Pappenheimer Militärgeschichte in Wort und Bild

170 Jahre Vereinsgeschichte sind ein Zeitraum, in dem sich nicht nur ein Verein, sondern auch eine Stadt und ihr gesellschaftliches Umfeld grundlegend verändern. Genau diesen weiten Bogen spannt das Buch „Pappenheimer Militärgeschichte – 170 Jahre Militärverein Pappenheim“ von Phillip Engeler.

Auf mehr als 100 Seiten nimmt der Autor seine Leser mit auf eine historische Zeitreise durch die Geschichte des Pappenheimer Militärvereins. Dabei bleibt der Blick keineswegs allein auf das Vereinsleben gerichtet. Vielmehr werden auch die Grafschaft und das Bayerische Königreich in den historischen Zusammenhang einbezogen. So entsteht ein vielschichtiges Bild jener Zeitläufe, in denen der Militärverein seinen Platz in der Pappenheimer Geschichte gefunden und über Generationen hinweg behauptet hat.

Besonders reizvoll dürfte für historisch interessierte Pappenheimer das umfangreiche Bild und Quellenmaterial sein. Seltene Aufnahmen und wertvolle Dokumente ergänzen die Geschichten und machen manches sichtbar, was bislang vielleicht nur aus Erzählungen bekannt war oder im Verbrorgenen schlummerte. Geschichte wird auf diese Weise nicht nur beschrieben, sondern bekommt Gesichter, Orte und einen unmittelbaren Bezug zur Heimatstadt.

Dass sich 170 Jahre Vereinsgeschichte nicht in wenigen Zeilen erzählen lassen, versteht sich von selbst. Das Buch bietet deshalb Gelegenheit, tiefer in ein Stück Pappenheimer Vergangenheit einzutauchen und dabei sicherlich auch die eine oder andere bislang unbekannte Einzelheit zu entdecken. Gerade für Freunde der örtlichen Geschichte, aber auch als bleibende Erinnerung an ein besonderes Vereinsjubiläum, dürfte der Band einen Platz im heimischen Bücherregal finden.

Das Buch von Phillip Engeler ist zum Preis von 18 Euro erhältlich. Verkaufsstellen in Pappenheim sind die Tourist Information und der Burgshop. In Treuchtlingen gibt es das Buch bei der Firma Korn Buch Papier Spiel und in Weißenburg bei der Buchhandlung Meyer.

Titelbild: MRK Pappenheim




Heiter bis wolkig – Solasommer in Solnhofen

Zu einem besonderen Sommerabend in historischem Ambiente lädt die evangelische Kirchengemeinde Solnhofen am Donnerstag, 23. Juli 2026, in die Sola-Basilika ein. Unter dem Motto „Heiter bis wolkig“ erwartet die Besucher ab 20:30 Uhr eine stimmungsvolle Verbindung von Musik und Geschichten.

In der von Kerzen erleuchteten Ruine wird Pfarrerin i.R. Jutta Störch heitere und besinnliche Anekdoten und Geschichten für Herz und Seele vorlesen. Für die passende musikalische Atmosphäre sorgt das Ensemble Solnhofen, das mit stimmungsvoller Musik das Thema des Abends aufgreift.

Die besondere Kulisse der Sola-Basilika in der Senefelderstraße dürfte dabei ihren ganz eigenen Teil zu einem ebenso heiteren wie besinnlichen Sommerabend beitragen.

Der Eintritt ist frei. Spenden sind willkommen.

Titelfoto: Privat

 




Starkstromkabel in Pappenheim gestohlen

Aus dem Wertstoffhof in Pappenheim haben bislang unbekannte Täter zwei Starkstromkabel entwendet. Die Polizei Treuchtlingen hofft nun auf Hinweise aus der Bevölkerung.

Der Diebstahl ereignete sich am vorletzten Wochenende im Zeitraum zwischen Samstag, 4. Juli 2026, 11:00 Uhr, und Montag, 6. Juli 2026, 06:30 Uhr. Die beiden jeweils rund acht Meter langen Kabel waren an zwei Müllpressen angeschlossen und wurden von dort entwendet. Ihr Wert wird mit insgesamt circa 200 Euro angegeben.

Zeugen des Diebstahls oder Personen, die im genannten Zeitraum verdächtige Wahrnehmungen im Bereich des Pappenheimer Wertstoffhofs gemacht haben, werden gebeten, sich mit der Polizeiinspektion Treuchtlingen unter der Telefonnummer 09142/96440 in Verbindung zu setzen.




