Sommerabendmusik mit Pop und Musicalklängen in Pappenheim

Musik zum Innehalten, bekannte Melodien und ein Moment der Ruhe erwarten die Besucherinnen und Besucher bei der nächsten Pappenheimer Sommerabendmusik. Am Dienstag, 11. August, gestalten Lina und Andreas Müller gemeinsam mit Sven Bergdolt am Klavier unter dem Motto „Pop Moments – Balladen und Instrumentalklänge“ einen abwechslungsreichen musikalischen Abend im evangelischen Gemeindezentrum Pappenheim.

Beginn ist um 19.30 Uhr. Auf dem Programm stehen bekannte Popsongs sowie Film- und Musicalmelodien. Zu hören sind unter anderem „Someone Like You“ von Adele, „Vienna“ von Billy Joel sowie „Nessaja“ aus dem Film „Tabaluga“. Ergänzt wird das Konzert durch anspruchsvolle Klavier- und Klarinettenmusik mit Werken wie „Chariots of Fire“ und „Gabriel’s Oboe“.

Die rund halbstündige Sommerabendmusik verbindet musikalische Beiträge mit kurzen Gedankenanstößen und einem Segen. So bietet sie Gelegenheit, den Alltag für einen Moment hinter sich zu lassen, Kraft zu schöpfen und den Abend in angenehmer Atmosphäre ausklingen zu lassen.

Im Anschluss sind die Gäste zu einer kleinen Erfrischung eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Titelfoto: privat

 




Stellenangebot beim Wasserzweckverband links der Altmühl

Der Zweckverband zur Wasserversorgung der Gruppe links der Altmühl mit Sitz in Bieswang sucht zur Verstärkung seines Teams eine Wasserwartin oder einen Wasserwart in Vollzeit. Nachfolgend geben wir die Stellenausschreibung des Zweckverbandes im vollständigen Wortlaut wieder. Wer Interesse an einem sicheren und vielseitigen Arbeitsplatz hat, findet nachfolgend alle Informationen zu Aufgaben, Voraussetzungen und zum Bewerbungsverfahren.

Zweckverband zur Wasserversorgung der Gruppe links der
Altmühl (mit Sitz in Bieswang)

Wir suchen baldmöglichst eine/n qualifizierte/n Mitarbeiter/in m/w/d für die Stelle als

Wasserwart (m/w/d) in Vollzeit

Ihr Aufgabengebiet umfasst im Wesentlichen:
– die Pflege-, Unterhaltungs-, Reinigungs- und Instandhaltungsarbeiten des Leitungsnetzes sowie der Wasserversorgungsanlagen und Grundstücke

– das Verlegen von Wasserleitungen bei Austausch-, Neuanschlüssen oder Rohrbrüchen
– zuverlässige Betreuung der Kunden inkl. Zählerwechsel und ggf. Zählerablesung
– Bereitschaft für Wochenend- und Notfalldienste zur Beseitigung von Störfällen (auch zu unüblichen Zeiten)
– eigenständige Betreuung der Anlagensteuerung
– Bereitschaftsdienst mit gegenseitiger Vertretung der kooperierenden Wasserzweckverbände
– Einmessen mittels GIS-Messstab
– Erfassen und Pflegen der eingemessenen Daten in der GIS-Software

Ihr Anforderungsprofil:
– eine abgeschlossene handwerkliche Berufsausbildung, möglichst in einer der folgenden Sparten: Ver- und Entsorgung, Fachkraft für Wasserversorgungstechnik, Maschinenbauer, Anlagenmechaniker, Gas- und Wasserinstallateur, Elektroinstallateur oder einem artverwandten Beruf, möglichst mit mehrjähriger Berufserfahrung.

– EDV-Kenntnisse in den Office-Programmen, Erfahrung im Umgang mit technischen Anlagen
– Führerschein der Klasse B ohne Automatikeinschränkung ist erforderlich
– Engagement mit hoher Belastbarkeit
– Bereitschaft zur Weiterbildung als Wasserwart sowie Möglichkeit zur ständigen Fortbildung, um sich den wechselnden
Anforderungen anzupassen
– Teamfähigkeit, selbstständige, eigenverantwortliche und zuverlässige Arbeitsweise

Unser Angebot:
– Eine unbefristete Vollzeitstelle (39 Stunden/Woche)

– Sicherer, interessanter, vielseitiger und verantwortungsvoller Arbeitsplatz
– Flexible Arbeitszeiten (Gleitzeit)

Die Beschäftigung und Entlohnung erfolgen entsprechend der Qualifikation in Anlehnung an den Tarifvertrag Versorgungsbetriebe (TV-V) inklusive der üblichen Leistungen z.B. Zusatzversorgung.

Wenn Sie Interesse an einem sicheren Arbeitsplatz haben, dann senden Sie Ihre aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen (Lebenslauf, Zeugnisse etc.) bis spätestens 04.09.2026 an den

Zweckverband zur Wasserversorgung der Gruppe links der Altmühl, Am Wasserturm 1, 91788 Bieswang oder digital an info@zv-bieswang.de.

Für weitere Auskünfte stehen wir Ihnen gerne unter der Telefonnummer 09143-737 zur Verfügung.




