeninhalte danach auf ihre Richtigkeit geprüft und bestätigt. Über den Landesverband der Freien Wähler werden die Unterschiften dann an das Innenministerium eingereicht, wo die rechtliche Zulässigkeit durch das Innenministerium selbst oder den Bayerischen Verfassungsgerichtshof geprüft wird.

Erst dann kommt es zum Volksbegehren zu dem 10 Prozent (ca. 980.000) der stimmberechtigten Bürgerinnen und Bürger Bayerns innerhalb von zwei Wochen ihre Unterschrift bei den Gemeinden leisten müssten. Ist diese Hürde genommen, so wird im Landtag entscheiden ob dem Volksbegehren zugestimmt wird, oder ob ein Volksentscheid über den Wegfall der SABS herbeigeführt werden soll.

In Pappenheim wird die Bürgerinitiative „Rote Karte für die STRABS“ vormittags beim Wochenmarkt am Freitag, 26. Januar 2018 Unterschriften sammeln.

[Weitere Informationen und Unterschriftslisten finden Sie hier ….]




Amtsniederlegung einstimmig beschlossen

Die Niederlegung des Stadtratsmandats von Alexius Lämmerer wurde im Pappenheimer Stadtrat nach Lob und verbalen Orkanböen vom Stadtrat einstimmig beschlossen. Zweiter Bürgermeister Claus Dietz bezeichnet Verhalten von Bürgermeister Sinn als kaltschnäuzig und schäbig.

Nachdem Stadtrats Alexius Lämmerer  Anfang Dezember 2017 sein Amt als Stadtrat der Bürgerliste niedergelegt hatte, kam es in der ersten Stadtratssitzung des neuen Jahres 2018 zu dem einstimmigen Beschluss in dem die Amtsniederlegung Lämmerers zur Kenntnis genommen wurde. Wie berichtet wird der Listennachfolger Stefan Lauterbach aus Pappenheim sein, der in der nächsten Sitzung des Stadtrates vereidigt wird.

Im Vorfeld der Abstimmung meldete sich BGL-Fraktionsvorsitzender Karl Satzinger zu Wort. In seinem Redebeitrag bedauerte er den erneuten Rückzug Lämmerers aus gesundheitlichem Grund. Viele die ihn kennen wüssten, dass Alexuis Lämmerer in der letzten Zeit gesundheitlich nicht mehr fit ist, stellte Satzinger fest. Kritik übte er an einem Schreiben, das Bürgermeister Sinn  an den scheidenden Stadtrat geschickt hatte und in dem ein ärztliches Attest gefordert worden war. Dieses, obwohl nach einer Änderung der Gemeindeordnung für den Rücktritt eines Stadtrats wichtige Gründe nicht mehr erforderlich sind.

Bürgermeister Uwe Sinn (SPD) erklärte hierzu, dass weder die Rechtsaufsicht, noch die Verwaltung von der Änderung der Gemeindeordnung Kenntnis erlangt haben.

Zweiter Bürgermeister Claus Dietz (FW) meinte in seinem Redebeitrag, dass einem Stadtrat, der seit 1996 ehrenamtlich und engagiert für die Kommune tätig gewesen sei, mehr Dank gebühre. Das Verhalten des Bürgermeisters gegenüber dem scheidenden Stadtrat bezeichnete Dietz wörtlich als „kaltschnäuzig und schäbig“ und sprach bei der Gelegenheit Alexius Lämmerer für sein Engagement im Stadtrat Lob und Anerkennung aus, was vom Stadtrat und Teilen der Zuhörerschaft mit Applaus honoriert wurde.

Nach der Abstimmung dankte auch Bürgermeister Sinn Alexius Lämmerer für die vielen Jahre seiner Tätigkeit als ehrenamtliche  Stadtrat, dabei schloss er auch die Amtszeit vorangegangener Wahlperioden mit ein.

In Richtung seines Stellvertreters meinte er, man brauche bei aller Meinungsverschiedenheit nicht  in dieser Art und Weise kommunizieren.

Das Schreiben an Alexius Lämmerer las Bürgermeister Sinn bei der öffentlichen Stadtratssitzung  vor. Darin wird darauf hingewiesen, dass ein wichtiger Grund vorliegen muss, wenn ein ehrenamtlicher Stadtrat  sein Amt niederlegt. Ob dies der Fall ist müsse der Stadtrat entscheiden. Aus diesem Grund wurde als Entscheidungshilfe für den Stadtrat ein ärztliches Attest von Lämmerer erbeten. Offenbar unberücksichtigt ist in diesem Schreiben, eine Änderung im Gesetzestext der Gemeindeordnung. Demnach und auch nach den einschlägigen Kommentaren ist für die Amtsniederlegung eines Gemeinde- oder Stadtrates das Vorhandensein eines „wichtigen Grundes“ nicht mehr erforderlich.




Chronologie der Baumaßnahmen

Der Zimmereibetreib Gegg in Bieswang stand und steht wegen verschiedener Baumaßnahmen in der öffentlichen Kritik. Nun hat uns der Betriebseigentümer Markus Gegg einen Leserbrief zukommen lassen, in dem er die Chronologie der Entwicklung seines Betriebes darstellt.

Foto: Zimmerei Gegg

Zu den Vorwürfen gegen die Zimmerei Gegg GmbH

Nachdem mein Betrieb wiederholt in der lokalen Presse sowie im Stadtrat der Gemeinde Pappenheim verunglimpft wurde, sehe ich mich zu einer Klarstellung zu den gebrachten Behauptungen gezwungen. Insbesondere die Vorwürfe von „Cowboymethoden“ und angeblich permanent von mir durchgeführten Schwarzbauten möchte ich hiermit Klarstellen.