Der Stadtrat tagt in Pappenheim

Am Donnerstag, 16.07.2026, um 19:00 Uhr findet im Bürgersaal des Haus des Gastes eine  öffentliche Sitzung des Stadtrates mit folgender Tagesordnung statt.

1 Bauanträge

2 Innenstadtsanierung – Neugestaltung des Marktplatzes: Vorstellung erster Skizzen und Beschluss über gestalterisches Grundkonzept

3 Pappenheim Nord – Städtebaulicher Entwurf: Information und Entscheidung über Mehrfachbeauftragung (Planungswerkstatt)

4 Haushaltsplan und Haushaltssatzung der Stadt Pappenheim für das Haushaltsjahr 2026

5 Grundsatzbeschluss über möglichen Verkauf der städt. Immobilie „Georg Nestler-Haus“

6 Öffentlicher Personennahverkehr (OPNV): Zustimmung der Stadt Pappenheim zur geplanten Ausweitung der Anruf-Sammel-Taxi-Verkehre (AST)

7 Bekanntgaben




Einbruch in den Wettelsheimer Keller

Unbekannte Täter sind in der Nacht von Donnerstag auf Freitag in den Wettelsheimer Keller eingebrochen. Wie die Polizei mitteilt, verschafften sie sich gewaltsam Zugang zur Gastwirtschaft und zur Küche, indem sie die jeweiligen Türen aufbrachen.

In den Räumlichkeiten machten sich die Einbrecher anschließend auf die Suche nach Wertsachen. Nach bisherigen Erkenntnissen entwendeten sie einen geringen Geldbetrag. Deutlich höher fällt dagegen der entstandene Sachschaden aus, der von der Polizei auf rund 500 Euro beziffert wird.

Die Polizeiinspektion Treuchtlingen hat die Ermittlungen aufgenommen und hofft auf Hinweise, die zur Aufklärung des Einbruchs beitragen können.

 




Innovativer Automatisierungsbetrieb in Treuchtlingen

Mit innovativen Lösungen für die Industrie hat sich die ASP Automation GmbH in Treuchtlingen unter der Leitung von Firmengründer Werner Schramm einen Namen gemacht. Davon überzeugten sich jetzt Landrat Markus Gläser und Sabine Unterlandstaettner, Leiterin der Wirtschaftsförderung des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen, bei einem Unternehmensbesuch. Im Mittelpunkt standen die Entwicklung des Betriebs, moderne Fertigungstechnologien und die Herausforderungen bei der Gewinnung von Fachkräften.

Firmengründer Werner Schramm stellte den Gästen den Betrieb vor und gewährte einen Einblick in die Produktion. Das Unternehmen entwickelt und fertigt individuelle Automatisierungs- und Fördertechniklösungen sowie Sondermaschinen für Kunden aus Deutschland und dem internationalen Markt. Darüber hinaus gehört auch ein umfangreiches Ersatzteilgeschäft zum Leistungsspektrum.

Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 2000. Mit dem Neubau einer Produktionshalle samt Bürogebäude und dem Umzug nach Treuchtlingen entstand der heutige Firmensitz. Einen wichtigen Entwicklungsschritt markierte 2017 die Einführung der ersten Vario-Puffer-Förderbänder mit Patentanmeldung. Im vergangenen Jahr brachte ASP die weiterentwickelte Version V2 der Fördertechnik international auf den Markt. Rund 20 Mitarbeitende sind derzeit im Unternehmen beschäftigt.

Besonders beeindruckte die Besucher die hohe Fertigungstiefe. Von der Konstruktion über Werkzeugbau, CNC-Bearbeitung und Kunststoff-Spritzguss bis hin zur Schaltschrankmontage, SPS-Programmierung und Endmontage entstehen sämtliche Arbeitsschritte im eigenen Haus. „Von der Konstruktion über den Werkzeugbau, die CNC-Bearbeitung, den Kunststoff-Spritzguss und die Schaltschrankmontage bis hin zur SPS-Programmierung, Endmontage und Versandvorbereitung entstehen sämtliche Arbeitsschritte im eigenen Haus“, erläuterte Werner Schramm.

Landrat Markus Gläser würdigte die Innovationskraft des Unternehmens und betonte dessen Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Altmühlfranken. ASP stehe beispielhaft für technisches Know-how, hochwertige Arbeitsplätze und internationale Wettbewerbsfähigkeit. Die individuell entwickelten Anlagen können unter anderem Förderstrecken von bis zu 60 Metern realisieren, große Bauteile transportieren sowie Produktionsprozesse mithilfe intelligenter Sensorik automatisiert überwachen. Auch moderne Fertigungstechnologien wie der 3D-Druck oder ein neues Laser-Schweißgerät kommen zum Einsatz.

