MRK Pappenheim würdigt langjährige Treue und außergewöhnliches Engagement

Der Festabend zum 170-jährigen Jubiläum des Militärvereins und der Reservistenkameradschaft 1856 Pappenheim stand nicht nur im Zeichen von Grußworten und Musik. Einen besonderen Platz nahmen auch die Ehrungen verdienter Mitglieder ein, mit denen jahrzehntelange Vereinstreue und außergewöhnliches Engagement gewürdigt wurden.

Zu Beginn der Auszeichnungen überreichte der Kreisverband dem MRK 1856 Pappenheim eine Erinnerungsurkunde und eine Anstecknadel als Anerkennung für das bemerkenswerte 170-jährige Bestehen des Vereins.

Anschließend zeichnete der Vorsitzende Christian Schöppl langjährige Mitglieder für ihre Treue zum Verein aus. Für 30 Jahre Mitgliedschaft wurden Werner Bauer, Josef Bauer und Gerhard Liebald mit einer Urkunde geehrt. Eine Auszeichnung für 40-jährige Vereinstreue erhielten Andreas Widmann sowie Otto Schöppl, der Vater des heutigen Vorsitzenden.

Gerade diese Ehrung war für Christian Schöppl ein besonders bewegender Moment. „Mein Vater hat mich zum Verein gebracht und steht mir auch heute noch mit seiner Erfahrung mit Rat und Tat zur Seite“, sagte der Vorsitzende sichtlich bewegt. Gleichzeitig machte er deutlich, wie sehr der Verein vom Engagement seiner älteren Mitglieder lebt. So erinnerte er daran, dass beim Aufbau von Festzelt und Bühne das Durchschnittsalter der Helfer bei rund 70 Jahren gelegen habe – ein eindrucksvolles Zeichen für den außergewöhnlichen Einsatz der langjährigen Kameraden.

Für einen besonders emotionalen Augenblick sorgte die anschließende Ehrung des früheren Vorsitzenden Dr. Fritz Ehrlicher. Der langjährige Vereinschef, der den MRK 1856 Pappenheim über 33 Jahre hinweg auch durch schwierige Zeiten geführt hatte, wurde posthum mit dem Großen Verdienstkreuz am Bande des Bayerischen Soldatenbundes ausgezeichnet. Christian Schöppl würdigte damit die außergewöhnlichen Verdienste eines seiner Vorgänger um den Verein. Entgegengenommen wurde die Auszeichnung von dessen Enkel Dr. Ingo Ehrlicher, der Urkunde und Verdienstkreuz als bleibende Erinnerung in einem eigens gestalteten 3-D-Rahmen erhielt.

Zum Abschluss der Ehrungen rückte schließlich der Vorsitzende selbst in den Mittelpunkt. Generalmajor a. D. Norbert Wagner, Präsident des Bayerischen Soldatenbundes, und sein Stellvertreter Ralf Olmesdahl überraschten Christian Schöppl mit der Verleihung des Großen Verdienstkreuzes am Bande des Bayerischen Soldatenbundes. Mit der hohen Auszeichnung würdigten sie seine herausragenden Verdienste um den Verein sowie seinen unermüdlichen Einsatz bei der Organisation des Jubiläumsfestes.

Nach den Ehrungen übernahm die Reservisten Bigband Baden-Württemberg das weitere Abendprogramm und sorgte mit einem abwechslungsreichen Repertoire aus Musik und Gesang für einen stimmungsvollen Ausklang des Festabends.




Pappenheim feiert 170 Jahre Militärverein und Reservistenkameradschaft

Mit einem feierlichen Festabend hat der Militärverein und Reservistenkameradschaft 1856 Pappenheim (MRK) am Freitag den Auftakt zu seinem 170-jährigen Jubiläum begangen. Auf der Lach hatte der Verein dafür ein großes Festzelt und einen Festplatz eingerichtet. Zahlreiche Gäste aus Politik, Bundeswehr und den Soldatenverbänden waren nach Pappenheim gekommen. Musikalisch umrahmt wurde der Abend von der Reservisten Bigband Baden-Württemberg.

Bereits der Einzug der Ehrengäste setzte den festlichen Rahmen. Angeführt von den Fahnenabordnungen der Reservistenkameradschaften des Kreisverbandes Weißenburg marschierten sie zu den Klängen des Pappenheimer Marsches in das Festzelt ein.

Der Vorsitzende des MRK, Christian Schoppl, begrüßte die zahlreichen Abordnungen der Pappenheimer Vereine, die Kameraden der Reservistenverbände sowie die Ehrengäste, unter ihnen Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, Schirmherr Dr. Albrecht Graf von und zu Egloffstein, Bürgermeister Florian Gallus mit seinem nahezu den gesamten Stadtrat, Weißenburgs Dritte Bürgermeisterin Manuela Mühlöder, , Seine Königliche Hoheit Prinz Stanislaus von Bayern, Landrat Markus Gläser, Bundestagsabgeordneten Arthur Auernhammer, Landtagsabgeordneten Helmut Schnotz, den Präsidenten des Bayerischen Soldatenbundes Generalmajor a. D. Norbert Wagner, dessen Stellvertreter Ralf Olmesdahl sowie Hofmühl-Geschäftsführer Stephan Emslander mit Ehefrau.