Die Chronologie der seit Bestehen meines Betriebes von mir zulässigerweise errichteten Gebäude möchte ich kurz darstellen:
– Nutzungsänderung Maschinenhalle zur Fertigungshalle
– Errichtung eines Hochregallagers
– Errichtung eines Abbundplatzes
– Errichtung eines Bürocontainers
// allesamt genehmigt vom LRA 04.04.2002
– Errichtung eines Holzgebäudes für Späne //genehmigt vom LRA 20.06.2003
– Zwei überdachte Holzlagerplätze // genehmigt vom LRA 14.01.2008
– Überdachung Fahrsilo u. Dacherneuerung am Unterstellplatz// genehmigt LRA 11.11.2008
– Errichtung Büro- und Ausstellungsgebäude // genehmigt LRA 25.01.2010
– Errichtung eines Lager- und Abbundplatzes // genehmigt LRA 05.06.2013
– Errichtung einer Überdachung // genehmigt LRA 07.12.2016 (zwei Anwohner aus Bieswang haben Klage gegen den Freistaat Bayern, vertr. durch das LRA Weißenburg-Gunzenhausen, wegen der genehmigten Überdachung eingereicht; hier steht das Urteil des VGH München noch aus). Zu allen von mir getätigten Bauvorhaben lagen also sowohl das Einvernehmen der Gemeinde als auch schlussendlich eine Genehmigung des Landratsamtes vor.

Ende 2016 stellte ich bei der Stadt Pappenheim einen Antrag auf Änderung des Flächennutzungsplanes für eine Erweiterung meines Betriebes im nördlichen Anschluss zu den Bestandsgebäuden. Daraufhin regte sich Widerstand bei den Anwohnern, es bildete sich schließlich eine Bürgerinitiative (Liebenswertes Bieswang), die die Verhinderung der Betriebserweiterung zum Ziel hatte. Ein von mir organisierter Informationsabend über meine Beweggründe der Erweiterung konnte kein Ergebnis erzielen. In der Folge zog ich meinen Antrag am 23.01.2017 zurück, auch u.a. weil ich die Errichtung der am 07.12.2016 genehmigten Überdachung voranbringen wollte. Im Übrigen wird die Ausweisung eines Gewerbegebietes von mir zukünftig auch nicht weiterverfolgt.

Am 14.01.2016 fand in meinem Büro ein Gesprächstermin mit Bürgermeister Uwe Sinn sowie den Stadträten Gerhard Gronauer, Fritz Hönig, Florian Gallus sowie Werner Hüttinger statt, der u.a. den von mir geplanten Erwerb des kleinen städtischen Grundstücks Fl.Nr. 557/1 zum Thema hatte. Bei diesem Grundstück mit der Größe von 644 m² handelte es sich um eine Hutungsfläche, die von der Stadt nicht mehr bewirtschaftet wurde. Diese Fläche war auch der Grund, warum die von mir ursprünglich eingereichte Überdachung nicht rechteckig geplant, sondern an einer Ecke „abgeschnitten“ war, um überhaupt die fälligen Abstandsflächen einhalten zu können und nicht auf fremden Grund zu bauen. Durch den Erwerb dieser Fläche wollte ich sicherstellen, dass ich infolge dessen eine gerade Überdachung errichten kann. Im Übrigen hatte ich den Gesprächsteilnehmern an diesem Termin bereits wissen lassen, dass ich dieses Grundstück nach einem Erwerb als Lagerplatz nutzen möchte. Jetzt so zu tun, als käme diese Entwicklung überraschend, verwundert doch sehr. Im Dezember 2016 schließlich wurde der Kauf dieses Grundstücks notariell vollzogen. Um es im Sinne des Gesprächstermins vom 14.01.2016 nutzen zu können, wurde von mir ein Tekturantrag am 19.09.2017 für die bereits genehmigte Überdachung (genehmigt vom LRA am 07.12.2016) bei der Stadt Pappenheim eingereicht. Für die notwendige Geländeauffüllung wurden 8 Baggerschürfen (max. 20 Meter Raster) am 18.10.2016 (auf unserem bestehenden Grundstück) durchgeführt. Zitat aus dem Bericht des Wasserwirtschaftsamts Ansbach: Auffälligkeiten, die auf eine anthropogene Verunreinigung hinweisen, wurden nicht festgestellt. Für eine zwischenzeitlich gelagerten Schotter (Fl.Nr.557/1) wurde mir ein Bußgeld verhängt, was ich mittlerweile auch entrichtet habe.

Bei der eingereichten Tektur handelte es sich im Übrigen nur um eine Vergrößerung von ca. 20 m² Grundfläche. Dieser Tekturantrag vom 19.09.2017 wurde mir daraufhin wieder zurückgegeben. Bis heute steht eine Entscheidung aus, ich habe Herrn Bürgermeister Sinn und auch den Bauausschuss (nach Vorschlag des SR Dietz) dazu eingeladen, sich vor Ort die Gegebenheiten anzusehen, um sich selbst ein Bild der Überdachung zu machen. Leider waren bisher nur drei Stadträte dazu bereit. Dass ich schlussendlich die kleine Lücke gegenüber der ursprünglichen Genehmigung geschlossen habe, möge man mir hier bitte nachsehen. Dadurch entsteht für niemanden irgendein Nachteil. Auch die Holzverschalung der Überdachung –die ursprünglich nicht geplant war- schadet niemandem und ist im Übrigen im Sinne der Bauvorschriften verfahrensfrei. Dass dies zudem noch für die Anwohner eine lärmmindernde Maßnahme darstellt, sei hier noch erwähnt. Im Übrigen bin ich durch den Verzicht auf das „Gewerbegebiet Gegg“ der Bürgerinitiative entgegen gekommen, konzentrieren sich die Fahrbewegungen doch jetzt auf mein Bestandsgelände. Dieses Gelände ist im Übrigen über ein Geh- und Fahrtrecht zweifelsfrei erschlossen.