Ein weiteres Thema des Unternehmensbesuchs war der Fachkräftemangel. Gesucht werden derzeit insbesondere Werkzeugbauer, Handwerksmeister und Mechatroniker. Zudem ist ASP als Ausbildungsbetrieb für Industriemechatroniker, Industriemechaniker, Zerspanungsmechaniker und Technische Produktdesigner zugelassen. Aktuell gibt es zwar keine Auszubildenden, künftig möchte das Unternehmen jedoch wieder verstärkt junge Menschen für technische Berufe gewinnen.

Sabine Unterlandstaettner unterstrich, dass innovative Unternehmen wie ASP wichtige Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung der Region geben. Die Wirtschaftsförderung wolle die Betriebe deshalb auch dabei unterstützen, ihre Sichtbarkeit zu erhöhen und Fachkräfte für die Region zu gewinnen.

Titelfoto: Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen / Nico Kögel




Sommerabend mit den D’ Mühschossbuam in Pappenheim

Ein Sommerabend an der Altmühl, handgemachte Musik und Geschichten aus dem Leben. Der Kunst- und Kulturverein Pappenheim lädt am Samstag, 11. Juli, zu einem Konzert auf die Remise am Haus der Bürger K14 ein. Ab 19 Uhr sind dort die D’ Mühschossbuam aus dem Gailachtal zu Gast.

Seit mehr als zehn Jahren begeistern die vier Musiker mit ihren selbst geschriebenen Liedern das Publikum in der Altmühlregion. Ihr aktuelles Programm trägt den Titel „Die Liebe und das Leben“ und nimmt die Zuhörer mit auf eine musikalische Reise durch die verschiedenen Stationen des Lebens. Von Kindheit und Schulzeit über die erste Liebe und die Familiengründung bis hin zum Rentenalter erzählen die Lieder mit viel Humor, Tiefgang und einem Augenzwinkern von den Erfahrungen, die das Leben schreibt.

Die Ensemblemitglieder Arnold Berger, Michael Hajek, Hubert Platzer und Manuel Frey verbinden eingängige Melodien mit nachdenklichen Texten und humorvollen Einlagen. Michael Hajek schreibt sämtliche Lieder und Texte der Gruppe, während Arnold Berger am Keyboard immer wieder mit ungewöhnlichen Klangeffekten überrascht. Gemeinsam mit Hubert Platzer sorgt er außerdem für Gesang und musikalische Begleitung. Manuel Frey kümmert sich um den guten Ton, damit die Botschaften der Mühschossbuam beim Publikum ankommen.

Die Besucher dürfen sich auf einen unterhaltsamen Abend freuen, der Erinnerungen weckt, zum Schmunzeln anregt und zeigt, dass sich manches mit etwas Abstand gelassener betrachten lässt.

Das Konzert beginnt am Samstag, 11. Juli, um 19 Uhr auf der Remise am Haus der Bürger K14 in der Klosterstraße 14 in Pappenheim. Für erfrischende Getränke ist gesorgt. Der Eintritt ist frei. Über Spenden freut sich der Kunst- und Kulturverein Pappenheim.

 




Zeugen nach Unfallflucht auf Edeka Parkplatz in Pappenheim gesucht

Nach einer Unfallflucht auf dem Parkplatz des Edeka-Marktes in Pappenheim bittet die Polizei um Hinweise aus der Bevölkerung.

Eine 43-jährige Frau aus Solnhofen hatte ihren Pkw am Freitag 03.07.2026 zwischen 14.45 Uhr und 15.10 Uhr während ihres Einkaufs auf dem Parkplatz abgestellt. Als sie zu ihrem Fahrzeug zurückkehrte, stellte sie einen frischen Unfallschaden fest.

Nach bisherigen Erkenntnissen war ein bislang unbekannter Verkehrsteilnehmer gegen das geparkte Auto gefahren und hatte sich anschließend von der Unfallstelle entfernt, ohne sich um die Regulierung des entstandenen Schadens zu kümmern.

Die Polizeiinspektion Treuchtlingen hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet mögliche Zeugen, die den Unfall beobachtet haben oder Hinweise auf den Verursacher geben können, sich unter der Telefonnummer 09142 9644-0 zu melden.