Feuerwehr Pappenheim im Einsatz bei Brand im Solnhofener Zementwerk

Ein Brand im Solnhofener Zementwerk hat am Dienstagabend einen größeren Feuerwehreinsatz ausgelöst. Verletzt wurde nach bisherigen Erkenntnissen niemand. Die weithin sichtbare Rauchsäule sorgte jedoch für Aufmerksamkeit in der gesamten Umgebung.

Nach Angaben der Polizei geriet die Ladung eines Sattelaufliegers während des Entladevorgangs in Brand. Der Auflieger war mit Papier- und Kunststoffschnipseln beladen, die als Brennstoff für die Zementherstellung vorgesehen waren. Das Fahrzeug war zum Entladen in eine offene Halle gefahren worden, als sich das Material entzündete.

Zur Brandursache gibt es derzeit noch keine gesicherten Erkenntnisse. Nach Angaben der Polizei kommen sowohl ein technischer Defekt als auch eine Selbstentzündung des Brennstoffs in Betracht. Die Ermittlungen dauern an.

Durch das Feuer wurden sowohl der Sattelauflieger als auch die Halle beschädigt. Die Höhe des entstandenen Sachschadens kann derzeit noch nicht abschließend beziffert werden. Nach ersten Schätzungen dürfte dieser jedoch im mittleren fünfstelligen Eurobereich liegen.

Neben den Einsatzkräften aus Solnhofen waren zahlreiche Feuerwehren aus der Umgebung im Einsatz. Auch die Freiwillige Feuerwehr Pappenheim rückte nach Solnhofen aus und unterstützte die bereits eingesetzten Kräfte vor Ort in unterschiedlichen Bereichen. Ebenfalls alarmiert waren die Feuerwehren aus Langenaltheim, Mörnsheim, Mühlheim-Gailach und Treuchtlingen sowie die IuK-Einheit des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen und der Rettungsdienst des BRK Südfranken.

Dank des schnellen und koordinierten Einsatzes der Feuerwehren konnte der Brand unter Kontrolle gebracht werden. Personen kamen bei dem Vorfall nicht zu Schaden. Die Polizei hat die weiteren Ermittlungen zur Ursache des Feuers übernommen.

Titelfoto: FFW Pappenheim




Militärgeschichte paddelt in Pappenheim bis heute mit

Das Pappenheimer Backtrogrennen gehört längst zu den Veranstaltungen, auf die sich die Pappenheimer Jahr für Jahr freuen. Zur Abrundung des Festnachmittag zum 170-jährigen Gründungsfestes des Militärvereins und Reservistenkameradschaft 1856 Pappenheim (MRK) spannte die beliebte Veranstaltung diesmal einen unterhaltsamen Bogen von der bedingungslosen militärischen Stadtverteidigung aus dem Jahre 1633 in die heutige Zeit. Freiwilligen Feuerwehr, Maibaumverein und Theatergruppe Pappenheim huldigten mit der fast zweistündigen Veranstaltung auf der Altmühl der lange Militärgeschichte der Stadt die so alt ist wie die Stadt selbst.

Die Wurzeln des Backtrogrennens reichen zurück in das Jubiläumsjahr 2002. Damals feierte Pappenheim die erste urkundliche Erwähnung der Stadt aus dem Jahr 802 mit einem großen Festjahr. Im Rahmen des Volksfestes organisierte die damalige Werbegemeinschaft erstmals ein historisch angelehntes Backtrogrennen auf der Altmühl zwischen dem Evangelischen Bildungszentrum und der Stadtparkbrücke.

Dabei griff man eine Begebenheit der Pappenheimer Stadtgeschichte auf. Im Jahr 1633, ein Jahr nach dem Überfall der Schweden auf Stadt und Burg Pappenheim, war das Bürgermilitär besonders wachsam. Jederzeit musste mit einem weiteren Angriff gerechnet werden. Als sich eines Nachts auf der Altmühl ein dunkles Wasserfahrzeug der Stadt näherte, wurde Alarm geschlagen. Die Bürger griffen entschlossen zu den Waffen und versenkten das vermeintliche Feindesboot mit einer Vielzahl von Schüssen noch bevor es Pappenheim erreichen konnte.

Am nächsten Morgen stellte sich jedoch heraus, dass der vermeintliche Feind lediglich ein leerer Backtrog gewesen war. Die Kinder des Grafenmüllers hatten damit zuvor auf der Altmühl das Kahnfahren geübt und das Gefährt anschließend nicht ausreichend am Ufer befestigt. So machte sich der Backtrog selbstständig und trieb flussabwärts Richtung Pappenheim.
Die mutigen Verteidiger hatten also nicht den Feind, sondern einen herrenlosen Backtrog besiegt.

Diese humorvolle Geschichte griff der Lehrer und spätere Rektor der Volksschule Pappenheim, August Bergauer, in einem Theaterstück auf, das bei so manchen Schulschlussfeiern aufgeführt wurde. Seine bislang letzte Aufführung erlebte das Stück während der 1200-Jahr-Feier im Jahr 2002 an der Stadtmauer im Feuerwehrhof.

An diese Geschichte knüpften die Freiwillige Feuerwehr, der Maibaumverein und die Theatergruppe Pappenheim nun erneut an. Im Rahmen des Jubiläums des MRK wurde das Backtrogrennen zum 25. Mal veranstaltet. Da die Veranstaltung während der Corona-Jahre von 2020 bis 2022 pausieren musste, handelte es sich tatsächlich um die 22. Austragung.