Den Vorschlag seitens der Stadt Pappenheim sowie der Bürgerinitiative, ich solle in das bestehende Gewerbegebiet umsiedeln, muss ich entschieden ablehnen, da mein Betrieb mittlerweile eine Größe besitzt, dessen Verlagerung mir eine siebenstellige Summe kosten würde und für mich finanziell nicht stemmbar wäre, ohne mich in den Ruin zu treiben. An dieser Stelle möchte ich zudem feststellen –und hier spreche ich sicher im Namen vieler Bieswanger- dass das „Gewerbegebiet“ nach jetziger Lage keinerlei zusätzlichen Betrieb verkraften kann. Das Gebiet ist im klassischen Sinn nicht mal voll erschlossen, ich müsste mir von privat Flächen hinzu zukaufen, da die Stadt es seit geraumer Zeit versäumt hat, das Gewerbegebiet Bieswang zu vergrößern und ihrerseits Flächen von den Anliegern zuzukaufen. Das Angebot der Stadt geht daher völlig ins Leere, vielmehr sollte die Gemeinde erstmal für eine anständige verkehrsmäßige Erschließung sorgen (keine Geh- bzw.

Fahrradwege ins Gewerbegebiet, keine entsprechende Beleuchtung), die immer wieder ins Gespräch gebrachte „Entlastungsspanne“ ist nach gegenwärtigem Ermessen für drei oder vier Betriebe völlig unrealistisch und auch nicht bezahlbar. Man sollte hier der Bevölkerung endlich reinen Wein einschenken.

Mir ist es wichtig, mit dieser Darstellung darauf hinzuweisen, dass ich mich keines Vergehens schuldig gemacht habe und die Vorwürfe des ständigen Schwarzbauens entschieden von mir weise, diese entbehren jeglicher Grundlage. Ich habe mir diesbezüglich also nichts vorzuwerfen. Es ist richtig und wichtig, auch die Belange der Bürgerinitiative und der Anwohner zu prüfen, mein Eindruck aber ist, dass die Stadt bzw. Verwaltung in Pappenheim das wirtschaftliche Wachstum in Pappenheim und insbesondere den dazugehörigen Ortsteilen blockiert bzw. nicht ernst genug nimmt. Darüber hinaus gibt es in vielen anderen Bereichen Mißstände, die Liste unglücklicher und immer wieder vertagten Entscheidungen alleine in Bieswang (Pfister-Erbe, Seniorenanlage Altes Schulhaus, seit über einem Jahrzehnt anstehende und notwendige Kanalsanierung etc.) ließe sich noch beliebig fortsetzen, gipfelnd in einer bisher völlig dilettantisch umgesetzten Dorferneuerung. Es ist mir schier unbegreiflich, warum hier nichts Konstruktives auf die Reihe gebracht wird.

Markus Gegg
Bieswang

 

Hinweis:
Leserbriefe geben immer die Meinung des Verfassers wieder. Sie sind nicht eine Stellungnahme des Pappenheimer Skribenten.




In den Finger gebohrt

Bei Montagearbeiten wurde ein Mann in einem Pappenheimer Orteil verletzt. Am 15.01.18, um 08:40 Uhr, war in einem Pappenheimer Ortsteil ein 36-jähriger aus Weißenburg mit dem Zusammenbau eines Rollokastens beschäftigt. Dabei rutschte er mit seinem Akkuschrauber ab und bohrte sich in den kleinen Finger. Nach Erstversorgung vor Ort, wurde der Mann in das Krankenhaus Eichstätt verbracht.

 




Feuerwehreinsatz bei Kaminbrand

Am 15.01.2018 gegen 21:30 Uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr Pappenheim zu einem Kaminbrand auf den Hals gerufen. In einem Einfamilienhaus hatten die Bewohner verdächtigen Brandgeruch wahrgenommen und den Feueralarm ausgelöst.

Als Ursache für den Brandgeruch konnte von den Kräften der Freiwilligen Feuerwehr unter Leitung des 1. Kommandanten Otto Schober sofort ein Kaminbrand festgestellt werden. Die Pappenheimer Wehr war mit einem gesamten Löschzug vor Ort und brachte in dem Bereich der Zwischendecke die Wärmbildkamera zum Einsatz. Dabei konnte hohe Wärmeentwicklung festgestellt werden. Bei dem Vorfall wurde niemand verletzt. Ob Gebäudeschaden entstanden ist muss erst eine genauere Untersuchung ergeben.

Vor Ort war auch eine Streifenbesatzung  der Polizeiinspektion Treuchtlingen, der Rettungsdienst und der Notartzt.