 




Motorradfahrer stürzt auf der Kreisstraße bei Pappenheim

Ein 18-jähriger Motorradfahrer ist am Donnerstagabend auf der Kreisstraße zwischen Langenaltheim und Pappenheim verunglückt. Nach Angaben der Polizei verlor der junge Mann in einer Linkskurve aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit die Kontrolle über sein Motorrad.

Der Fahrer stürzte und schlitterte anschließend in die Böschung. Dabei zog er sich leichte Verletzungen an der Schulter zu. Am Motorrad entstand ein Sachschaden in Höhe von rund 5.000 Euro.

Die Polizei leitete gegen den 18-Jährigen ein Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen Fahrens mit nicht angepasster Geschwindigkeit ein.

 




Pappenheim lädt Kinder zur spannenden Stadtrallye ein

Pappenheim lässt sich ab sofort auch auf spielerische Weise entdecken. Mit der neuen Kinderrallye gibt es ein Angebot, das sich an junge Entdecker und ihre Familien richtet und gleichzeitig die schönsten Ecken der Stadt näherbringt.

Begleitet werden die Teilnehmer von Ritter Papino, der auf einer abwechslungsreichen Entdeckungstour durch Pappenheim führt. Entlang der Strecke gilt es, verschiedene Fragen zu beantworten und dabei die Stadt mit offenen Augen zu erkunden. So verbindet die Rallye Wissenswertes mit Spaß und lädt dazu ein, bekannte und vielleicht auch bislang unbekannte Orte zu entdecken.

Wer den ausgefüllten Flyer anschließend in der Tourist-Information abgibt, darf sich über eine kleine Überraschung freuen.

Der Flyer zur Kinderrallye ist ab sofort kostenlos in der Tourist-Information erhältlich. Das neue Angebot richtet sich gleichermaßen an Gäste wie an Einheimische und bietet eine kurzweilige Möglichkeit, Pappenheim aus einer neuen Perspektive kennenzulernen.

Die Stadt Pappenheim wünscht allen Kindern und ihren Begleitern viel Freude bei der Kinderrallye und eine spannende Entdeckungstour durch die die historische Stadt

 




Wasserzweckverband wählt neue Verbandsspitze

Mit der konstituierenden Sitzung des Zweckverbandes zur Wasserversorgung der Gruppe links der Altmühl wurden am Montagabend im Dorfgemeinschaftshaus Osterdorf die Weichen für die kommenden sechs Jahre gestellt. Im Mittelpunkt standen die Neuwahlen der Verbandsspitze sowie die Besetzung des Verbandsratsgremiums.

Zum neuen Vorsitzenden des Zweckverbandes wählten die Verbandsräte Martin Wufka aus Göhren. Das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden übernimmt künftig Erich Neulinger aus Geislohe. Mit der neu gewählten Führung setzt der Verband seine Arbeit für eine sichere und zukunftsfähige Trinkwasserversorgung in den Mitgliedsgemeinden fort.

Für die Amtsperiode von sechs Jahren gehören dem Verbandsrat folgende Vertreter an.

Bieswang

  • Fritz Wörlein
  • Michael Gronauer

Dietfurt

  • Robert Friedrich
  • Andreas Lutz

Haardt und Heuberg

  • Harald Küchler

Rothenstein

  • Eckhard Freist
  • Klaus Schnitzlein

Eßlingen und Hochholz

  • Mike Hofmann

Geislohe

  • Erich Neulinger

Göhren

  • Martin Wufka

Neudorf

  • Rainer Dengler

Ochsenhart

  • Martin Käfferlein

Osterdorf

  • Walter Otters

Zimmern

  • Karl Deffner

30 Jahre Im Zweckverband
Einen besonderen Moment gab es im Anschluss an die Neuwahlen. Nach insgesamt 30 Jahren im Zweckverband wurde der bisherige Vorsitzende Erwin Knoll offiziell verabschiedet. Zwölf Jahre gehörte er dem Verbandsrat an, ehe er den Vorsitz übernahm und den Verband in den vergangenen 18 Jahren führte.

Bürgermeister Florian Gallus würdigte Knolls langjähriges Engagement und dankte ihm für seinen Einsatz über drei Amtsperioden hinweg. Mit seinem Wirken habe er maßgeblich dazu beigetragen, die regionale Trinkwasserversorgung zukunftssicher aufzustellen. Auch Geschäftsstellenleiterin Enikö Bayer sprach im Namen der Verwaltung ihren Dank aus. Sie hob insbesondere die vertrauensvolle Zusammenarbeit, seine Loyalität sowie sein stets offenes Ohr für die Anliegen der Mitarbeiter hervor.