Zwölf Mannschaften wagten sich auf die rund 200 Meter lange Strecke von der Altmühlbrücke, in Pappenheim auch als auch „Golden Gate“ bekannt, flussabwärts. Dabei ging es keineswegs nur um Schnelligkeit. Mindestens ebenso wichtig waren Teamgeist, Gleichgewicht und eine Portion Humor. Denn nicht jeder Backtrog blieb auf Kurs. Mehrfach landeten Besatzungen unfreiwillig im Wasser und mussten die letzten Meter zu Fuß durchs kühle Nass zurücklegen. Das Publikum am Ufer hatte dabei sichtlich seinen Spaß.

Für die passende Stimmung sorgte Anette Pappler, die das Geschehen mit viel Charme, Witz und zahlreichen spontanen Kommentaren begleitete. So wurde jede Kenterung ebenso gefeiert wie jede gelungene Fahrt ins Ziel.

Am Ende durfte sich die TSG Pappenheim mit dem Boot „High Voltage“ über den Sieg freuen. Tim Meister und Edin Cemal paddelten in der Rekordzeit von 1:50 Minuten ins Ziel.

Die Backtröge und Platzierungen

Platz 1
TSG Pappenheim
Startname „High Voltage“
Tim Meister und Edin Cemal
Rekordzeit 1:50 Minuten

Platz 2
Startname „Dichter & Denker“
Darian Leykamm und Paul Lange

Platz 3
Startname „Backtrogschützen“, Anida Chemal und Barbara Mürl

Weitere Platzierungen

Pappenheimer Maibaum e.V.
Simon Schleußinger und Martin Pokorny

Feuerwehrverein
Startname „Feierwehr“
Florian Zanetti und Leon Herzner

Clubritter
Chris Träger und Sebastian Städler

Rockfasching
Dominik Wurm und Marcus Wurm

TSG Pappenheim Abteilung Kinder
Startname „Baywatch“
Leeven van der Gang und Leo Huber

Startname „Goasn Gang“
Felix Herzner und Janis Bittl

Turnverein Pappenheim Dart-Abteilung
Startname „B 17“
Luca Mürl und Fabian Zanetti

Theatergruppe Abteilung Kinder
Startname „Altmühlrocker“
Mira Hassan und Jonas Dieing

PSG 1494 Pappenheim
Startname „Royal Unicorn“
Sandra Schütz und David Schütz

Bei der Siegerehrung freuten sich alle Teilnehmer über attraktive Preise, die von zahlreichen Pappenheimer Geschäften gespendet worden waren. Dafür bedankten sich die Veranstalter ebenso herzlich wie die glücklichen Gewinner.

Ein herzliches Dankeschön gilt

Schloß Apotheke, Schreibwaren Windisch, Päckert’s Trachten und Landhausmoden, Gasthaus „Zum Lindenwirt“, Zweirad Schleußinger, Bräustüberl-Pizzaschmide, Stephan Lauterbach, EDEK-Pfaller, Hecht Bräu, Lehner Bäck




Pappenheim erlebt Hubert Aiwanger mit Botschaften die ankommen

Ohne Manuskript, frei von der Leber weg und mit der ihm eigenen Mischung aus Zuspitzung, Humor und klaren Botschaften hatte Bayerns Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident Hubert Aiwanger bei seiner Festrede zum 170jährigen Jubiläum des Militär- und Reservistenkameradschaftsvereins 1856 Pappenheim (MRK) genau jene Themen aufgegriffen, die viele Menschen derzeit bewegen. Immer wieder quittierten die Zuhörer seine Ausführungen mit lang anhaltendem Applaus und zustimmenden Rufen.

Den roten Faden seiner Rede bildete die Frage, was in einer zunehmend unsicheren Welt auf Deutschland zukomme. Aiwanger spannte dabei den Bogen von der Gründungszeit der Militär- und Reservistenkameradschaft im Jahr 1856 bis in die Gegenwart. Damals wie heute lebten die Menschen in einer Zeit, in der niemand mit Gewissheit sagen könne, was die Zukunft bringe.

Vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine habe Verteidigung eine völlig neue Bedeutung erhalten. Der „schöne Traum vom Frieden“ sei ausgeträumt, sagte Aiwanger. Täglich gebe es Tote und Verletzte. Gleichzeitig stellte er die Frage, ob sich diese Entwicklung nicht hätte verhindern lassen. Nach seiner Auffassung sei dies auch das Ergebnis einer über Jahre verfehlten Verteidigungspolitik. Verteidigung sei eine Lebensversicherung.

Kritisch äußerte sich der stellvertretende Ministerpräsident über diejenigen, die seiner Ansicht nach davon ausgingen, andere müssten im Ernstfall die Verantwortung übernehmen. Der Krieg in der Ukraine zeige vielmehr, dass moderne Konflikte mit hochentwickelten Waffen geführt würden und sich über lange Zeit festfahren könnten.

Mit einem Augenzwinkern bemerkte Aiwanger, selbst bei den Grünen scheine inzwischen ein Umdenken einzusetzen. Er verwies auf Äußerungen von Robert Habeck, der heute den Wehrdienst nach eigenen Worten wohl nicht mehr verweigern würde.

Bayern habe die Bedeutung der Verteidigungsbereitschaft nach seinen Worten schon immer erkannt. Das zeige sich auch an Unternehmen im Freistaat, die Technik und Ausrüstung für diesen Bereich entwickelten und produzierten.