Neuer Verein in Pappenheim

Initiator und 1. Vorsitzender Simon Schleußinger

In Pappenheim haben 47 vorwiegend junge Männer und Frauen mit der Neugründung des Vereins „Pappenheimer Maibaum e.V. die Vereinslandschaft der Stadt bereichert. Simon Schleußinger führt  als 1. Vorsitzender eine junge Vorstandschaft mit 60% Frauenanteil an. Der Verein entspringt aus einen 2010 gegründeten Initiative, die in Pappenheim als „Walpurgibesen“ eine eigene Maibaumtradition geschaffen hat. Auch in das gesellschaftliche Leben der Stadt will sich der Verein aktiv einbringen.

47 Gründungsmitglieder
Die Gründung des neuen Vereins mit dem Namen Pappenheimer Maibaum e.V. haben junge Pappenheimer unter Federführung von Simon Schleußinger am 13.Janaur 2018 auf den Weg gebracht.
Zur Gründungsversammlung im Hotel Sonne waren 47 Interessenten gekommen, die auch alle dem neuen Pappenheimer Verein als Mitglieder beitraten. Auch Bürgermeister Uwe Sinn und Stadträtin Anette Pappler und Stadträtin Pia Brunnenmeier sind unter den Mitgliedern des neuen Vereins.

Man sei als Gruppe zwar schon länger in Pappenheim aktiv aber nirgends sei man als Verein oder Gruppe gelistet, führte Simon Schleußinger aus. Das soll sich jetzt  mit der Gründung eines eingetragenen und gemeinnützigen Vereins ändern. Dieser hat die Förderung von Heimatpflege als Vereinszweck eingetragen und wird von drei Vorständen angeführt, die alle in gleichem Maße Vertretungsberechtigt sind. Zur Vorstandschaft gehören auch Schriftführer und Kassier.

Pappenheimer Maibaum 2008

Eignen Tradition entwickelt
Vor die Wahl der Vorstandschaft stellte Simon Schleußinger eine recht interessante Entstehungsgeschichte des nun zu gründenden Vereins vor.
Begonnen hat alles im Jahre 2008 als der damalige Stadtrat entschieden hatte, dass auf dem Pappenheimer Marktplatz kein Maibaum aufgestellt wird. Rund 10 engagierte „Pappenheimer Wutbürger“ unter denen sich auch Ursula Gräfin zu Pappenheim befand, stellten damals ein winziges Fichtenbäumchen vor das Rathaus und feierten bei Regen unter einem provisorischen Zelt die Walpurginacht „Weil sich das so gehört“, stellt Marianne Pappler als Zeitzeugin fest.

Im nächsten Jahr schmückte dann schon ein etwas größerer Maibaum den Marktplatz, der in einer Gemeinschaftsaktion von den Mitarbeitern des Bauhofs  aufgestellt wurde.

Spannend war es dann im Vorfeld der Walpurginacht im Jahre 2010 als sich Klaus Alberlt, Heinrich Herzner, Willi Lutz auf Initiative von Gerhard Sippekamp zusammentaten, um in Pappenheim eine neue Maibaumtradition zu schaffen. Dass letztlich die schwierigen Sondierungsgespräche erfolgreich abgeschlossen werden konnten verdankt Pappenheim  Stadträtin Anette Pappler, der es gelang, damals so manche Woge zu glätten. So wurde am Vorabend des 1. Mai seit vielen Jahren wieder der Pappenheimer Maibaum im Wald von der Initiativgruppe, die damals als „Walpurgibesen“ firmierte, hergerichtet, mit Kränzen und Bändern  versehen und  ausschließlich mit Muskelkraft vieler junger Pappenheimer aufgestellt.

Zum 5-jährigen Jubiläum gab es 2014 einen besonders schön geschmückten Maibaum, der lange Zeit vorher schon aus dem Wald geholt, mit den Pappenheimer Farben bemalt und natürlich bewacht wurde. Die Rockenstube um Marianne Pappler hat damals die Bänder gestrickt und auch einen mehrere Meter langen Schal für den Übergang zwischen Stamm und Maibaumspitze.

Im Jahre 2016 gab es schließlich einen Maibaum, der Gräfin Ursula zu Pappenheim gewidmet war.

[unseren Artikel finden Sie hier … ]

2017 nannte sich die Gruppe der Pappenheimer Maibaumaktivisten nicht mehr „Walpurgibesen“ sondern  erstmals „Pappenheimer Maibaum“ und hatte als Erkennungszeichen auch entsprechende T-Shirts machen lassen. Es gab auch neue Maibaumschilder, nämlich das Stadtwappen und das Wappen der Pappenheimer Reichserbmarschälle, die Fränkischen Spitzen und auch ein Schild der Initiative, die sich seit 2017 „Pappenheimer Maibaum“ nennt.

 

Die ersten Vorstandschaft
Nach den Formalitäten, wie dem Verlesen  der Satzung wurde in geheimer Wahl Simon Schleußinger einstimmig zum 1. Vorsitzenden des neuen

Die Vorstandschaft des neuen Vereins: v.l. Felix Herzner (3. Vorsitzender), Eva Lutz (Kassiererin), Sarah Michele (Schriftführerin), Katharina Köhler (2. Vorsitzende) Simon Schleußinger (1. Vorsitzender)

Vereins gewählt.
Die beiden gleichbe-rechtigten Vorstände sind Katharina Köhler und Felix Herzner. Die Kasse verwaltet künftig Eva Lutz und Sarah Michele wird das Schriftführern die Protokolle führen.

In einer seiner ersten Amtshandlung bedankte sich Simon Schleußinger bei Anette Pappler für die tatkräftige Unterstützung bei den Gründungsregularien. Der Dank des neuen Vereins ging auch an die Firma Wurzelstockentfernung Heinrich Herzner und das Zweiradgeschäft  Günter Schleußinger. Beide Unternehmen unterstützten die Maibauminitiative von Anfang an.