Erwin Knoll selbst nutzte die Gelegenheit, um den ebenfalls ausscheidenden Verbandsräten für die langjährige Zusammenarbeit zu danken. Persönliche Präsente erhielten Friedrich Hönig und Walter Vogl aus Bieswang sowie Heiko Loy aus Neudorf. Ganz besonders bedankte sich Knoll auch bei seinem Stellvertreter Fritz Rachinger aus Bieswang. Der ihm während seiner gesamten Amtszeit immer loyal beseite stand. Hubert Stanka und Christian Früh aus Dietfurt konnten an der Sitzung aus terminlichen Gründen nicht teilnehmen.

 Fotos: WZV links der Altmühl

 




Anwohner und Bauausschuss beraten über den Ausbau der Charlotte-Nestler-Straße in Pappenheim

Seit fast einem Jahrzehnt beschäftigt der Ausbau der Charlotte-Nestler-Straße den Pappenheimer Stadtrat. Nachdem bereits 2018 ein Grundsatzbeschluss für den Vollausbau der rund 350 Meter langen Straße gefasst worden war, nahm der Stadtrat das Thema am 26. März dieses Jahres erneut auf. Damals wurde beschlossen, den Bauausschuss zu beauftragen, gemeinsam mit den Anwohnerinnen und Anwohnern vor Ort die sinnvollste Ausbauvariante zu beraten und dem Stadtrat eine Empfehlung vorzulegen.

Genau dieser Auftrag stand nun im Mittelpunkt der ersten Sitzung des neu gebildeten Bauausschusses am 29.06.2026. Statt im Sitzungssaal begann die Beratung direkt in der Charlotte-Nestler-Straße. Rund zehn Anwohnerinnen und Anwohner nutzten die Gelegenheit, ihre Anregungen und Bedenken unmittelbar einzubringen. Unterstützt wurde die Besichtigung von Reinhard Vulpius vom Ingenieurbüro VNI, der die planerischen Grundlagen sowie die verschiedenen Ausbauvarianten erläuterte.

Variante 3 bleibt die bevorzugte Lösung
Bereits zu Beginn der Beratung zeichnete sich ab, dass die sogenannte Variante 3 weiterhin die Grundlage der weiteren Planungen bilden soll. Diese war bereits 2018 vom Stadtrat beschlossen worden und wird auch weiterhin vom Ingenieurbüro empfohlen. Sie bietet nach Auffassung der Planer den besten Kompromiss zwischen Verkehrssicherheit, Parkmöglichkeiten und den örtlichen Gegebenheiten.

Der vorgesehene Regelquerschnitt sieht vor:

Gehweg 1,30 Meter
Parkstreifen 1,80 Meter
Fahrbahn 4,25 Meter
gegenüberliegender Gehweg beziehungsweise Notgehweg rund 1,0 Meter

Nach Einschätzung des Ingenieurbüros genügt die Fahrbahnbreite weiterhin dem Begegnungsverkehr zweier Pkw bei angepasster Geschwindigkeit. Gleichzeitig vermindere der Querschnitt dieser Ausbauvariante das Risiko, dass Oberflächenwasser auf angrenzende Grundstücke läuft. Auch die vorgesehenen Längsparkplätze entsprächen dem heutigen Parkverhalten.

Die Fahrbahn der Charlotte-Nestler-Straße soll wie bisher mit einer Asphaltoberfläche ausgeführt werden. Zur Abgrenzung des Gehwegs ist ein drei Zentimeter hoher Granitbord vorgesehen, der den Straßenraum optisch gliedert, ohne eine größere Barriere zu bilden. Der Parkstreifen und der Gehweg sollen mit Betonpflaster gestaltet werden.

Gehweg kann die Straßenseite wechseln
Lebhaft diskutiert wurde während des Ortstermins insbesondere die Anordnung der Gehwege. Aus der Anwohnerschaft kam der Vorschlag, den 1,30 Meter breiten Gehweg nicht wie bislang geplant auf der Bergseite, sondern auf die Talseite zu verlegen.

Zur Begründung wurde angeführt, dass Fußgänger entlang der hohen Mauern auf der Bergseite schon heute kaum unterwegs seien. Stattdessen werde überwiegend die gegenüberliegende Straßenseite genutzt. Planer Reinhard Vulpius sowie Bürgermeister Florian Gallus zeigten sich für diese Anregung offen. Ein solcher Wechsel sei ohne Auswirkungen auf die Gesamtplanung möglich.