Seine Vorstellung fasste Aiwanger in einem einfachen Bild zusammen. Deutschland müsse wie ein Igel sein, der sich bei Gefahr einrolle und seine Stacheln aufstelle. „Da holt sich jeder Angreifer eine blutige Schnauze“, sagte er. Frieden lasse sich nur sichern, wenn ein Land verteidigungsbereit sei. Sein Leitgedanke lautete deshalb „kämpfen können aber nicht kämpfen müssen“. Friedenspolitik sei immer auch eine Politik des Bereitseins.

Mit Blick auf die vergangenen Jahre sprach Aiwanger davon, dass die Menschen von der Naivität überrollt und von der Realität eingeholt worden seien. Für diese Aussage erhielt er deutlichen Beifall.

Ebenso viel Zustimmung fand seine Kritik am Umgang mit Veteranen, die verwundet oder traumatisiert aus dem Afghanistan-Einsatz zurückgekehrt waren. Er bemängelte den teilweise mangelnden Respekt gegenüber diesen Menschen und würdigte deren Einsatz für das Land.

Anschließend schlug Aiwanger den Bogen zurück zur Geschichte. Die Gründung der Soldaten- und Kriegervereine sei nach den Befreiungskriegen gegen Napoleon erfolgt, um Kameradschaft zu pflegen und sich gegenseitig zu unterstützen. In diesem Zusammenhang erinnerte er auch an das berühmte Pappenheimer Regiment aus Schillers „Wallensteins Tod“. Der Satz „Daran erkenn ich meine Pappenheimer“ werde heute oft anders eingesetzt und verstanden. Ursprünglich habe er jedoch bedeutet, dass auf die Pappenheimer Verlass sei. „Ihr könnt stolz sein auf diesen Spruch“, rief Aiwanger den Zuhörern zu und löste damit großen Jubel aus.

Von den historischen Wurzeln führte seine Rede unmittelbar zur aktuellen Politik. Aiwanger forderte eine Rückbesinnung auf die Werte Eigentum und Leistung. Kritisch äußerte er sich über Eingriffe bei Minijobs, während beim Bürgergeld nach seiner Auffassung zu wenig kontrolliert werde. Dies fördere Schwarzarbeit.

Nicht ohne Seitenhieb auf die Berliner Politik sprach Aiwanger auch einen „Tipp an den Kanzler“ für die Besetzung von Ministerämtern aus. Er hielt einen Wechsel an der Spitze des  Arbeitsministeriums für angebracht und bezog sich dabei auf die Kampfansage der Amtsinhaberin an die Arbeitgeber.

„Leistungsloses Leben ist ein schöner Traum“, sagte Aiwanger. Aufgabe der Politik sei es, wieder deutlich zu machen, dass sich Leistung lohnen müsse.

Im weiteren Verlauf seiner Rede streifte der Minister zahlreiche weitere Themen, die aus seiner Sicht viele Bürger unmittelbar beträfen. Er sprach über die Situation der Landwirtschaft, des Handwerks und des Ehrenamts. Vereine seien das Fundament des gesellschaftlichen Lebens in den Gemeinden und dürften deshalb nicht durch zusätzliche Belastungen geschwächt werden.

Auch Bürokratie, Haftungsfragen und Regressforderungen gegenüber Ehrenamtlichen kritisierte Aiwanger scharf. Solche Entwicklungen würden das Land Stück für Stück zurückbauen. Ebenso deutlich wurde er bei Angriffen auf Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr. Wer Einsatzkräfte oder deren Ausrüstung angreife, müsse konsequent bestraft werden.

Beim Thema Gendersprache fand der Freie-Wähler-Politiker ebenfalls klare Worte. Das Gendern bezeichnete er als „Gipfel der Dummheit“. Es könne nicht Aufgabe der Politik sein, den Menschen vorzuschreiben, wie sie zu sprechen oder zu denken hätten.

Mit deutlichen Worten kritisierte Aiwanger auch die zunehmende Bürokratie sowie Haftungs- und Regressrisiken, die nach seiner Auffassung immer mehr Menschen davon abhielten, Verantwortung zu übernehmen. Ob im Vereinsleben, im Ehrenamt oder in der Wirtschaft – wer sich engagiere, sehe sich immer häufiger mit Vorschriften und rechtlichen Hürden konfrontiert. Dadurch würden bewährte Strukturen geschwächt und Eigeninitiative ausgebremst. Seine Einschätzung brachte der stellvertretende Ministerpräsident mit dem markanten Satz auf den Punkt: „So wickelt man ein Land rückab.“ Für diese Aussage erhielt er aus den Reihen der Zuhörer zustimmenden Applaus.

Zum Abschluss kehrte Aiwanger noch einmal zum Jubiläum der Militär- und Reservistenkameradschaft Pappenheim zurück. Er würdigte die Grundwerte des Soldatentums als „aller Ehren wert“ und gratulierte dem Verein zu seinem 170-jährigen Bestehen. Ein solcher Zeitraum zeige, dass der Verein über Generationen hinweg Bestand gehabt habe und seine Aufgaben erfülle. Mit den besten Wünschen für viele weitere erfolgreiche Jahre und Gottes Segen beendete der stellvertretende Ministerpräsident seine Rede.