Henrich Herzner, Mann der ersten Stunde und Unterstützer der Gemeinschaft (links) erhält vom 1. Vorstand Simon Schleußinger eine Stärkung für weitere Aktivitäten

Der neue Verein will, so sein 1. Vorsitzender künftig stärker auch außerhalb der Maibaumszene in Pappenheim  aktiv werden. So will man sich am Volksfestumzug beteiligen, auch die Verlosung des Volksfestschweines organisieren und am Tauziehwettbewerb anlässlich des Pappenheimer Volksfestes teilnehmen. Es gibt auch Bestrebungen in Pappenheim die Sommersonnenwende mit einer entsprechenden öffentlichen Feier zu organisieren. Allerdings muss dafür noch ein geeigneter Platz gefunden werden.

Die Vorstandschaft des neuen Vereins:
v.l. Felix Herzner (3. Vorsitzender), Eva Lutz (Kassiererin), Sarah Michele (Schriftführerin), Katharina Köhler (2. Vorsitzende) Simon Schleußinger (1. Vorsitzender)




Gräfin Ursula zu Pappenheim in der Familiengruft beigesetzt

Mit rund 400 geladenen geladenen Trauergästen aus Adel, Politik und Wirtschaft wurde Ursula Gräfin zu Pappenheim am Samstag in der Familiengruft der Klosterkirche beigesetzt. Am Morgen nahmen bereits viele Pappenheimer am Sarg der Verstorbenen im Augustinerkloster Abschied. Landrat Gerhard Wägemann unterstrich im einzigen Nachruf die menschliche Strahlkraft der Verstorbenen, die es nun im Pappenheim nicht mehr gibt.

Schon lange vor Öffnung der Pforte zur Augustiner Klosterkirche versammelten sich am Morgen in der Klosterstraße viele Pappenheimer um die Gelegenheit des Abschieds am Sarg von Gräfin Ursula zu Pappenheim wahrzunehmen. Auch eine Abordnung der BRK-Rettungswache und der Privilegierten Schützengesellschaft 1491 Pappenheim waren unter den Wartenden. Letzte stellte die erste Ehrenwache am Sarg, der mit einem Sargtuch bedeckt  war, welches die Pappenheimer Eisenhüte zierten. Bis zum Beginn der Beisetzungsfeierlichkeiten wurden weitere Ehrenwachen von  den Jägern der gräflichen Jagd und den Jagdhornbläsern aus Weißenburg gestellt.

Im Lauf des Vormittags pilgerten viele Trauernde vom Marktplatz zum Augustinerkloster. Auch wenn es für einige ein beschwerlicher Weg war. „Das ist mir Gräfin Ursula Wert“, sagt eine ältere Dame, die mit einem Rollator auf dem Kopfsteinpflaster sichtlich angestrengt zum Kloster hinaufschiebt.

Auch an der Gedenkstelle vor dem Neuen Schloss, die auf private Initiative eingerichtet wurde, hielten viele Passanten im stillen Gedenken an Gräfin Ursula inne. Das Rathaustor war geöffnet und bis zum Abend konnten sich die Trauernden in ein städtisches Kondolenzbuch eintragen.

Die Helfer der BRK-Bereitschaft Pappenheim standen in der Nähe des Klosters in Bereitschaft. Für die Verkehrsregelung vor und nach der Trauerfeier sorgten die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Pappenheim und Polizeichef Dieter Meyer hat es sich nicht nehmen lassen selbst vor Ort zusammen mit seinen Kollegen für die Verkehrssicherheit zu sorgen. Das erwartete Verkehrschaos ist ausgeblieben, weil sich die Verkehrsteilnehmer größtenteils diszipliniert verhalten haben und rechtzeitig angereist sind. In zwei Fällen leistete ein Polizeikombi sogar Shuttledienste und brachte gehbehinderte Trauergäste vom Marktplatz zur Klosterkirche. .

An  der Trauerfeier nahmen Vertreter des Adels, Vertreter aller Politikebenen und  der Wirtschaft teil. Die Privilegierte Schützengesellschaft Pappenheim 1491 Pappenheim und die Freiwillige Feuerwehr Göhren erwiesen mit Fahnenabordnungen die letzte Ehre.

Carl Christian Fürst von Wrede und Katalin Fürstin von Wrede waren unter den Trauergästen wie auch die Gräflichen Häupter Graf und Gräfin Adelbert von der Recke, Graf Botho und Franz zu Ortenburg und Graf zu Castell Castell.

MdB Arthur Auernhammer, MdL Manuel Westphal, Bezirksrat Alexander Küßwetter, Landrat Gerhard Wägemann, Bürgermeister Uwe Sinn und nahezu der gesamte Stadtrat der Stadt Pappenheim, sowie Bürgermeister aus der Region waren die Politischen Vertreter. Die Vereinigung Allniederlandt war mit 54 Mitgliedern in der Klosterkirche vertreten.

Die 90minütige Trauerfeier die von Dekan Wolfgang Popp zelebriert wurde, bekam ihren festlichen Rahmen auch durch die musikalische Gestaltung des Posaunenchors Langenaltheim, des Orgelspiels von Sven Bergdolt und die Darbietung der Weißenburger Jagdhornbläser.