Ebenfalls angesprochen wurde die vorgesehene Begrünung. Dabei bestand unter den Beteiligten Einigkeit, dass zusätzliche Bäume zwar das Straßenbild aufwerten könnten, dies jedoch nicht zulasten dringend benötigter Parkflächen gehen sollte.

Ausbau umfasst weit mehr als die Straße
Deutlich wurde bei der Vorstellung der Planungen auch, dass der eigentliche Straßenbau nur einen Teil des Gesamtprojektes ausmacht. Voraussetzung für den Ausbau ist zunächst die Erneuerung der unterirdischen Infrastruktur.

So soll entlang der gesamten Charlotte-Nestler-Straße ein neuer Regenwasserkanal entstehen. Er soll insbesondere bei Starkregen die großen Wassermengen aufnehmen, die vom Zimmerer Berg über den Bereich Dreilinden auf die Straße fließen. Das Regenwasser wird anschließend über die Bürgermeister-Oppel-Straße und den Helmut-Gollwitzer-Weg in Richtung Altmühl abgeleitet.

Im nördlichen Abschnitt ist darüber hinaus ein Anschlusskanal erforderlich. Über ihn soll künftig auch das Abwasser aus den Grafendörfern, das durch das Göhrener Tal verläuft, in Richtung Bürgermeister-Oppel-Straße geführt werden. Gleichzeitig ist vorgesehen, die Wasserleitung im gesamten Ausbaubereich vollständig zu erneuern.

Einbezogen in die Baumaßnahmen ist auch die Sanierung der Treppenanlage im südlichen Planungsbereich, welche die Charlotte -Nestler-Straße und die Bürgermeister-Oppel-Straße verbindet. „Diese Treppe widerspricht allen Sicherheitsregeln“, erklärte Reinhard Vulpuis dem Bauausschuss.

Fertigstellung frühestens 2029
Nach dem derzeitigen Planungsstand würden nach einem endgültigen Beschluss zunächst im Laufe des Jahres 2026 die Planunterlagen überarbeitet, die Kosten aktualisiert und die Ausschreibungen vorbereitet. Für 2027 wären der Bau der Abwasseranlagen und die Erneuerung der Wasserleitung vorgesehen. Die eigentlichen Straßenbauarbeiten könnten im günstigsten Fall 2028 beginnen und 2029 abgeschlossen werden. Für die Anlieger bedeutet dies nach Einschätzung des Ingenieurbüros eine Bauzeit von rund zwei Jahren mit teilweise erheblichen Beeinträchtigungen der Anwohner.

Bürgermeister Gallus machte allerdings deutlich, dass dieser Zeitplan unter dem Vorbehalt der finanziellen Möglichkeiten der Stadt steht. Maßgeblich sei letztlich die jeweilige Haushaltsplanung.

Kosten werden voraussichtlich steigen
Die derzeit vorliegenden Kostenberechnungen stammen noch aus dem Jahr 2018 und dürften angesichts der Preisentwicklung inzwischen deutlich höher ausfallen.

Damals wurden für den Straßenbau rund 985.000 Euro veranschlagt. Hinzu kommen etwa 520.000 Euro für den Kanalbau in der Charlotte-Nestler-Straße sowie rund 217.000 Euro für die erforderlichen Arbeiten in der Bürgermeister-Oppel-Straße. Im Zuge der weiteren Planung sollen diese Zahlen aktualisiert werden.

Einstimmige Empfehlung an den Stadtrat
Am Ende der Vor-Ort-Beratung sprach sich der Bauausschuss im Sitzungssaal einstimmig dafür aus, dem Stadtrat weiterhin die bereits 2018 beschlossene Variante 3 als Ausbaugrundlage zu empfehlen. Gleichzeitig soll jedoch die Anregung aus der Bürgerschaft in die Beschlussempfehlung aufgenommen werden, den breiteren Gehweg auf die gegenüberliegende Straßenseite zu verlegen. (Von der Beckstraße aus gesehen links statt rechts).

Damit wurde deutlich, dass die Einbindung der Anwohnerinnen und Anwohner nicht nur ein formaler Schritt war. Mehrere Hinweise aus der Bürgerschaft flossen unmittelbar in die weiteren Überlegungen ein – ganz im Sinne des Auftrags, gemeinsam vor Ort nach der für alle Beteiligten bestmöglichen Lösung zu suchen.