Für die zahlreichen Besucher war es ein Auftritt, der genau die Erwartungen erfüllte, die sie mit Hubert Aiwanger verbunden hatten. Ohne langes Ablesen, dafür mit klaren Positionen, historischen Bezügen und einer Sprache, die viele im Festzelt als bodenständig empfanden, sprach er Themen an, die aus seiner Sicht den Alltag und die Sorgen vieler Bürger prägten. Seine Aussagen blieben dabei erkennbar seine politischen Positionen – und genau dafür erhielt er in Pappenheim immer wieder viel Applaus.

Und auch die Reihe derer, die sich mit Hubert Aiwanger fotografieren lassen wollten schien nicht abzureißen. Dazu stand er offensichtlich gerne zur Verfügung.




Kanonendonner und Pappenheimer Marsch für Hubert Aiwanger

Als Festredner zum 170-jährigen Jubiläum des Militärvereins und Reservistenkameradschaft 1856 Pappenheim (MRK) war der Stellvertretende Bayerische Ministerpräsident Hubert Aiwanger Am Samstagnachmittag nach Pappenheim gekommen. Bereits seine Ankunft wurde zu einem feierlichen Ereignis.

Mit sportlicher Leichtigkeit und gewohnt eloquent entstieg er seiner elektrisch angetriebenen Staatskarosse und wurde von Christian Schöppl, Schirmherrn Dr. Albrecht Graf von und zu Egloffstein, Bürgermeister Florian Gallus sowie Landtagsabgeordnetem Wolfgang Hauber herzlich empfangen. Noch vor dem Festzelt erwartete den Ehrengast ein besonderer Empfang. Die Ehrenformation der Militärischen Ferialverbindung Albertina zu Dresden stand Spalier und die Vereinskanonierin Carola Lämmerer feuerte drei Salutschüssen aus der vereinseigenen Böllerkanone zu Ehren des Stellvertretenden Ministerpräsident ab. Sichtlich begeistert und spendete er der Böllerschützin anerkennenden Applaus.

Der anschließende Einzug ins Festzelt erfolgte – wie bereits am Vortag beim Besuch von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann – zu den Klängen des traditionsreichen Pappenheimer Marsches. Nach der offiziellen Begrüßung durch den Vorsitzenden des MRK Pappenheim stand die Festrede des Stellvertretenden Ministerpräsidenten im Mittelpunkt des Nachmittags. Über deren Inhalte wird in einem gesonderten Artikel berichtet.

Im Anschluss an seine Rede überreichte Christian Schöppl dem Ehrengast die von Philipp Engeler verfasste Vereinschronik des MRK Pappenheim, versehen mit einer persönlichen Widmung. Hubert Aiwanger revanchierte sich mit einem prunkvoll gestalteten Fahnenband für die Vereinsfahne des Jubelvereins.

Auch Bürgermeister Florian Gallus hatte eine besondere Aufgabe übernommen. Er brachte das Goldene Buch der Stadt Pappenheim mit ins Festzelt, in das sich Hubert Aiwanger mit einem Dank für den herzlichen Empfang eintrug. Als Erinnerung an seinen Besuch erhielt der Stellvertretende Ministerpräsident außerdem den neu aufgelegten Pappenheimer Regenschirm als Geschenk der Stadt.

Da Hubert Aiwanger zugleich Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie ist, nutzte er die Gelegenheit auch zum Austausch mit den Pappenheimer Unternehmen, die das Jubiläumsfest und den Kühlanhänger als Sponsoren unterstützt haben. Gerne nahm sich der Minister Zeit für Gespräche und stellte sich gemeinsam mit den Vertreterinnen und Vertretern der Firmen zu einem Gruppenfoto.

Zu den Werbepartnern des MRK Pappenheim zählen:
Hotel-Gasthof zur Sonne, Hofmann Naturstein, Felsner Haustechnik GmbH & Co. KG, F. Hüttinger GmbH & Co. Bau KG, Päckert’s Trachten- und Landhausmoden, Taxi Popp, Otto Sippekamp Tabakwaren, Metall- und Gartenmanufaktur Schindler, Zimmerei und Holzbau Wolf, Schmidtkonz Industrieller Tiefbau – Landschaftsbau, Lebensmittelmarkt Thoma, Bernecker OHG Allianz Generalagentur, Schwill Metall-Technik, KRAUSE Präzisions-Kokillenguss GmbH, Meisterbetrieb Christian Riedel Heizung – Sanitär – Solar, Metall-Bau-Schott, Henle & Rau Steuerungstechnik GmbH, Restaurant Wallmüllerstuben Las Tapas Markus Menk, Alexius Lämmerer Versicherungen und Immobilien e.K. sowie Lutz Heizung Sanitär Klima GmbH & Co. KG.




Neue Naturparkführer verstärken das Angebot im Altmühltal

Pappenheim ist künftig mit einem weiteren Botschafter für den Naturpark Altmühltal vertreten. Klaus Huschik gehört zu den 23 neuen zertifizierten Naturparkführern, die nach erfolgreichem Abschluss ihrer Ausbildung Besucherinnen und Besuchern die Natur, Kultur und Geschichte der Region näherbringen werden. Nach erfolgreichem Abschluss ihrer Ausbildung erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Rahmen einer Feierstunde ihre Zertifikate und Ausweise. Sie stammen aus dem gesamten Naturparkgebiet, darunter auch aus Pappenheim und Langenaltheim sowie aus dem Eichstätter Raum, Beilngries, Dietfurt und Greding.