In einer feierlichen Zeremonie wurde das zusammengefaltete Sargtuch an Graf Johannes von und zu Egloffstein überreicht, der danach die Glocke im sogenannten Hungerturm des Klosters läutete. Unter Glockengeläut wurde der Sarg in die Familiengruft unter der Klosterkirche getragen, wo nun Gräfin Ursula zu Pappenheim ihre letzte Ruhestätte gefunden hat.

Einzig zugelassener Trauerredner war Landrat Gerhard Wägemann. Auch für den anschließenden Empfang im neuen Schloss wurde vom Trauerhaus gebeten von Nachrufen, Grußadressen und Reden abzusehen.

Allerding ließ der Landrat in seiner Rede die Liebenswürdigkeit und Bürgernähe der Verstorbenen in der Klosterkirche noch einmal lebendig werden und verlieh der Trauerfeier eine menschliche Komponente, über die sich Ursula Gräfin zu Pappenheim bestimmt gefreut hätte. In seiner Rede sprach Gerhard Wägemann von einer beeindruckenden Persönlichkeit, „die über Jahrzehnte hinweg der gräflichen Familie ein leutseliges, populäres und sympathisches Gesicht gab“.

Die Rede von Landrat Gerhard Wägemann ist nachfolgend ungekürzt abgedruckt und steht auch zum Ausdruck  bereit.

[Den Nachruf von Landrat Gerhard Wägemann für den Ausdruck finden Sie hier …]

Nachruf von Landrat Gerhard Wägemann zur Beisetzung von
Ursula Gräfin zu Pappenheim am 13. Januar 2018
Sehr verehrte gräfliche Familie, sehr geehrte Angehörige, werte Trauergemeinde,

wir müssen heute leider für immer Abschied nehmen von einem großartigen Menschen, mit dem wir alle auf unterschiedliche Art und Weise verbunden waren: von unserer hochverehrten und allseits geschätzten Ursula Gräfin zu Pappenheim.

Wir alle sind erfüllt mit tiefer Trauer um unsere Ursula Gräfin zu Pappenheim, die in unserer Tageszeitung zu Recht als eine „Pappenheimer Ikone“ bezeichnet wurde, die über Jahrzehnte hinweg der gräflichen Familie ein leutseliges, populäres und sympathisches Gesicht gab.

Zu diesem großen und schmerzlichen Verlust spreche ich Ihnen, der gesamten gräflichen Familie, und allen Angehörigen sowohl ganz persönlich wie auch im Namen des Landkreises WeißenburgGunzenhausen und der Stadt Pappenheim, der anderen Kommunen sowie aller örtlichen und überörtlichen Vereine und Institutionen unser Mitgefühl und unsere Anteilnahme aus. Ich wünsche Ihnen viel Kraft und Trost in dieser so schmerzlichen Lebenssituation.

Gräfin Ursula war in der Tat eine beeindruckende Persönlichkeit, vielseitig interessiert, volksnah, unkompliziert, dennoch klar in ihren Vorstellungen, eine Respektsperson, die mich beeindruckte, zu der auch ich stets aufschaute und ihr meine große Wertschätzung entgegenbrachte.

Wenn ich an sie zurückdenke, kommt mir das Sprichwort „Wer rastet, der rostet“ in den Sinn. Ursula Gräfin zu Pappenheim war ihr Leben lang nicht nur eine leutselige und gesellschaftsliebende Frau, nein, sie war auch sehr sportlich und hielt sich bis zuletzt körperlich fit. Sie beherzigte eben dieses bekannte Sprichwort „Wer rastet, der rostet“ und blieb bis ins hohe Alter sportlich aktiv.
Zu meinem Erstaunen besuchte sie das gleiche FitnessStudio wie ich und noch im Frühjahr 2017 konnte ich sie dort treffen. Sie wollte sich körperlich so fit wie nur möglich halten. Sie ging – solange es ihr körperlich möglich war gerne Skilanglaufen, Reiten, auf die Jagd und sie war gerne in der Natur. Sie bewies auch eine ruhige Hand und war mehrmals Schützenkönigin in ihrem Schützenverein. An „rasten“ und „rosten“ war bei ihr trotz ihres hohen Alters nicht zu denken.

Gräfin Ursula war mir zwar auch schon früher vom Namen her ein Begriff, doch meine erste richtig bewusste Begegnung mit ihr hatte ich erst anfangs der 90er Jahre, als sie auf dem Gelände des Autohauses Neulinger in Weißenburg an einem BungeeSprung vom Autokran teilnahm, was nicht nur ich gar nicht glauben wollte! I
ch war völlig überrascht, dass eine so hoch angesehene Adelige – und noch dazu in ihrem auch damals schon etwas fortgeschrittenen Alter – dies tat und den Mut aufbrachte, sich am Gummiseil hängend in die Tiefe zu stürzen.
Das sorgte auch für einen entsprechenden Zeitungsbericht, wie ich mich erinnern kann.

Schon damals beeindruckte sie mich als starke Persönlichkeit und sie war mir von Anfang an sehr sympathisch. Erfreulicherweise verspürte ich im Laufe der Jahre, dass das auf Gegenseitigkeit beruhte. Wir verstanden uns gut und wir mochten uns auch. Da mir in meiner Kindheit und Jugendzeit vermittelt wurde, dass man Respekt vor anderen und insbesondere vor herausgestellten Persönlichkeiten hat, war es für mich persönlich eine große Ehre, so ein menschlich angenehmes und unkompliziertes Verhältnis mit Gräfin Ursula haben zu dürfen.