Bürgermeister Florian Gallus würdigte in seinem Grußwort die außergewöhnliche Geschichte des Vereins. Seit 170 Jahren stehe die Militär- und Reservistenkameradschaft für Verantwortung, Gemeinschaft und die Pflege von Traditionen. Gleichzeitig machte Gallus deutlich, dass Tradition nichts Starres sei, sondern von jeder Generation verantwortungsvoll weitergetragen werde. Gerade in einer Zeit, in der Frieden, Freiheit und Demokratie keine Selbstverständlichkeiten mehr seien, brauche es Menschen, die Verantwortung übernehmen – im Ehrenamt, in den Hilfsorganisationen oder in der Bundeswehr. Sein Dank galt allen Mitgliedern, Vorständen, Familien sowie den vielen Helfern, die das Jubiläumsfest möglich gemacht haben.

Schirmherr Dr. Albrecht Graf von und zu Egloffstein stellte die lange historische Verbindung des Vereins mit den Familien Pappenheim und Egloffstein in den Mittelpunkt seiner Ansprache. Um diese Geschichte sichtbar werden zu lassen, hatte er zwei Uniformträger mitgebracht. Einer präsentierte die historische Uniform des „Regiments zu Fuß Churprinz“, das bis 1792 unter dem Kommando von Graf Friedrich Ferdinand zu Pappenheim stand. Der zweite trug die Uniform des „4. Preußischen Regiments zu Fuß Egloffstein“, das zwischen 1782 und 1789 des ersten Grafen Egloffstein geführt wurde. Auch die Anwesenheit von Prinz Stanislaus von Bayern unterstrich nach seinen Worten die jahrhundertelange Verbundenheit des Hauses Wittelsbach mit dem Verein und den Familien Pappenheim und Egloffstein. Der Schirmherr erinnerte daran, dass der Verein nach den Wirren von Kriegen und Revolutionen gegründet worden sei, um deren Folgen zu bewältigen. Militär bedeute in einem demokratischen Staat Schutz und Verteidigung, nicht Angriff. Zum Abschluss seiner Rede brachte Dr. Albrecht Graf von und zu Egloffstein als bleibende Erinnerung ein Fahnenband an der 170 Jahre alten Vereinsfahne des MRK an.

Generalmajor a. D. Norbert Wagner, Präsident des Bayerischen Soldatenbundes, hob hervor, dass Soldaten- und Reservistenvereine seit Generationen dazu beitragen, die Erinnerung an die Folgen von Krieg wachzuhalten sowie Werte wie Kameradschaft, Verantwortung und Wehrhaftigkeit zu bewahren. Angesichts der aktuellen sicherheitspolitischen Lage sei diese Arbeit heute wichtiger denn je. Auch Wagner überreichte der traditionsreichen Fahne des MRK ein Fahnenband des Bayerischen Soldatenbundes.

Hauptredner des Abends war Bayerns Innenminister Joachim Herrmann. Er gratulierte der Pappenheimer Kameradschaft zu ihrem 170-jährigen Bestehen und würdigte sie als eine der ältesten Reservistenkameradschaften Bayerns. Herrmann betonte, dass soldatische Tugenden wie Kameradschaft, Pflichtbewusstsein, Zuverlässigkeit und Verantwortungsgefühl heute wieder eine besondere Bedeutung hätten. Mit Blick auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sowie hybride Bedrohungen erklärte er, Deutschland befinde sich zwar nicht im Krieg, aber auch nicht mehr in einer Zeit des Friedens. Deshalb müssten Landes- und Bündnisverteidigung sowie die Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft gestärkt werden. Den Reservistinnen und Reservisten sprach er seinen Dank aus. Als Bindeglied zwischen Bundeswehr und Zivilgesellschaft leisteten sie einen unverzichtbaren Beitrag für Sicherheit, Zusammenhalt und die Bewahrung wichtiger Werte. Bayern stehe fest an der Seite der Soldatinnen und Soldaten und werde auch künftig ein verlässlicher Partner der Bundeswehr bleiben.

Zum Abschluss des Festabends überreichte der 1. Vorsitzende Christian Schöppl dem Bayerischen Innenminister Joachim Herrmann die eigens zum 170-jährigen Jubiläum erschienene Chronik der Pappenheimer Militärgeschichte, die von Philipp Engeler verfasst wurde. Auch Bürgermeister Florian Gallus hatte ein Geschenk für den Ehrengast vorbereitet. Mit einem Augenzwinkern bemerkte er, obwohl er kein Schirmherr sei, überreiche er dem Staatsminister den im Frühjahr neu aufgelegten Pappenheimer Regenschirm. Mit den Worten „Der schützt auf jeden Fall vor Regen und auch vor Sonne“ sorgte Gallus für einen heiteren Schlusspunkt, der im Festzelt mit einem Schmunzeln aufgenommen wurde.

Über die Ehrungen im Rahmen des Festabends folgt ein gesonderterter Artikel.