Die neuen Naturparkführer sollen künftig Gästen und Einheimischen die Natur, Kultur und Geschichte des Altmühltals näherbringen und das Angebot des Umweltzentrums bereichern. Die Zertifikate wurden von den Vorsitzenden des Naturparks und des Tourismusverbandes Naturpark Altmühltal, Manuel Westphal und Landrat Alexander Anetsberger, überreicht. Naturpark-Geschäftsführer Christoph Würflein und Umweltpädagogin Monika Klement würdigten ebenfalls den erfolgreichen Abschluss der Ausbildung.

Die Ausbildung von Naturparkführern hat im Naturpark Altmühltal eine lange Tradition. Bereits seit 2002 werden Gästeführer für die Region qualifiziert. Das Ausbildungskonzept wurde im Laufe der Jahre kontinuierlich erweitert und umfasst heute neben regionalen Natur- und Kulturschwerpunkten auch Busbegleitungen sowie Angebote der außerschulischen Umweltbildung. Gerade Führungen für Schulklassen gewinnen dabei zunehmend an Bedeutung.

Der inzwischen siebte Ausbildungskurs umfasste insgesamt 75 Unterrichtsstunden an drei Wochenenden. Vermittelt wurden unter anderem Inhalte zu Natur- und Kulturgeschichte, Geologie, Fossilien, Rechtsfragen, Führungsdidaktik sowie Bildung für nachhaltige Entwicklung. Den Abschluss bildeten eine schriftliche und eine praktische Prüfung im Gelände.

Landrat Alexander Anetsberger betonte die wichtige Rolle qualifizierter Naturparkführer für den Tourismus. Als Botschafter ihrer Heimat trügen sie dazu bei, die Region über ihre Grenzen hinaus bekannt zu machen. Künftig werden die neuen Naturparkführer eigene Schwerpunkte setzen und selbst entscheiden, in welchen Themenbereichen und an welchen Orten sie sich engagieren möchten.

Titelfoto: Naturpark Altmühltal




Zwischen Marschmusik und Henkelmesse beim MRK Pappenheim

Der zweite Festtag des 170-jährigen Jubiläums des Militärvereins und der Reservistenkameradschaft 1856 Pappenheim bot schon am Morgen zahlreiche besondere Eindrücke. Vom feierlichen Marsch durch die Altstadt über musikalischen Dank für Sponsoren bis hin zu einer in der Region wohl einmaligen Henkelmesse wurde Geschichte, Brauchtum und Gemeinschaft auf besondere Weise miteinander verbunden.

Bereits am Vormittag wurde Schirmherr Dr. Albrecht Graf von und zu Egloffstein am Schloss in der Graf-Carl-Straße feierlich abgeholt. Begleitet wurde der Zug vom Marschmusikensemble unter der Leitung von Alfred Maderer, einer Abordnung des MRK 1856 Pappenheim sowie den Offizieren der Militärischen-Ferialverbindung Albertina zu Dresden.

Die Offiziersverbindung war auf Einladung von Graf Egloffstein vom 31. Juli bis 2. August zu ihrer 22. Militärkneipe auf der Burg Pappenheim zu Gast. Die „Militärische-Ferialverbindung Albertina zu Dresden“ wurde 2014 an der Militärakademie Dresden gegründet. Voraussetzung für eine Mitgliedschaft ist der Offiziersrang sowie gleichzeitig die Zugehörigkeit zu einer Studentenverbindung. Die Nationalität spielt dabei keine Rolle. „Wir haben Mitglieder aus Österreich, Frankreich und der Schweiz“, erklärte ein Teilnehmer der Verbindung.

Gemeinsam zog der Festzug vom Schloss durch die Pappenheimer Altstadt. Dabei wurde an drei Stationen Halt gemacht, um sich bei Sponsoren des Jubiläumsfestes auf musikalische Weise zu bedanken. Vor den Geschäften von Tabak und Spirituosen Sippekamp, Päckert’s Trachtenmoden sowie der Firma Metallbau Schindler spielte das Marschmusikensemble jeweils ein Ständchen, das von den Geschäftsinhabern und zahlreichen Zuschauern mit Applaus aufgenommen wurde.

Mit im Festzug befand sich auch Militärpfarrer Gunther Wiendl von der Evangelischen Militärseelsorge am Bundeswehrstandort Neuburg. Gemeinsam mit der Marschformation holte er in der Schützenstraße seinen katholischen Kollegen, Pfarrer Robert Rapljenovic, ab. Von dort aus marschierten beide Geistliche gemeinsam mit den Teilnehmern zum Festzelt.

Dort gab es einen Gottesdienst der besonderen Art. Mit einer in der Region wohl erstmalig gefeierten Henkelmesse beschritten die beiden Pfarrer neue Wege, um Menschen auf ungezwungene Weise für den Glauben zu begeistern. Pfarrer Robert Rapljenovic führte in seinen einleitenden Worten humorvoll an das außergewöhnliche Konzept heran und erntete dafür viel Applaus. Für Heiterkeit sorgte seine augenzwinkernde Bemerkung: „Da kann man sich die Frauen und vielleicht auch die Predigt schön saufen.“

Doch trotz des Ausschanks und der lockeren Atmosphäre blieb der Gottesdienst von Beginn an würdevoll. Andacht, Gebet und geistliche Impulse standen im Mittelpunkt. Viele Besucher zeigten sich im Anschluss angetan von dieser besonderen Form des Gottesdienstes. Neben den „geistigen Getränken“, wie es augenzwinkernd hieß, habe man vor allem geistige Inspiration und Denkanstöße für den Alltag mit nach Hause genommen.