Ein schönes Erlebnis mit ihr war beispielsweise das 50jährige Feuerwehrfest 2010 in Rothenstein, bei dem sie selbstverständlich Ehrengast war: Da sie nicht mehr so gut über das Feld laufen konnte, hakte sie sich einfach bei mir ein und ich sollte sie vom Festzelt zu Ihrem Auto führen. Oder aber das große Feuerwehrfest letztes Jahr in Geislohe. Die Schirmherrin dieses Festes bat mich, Gräfin Ursula möglichst zur Teilnahme am Fest zu bewegen. Sie wollte für Gräfin Ursula für den Festzug eigens eine Kutsche zur Verfügung stellen, da sie ja zu der Zeit nicht mehr gut zu Fuß war.
Gräfin Ursula sagte mir bei meinem Anruf unter der Bedingung zu, dass ich mit ihr zusammen in der Kutsche fahre, was ich natürlich auch gerne tat. Nach dem Festzug im Bierzelt sagte sie zum ersten Mal „Du“ zu mir. Zuvor waren wir immer beim förmlichen „Sie“. Auf meine Frage, wie wir es denn nun künftig halten wollten, „Sie“ oder „Du“, erklärte sie mir: „höchste Zeit, dass wir Du zueinander sagen“.
Danach brachte ich sie zu ihrem Auto, in dem ihr geliebter Dackel – der nie fehlen durfte und den sie stets dabei hatte – schon auf sie wartete.

Ursula Gräfin zu Pappenheim war nicht nur nah dran an den Menschen in Pappenheim und den umliegenden Dörfern und Gemeinden, sie war vor allem auch bis zuletzt an allem um sie herum sehr interessiert und sie war in unglaublich vielen Vereinen aktiv. Noch eine Woche vor ihrem Sturz war sie wie jeden Samstag um 11 Uhr im EdekaCafè bei ihrem Stammtisch.

Ihr geliebtes Pappenheim war für sie ihr Ein und Alles und den Menschen hier war sie immer ganz besonders verbunden. Sie war hier in so vielen Vereinen und Organisationen aktiv dabei, dass eine Aufzählung fast den Rahmen eines Nachrufs sprengt und zudem die Gefahr birgt, einen Verein oder eine Institution zu vergessen. Dennoch will ich die mir bekannten hier nennen:

Gräfin Ursula war langjährige Kreisvorsitzende beim Bayerischen Roten Kreuz,
aktiv im Kirchenvorstand der Evangelischen KirchengemeindePappenheim,
im Heimat und Geschichtsverein Pappenheim,
im Kunst und Kulturverein,
im Europäischen Verein,
der Privilegierten Schützengesellschaft 1491,
im Theaterverein,
der Freiwilligen Feuerwehr,
im Turnverein,
im Pappenheimer Straßenmuseum,
bei den Maibaummädels und -jungs.
Auch für die Werbegemeinschaft und
TouristInfo war sie immer ansprechbar. Besonders die Verbindung zur Vereinigung Allniederlandt war ihr immer eine besondere Herzensangelegenheit und sie übernahm gerne und lange die Schutz- und Schirmherrschaft für diesen Freundschaftsbund.

Ihre Leidenschaft galt darüber hinaus der Kunst. Sie hat Malkurse unter anderem bei Herrn Prof. Mangold und bei Herrn Jopin besucht. Porträts malte sie dabei besonders gerne in ihrem Malkreis. Gerne reiste sie auch und besuchte – stets auf der Suche nach neuen Erkenntnissen und Erfahrungen mit anderen Kulturen sowie spiritueller Lebenseinstellungen – verschiedenste Länder und Kontinente. Außerdem liebte sie Blumen; es wurde sogar von der Baumschule König eine Rose nach ihr benannt.

Verehrte Trauergemeinde,
Ursula Gräfin zu Pappenheim verkörperte für mich in bester Weise Pappenheim und das gräfliche Haus. Sie war in der Bevölkerung hoch angesehen und wurde geradezu verehrt. Sie hatte keinerlei Standesdünkel oder Allüren und zeigte keine Berührungsängste, weswegen sie auch überall so beliebt war.

Erinnern wir uns daher an diesem Tag des Abschieds an die schönen Begegnungen und gemeinsamen Erlebnisse, die uns mit Ursula Gräfin zu Pappenheim verbinden. Sind wir dankbar, dass wir sie erleben durften. Ich verneige mich in Ehrfurcht und Dankbarkeit vor der Verstorbenen und ihrem großartigen Lebenswerk. Ich werde sie nie vergessen und stets in bester Erinnerung behalten. Verehrte, liebe Ursula Gräfin zu Pappenheim,

ruhe in Frieden!

[Den Nachruf von Landrat Gerhard Wägemann für den Ausdruck finden Sie hier …]




Türschloss veklebt

Am Freitag, 12.01.2018 in der Mittagszeit wurde in Pappenheim in der Beckstraße 12 ein Türschloss mit Sekundenkleber verklebt und damit unbrauchbar gemacht. Der Hauseigentümer musste an der Rückseite des Hauses ein Fenster einschlagen um in sein Haus zu gelangen. Durch seine Freveltat unbekannte Täter einen Sachschaden in Höhe von 200 Euro.




Ortsfamilienbuch für Göhren vorgestellt

In Göhren haben Dr. Markus Ritzka und Hans Navratil jetzt ihr drittes Ortsfamilienbuch vorgestellt. Damit sind die Eintragungen der Kirchenbücher der Pappenheimer Pfarrstelle I aufgearbeitet und liegen nun komplett in Buchform vor. Die Kirchenbucheinträge der Pfarrei II sind zum großen Teil übertragen und werden zunächst im Ortsfamilienbuch für Osterdorf voraussichtlich noch in diesem Jahr präsentiert.

