Augenzwinkern auf die Geburtsstunde der TSG Pappenheim geblickt

Einen der Höhepunkte des Festabends zum 80-jährigen Bestehen der TSG Pappenheim gestaltete die Theatergruppe Pappenheim e.V. Mit ihrer eigens für das Jubiläum geschriebenen Inszenierung „Eine fast wahre Geschichte“ ließ sie die Vereinsgründung vor acht Jahrzehnten auf ebenso unterhaltsame wie nachdenkliche Weise wieder lebendig werden.

Autorin Anette Pappler und Co-Regisseurin Barbara Mürl entführten die Besucher in den Winter des Jahres 1945. Schauplatz war das Gasthaus „Zum Stern“, wo sich einige Pappenheimer zusammenfanden, um über die Zukunft des Sports in der Stadt zu beraten. Zwischen einem mehrfach geflickten Fußball, den Sorgen der Nachkriegszeit und einer gehörigen Portion Humor nahm dort die Idee eines neuen Vereins langsam Gestalt an.

Im Mittelpunkt standen mit Albert Übel (Tim Schober), Anton „Toni“ Fallenbacher (Linis Lauterbach) und Hermann Dengler (Lutz „Trabbi“ Arnold) drei Persönlichkeiten, die tatsächlich zum engsten Kreis der Gründungsmitglieder der TSG Pappenheim gehörten. Damit erhielt das Stück einen besonderen historischen Bezug und schlug zugleich eine Brücke zwischen dokumentierter Vereinsgeschichte und künstlerischer Interpretation.

Während Toni Fallenbacher voller Überzeugung von einem Neustart auf dem Sportplatz träumte, begegnete Hermann Dengler den ehrgeizigen Plänen zunächst mit spürbarer Skepsis. Wirtin Anna (Pia Brunnenmeier) und Bedienung Liesel (Carola Zanetti) kommentierten die Gespräche mit trockenem Humor und feinem Gespür für die Sorgen und Hoffnungen jener Zeit. Schließlich war es Albert Übel, der Verantwortung übernahm und zum ersten Vorsitzenden gewählt wurde.

Mit viel Liebe zum Detail zeichnete die Theatergruppe das Bild einer Zeit, in der Hoffnung, Zusammenhalt und Tatkraft wichtiger waren als materielle Mittel. Ergänzt wurde die Handlung durch die Figur eines jungen Spielers (Joshua Wenzel), der sinnbildlich für die Zukunft des Vereins stand. Am Ende des Stücks nahm er den ihm zugespielten Ball an und lenkte damit den Blick von den Anfängen bis in die Gegenwart.

Dabei blieb die Inszenierung nicht bei einer historischen Rückschau stehen. Immer wieder schlugen die Darsteller den Bogen zu den Entwicklungen der folgenden Jahrzehnte und machten deutlich, wie aus einer Idee im Wirtshaus ein Verein entstand, der bis heute das gesellschaftliche und sportliche Leben in Pappenheim prägt.

Das Publikum dankte den Akteuren mit langanhaltendem Applaus. Die Theatergruppe Pappenheim verstand es, die Geschichte der TSG nicht als trockene Chronik zu erzählen, sondern als lebendige Erzählung über Menschen, die nach schwierigen Zeiten Mut bewiesen und gemeinsam etwas Neues aufbauten. So wurde aus der „fast wahren Geschichte“ eine ebenso kurzweilige wie treffende Hommage an 80 Jahre TSG Pappenheim.