So zeigte auch der zweite Festtag des Jubiläums, wie sich Tradition, Kameradschaft und neue Ideen zu einem stimmungsvollen und zugleich nachdenklichen Festprogramm verbinden lassen.




MRK Pappenheim würdigt langjährige Treue und außergewöhnliches Engagement

Der Festabend zum 170-jährigen Jubiläum des Militärvereins und der Reservistenkameradschaft 1856 Pappenheim stand nicht nur im Zeichen von Grußworten und Musik. Einen besonderen Platz nahmen auch die Ehrungen verdienter Mitglieder ein, mit denen jahrzehntelange Vereinstreue und außergewöhnliches Engagement gewürdigt wurden.

Zu Beginn der Auszeichnungen überreichte der Kreisverband dem MRK 1856 Pappenheim eine Erinnerungsurkunde und eine Anstecknadel als Anerkennung für das bemerkenswerte 170-jährige Bestehen des Vereins.

Anschließend zeichnete der Vorsitzende Christian Schöppl langjährige Mitglieder für ihre Treue zum Verein aus. Für 30 Jahre Mitgliedschaft wurden Werner Bauer, Josef Bauer und Gerhard Liebald mit einer Urkunde geehrt. Eine Auszeichnung für 40-jährige Vereinstreue erhielten Andreas Widmann sowie Otto Schöppl, der Vater des heutigen Vorsitzenden.

Gerade diese Ehrung war für Christian Schöppl ein besonders bewegender Moment. „Mein Vater hat mich zum Verein gebracht und steht mir auch heute noch mit seiner Erfahrung mit Rat und Tat zur Seite“, sagte der Vorsitzende sichtlich bewegt. Gleichzeitig machte er deutlich, wie sehr der Verein vom Engagement seiner älteren Mitglieder lebt. So erinnerte er daran, dass beim Aufbau von Festzelt und Bühne das Durchschnittsalter der Helfer bei rund 70 Jahren gelegen habe – ein eindrucksvolles Zeichen für den außergewöhnlichen Einsatz der langjährigen Kameraden.

Für einen besonders emotionalen Augenblick sorgte die anschließende Ehrung des früheren Vorsitzenden Dr. Fritz Ehrlicher. Der langjährige Vereinschef, der den MRK 1856 Pappenheim über 33 Jahre hinweg auch durch schwierige Zeiten geführt hatte, wurde posthum mit dem Großen Verdienstkreuz am Bande des Bayerischen Soldatenbundes ausgezeichnet. Christian Schöppl würdigte damit die außergewöhnlichen Verdienste eines seiner Vorgänger um den Verein. Entgegengenommen wurde die Auszeichnung von dessen Enkel Dr. Ingo Ehrlicher, der Urkunde und Verdienstkreuz als bleibende Erinnerung in einem eigens gestalteten 3-D-Rahmen erhielt.

Zum Abschluss der Ehrungen rückte schließlich der Vorsitzende selbst in den Mittelpunkt. Generalmajor a. D. Norbert Wagner, Präsident des Bayerischen Soldatenbundes, und sein Stellvertreter Ralf Olmesdahl überraschten Christian Schöppl mit der Verleihung des Großen Verdienstkreuzes am Bande des Bayerischen Soldatenbundes. Mit der hohen Auszeichnung würdigten sie seine herausragenden Verdienste um den Verein sowie seinen unermüdlichen Einsatz bei der Organisation des Jubiläumsfestes.

Nach den Ehrungen übernahm die Reservisten Bigband Baden-Württemberg das weitere Abendprogramm und sorgte mit einem abwechslungsreichen Repertoire aus Musik und Gesang für einen stimmungsvollen Ausklang des Festabends.




Pappenheim feiert 170 Jahre Militärverein und Reservistenkameradschaft

Mit einem feierlichen Festabend hat der Militärverein und Reservistenkameradschaft 1856 Pappenheim (MRK) am Freitag den Auftakt zu seinem 170-jährigen Jubiläum begangen. Auf der Lach hatte der Verein dafür ein großes Festzelt und einen Festplatz eingerichtet. Zahlreiche Gäste aus Politik, Bundeswehr und den Soldatenverbänden waren nach Pappenheim gekommen. Musikalisch umrahmt wurde der Abend von der Reservisten Bigband Baden-Württemberg.

Bereits der Einzug der Ehrengäste setzte den festlichen Rahmen. Angeführt von den Fahnenabordnungen der Reservistenkameradschaften des Kreisverbandes Weißenburg marschierten sie zu den Klängen des Pappenheimer Marsches in das Festzelt ein.

Der Vorsitzende des MRK, Christian Schoppl, begrüßte die zahlreichen Abordnungen der Pappenheimer Vereine, die Kameraden der Reservistenverbände sowie die Ehrengäste, unter ihnen Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, Schirmherr Dr. Albrecht Graf von und zu Egloffstein, Bürgermeister Florian Gallus mit seinem nahezu den gesamten Stadtrat, Weißenburgs Dritte Bürgermeisterin Manuela Mühlöder, , Seine Königliche Hoheit Prinz Stanislaus von Bayern, Landrat Markus Gläser, Bundestagsabgeordneten Arthur Auernhammer, Landtagsabgeordneten Helmut Schnotz, den Präsidenten des Bayerischen Soldatenbundes Generalmajor a. D. Norbert Wagner, dessen Stellvertreter Ralf Olmesdahl sowie Hofmühl-Geschäftsführer Stephan Emslander mit Ehefrau.