Auch das Ortsfamilienbuch Göhren, das jenem auf Pappenheim und Geislohe folgt, beantwortet dem Leser viele Fragen an die eigene Geschichte. Natürlich steht dabei an erster Stelle das Interesse den Familienstamm möglichst weit zurück zu verfolgen. Welche Berufe gab es in meiner Familie? Wann und woher kam meine Familie nach Göhren? Waren Sie etwa Glaubensflüchtlinge oder gibt es gar eine verwandtschaftliche Linie zur gräflichen Familie? Auf all diese Fragen kann ein Ortsfamilienbuch Antworten geben.

Zur Vorstellung des Ortsfamilienbuches für Göhren hatten sich viele Göhrener im alten Schulhaus  eingefunden. Auch der örtliche Stadtrat Karl Satzinger und Bürgermeister Uwe Sinn zeigten Interesse an dem neuen Ortsfamilienbuch, das jenem von Pappenheim und Geislohe folgt. Damit sind die Kirchenbucheintragungen der 1. Pappenheimer Pfarrstelle vollständig in Buchform erfasst und bieten mit 20 Euro pro Buch (OFB Pappenheim 2 Bücher) eine äußerste preiswerte Grundlage für die Familienforschung. Bedenkt man, dass bei Auskünften von Standesämtern 10 Euro pro Auskunft zu bezahlen hat. In seinem kurzweiligen Vortrag stellte Dr. Ritzka auch beispielhaft einige Kirchenbucheinträge in Originalschrift vor, wobei sich die Besucher teilweise recht erfolgreich an einer Art „Lesewettbewerb“ beteiligten. In einem Fall war das Ergebnis: „Johann Georg Lutz Weber in Gehrn hat Hochzeit 1788 den 8. April. Sein Vatter Weiland Martin Lutz gewesener Halb Bauer in Geisloh Eheleibl.(icher) Sohn hat Hochzeit 1788 den 2. April mit Maria Eva des Johann Georg Müller Halbbauern in Gehrn Eheleibl. Tochter H.D. Freyer als Fornicant Copulit“.
Dr. Ritzka wusste auch über seltsame Heiratsregularien aus dem Mittelalter zu berichten, wo die Ehe schon gültig war, wenn sich zwei junge Menschen sich diese auch manchmal im Liebes- oder Alkoholrausch versprochen hatten. „Dann war es schwer aus dem Eheversprechen wieder rauszukommen“, wusste der passionierte Geschichts- und Familienforscher zu berichten.

Das 236-seitige Werk hat  neben einem Namens- und Ortsregister auch eine Auflistung der für Göhren zuständigen Pfarrer und Schullehrer, sowie eine  Liste der Hausnamen und Hausnummern bis zum Jahre 1900. Weiter bietet das Buch viel Wissenswertes, wie beispielsweise die Schreibweisen des Ortes Göhren, das auch als Geren, Gern, Gähren, Görn in den Kirchbüchern verzeichnet ist.

Mit einer Einführung in die Familienkunde werden Anleitungen zur richtigen Recherche gegeben und neben einem umfangreichen Abkürzungsverzeichnis sind auch die in den Sterberegistern genannten Krankheiten erklärt.

Eine für die Geschichte Pappenheims besonders bedeutsame Erkenntnis befindet sich in dem Buch mit der Darstellung der  Familienzweige der Grafen und Reichserbmarschälle von Pappenheim. Aus einer Übersicht über die vier Linien, die sich von Heinrich VI. aus dem Jahr um 1250 entwickelt haben, geht hervor, dass sich der evangelischer Zweig der Ales(z)heimischen Linie mit Gräfin Ursula zu Pappenheim als Einziger bis in bis in unsere Tage fortgesetzt hatte.

Das Ortsfamilienbuch von Göhren ist wie auch jene von Pappenheim und Geislohe in der Tourist-Information Pappenheim zum Preis von 20 Euro zu bekommen

 

 




Der Stadtrat tagt öffentlich

Der Stadtrat tagt öffentlich

Am Donnerstag, 18.01.2018, um 19:00 Uhr findet im Sitzungssaal des Rathauses eine öffentliche Sitzung des Stadtrates mit folgender Tagesordnung statt

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Thema

1 Bauanträge
1.1 BA 62/2017 – Anbau einer Anliegerwohnung; isolierte Befreiung; Schwenk Florian und Christine, Bieswang
1.2 BA 48/2017 – Überdachung Tektur; Gegg Markus Bieswang
2 Stadtratsbesetzung: Amtsniederlegung von Herrn StR Lämmerer
3 Vergaben: Vergabe des Betriebs des Tourismusbüros in Pappenheim
4 Antrag von Herrn Walter Engeler auf verkehrsrechtl. Zustimmung der Stadt zum Überfahren des städt. Gehweges
5 Abwasserunterhaltsmaßnahmen: Prioritäten- und Maßnahmenplan
6 Feuerwehrwesen: Kenntnisnahme des Feuerwehrbedarfsplanes durch den Stadtrat
7 Beteiligungen – Jahresabschluss 2016 Stadtwerke Pappenheim GmbH
8 Rechtsangelegenheit: Abschluss einer Vereinbarung mit dem St. Bauamt Ansbach über Felssicherungsmaßnahmen