Bürgermeister Florian Gallus würdigte in seinem Grußwort die außergewöhnliche Geschichte des Vereins. Seit 170 Jahren stehe die Militär- und Reservistenkameradschaft für Verantwortung, Gemeinschaft und die Pflege von Traditionen. Gleichzeitig machte Gallus deutlich, dass Tradition nichts Starres sei, sondern von jeder Generation verantwortungsvoll weitergetragen werde. Gerade in einer Zeit, in der Frieden, Freiheit und Demokratie keine Selbstverständlichkeiten mehr seien, brauche es Menschen, die Verantwortung übernehmen – im Ehrenamt, in den Hilfsorganisationen oder in der Bundeswehr. Sein Dank galt allen Mitgliedern, Vorständen, Familien sowie den vielen Helfern, die das Jubiläumsfest möglich gemacht haben.

Schirmherr Dr. Albrecht Graf von und zu Egloffstein stellte die lange historische Verbindung des Vereins mit den Familien Pappenheim und Egloffstein in den Mittelpunkt seiner Ansprache. Um diese Geschichte sichtbar werden zu lassen, hatte er zwei Uniformträger mitgebracht. Einer präsentierte die historische Uniform des „Regiments zu Fuß Churprinz“, das bis 1792 unter dem Kommando von Graf Friedrich Ferdinand zu Pappenheim stand. Der zweite trug die Uniform des „4. Preußischen Regiments zu Fuß Egloffstein“, das zwischen 1782 und 1789 des ersten Grafen Egloffstein geführt wurde. Auch die Anwesenheit von Prinz Stanislaus von Bayern unterstrich nach seinen Worten die jahrhundertelange Verbundenheit des Hauses Wittelsbach mit dem Verein und den Familien Pappenheim und Egloffstein. Der Schirmherr erinnerte daran, dass der Verein nach den Wirren von Kriegen und Revolutionen gegründet worden sei, um deren Folgen zu bewältigen. Militär bedeute in einem demokratischen Staat Schutz und Verteidigung, nicht Angriff. Zum Abschluss seiner Rede brachte Dr. Albrecht Graf von und zu Egloffstein als bleibende Erinnerung ein Fahnenband an der 170 Jahre alten Vereinsfahne des MRK an.

Generalmajor a. D. Norbert Wagner, Präsident des Bayerischen Soldatenbundes, hob hervor, dass Soldaten- und Reservistenvereine seit Generationen dazu beitragen, die Erinnerung an die Folgen von Krieg wachzuhalten sowie Werte wie Kameradschaft, Verantwortung und Wehrhaftigkeit zu bewahren. Angesichts der aktuellen sicherheitspolitischen Lage sei diese Arbeit heute wichtiger denn je. Auch Wagner überreichte der traditionsreichen Fahne des MRK ein Fahnenband des Bayerischen Soldatenbundes.

Hauptredner des Abends war Bayerns Innenminister Joachim Herrmann. Er gratulierte der Pappenheimer Kameradschaft zu ihrem 170-jährigen Bestehen und würdigte sie als eine der ältesten Reservistenkameradschaften Bayerns. Herrmann betonte, dass soldatische Tugenden wie Kameradschaft, Pflichtbewusstsein, Zuverlässigkeit und Verantwortungsgefühl heute wieder eine besondere Bedeutung hätten. Mit Blick auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sowie hybride Bedrohungen erklärte er, Deutschland befinde sich zwar nicht im Krieg, aber auch nicht mehr in einer Zeit des Friedens. Deshalb müssten Landes- und Bündnisverteidigung sowie die Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft gestärkt werden. Den Reservistinnen und Reservisten sprach er seinen Dank aus. Als Bindeglied zwischen Bundeswehr und Zivilgesellschaft leisteten sie einen unverzichtbaren Beitrag für Sicherheit, Zusammenhalt und die Bewahrung wichtiger Werte. Bayern stehe fest an der Seite der Soldatinnen und Soldaten und werde auch künftig ein verlässlicher Partner der Bundeswehr bleiben.

Zum Abschluss des Festabends überreichte der 1. Vorsitzende Christian Schöppl dem Bayerischen Innenminister Joachim Herrmann die eigens zum 170-jährigen Jubiläum erschienene Chronik der Pappenheimer Militärgeschichte, die von Philipp Engeler verfasst wurde. Auch Bürgermeister Florian Gallus hatte ein Geschenk für den Ehrengast vorbereitet. Mit einem Augenzwinkern bemerkte er, obwohl er kein Schirmherr sei, überreiche er dem Staatsminister den im Frühjahr neu aufgelegten Pappenheimer Regenschirm. Mit den Worten „Der schützt auf jeden Fall vor Regen und auch vor Sonne“ sorgte Gallus für einen heiteren Schlusspunkt, der im Festzelt mit einem Schmunzeln aufgenommen wurde.

Über die Ehrungen im Rahmen des Festabends folgt ein gesonderterter Artikel.